09:36:29 | Mittwoch, 27. April 2005
Die Wahl von Kardinal Joseph Ratzinger zum Papst sei fatal, denn der neue Pontifex sei der „Inquisitor der katholischen Kirche“ gewesen. Das erklärte der nicaraguanische Poet und suspendierte Priester Ernesto Cardenal.
(kreuz.net, Managua) In einem Interview mit der nicaraguanischen Tageszeitung „La Prensa“ stellte
Ernesto
Cardenal (80) auch die Legitimität der Wahl des neuen Papstes durch das Kollegium der Kardinäle in Frage.
Ernesto Cardenal ist ein ehemaliger Trappist und katholischer Priester, der von seinem Amt suspendiert
wurde. Von 1979 bis 1990 war er während der kommunistischen Herrschaft in Nicaragua Kulturministers seines
Landes. Die Kommunisten in Nicaragua nennen sich Sandinisten. Sie wurden von den Ostblockstaaten, besonders
von Kuba und der DDR unterstützt.
In der Zwischenzeit ist Cardenal allerdings gegenüber der Führung
der Sandinisten auf Distanz gegangen. Er bezeichnet ihre Mitglieder als „neue Millionäre“, welche die
Revolution „pervertiert haben“.
Zum Thema des neuen Papstes erklärte Cardenal, daß dieser als Präfekt
der Glaubenskongregation die höchste Macht in der römischen Kurie gewesen sei. Er habe die Möglichkeit
gehabt, sich selber zu befördern, weil er die Wahl des neuen Papstes in der Hand gehabt habe.
„Das ist
es, was mich an dieser Wahl überrascht“ – meinte Ernesto Cardenal: „Man hat sich dort eingeschlossen,
verkündigte anschließend, daß es einen Papst gebe und befahl uns zu glauben, daß er vom Heiligen Geist
ausgedacht worden sei. Ich glaube, daß wir darüber Zweifel haben können“.
Cardenal erklärte, daß
die Lehren des Vatikan zur Geburtenkontrolle während des Pontifikates von Johannes Paul II. viele Katholiken
abgeschreckt hätten. Diese Positionen seien von Kardinal Ratzinger, der „die rechte Hand des Papstes
war“, ermutigt worden.
Der Priesterpoet Cardenal begegnete dem verstorbenen Papst, als dieser im Jahre
1983 Nicaragua besuchte. Bei dieser Gelegenheit ermahnte der Papst den Priester und Kulturminister.
Ernesto
Cardenal wurde wegen seiner parteipolitischen Tätigkeit, die einem katholischen Priester vom Kirchenrecht
verboten wird, als Priester suspendiert. Cardenal hat sich nie um eine Rückgängigmachung der kirchlichen
Sanktionen bemüht.
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Beobachterin 14:18:13 | Mittwoch, 27. April 2005
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GerdEric 10:33:19 | Mittwoch, 27. April 2005
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Paul Mayer 10:30:52 | Mittwoch, 27. April 2005
#2
Marcel 10:23:54 | Mittwoch, 27. April 2005
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GerdEric 09:58:15 | Mittwoch, 27. April 2005