Befreiungstheologie
Fatal
Die Wahl von Kardinal Joseph Ratzinger zum Papst sei fatal, denn der neue Pontifex sei der „Inquisitor der katholischen Kirche“ gewesen. Das erklärte der nicaraguanische Poet und suspendierte Priester Ernesto Cardenal.
(kreuz.net, Managua) In einem Interview mit der nicaraguanischen Tageszeitung „La Prensa“ stellte Ernesto Cardenal (80) auch die Legitimität der Wahl des neuen Papstes durch das Kollegium der Kardinäle in Frage.

Ernesto Cardenal ist ein ehemaliger Trappist und katholischer Priester, der von seinem Amt suspendiert wurde. Von 1979 bis 1990 war er während der kommunistischen Herrschaft in Nicaragua Kulturministers seines Landes. Die Kommunisten in Nicaragua nennen sich Sandinisten. Sie wurden von den Ostblockstaaten, besonders von Kuba und der DDR unterstützt.

In der Zwischenzeit ist Cardenal allerdings gegenüber der Führung der Sandinisten auf Distanz gegangen. Er bezeichnet ihre Mitglieder als „neue Millionäre“, welche die Revolution „pervertiert haben“.

Zum Thema des neuen Papstes erklärte Cardenal, daß dieser als Präfekt der Glaubenskongregation die höchste Macht in der römischen Kurie gewesen sei. Er habe die Möglichkeit gehabt, sich selber zu befördern, weil er die Wahl des neuen Papstes in der Hand gehabt habe.

„Das ist es, was mich an dieser Wahl überrascht“ – meinte Ernesto Cardenal: „Man hat sich dort eingeschlossen, verkündigte anschließend, daß es einen Papst gebe und befahl uns zu glauben, daß er vom Heiligen Geist ausgedacht worden sei. Ich glaube, daß wir darüber Zweifel haben können“.

Cardenal erklärte, daß die Lehren des Vatikan zur Geburtenkontrolle während des Pontifikates von Johannes Paul II. viele Katholiken abgeschreckt hätten. Diese Positionen seien von Kardinal Ratzinger, der „die rechte Hand des Papstes war“, ermutigt worden.

Der Priesterpoet Cardenal begegnete dem verstorbenen Papst, als dieser im Jahre 1983 Nicaragua besuchte. Bei dieser Gelegenheit ermahnte der Papst den Priester und Kulturminister.

Ernesto Cardenal wurde wegen seiner parteipolitischen Tätigkeit, die einem katholischen Priester vom Kirchenrecht verboten wird, als Priester suspendiert. Cardenal hat sich nie um eine Rückgängigmachung der kirchlichen Sanktionen bemüht.
      
5 Lesermeinungen
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#5   Beobachterin   14:18:13 | Mittwoch, 27. April 2005
Harry wird auch immer wunderlicher
Die Entwicklung zeigt nun, daß Ernesto Cardenal damals zu Recht von seinem Amt suspendiert wurde. Vielleicht ist sein Angriff gegen den neu gewählten Papst aber nur die Enttäuschung eines Losers (Verlierers).
Harry Belafonte wird in den letzten Jahren auch immer wunderlicher. Es wäre besser, daß er nur beim Singen geblieben wäre – dann wäre ich auch ein Fan von ihm geblieben.
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#4   GerdEric   10:33:19 | Mittwoch, 27. April 2005
Lieber Marcel
Marcel: Ach Gerd… ist Ihnen bewußt, wie häufig Sie sich innerhalb nur weniger Sätze widersprechen? Ordneten Sie Ihre Gedanken vor dem Schreiben, würde es Ihnen und den Lesern helfen.
Natürlich glauben Sie als Nichtchrist nicht an die Dreifaltigkeit und also auch nicht an den Heiligen Geist. Dies macht Ihren Satz bezüglich Heiliger Geist, Mgr. Ratzinger und Konklave völlig obsolet.
nur weil ich die Dreifaltigkeit ablehne,
so glaube ich doch,
dass es den Heiligen Geist gibt,
denn er war,
als GOTT die Welt erschuf,
er schwebte über den Wassern…
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#3   Paul Mayer   10:30:52 | Mittwoch, 27. April 2005
Na, Pater Ernesto Cardenal,
was hamma denn während der Amtszeit unternommen, um die Menschenrechtsverletzungen des Sandinisten-Régimes zu verhindern?
Einige ach so pazifistische Befreiungstheologen riefen immerhin auch zur Gewalt auf, nahmen sich so gar kein Beispiel am Hindu Mahatma Gandhi (der übrigens, so ganz nebenbei, gegen Bevölkerungskontrolle war)
Frau Mayer
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#2   Marcel   10:23:54 | Mittwoch, 27. April 2005
Ach Gerd…
… ist Ihnen bewußt, wie häufig Sie sich innerhalb nur weniger Sätze widersprechen? Ordneten Sie Ihre Gedanken vor dem Schreiben, würde es Ihnen und den Lesern helfen.
Natürlich glauben Sie als Nichtchrist nicht an die Dreifaltigkeit und also auch nicht an den Heiligen Geist. Dies macht Ihren Satz bezüglich Heiliger Geist, Mgr. Ratzinger und Konklave völlig obsolet.
Dennoch berührt Sie die hl. Dreifaltigkeit sehr stark, denn wie anders wäre erklärbar, daß Sie hier auf Kreuz-net jedes mögliche (und unmögliche) christliche Thema fleißig kommentieren? Es ist dieser mystische „Sog Christi“, der die meisten Menschen guten Willens früher oder später erfaßt, wenn sie auch nur entfernt mit Ihm oder Seinen Nachfolgern in Berührung kommen. Clive Lewis umschrieb es so: man muß sich schon außerordentlich anstrengen, um nicht in eine der vielen „Fallen“ Christi zu stolpern – „Fallen“ im positiven Sinne des Menschenfischers gemeint.
Somit ist bei Ihnen Hoffnung vorhanden. Man darf für Sie beten, daß Sie eines Tages den Anspruch Christi vollständig mit Herz und Verstand erfassen, und nicht nur mit dem Verstand, der vom Widersacher so spielend leicht hereingelegt wird.
Es gibt drei Stationen vieler Bekehrungen: 1.) Christus ignorieren, 2.) Christus bekämpfen (wenn sein totaler Anspruch klarer geworden ist), 3.) Seiner unendlichen Liebe erliegen.
Leider bleiben viele Menschen vor dem 3.) Schritt stehen. Ich bete für Sie, daß sie nicht dazugehören.
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#1   GerdEric   09:58:15 | Mittwoch, 27. April 2005
Fatal?
Dass Ernesto Cardenal ein ebenso unbeugsamer Christ ist,
wie es Ratzinger ist,
sollte ihm nicht als Makel angetragen werden,
denn im vorsandinistischen Nicaragua war die Hölle los,
und dass Ernesto Cardenal die ehemaligen kommunistischen Gefährten angreift,
kann nicht falsch sein,
wenn die sich nun bereichern.
Das ist allemal besser,
als wenn sich die katholische Kirche nur dann kritisch in Lateinamerika zu Worte meldet,
wenn der Diktator ein Nichtkatholik ist…
Als Aussenstehender glaube ich auch nicht,
dass Ratzinger von Heiligen Geist erwählt wurde
(aber das ist eine andere Geschichte),
auch glauben ich nicht,
dass sich Ratzinger tatsächlich dagegen gewehrt hat,
wie ich irgendwo glaube gehört zu haben…
mfg
GerdEric
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