09:27:08 | Mittwoch, 24. März 2010
Die gegenwärtige Stellvertreter-Debatte um die lächerlich geringe Zahl kirchlicher Mißbräuche erlaubt einigen Deutschen nach 55 Jahren endlich wieder, nach Herzenslust Goebbels zu spielen. Ein Kommentar.

Gegenwärtig blüht in Deutschland erneut die Göbbels-Ideologie
© Photomontage mit Material von tillwe,
CC(kreuz.net) Am 21. März durfte sich der deutsche Thorsten Keller im ‘Kölner Stadt-Anzeiger’ seinen enthemmten
Kirchenhaß aus der Lunge brüllen.
Kellers Mißbrauchs-Opfer war der Bischof von Regensburg, Mons. Gerhard
Ludwig Müller.
Der Journalist weiß: Gegen niemanden kann man in Deutschland seine Bösartigkeit so
offen und unwidersprochen abreagieren wie gegen die Katholische Kirche.
Darum holte er seine gröbste
Keule aus dem Schrank.
Soutane wo? Meßdiener wo?„Nicht die Meßdienerschänder in Soutane, sondern
die feindseligen, gottlosen Medien sollen also die Hauptschuld daran tragen, daß die eine, heilige und
katholische Kirche derzeit ein heftiges Imageproblem hat“ – bedient Keller niedere Vorurteile.

Hetzartikel im ‘Kölner Stadtanzeiger’
Hat Keller
diesen Satz von der Rede abgeschrieben, die der Reichspropaganda-Minister Joseph Goebbels († 1945) am
28. Mai 1937 in der Berliner Deutschlandhalle hielt und über alle Reichssender übertragen ließ?
Erstens:
Kann Keller einen einzigen Priester in Soutane nennen, der in den letzten 45 Jahren Meßdiener geschändet
hat?
Zweitens: Warum hat es Keller nötig, sich in seinem Haßkommentar über das katholische Glaubensbekenntnis –
„eine, heilige und katholische Kirche“ – lustig zu machen?
Drittens: Warum sollte die Katholische Kirche
wegen der sehr wenigen Schändungsfälle ein größeres Image-Problem haben als andere gesellschaftliche
Kreise, wo Schändungen viel häufiger vorkommen?
Kampagnen-JournalismusDie Antwort auf die letzte
Frage gab Bischof Gerhard Ludwig Müller bei seiner Predigt im Regensburger Dom.
Mons. Müller kritisierte
einen „Kampagnen-Journalismus“, der nur das Ziel verfolge, „die Glaubwürdigkeit der Kirche zur erschüttern“.
Das ist richtig. Kellers Haßkommentar ist – wenn es ihn noch gebraucht hätte – ein furchtbarer Beweis
dafür.
Braucht jemand noch mehr Keller-Beispiele? Bitte sehr: „Das ist ein klassisch jesuitisches Ablenkungsmanöver“ –
kommentiert der Journalist die Aussage des Bischofs.
Warum hat er nicht „jüdisches Ablenkungsmanöver“
statt „jesuitisches Ablenkungsmanöver“ gesagt?
Natürlich: Weil man das in Deutschland nicht sagen darf.
Aber warum darf man „jesuitisch“ sagen?
Brüll-ArgumenteWarum gerät Keller so aus der Fassung? Weil
er dem Bischof sachlich nicht widersprechen kann.
Darum schäumt Keller: „Besonders perfide ist [Mons.]
Müllers Einlassung, die Menschen würden »manipuliert durch verkürzte Berichte, durch ständige Wiederholung
von Vorgängen aus alter Zeit«.“
Ärgert sich Keller darum über diese Feststellung, weil der Beweis
dafür inzwischen sogar von der ‘Frankfurter Allgemeinen Zeitung’ erbracht wurde?
Natürlich weiß Keller,
daß die Aussage des Bischofs stimmt. Darum bemüht er sich auch nicht, sie zu widerlegen.
Für ihn gibt
es nur einen Ausweg: Er spielt den Empörten, schimpft, schreit und zetert wie eine Furie – wohl wissend,
daß man viele Deutschen schon früher einmal mit Geschrei wirkungsvoll hat manipulieren können.
Kellers
Worte fallen auf ihn selber zurück: „Einen so eklatanten Mangel an menschlichem Anstand hat es lange
nicht mehr gegeben in Deutschland.“
Wie lange? 55 Jahre.
2600 Fälle in einem einzigen JahrDie gute
Nachricht: Es gibt außer Goebbels-Nachahmer Keller auch zahlreiche aufrechte Deutsche, die sich vor dem
Gebrüll des Journalisten die Ohren zuhalten.
So schreibt Leser ‘Distant Earth’: „Dieser Artikel ist
ein Paradebeispiel des gehässigen Sensationsjournalismus. Für mich ein Grund keinen Blick mehr in das
rote Hetzblatt der Amsterdamerstraße zu werfen!“
Ähnlich Leser ‘Netseb’: „Der Artikel ist wörtlich
die logische Fortsetzung des militant antikatholischen Monopolblattes aus Köln.“
Für ‘Netseb’ bleibt
die Frage: „Wie lange müssen und sollen sich über 25 Millionen Katholiken noch kujonieren und beschimpfen
lassen?“
Leser ‘klamath’: „Der polemische Sprachstil dieses Artikels belegt leider Bischof Müllers These.
Ich teile nicht die Position von Bischof Müller, bin aber entsetzt über Ihren Jornalismus.“
Leser ‘lyonel’:
„Sehr geehrter Herr Keller, Ihr Beitrag ist nun wahrlich keine Hilfe – weder für die Täter noch für
die Opfer. Ihr Beitrag ist schlechterdings gehässig.“
Leser ‘rhenanus’ gibt Keller den journalistischen
Todesstoß: „Es werden nur die katholischen Einrichtungen angesprochen.
Die Vorfälle in der
Odenwaldschule
und in Salem werden kaum kommentiert und wenn, auch der katholischen Kirche zugerechnet.
Es geht um 250
Fälle aus den 60er und 70er Jahren, von denen ein Teil auch mit Gefängnisstrafen geahndet wurde.
Dagegen
wurden allein im Jahr 2003 laut Statistik in Deutschland über 2600 Täter verurteilt.“
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