16:49:01 | Mittwoch, 31. März 2010
So spricht der Fachmann: „Also, wenn ‘Der Spiegel’ mit 94 Tatverdächtigen in fünfzehn Jahren kommt, dann ist das für jemanden, der sich kriminologisch ein bißchen auskennt, eine verblüffend geringe Zahl.“

Kriminalpsychiater Hans-Ludwig Kröber auf der Webseite seines Insituts
(kreuz.net) „Statistisch gesehen wird man eher vom Küssen schwanger, als vom Zölibat pädophil.“
Das
stellte der deutsche Kriminalpsychiater Hans-Ludwig Kröber (59) im Gespräch mit dem politischen deutschen
Monatsmagazin ‘Cicero’ fest.
Während seines Studiums war Kröber im ‘Kommunistischen Bund Westdeutschland’
aktiv.
Seit März 1996 ist er Universitätsprofessor für Forensische Psychiatrie und Direktor des Instituts
für Forensische Psychiatrie der Freien Universität Berlin. Er gilt als einer der gefragtesten Kriminalpsychiater
Deutschlands.
Kröber über sich: „Ich bin von Haus aus ein militanter Lutheraner – allerdings nicht
gottgläubig.“
Nach eigenen Angaben besucht er „selten genug“ katholische Messen. Die Liturgie komme
ihm „immer noch ein wenig wie Hokuspokus vor“.
Der Vatikan: die klügste und aufmerksamste GruppeKröber
kennt den Vatikan und die deutsche Bischofskonferenz, weil er in der Vergangenheit als Experte für homosexuelle
Schändungen Minderjähriger beigezogen wurde.
Der Kriminalpsychiater besitzt auch viele Vergleichsmöglichkeiten
mit anderen Institutionen.
Sein Urteil: „Die Bischöfe im Vatikan, die sich mit diesem Thema beschäftigten,
waren die klügste und aufmerksamste Gruppe, vor der ich zum Thema sexueller Mißbrauch jemals gesprochen
habe.“
Wann tritt Cohn-Bendit zurück?Die Ursachen der Pädophilie – der Schändung von Kindern vor
deren Geschlechtsreife – sind nach Kröbers Angaben nicht klar auszumachen.
Doch: „In jedem Fall werden
Menschen in ihrer Entwicklungsphase zu Pädosexuellen, und nicht erst, nachdem sie lange Zeit auf Sex
verzichten mußten.“
Mißbraucher reden sich nach Kröber ein, daß der Mißbrauch den Kindern gefalle:
„Die Pädophilen-Netzwerke versuchen doch immer noch, so eine Abolition-Politik durchzusetzen, und verkünden,
sie seien die einzigen, die ein gewalt- und herrschaftsfreies Verhältnis zu Kindern haben.“
Als Beispiel
der Verteidiger der Kinderschänderei nennt Kröber den heutigen ‘grünen’ EU-Abgeordneten
Daniel Cohn
Bendit:
Das Mißbrauchs-Geschrei ist ein VorwandKröber ist über die „momentane Aufregung“ über Mißbräuche
verwundert.
Er weist darauf hin, daß in den letzten Jahren vereinzelte Geistliche verurteilt wurden.
Doch: „Heute schaffen es zwei Priester der Regensburger Domspatzen auf die Titelseite, die verstorben
sind und davor rechtskräftig abgeurteilt wurden. Lange nach ihrem Tod.“
Den Grund sieht Kröber in der
Tatsache, daß Prälat Georg Ratzinger Dirigent der Domspatzen war und man hofft, über ihn den Papst
zu treffen.
Kröber fügt an: „Was man ja schließlich auch auf anderem Weg geschafft hat.“
Mit dieser
Aussage meint Kröber die gegenwärtige internationale
Verleumdungskampagne gegen den Papst.
Eine andere
ZeitKröber stellt klar, daß es im pädagogischen Bereich zu allen Zeiten Kinderschändungen gegeben
hat – „ob in der Schule, bei den Pfadfindern, in Sportvereinen oder eben in Gemeinden“.
Der Kriminalpsychiater
ruft auch in Erinnerung, daß man in der Vergangenheit mit diesen Fällen allgemein anders umgegangen
ist:
„Man hat nicht viel darüber gesprochen, sondern versucht die Leute dorthin zu bugsieren, wo sie
keinen Schaden anrichten.“
Das Risiko ist noch geringer als gedachtIn diesem Zusammenhang stellt Kröber
klar: „Wenn ‘Der Spiegel’ mit 94 Tatverdächtigen in 15 Jahren kommt, dann ist das für jemanden, der
sich kriminologisch ein bißchen auskennt, eine verblüffend geringe Zahl.
Die Einschätzung des Kriminalpsychiaters:
„Das hieße, daß das aktuelle Risiko des sexuellen Mißbrauchs in Einrichtungen der katholischen Kirche
noch viel geringer ist, als ich das zuerst vermutet hätte.“
Jedes Jahr werden in Deutschland durchschnittlich
etwa 15.000 Fälle von Kinderschändungen polizeilich gemeldet.
De Kirche hat rund 600.000 Bedienstete.
Das sind 1,8 Prozent der Bevölkerung:
„Darunter 94 Fälle seit 1995, das ist im Kontrast zu den alten
Fällen eine dramatische Verbesserung der Situation.“
Die Zahlen werden künstlich gestrecktKröber
weist darauf hin, daß weit mehr als die Hälfte des sexuellen Mißbrauchs und der Gewalttaten in den
Familien stattfindet.
„In der Debatte um die katholische Kirche wurde jetzt sexueller Mißbrauch und
Prügelpädagogik, die es damals unstreitig an allen Schulen gab, so oft vermischt, daß man das Gefühl
hatte, man will die Zahlen strecken.“
Hier ortet Kröber ein offensichtliches Vorurteil: Weil Priester –
angeblich – „alle“ Priester in Frauenkleidern herumlaufen und nicht heiraten, „herrscht in dem Laden völlige
sexuelle Verwirrung“.
Es muß allerdings hinzugefügt werden, daß es im Westen auch kaum noch Frauen
gibt, die Röcke tragen.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.