In einem „vertraulichen Brief“ befahl Kardinal Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation angeblich den Bischöfen, Meldungen von Kindsmißbrauch geheimzuhalten – behauptet eine britische Tageszeitung. Doch der Vorwurf hat gleich mehrere sehr peinliche Haken. Ein Kommentar.
(kreuz.net, London) Die für ihre Vorurteile gegen die Kirche und ihre billige antikatholische Hetze bekannte
britische Tageszeitung „The Guardian“ hat in ihrer Sonntagsausgabe versucht, eine Schmierkampagne gegen
Papst Benedikt XVI. zu lancieren.
Doch „The Observer“ – so der Name der Sonntagsausgabe – ist auf seinem
Dreck sitzengeblieben.
Der jetzige Papst – so „The Guardian/Observer“ – habe als Präfekt der Glaubenskongregation
„die Justiz behindert“, weil er in einem „vertraulichen Schreiben“ angeordnet habe, daß kirchliche Untersuchungen
über sexuelle Vergehen von Klerikern mit Minderjährigen im Geheimen durchgeführt werden sollten.
Verantwortlich
für den Artikel ist ein gewisser Jamie Doward.
Die Anordnung von Kardinal Ratzinger sei im Mai 2001
in einem „vertraulichen Brief“ – Jamie Doward brüstet sich damit, ihn erhalten zu haben – an alle Bischöfe
geschickt worden.
Das Schreiben – das kreuz.net ebenfalls vorliegt – wurde am 18. Mai 2001 an alle Bischöfe,
Ortsordinarien und Hierarchen der katholischen Kirche gesandt. Es behandelt „schwerwiegendere Vergehen“ –
auf Lateinisch: „graviora delicta“ – von Klerikern, deren Aburteilung der Glaubenskongregation vorbehalten
ist.
Das relativ kurze, ungefähr dreiseitige, lateinisch geschriebene Dokument erwähnt drei Arten von
Delikten: gegen das Allerheiligste Altarsakrament, gegen die Beichte und gegen die Sitten.
Die Vergehen
gegen die Sitten – für die sich „The Guardian/Observer“ besonders interessiert – betreffen die Unzucht
von Klerikern mit Minderjährigen unter 18 Jahren.
Nur die drei aufgezählten Arten von Delikten sind –
so das Dokument – der Glaubenskongregation vorbehalten. Für sie werden spezifische Normen festgelegt,
wie kanonische Strafen zu beschließen und zu verhängen sind.
Die Deliktarten müssen zum Beispiel der
Glaubenskongregation gemeldet werden. In der Regel gibt die Glaubenskongregation danach die Fälle an
die Diözesangerichte zurück.
Die angesprochenen Delikte verjähren nach zehn Jahren, mit Ausnahme der
Unzucht mit Minderjährigen. Ihre Verjährungsfirst beginnt nach Weisung des Briefes erst zu laufen, wenn
der Geschädigte das achtzehnte Lebensjahr erreicht hat.
Ein weiterer Abschnitt im Brief besagt, daß
nur Priester über Priester zu Gericht sitzen können. Danach wird angemahnt, daß die Diözesangerichte
sich an die geltenden Vorschriften halten müssen und daß die verhandelten Fälle dem päpstlichen Geheimnis
unterworfen sind.
Soweit der Brief, der von Kardinal Ratzinger und seinem damaligen zweiten Mann, Erzbischof
Tarcisio Bertone, unterzeichnet ist.
Liest man den entsprechenden Artikel in „The Guardian/Observer“,
stellt man fest, daß dessen Verfasser Jamie Doward während des Schreibens ans Ende seines Lateins gekommen
ist.
So behauptet er zum Beispiel, daß im Brief gesagt werde, daß das Vergehen vom Zeitpunkt, an dem
das mißbrauchte Kind das 18 Lebensjahr erreicht hat, noch bis zu zehn Jahren geheimgehalten werden könne.
Das aber ist ein simpler Übersetzungsfehler. Der Originaltext spricht an dieser Stelle nicht davon,
sondern – wie oben gesagt – von der Verjährungsfrist.
Jamie, dem der Haß gegen die Kirche über die
journalistische Sorgfalt geht, leistet sich noch mehr Peinlichkeiten. So schreibt er, daß der römische
Brief, für die Fälle von Unzucht eines Klerikers mit einem Minderjährigen eine kirchliche Jurisdiktion
beanspruche.
Richtig. Doch offensichtlich ist Jamie hier nicht klar, daß der Brief von der Verhängung
von Kirchenstrafen spricht, die eine kirchliche Rechtssprechung voraussetzt.
Im weiteren Verlauf seines
Artikels verwechselt der häßliche Jamie die kirchliche Gerichtsbarkeit mit „privaten Gerichten“, wie
er sich flapsig ausdrückt.
Auch das verordnete „päpstliche Geheimnis“, an das er sich zuletzt noch
klammert, ist für Jamie eine Nummer zu groß. Die Geheimhaltung betrifft die Personen, welche mit der
Urteilsfindung beauftrag sind, nicht „die zehnjährige Jurisdiktion“, die das Ergebnis von Jamies mangelnden
Lateinkenntnissen ist.
Armer Jamie. Doch das Peinlichste kommt erst.
Hochtrabend bezeichnet Jamie den
Brief, den er in seinem verunglückten Artikel ans Tageslicht hebt, als „vertraulich“. Aber sag uns, Jamie:
Wie „vertraulich“ kann ein Brief sein, der an einige tausend Adressen geht und von dort an einige zehntausend
Diözesanrichter weitergeleitet wird?
Schlimmer noch. Der von Jamie ergatterte „vertrauliche Brief“ ist
seit Jahren auf der Homepage des Vatikan publiziert. Jamie hat offensichtlich nicht nur Schwierigkeiten
mit der lateinischen Sprache, sondern auch mit dem Internet.
Auch für diesen Fall gibt es eine Lösung.
Der „vertrauliche Brief“ ist auch in den offiziellen Akten des Heiligen Stuhls aus dem Jahr 2001 abgedruckt.
Die Akten sind über jede Buchhandlung zu beziehen.
Ein letztes, Jamie: Haß macht blind, und Kirchenhaß
raubt zusätzlich noch den Verstand.
Email-Adressen der Empfänger
8 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kardinal Ratzinger hat tief katholisch gehandelt:Beichtgeheimnisse müssen bewahrt werden Auch wenn es
sich um Todsünden oder ärgste Verbrechen gegen die Menschlicheit,oder ethische oder moralische Gesetzesübertretung
handelt. Beichtgeheimnisse dürfen von den Medien nicht ausgeschlachtet werden.Sündern muß die Möglichkeit
offengehalten werden,Reue zu üben und sich zu läutern und zu bessern.Die Kirche muß einen gerichtsfreien,LäuterungsraumRaum
anbieten für jene,die guten Willens sind von verkehrten Wegen bewahrt bleiben und in Demut und Verzicht
auf fleischliche Begierden mit Hilfe der Heiligen Schriften und einem heiligenmäßigen Leben im Schutz
der Gemeinschaft zu einer gesunden Entwicklung des Geistes beitragen können.Die KIrche muß den Geist
im Angesicht der Welt bewahren und schützen vor jeglichen Einflüssen,die Das System und die Ordnung
und Hirarchie gefährden,sodass sich jederzeit jemand guten Willens einreihen kann in den Leib der vom
Geist beseelt in Ruhe und Frieden in sich einkehren kann und Raum findet im Organismus und Getriebe der
Welt damit die Seele und der Herzschlag der Welt bewacht bleibt und geordnet leben kann.
@mick Was soll ich dazu noch sagen außer: DANKE!!!! Du sprichst mir aus der Seele!! Das trifft es genau!!
Und leider trifft das auf viele Artikel hier zu… besonders diejenigen, die evangelische Christen oder
„militante“ Homosexuelle mit einbeziehen… DANKE!!
Haß macht blind „Die für ihre billige antikatholische Hetze bekannte britische Tageszeitung the Guardian“
hat in ihrer „Schmierkampagne“ von einem „häßlichen Jamie“ eine Menge „Dreck“ verbreiten lassen. Die
Zitate stammen aus Ihrem Artikel. Ihr Zitat Haß macht blind trifft auch auf Sie zu. Viele Grüße Mick
#5 FioreGraz 06:56:25 | Donnerstag, 28. April 2005
DAs is ja nix neues Nicht nur dem Schreiber von the Guardian sondern auch dem Artikelverfasser dürfte
entgangen sein das das keine „Geheimdepesche“ des Ratzinger ist oder war sondern ein „Motu Proprio“ von
JP II. mit dem Titel „Motu proprio mit der Bekanntgabe von Vorschriften bezüglich schwerer Straftaten,
die der Glaubenskongregation vorbehalten sind.“ Und diese Teil ist nicht geheim sondern zB. sogar bei
der Uni-Thübigen sogar übersetzt im internet für jeden lesbar. Eins stimmt leider die Geheimhaltungsvorschrift
Prozesse dieser Art unterliegen der päpstlichen Geheimhaltung. Es wurde damit zwar Argumentiert das dies
gedacht ist um zuerst zu untersuchen und dann den Behörden zu melden um nicht gleich „Vorzuverurteilen“
aber leider geht das nicht aus dem Schreiben hervor und schlieslich ist die päpstliche die höchste Geheimhaltungsstufe.
LG FioreGraz
Lieber Christian Dahlke, lieber 7er Wir wissen, warum die Engländer auf einer Insel leben. Das leidliche
daran ist das Protestanten, wie der Name schon sagt, eben so sind wie sie heissen. was soll denn das?
da wird verallgemeinert, da wird versucht herabzusetzen, und zwar alle. So tun, als wäre alles im Katholizismus
rein und unschuldig… wer glaubt, dass bei 4.000.000 „Pilgern“ nur Unschuldslämmer wären, dass die
alle nur reinen Herzens das tun, was dann doch zuwenige selbst glauben… Eure Hoffnung in Ehren, leider
wird der Wunsch doch zuoft getrübt, und nicht nur durch Jugendliche, die über die Stränge schlagen,
oder Bubenstreiche begehen… Nun verfallt doch nicht in dem Fehler, pauschal die Engländer zu verunglimpfen
oder ebenso pauschal die Protestanten anzumachen… Anstatt zu lehren wird verformt, in dem Irrglauben
die Kirche von Morgen wird demokratisch sein. GOTTes Lehre ist nicht demokratisch, denn ER hat dem Menschen
gesagt, was Gut ist! aber die Institution muss demokratisch sein, denn das Volk GOTTes entscheidet anhand
der Vorgaben, doch diese Vorgaben kann nicht ein kleiner Zirkel interpretieren und mit Dogmen festmachen…
Lieber 7er, Protestant heisst im Prinzip nix anderes als De-Monstrant, beides besagt eigentlich im religiösen
Bereich etwas positives, der eine spricht für (Pro) seinen Glauben, der andere zeigt seinen Glauben…
(hier sind eigentlich Lateiner gefragt, ich habe da Nullahnung) GerdEric
Schade Es ist schade, dass sich die Kirche mit solch perfiden Falschmeldungen herumschlagen muss und dabei
in den Dreck gezogen wird. Aber wie schon bei der Hetze gegen den Papst direkt nach seiner Wahl kann ich
sagen:Wir wissen, warum die Engländer auf einer Insel leben.
Diese Jamies gibt es in unserer Kirche an allen Ecken. Es ist dem modernen, demokratisch verformten Gehirn
schwer begreiflich zu machen das die Kirche hierarchisch funktioniert. Leider sind „Jamies“ auch an den
Universitäten anwesend; Tätig wäre zuviel gesagt. Anstatt zu lehren wird verformt, in dem Irrglauben
die Kirche von Morgen wird demokratisch sein. Der Jamie drückt den Alltagschristen aus. Das leidliche
daran ist das Protestanten, wie der Name schon sagt, eben so sind wie sie heissen. Während Katholiken,
ausser der unnötigen Protestiererei, noch mehr am Kasten haben sollten. Die ecclesiale Schatztruhe ist
tief und reichlich gefüllt. Innerhalb der Kirche hat jeder viel Platz. „Quia melior est dies una in atriis
tuis super milia, elegi ad limen esse in domo Dei mei magis quam habitare in tabernaculis peccatorum.“