10:51:12 | Donnerstag, 1. April 2010
Ein neues Beispiel der Vertuschung: Die Tageszeitung ‘New York Times’ verweigert den Abdruck einer Stellungnahme des Erzbischofs von New York.

Erzbischof Timothy Michael Dolan von New York
(kreuz.net) Erzbischof Timothy M. Dolan (60) von New York hat die harten Fakten auf den Tisch gelegt:
Die ‘New York Times’ hat in der jüngeren Vergangenheit zahlreiche Artikel publiziert, die gezielt antikatholische
Vorurteile schürten.
Die finanziell angeschlagene Zeitung ist im Besitz der jüdischen Familie Ochs
Sulzberger. Der Chefredakteur der Zeitung, ist der altliberale Katholik, Bill Keller.
Die andere Seite
darf nicht zu Wort kommenDer Erzbischof legte der Tageszeitung einen Text als Gastkommentar vor. Doch
die ‘New York Times’ weigerte sich, die Ausführungen zu publizieren.
Das berichtete Mons. Dolan auf
seinem persönlichen Blog.
In dem Kommentar stellt der Erzbischof fest, daß es in den USA neben Baseball
„einen weiteren – nicht sehr erfreulichen, nationalen Zeitvertreib gibt, den Anti-Katholizismus“.
Der
Erzbischof kann seine Aussage mit harten Fakten untermauern:
„Wer aktuelle Beweise für die Ungerechtigkeit
der Katholischen Kirche gegenüber haben will, braucht nur einige der folgenden Beispiele aus den vergangenen
Wochen zu betrachten.“
Selektive EmpörungMons. Dolan erinnert an den
Artikel von Paul Vitello vom
14. Oktober in der ‘New York Times’.
Darin ging es um das traurige Ausmaß des Kindermißbrauchs in der
orthodoxen jüdischen Gemeinschaft von Brooklyn.
Doch Erzbischof Dolan weist auf einen massiven Unterschied
in der Berichterstattung hin:
„Die ‘Times’ verlangte in diesem Zusammenhang nicht, was sie ohne Unterlaß
tut, wenn es um die gleiche Art von Mißbräuchen durch eine winzige Minderheit von Priester geht: die
Offenlegung der Namen der Mißbraucher, die rückwirkende Aufhebung der Verjährung, externe Untersuchungen,
Offenlegung aller Akten und totale Transparenz.“
Zugleich betont der Prälat: „Angesicht der schrecklichen
Erfahrung der Katholischen Kirche, bin ich kaum in der Lage, unsere orthodoxen jüdischen Nachbarn zu
kritisieren, noch habe ich das Verlangen, es zu tun – aber ich muß diese Art der »selektiven Empörung«
anprangern.“
Studien werden ignoriertDer Erzbischof erwähnt eine Dokumentation, die im Jahr 2004 von
Professor Charol Shakeshaft publiziert wurde und sich mit dem weitverbreiteten Problem des Mißbrauchs
Minderjähriger an öffentlichen Schulen in den USA befaßte.
Frau Shakeshaft war Professor und Mißbrauchs-Expertin
an der Hofstra University in der Nähe von New York.
Der Erzbischof erinnert auch an eine Artikelserie
der Nachrichtenagentur ‘Associated Press’, die sich mit Mißbräuchen an staatlichen Schulen befaßte:
„Sowohl die Studie von Frau Shakeshaft als auch die AP-Reihe wurden ignoriert, weil Zeitungen wie die
‘New York Times’ nur Priester im Fadenkreuz zu haben scheinen“ – schreibt Mons. Dolan.
Sonderbehandlung
für KatholikenDer Erzbischof zitiert dann den Leitartikel der ‘New York Times’ vom 16. Oktober, in
dem es um einen Franziskaner ging, der vor 25 Jahren ein Kind gezeugt hatte:
„Selbst wenn man berücksichtigt,
daß die Beziehung zu der Mutter einvernehmlich und zwischen zwei Erwachsenen war und die Franziskaner
sich bemüht haben, die Verantwortung des abgeirrten Priesters seinem Sohn gegenüber ernst zu nehmen,
ist der Vorfall dennoch sündhaft, skandalös und unverzeihlich.“
Aber das ist nur ein Aspekt. Denn:
„Man kann sich dennoch die Frage stellen, warum eine 25 Jahre alte Geschichte der Sünde eines Priester
jetzt plötzlich dringender und nachrichtenwürdiger ist als der Krieg in Afghanistan, die Gesundheitsreform
oder der Hunger-Völkermord im Sudan.“
Der Erzbischof stellt fest: „Keine Vertreter anderer Religionen
scheinen je eine solche Aufmerksamkeit zu verdienen.“
Die Katholische Kirche ist immer der BuhmannDer
Erzbischof erinnert weiter an den Leitartikel der ‘New York Times’ vom 21. Oktober zur vatikanischen Entscheidung,
ein anglo-katholisches Ordinariat einzurichten:
„Schön und recht“ -kommentiert Mons. Dolan: „Weniger
schön war die Bemerkung des Artikels, daß der Heilige Stuhl die Anglikaner geködert und umworben hätte.“
Der Erzbischof erinnert an die simple Wahrheit: „Seit Jahren haben Tausende Anglikaner Rom darum gebeten,
in die Katholische Kirche aufgenommen zu werden mit besonderen Zugeständnissen für ihre eigene Tradition.“
Maßlos und niederträchtigAls besonders schwerwiegendes Beispiel nennt Mons. Dolan einen „maßlosen
und niederträchtigen“ Kommentar der Journalistin Maureen Dowd (57), „die für ihre antikatholischen Vorurteile
bekannt ist.“
Der Erzbischof klagt an: „In einem Hetzartikel, den die Redakteure zu Recht nie durchgelassen
hätten, wenn er islamische, jüdische oder afro-amerikanische religiöse Angelegenheiten betroffen hätte,
greift sie tief in das alte amerikanische Handbuch und braucht jede mögliche antikatholische Karikatur,
von der Inquisition bis zum Holocaust, bis zu Kondomen, der Obsessionen mit Sex, pädophilen Priestern
und der Unterdrückung von Frauen und ohrfeigt Papst Benedikt XVI. wegen seiner Schuhe, seiner erzwungenen
Einberufung – zusammen mit jedem anderen deutschen Jugendlichen – in die Deutsche Armee, seine Öffnung
auf ehemalige Katholiken hin und seine jüngste Aufnahme von Anglikanern.“
Die Vorurteile von Frau Dowd
wären – so der Erzbischof – vielleicht für eine Keine-Ahnung- Zeitung der 1850er Jahre angemessen gewesen:
„Sie haben aber keinen Platz in einem größeren Publikationsorgan der Gegenwart.“
Tief verwurzelter
KatholikenhaßDer Erzbischof erklärt, daß die Kirche nicht über der Kritik steht:
„Wir Katholiken
kümmern uns zu einem großen Teil selber darum. Wir begrüßen und erwarten sie. Wir fordern nur, daß
eine solche Kritik fair, rational und sorgfältig ist.“
Mons. Dolan schärft es noch einmal ein: „Verdächtigungen
und Vorurteile gegen die Kirche ist ein nationaler Zeitvertreib, der ein für alle Mal vertrieben werden
sollte.“
Dann fügt er hinzu: „Meine persönlichen Kenntnisse der amerikanischen Geschichte sollte mich
allerdings davor bewahren, diesbezüglich eine zu große Hoffnung zu haben.“
Mons. Dolan ist ein promovierter
Kirchenhistoriker. Er fügt hinzu:
„Gestern war das Fest des Heiligen Judas Taddäus, des Patrons für
unmögliche Dinge.“
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