Kinderschlachtung
Geben Sie „www.babycaust.de“ in Google ein und schauen Sie, was dabei herauskommt
Mit Google kann man im Internet – fast – alles finden. Doch der Kluge konsultiert sicherheitshalber immer noch eine zweite Suchmaschine. Sonst könnte es sein, daß ihm nicht nur beim Suchen, sondern auch beim Denken geholfen wird.
(kreuz.net) Viele Internet-Benützer glauben, daß Suchmaschinen eine unabhängige und neutrale Hilfe sind, um Gewünschtes im Internet zu finden. Das stimmt auch. Aber nur teilweise. Selbst bei den großen Suchmaschinen – www.google.com ist die größte – gibt es leider Zensur und Manipulation. Darum ist Vorsicht auch die Mutter der Computerkiste.

Google hat inzwischen den Beweis geliefert, daß eine kritische Haltung beim Verwenden einer scheinbar neutralen Suchmaschine unabdingbar ist. Ein Beispiel dafür ist, was Google mit der Lebensschutzseite „www.babycaust.de“ macht – nämlich gar nichts. Warum nicht? Hat Google etwas gegen den Schutz des menschlichen Lebens oder vertritt die deutsche Google-Zentrale an der ABC Straße 19 in Hamburg eine versteckte politische Agenda?

Die Homepage babycaust.de ist ein Internetauftritt, der im Auftrage der Lebensschutz-Initiative „Nie wieder!“ erstellt wird. Diese Initative besitzt Zugang zu immerhin 60.000 Adressen. Keine
kleine Sache also.

Die geächtete Homepage veröffentlicht Informationen zum Schutz des Lebens alter, kranker, behinderter und ungeborener Menschen. Über die hehren Absichten der Seite kann es keine Zweifel geben. Inhalt und Darstellung sind einwandfrei und wahrheitsgetreu. Sie geben zu keinerlei Beschwerden Anlaß. Der Webmaster von www.babycaust.de ist Klaus Günter Annen. Er arbeitet von der Stadt Weinheim aus, die sich im süddeutschen Bundesland Baden-Württemberg befindet.

Um die letzten Zweifel auszuräumen, muß gesagt werden, daß babycaust.de in keiner Weise gegen geltendes Recht verstößt. Es gibt auch keine Verfügungen von Behörden oder Staatsanwälten gegen die Seite.

Trotzdem existiert „www.babycaust.de“ in der großen Welt von Google nicht. Die Seite ist gesperrt. Wenn man den Namen „www.babycaust.de“ in Google eingibt, fällt der sonst fast unfehlbaren Suchmaschine dazu nichts ein. Von den Inhalten, die auf babycaust.de publiziert sind, weiß Google erst recht nichts. Es gibt – wie man in der Fachsprache sagte – keine „Verlinkung“ von Google auf babycaust.de.

Niemand ist vollkommen, auch Google nicht. Vielleicht ist der Suchmaschine ein Fehler unterlaufen? Das dachte sich Klaus Günter Annen, der Betreiber von babycaust.de, auch.

Am 11. Februar schickte er freundliche Grüße an „Google Germany GmbH“ nach Hamburg und informierte die Geschäftsleitung, daß die von ihm im Auftrage der Initiative „Nie wieder!“ erstellte Homepage seit einer Woche nicht mehr in der Suchmaschine gefunden werden könne. Auch deren Inhalte würde Google nicht mehr auflisten. Der Betreiber bat um Überprüfung und Mitteilung, ob vielleicht technische Probleme die Ursache für diesen Mißstand seien.

Aus Hamburg kam keine Antwort.

Das kann man verstehen. Google ist ein großes Unternehmen. Da kann es vorkommen, daß eine kleine Postsendung in die falsche Schublade gerät oder zwischen zwei Werbesendungen verschwindet und weggeworfen wird. Darum schickte Annen zehn Tage später einen ähnlichen Brief.

Aus Hamburg kam wieder keine Antwort.

Fast einen Monat später, am 17. März 2005, versuchte es Annen noch einmal und bat Google eindringlich, bis Ende Monat zum Problem Stellung zu nehmen. Wieder keine Antwort.

Zu Recht weist Annen in seinem bisher letzten Brief an Google darauf hin, daß eine grundlose Zensurierung seiner Homepage der Geschäftspolitik, die sich Google selber auferlegt, widersprechen würde. Denn eine Suchmaschine, welche ihre Inhalte nach geheimen Kriterien zensuriert, nimmt sich letztlich auch selber vom Markt.

Schließlich will der Benützer von Google wissen, was es im Internet alles gibt – nicht, was die deutsche Google-Geschäftsführung an der ABC Straße 19 in Hamburg zum Inhalt einer bestimmten elektronischen Seite meint.
      
9 Lesermeinungen
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#9   Initiative "Nie wieder!"   21:14:21 | Dienstag, 18. Oktober 2005
Google-Zensur findet doch statt!!!
Natürlich haben die individuellen Einstellungen von „google“ einen Einfluß darauf, was angezeigt wird und was nicht.
Wer konkret „www.babycaust.de“ eingibt, bekommt neuerdingt, seit ca. 2 Monaten, wieder eine Anzeige, vorher wurde angezeigt, „unbekannt!“
Aber, wer gibt schon www.babycaust.de ein…nun kommen wir auf die Zensur zu sprechen.
Vor dem Februar 2005 konnte man, wenn man z.B. Begriffe wie Abtreibung, Schwangerschaftsunterbrechung, Frauenarzt, Gynäkologe, Sexualität usw.eingab, innerhalb der ersten fünf Seiten Einträge und Hinweise auf www.babycaust.de finden.
Heute findet man so gut wie gar nicht einen Hinweis bwz. Eintrag auf meine Homepage.
Suchbegriffe mit dem direkten Hinweis Babycaust werden gelegentlich gefunden, aber ganz selten.
Das hat nichts mehr mit individuellen Einstellungen der „google-Seiten“ zu tuen.
Hier hat Google direkt seine Finger im Spiegl und zensiert so, daß in der Homepage www.babycaust.de gefundene Beiträge einfach nicht angezeigt werden.
Da kein rechtlicher Anspruch auf Dienstleistungen der Google besteht, kann man dagegen nichts machen.
Das heißt allgemein aber auch:
Beiträge, die „Google-genehm“ sind, werden weiterhin in der Google-Suchmaschine zu finden sein.
MfG
Günter Annen
(www.babycaust.de)
Übrigens: Auch einige Anbieter haben sich dieser Zensur bereits angeschlossen
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#8   DemonDeLuxe †   05:24:39 | Donnerstag, 13. Oktober 2005
Das kommt dabei heraus, wenn man sich partout echauffieren will…
…aber die Technik, über die man sich beschwert, nicht verstanden hat.
Des „Zensur“-Rätsels Lösung: Der Autor hatte beim Nachschlagen den Google-Filter („Einstellungen“) www.google.de/preferences?q=%22God%27s+o…= aktiviert, der (vermeintlich?) jugendgefährdende, gewaltdarstellende und sonstwie evtl. als anstößig empfundene Seiten ausfiltert, wozu man die besagte Site angesichts der ja durchaus bewusst nicht eben zimperlichen Bilder zweifelsohne zählen kann.
Tatsächlich zeigt google.de bei der Suche nach „babycaust“ problemlos und gleich als 1. Treffer www.babycaust.de an – ES SEI DENN natürlich, man hat den Filter auf die höchste Stufe „strikt“ hochgejubelt. Bereits auf der mittleren Stufe erscheint die Site, ohne Filter natürlich sowieso.
Da frage ich mich, warum es mich 30 Sekunden gekostet hat, das herauszufinden, während der Autor dieses Artikels das mutmaßlich 100fache an Zeit in das Schreiben dieses empörten Textleins investiert hat, frei nach dem Motto „einfach ‘mal schreiben – was interessiert schon Recherche“?
Nix für ungut, aber mich regt es schon auf, wenn jemand entrüstet ein Fass aufmacht, das letzten Endes nur sein eigenes Informationsdefizit beinhaltet.
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#7   Marcel   09:30:41 | Mittwoch, 4. Mai 2005
Nachschlag zur Google-Zensur
Daß Google.de in ihrem „News“-Dienst mißliebige Quellen zensiert, zeigte ich durch Referenz auf entsprechende Pressemeldungen auf.
Daß Google.com (inkl. ihre lokalen Portale) zumindestens „höchstwahrscheinlich“ den Verweis auf die Babycaust-Internet-Seite zensiert, deutete ich an.
Hier noch ein Nachschlag zu dem Thema, wie der liberalistische Google-Konzern mit seinen Werbeschaltungen umgeht. Die Artikel stammen aus der US-Evangelikalen-Presse und sind in US-englisch abgehalten:
„Google censoring conservative ads?“ www.worldnetdaily.com/news/article.asp?ARTICLE_ID=441…
„Google bans Christian ad“ www.worldnetdaily.com/news/article.asp?ARTICLE_ID=399…
Monopole wirken in der IT-Welt noch intensiver und globaler als herkömmliche.
Google und Microsoft und … sind erst der Anfang.
„Schöne neue Welt“ ?
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#6   franco.felice   18:24:53 | Samstag, 30. April 2005
„Warum sollte jemand nach Babycaust suchen?“
Wäre diese Adresse besser? …
www.lobby-fuer-menschenrechte.de … babycaust.html
Lobby für Menschenrechte e.V.
PF 1030, 72541 Metzingen
Gemeinnütziger und mildtätiger Verein (Amtsgericht Bad Urach Nr. 654)
V.i.S.d.P. Lobby für Menschenrechte e.V.
Kein Geringerer als Johannes Paul II hat obigen Verein so treffend charakterisiert: „… und sogar die Menschenrechte gegen den Menschen eingesetzt“!
Nicht diejenigen, die Leben vernichten sind die Bösen, nein umgekehrt: die Lebensschützer!
„…unser eigenes Rechtssystem und unsere Rechtspraxis in Frage gestellt, der Holocaust öffentlich verharmlost, wenn nicht lächerlich gemacht, vorbezeichneten Gruppen, nämlich Frauen, die abtreiben müssen und Ärzt/innen, die eine Abtreibung vornehmen, verächtlich gemacht und durch eine Gleichstellung mit Nazis verleumdet.“
Nein, wie kann man auch nur Töten verächtlich machen. Wie jemanden der tötet verleumden! Weshalb sitzt überhaupt noch jemand wegen Mordes im Zuchthaus! Hört auf, jene die töten mußten – sei es nun den Opa im Wohnzimmer, der immer schon störte, oder sei es das Ungeborene, das glaubte, mit seinem Bauch das Bauchbesitzrecht der Mutter in Frage zu stellen – als Mörder zu beschimpfen und gar zu diskriminieren Wo bleiben da die Menschenrechte? wo das Recht des Staates, wenn er nicht mal die Hatz auf ungeborene Menschenwesen frei geben darf?
Wie sagte jemand?… „Hej, wir sind die Guten!“, und warf nach erprobtem Muster den Irakern die Bomben auf den Kopf.
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#5   sttn   14:26:40 | Freitag, 29. April 2005
Warum soll was rauskommen?
www.babycaust.de ist eine Webadresse und ich würd sie einfach oben im Browser eintippen und schon sieht man die Seite.
Und sonst: Warum sollte jemand nach „www.babycaust.de“ suchen? Deshalb verstehe ich nicht ganz worin das Problem besteht.
Wenn der Seitenbesitzer möchte das die Seite gefunden wird, sollte er vernünftige Meta-Tags im Head-Bereich anbringen und danach die Seite in Google eintragen. Die fehlen nämlich und dann ist es kein Wunder das es mit der Suche nicht so funktioniert.
Wie das geht kann man schön unter selfhhtml www.selfhtml.org/ sehen.
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#4   Marcel   13:01:11 | Freitag, 29. April 2005
Denkende technische Geräte?
Daß Google auf Druck von oben mißliebige Quellen zensiert, zeigten meine erwähnten JF-Artikel auf, und auch die JF-Pressemeldung: Suchmaschine zensiert Nachrichtenquellen www.jf-archiv.de/…v05/200514040112.htm.
Haben andere Zeitungen auch über diese Suchmaschinen-Zensur berichtet? Mir ist bisher nichts aufgefallen. Wenn jemand Meldungen kennt: bitte darauf verweisen. Danke.
Was die Internet-Seite „www.babycaust.de“ betrifft, so ist nach dem heutigen Stand der Suchmaschinentechnik klar zu erwarten, daß nach der Eingabe des Suchbegriffes „Babycaust“ auch die gleichnamige Web-Seite gefunden werden wird, und dies sogar unter den ersten Suchergebnissen (obwohl dies natürlich sowohl intern als auch extern manipulierbar ist, bei Interesse).
Bei den Suchmaschinen Yahoo, MSN, Webde, … erfolgt dies erwartungsgemäß bereits an erster Trefferstelle, beim Suchmaschinen-Pionier Altavista an der dritten Stelle.
Nicht so jedoch bei der [i]weltweit größten[/i] Suchmaschine namens Google: gibt man unter Google.com oder Google.de den Begriff „Babycaust“ ein, erfolgen ca. 1.170 Treffern, darunter nicht ein einziges Mal die Internet-Seite „www.babycaust.de“ selber. Lediglich Seiten, die darauf verweisen.
Dieses technische Ausnahmeverhalten stärkt durchaus die Vermutung, daß die Seite „www.babycaust.de“ bei Google manuell zur schwarzen Liste hinzugefügt worden ist. Dies behauptete auch der Kreuznet-Artikel.
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#3   Augustinus   11:57:06 | Freitag, 29. April 2005
Eine rein technische Erklärung des Problems
Ich habe aus Interesse die im Beitrag behandelte Internetadresse bei Google ausprobiert. Solange in die Suchmaschine die volle Internetadresse eingegeben wird, kann sie das Ziel nicht finden, ich weiß nicht warum. Schreibt man hingegen nur „babycaust.de“ rein, dann bekommt man ganz normale Suchergebnisse mit den gewünschten Verlinkungen. Die Gegenprobe: Die betriebseigene Homepage läßt sich unter Eingabe von „www.google.de“ auch nicht finden. Deshalb muß es sich um eine rein technische Eigenschaft im Programmscript von Google handeln, die auf allen Seiten nicht anwendbar ist.
Mit besten Grüßen
Augustinus
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#2   Marcel   11:49:54 | Freitag, 29. April 2005
Orwells 1984
Technisch Interessierte beobachten diese Orwellsche Entwicklung schon seit einiger Zeit. Das Computer-Netzwerk läßt sich auf Knopfdruck für Millionen Benutzer zensieren. Effektiver geht es nicht.
Durch den Monopolstatus, den ein paar Konzerne (Microsoft, Google, und wenige mehr) in der IT-Welt besitzen, genügt es völlig, wenn die Politik diese wenigen Firmen zur Zensur verpflichtet. Wegen der fehlenden Vielfalt beschneidet man so die überwältigende Mehrheit der Benutzer auf einmal von der Möglichkeit der freien Informationsbeschaffung.
Seit 2002 werden auf Betreiben des Regierungspräsidenten Jürgen Büssow (Düsseldorf) in seinem Bundesland ausländische Domänen des Internet ausgeblendet. Damals erfolgte immerhin ein – vergeblicher – Aufschrei durch den linksliberalen IT-„Künstler“ Alvar Freude mit einer Unterschriftenaktion. odem.org/…formationsfreiheit/.
Jetzt sind die Suchmaschinen dran, weil sie eine Schlüsselrolle beim Zugriff auf die Millionen Internet-Seiten im weltweiten Netzwerk darstellen. Diesmal bleibt der Aufschrei aus.
Weitere Lesenswerte kurze Artikel zur Suchmaschinen-Problematik:
Zensur durch die Hintertür (JF, 11.3.2005) www.jf-archiv.de/…v05/200511031109.htm
Metternichs Erben (JF, 25.3.2005) www.jf-archiv.de/…v05/200513032510.htm
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#1   Beobachterin   10:00:41 | Freitag, 29. April 2005
Internetzensur in Deutschland
Trotzdem hat Bundeskanzler Schröder kein Problem damit, nach China zu reisen und dort das Thema Internetzensur anzusprechen. Sicher hoffen wir zu Unrecht darauf, daß er sich um die Internetzensur im eigenen Lande kümmern wird.
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