Nationalsozialismus
Seine Todesursachen sind bis heute im dunkeln
Die Ordensleitung versuchte, der propagandistischen Ausschlachtung des Falles durch die Nationalsozialisten zuvorzukommen und schloß den Pater aus.
Pater Leonhard Roth auf der Webseite der Dominikaner
Pater Leonhard Roth auf der Webseite der Dominikaner
(kreuz.net) Auf der Webseite der deutschen Dominikaner findet sich ein Artikel über Pater Korbinian Leonhard Roth OP (1904 -1960).

Pater Korbinian stammte aus der 2000-Seelen-Gemeinde Saldenburg bei Passau.

Er wurde im August 1931 in Köln als Dominikaner zum Priester geweiht und galt als charismatischer Redner.

Nach seiner Priesterweihe übernahm er die Leitung des „Thomaskreises für Jungakademiker“ im Rahmen des Katholischen Akademikerverbandes.

Der Akademikerverband wurde im Sommer 1933 von den Nationalsozialisten aufgelöst.

Pater Korbinian wurde von der Gestapo als „inländischer Gegner“ geführt.

Rätselhaftes Verschwinden

Im November 1935 wurde der 31jährige Pater zum Prior des großen und aufstrebenden Studienkonventes Walberberg gewählt.

Am 23. Januar 1937 schloß sich Pater Korbinian einer Waldwanderung einiger befreundeter Dominikaner an.

Von dieser Wanderung kehrte der Pater nicht mehr nach Walberberg zurück.

Die Gestapo interpretierte das Verschwinden des Paters als Flucht vor einer Verhaftung wegen Vergehen gegen Paragraph 175 des Strafgesetzbuches.

Der Paragraph behandelte die widernatürliche Homo-Unzucht.

Pater Korbinian floh am 29. Januar 1937 in die Schweiz. Bereits im Juni wurde er aus dem Orden entlassen.

Die Ordensleitung wollte dadurch einer propagandistischen Ausschlachtung des Falles durch die kirchenfeindlichen Nationalsozialisten zuvorkommen.

Gefängnis und Konzentrationslager

Am 3. September 1937 verurteilte das Landgericht Bonn Pater Korbinian wegen Verstoßes gegen den Paragraphen 175 zu zwei Jahren Gefängnis.

Im März 1941 kehrte der Ex-Dominikaner aus unklaren Gründen nach Deutschland zurück und wurde bei seinem Grenzübertritt in Konstanz verhaftet und ins Strafgefängnis in Rottenburg/Neckar überführt.

Er verzichtete auf eine Wiederaufnahme des Verfahrens und nahm die Strafe an.

Nach Abbüßen der Haft wurde Pater Korbinian von der Gestapo übernommen und ins Konzentrationslager Dachau gebracht.

Dort trug er nicht den rosa Winkel der Homosexuellen, sondern den schwarzen Winkel, der für „Asoziale“ und katholische Geistliche verwendet wurde.

Üblicherweise erhielten katholische Priester allerdings den roten Winkel, der politische Vergehen bezeichnete.

Tätigkeit in Dachau

Im Konzentrationslager war Pater Korbinian durch Vorträge im engeren Sinn seelsorgerlich tätig.

Nach der Befreiung des Lagers im April 1945 bemühte er sich vergebens um die Rückkehr in die Dominikanerprovinz. Pater Korbinian trat darum in die Erzdiözese München ein und wurde Weltpriester.

Im Auftrag des Erzbistums war er weiterhin in Dachau tätig. Er kümmerte sich um die Schwerkranken im Lager, dann um die dort internierten SS-Wächter. Bei seinen ehemaligen Peinigern konnte er sogar Vertrauen gewinnen und wirkte unter ihnen sehr segensreich.

Dann wurden Heimatvertriebene im Lager einquartiert, die Opfer ethnischer Säuberungen geworden waren.

Hw. Roth wurde für sie auch in der Kommunalpolitik aktiv.

Schwere Konflikte

Der Geistliche protestierte gegen den Wiederaufstieg ehemaliger Nationalsozialisten.

Als der CSU-Landrat Heinrich Junker († 1993) forderte, das Konzentrationslager und Krematorium abzureißen, erreichten Hw. Roths Proteste sogar die europäische Presse.

Hw. Roth griff Lokalpolitiker und Kirchenleute an. Es kam im März 1960 zu einer Protestversammlung. Hw. Roth schoß dabei in seiner Leidenschaftlichkeit weit über das Ziel hinaus.

Er verleumdete den Bürgermeister von Dachau und sogar den verstorbenen Stadtpfarrer, die unter dem NS-Regime leiden mußten – als Kollaborateure.

In der Bevölkerung erhob sich ein Empörungssturm gegen Hw. Roth. Ende März enthob das Erzbistum Hw. Roth seines Amtes.

Rätselhafter Tod

Hw. Roth wurde für drei Monate beurlaubt und ging nach Landeck in Tirol.

Am 15. August wurde seine bereits in Verwesung befindliche Leiche in den Klostertaler Alpen bei Braz im Vorarlberg gefunden.

Die Todesursachen sind bis heute im dunkeln.

Freunde forderten später eine Exhumierung und Obduktion der Leiche. Dabei wurde im Beisein von Kriminalbeamten Gift im Körper entdeckt.

Am 12. Mai 1997 gab die Pressestelle des Erzbischöflichen Ordinariats München eine Erklärung zu Hw. Roth ab.

Die Erklärung bezieht sich auf eine Feststellung des Münchner Weihbischofs Johannes Neuhäusler († 1973) im ‘Klerusblatt’ Nr. 7 vom 1. April 1962.

Der spätere Weihbischof war ein Mithäftling von Hw. Roth in Dachau.

Mons. Neuhäusler erklärte, daß Hw. Roth nicht wegen Widerstandes gegen Hitler, sondern wegen betrüblicher gesetzwidriger Verfehlungen inhaftiert gewesen sei.

Er wies darauf hin, daß die Hw. Roths Verurteilung auch auf der Grundlage handschriftlicher Briefe mit eindeutigem Inhalt erfolgt sei.
      
24 Lesermeinungen
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#24   FranzvPaul   21:26:50 | Montag, 19. April 2010
das habe ich jetzt erst zufällig entdeckt …
Simplicius: @ Paulaner. Ja, lieber Paulaner. Für manche Leute beginnen die bewegenden Fragen da, wo bei Dir das Verständnis aussetzt.
Du magst das ja für ungeheuer weise halten aber für mich sind das Gymnasiastenspielchen a la „Laß Gott einen Stein erschaffen, den er nicht heben kann“…
:-D
Btw.: Ich habe mir früher auch noch Blamagen damit geholt, daß ich Menschen für dumm gehalten habe, die viel gescheiter waren als ich. Irgendwann lernte ich aber draus.
:-@
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#23   biomilch   21:16:01 | Montag, 19. April 2010
Es waren halt eben nicht nur Heilige,
die in den Lagern gelandet sind.
Auch Kriminelle, Vergewaltiger und Sodomisten.
Manche dieser Leute sind dann nach dem Kriege als „Moorsoldaten“ durch die Klassenzimmer gereicht worden und haben ihre Märchen verbreitet.
Mit den so Umerzogenen haben wir noch heute unsere Sorgen.
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#22   Lisibald Poier †   18:42:21 | Sonntag, 18. April 2010
@Simplicius
Es sind auch andere klug, nicht nur wir. Und wir (ich auch) sind es meistens nicht so sehr
Klug hat m.E. eine Frau zu sein. Weise hingegen der Mann.
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#21   Simplicius   18:37:46 | Sonntag, 18. April 2010
@Lisibald
Entschuldigung für die Verschreibung des Namens. Versehen ohne bösen Willen…
Ich halte mich an Quellen und das ist für mich Wissenschaft und nicht die Nachschlagepositionen der Sekundärliteratur.
Es sind auch andere klug, nicht nur wir. Und wir (ich auch) sind es meistens nicht so sehr
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#20   Lisibald Poier †   18:34:26 | Sonntag, 18. April 2010
@Simplicius
Es ist nicht weise, in Spiegeln von Spiegeln von Spiegeln etc. zu lesen. Ich halte mich an Quellen und das ist für mich Wissenschaft und nicht die Nachschlagepositionen der Sekundärliteratur. Das ist weder unterhaltsam, sondern förderlich für einen Wissenschaftlichen Diskurs.
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#19   Simplicius   18:32:42 | Sonntag, 18. April 2010
@Lisibold
Lakaien? Das verstehe ich nicht.
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#18   Lisibald Poier †   18:30:23 | Sonntag, 18. April 2010
@Simplicius
Wenn Du Zeit hast, dann lese Theodor Haecker „Die Möglichkeit des Tragischen“
Ich lese keine Lakaien.
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#17   Simplicius   18:28:51 | Sonntag, 18. April 2010
@Lisibakd
Und als was stellst Du Ihn Dir vor, als Gestalt in den Armen? Ist er da nicht tragisch?
Der Herr ist in den geringsten seiner Brüder, aber er weiß, daß ihnen das Himmelreich verheißen ist. Deshalb ist er nicht tragisch
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#16   Pater Odio †   18:25:56 | Sonntag, 18. April 2010
420 Beiträge/24 h ??
Und das am Wochenende? Es geht bergab, bergab, bergab… :-D
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#15   Großwildjäger   18:24:45 | Sonntag, 18. April 2010
Ach,…
…der rechtsradikale Hetzer Haruspex ist auch wieder da…
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#14   Simplicius   18:24:29 | Sonntag, 18. April 2010
@Paulaner und Einfalt
@ Paulaner. Ja, lieber Paulaner. Für manche Leute beginnen die bewegenden Fragen da, wo bei Dir das Verständnis aussetzt. Tröste Dich, das ist ein Mangel im Irdischen, aber vor Gott ohne Bedeutung. Er möge Dich segnen und uns vor Hochmut bewahren
@ Lisibold. Ich stelle mir Gott nicht vor. Wir sollen uns kein Bild machen. Wir können aber sagen, wie wir uns Gott nicht vorstellen. Der tragische Mensch verfolgt sein Ziel, das ihn in die irdische Katastrophe führen muß, und weiß keinen anderen Weg. So stelle ich mir Gott nicht vor. Wenn Du Zeit hast, dann lese Theodor Haecker „Die Möglichkeit des Tragischen“
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#13   Haruspex   18:21:58 | Sonntag, 18. April 2010
IM DRITTEN REICH…
…bewahrte Vater Staat die heilige Mutter Kirche vor der unterwandernden Verseuchung durch Homoperverse. Skandale wie die durch den konziliar „erneuerten“ Klerus in den letzten vierzig Jahren verursachte wären demnach unmöglich gewesen. Wir danken heute noch Gott und dem wachsamen Auge der damaligen politischen Führung!
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#12   Lisibald Poier †   18:12:09 | Sonntag, 18. April 2010
@Simpliciu
Und als was stellst Du Ihn Dir vor, als Gestalt in den Armen? Ist er da nicht tragisch?
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#11   Simplicius   17:56:41 | Sonntag, 18. April 2010
@Lisibakd
Ja, und deshalb ist ER nicht tragisch
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#10   FranzvPaul   17:55:30 | Sonntag, 18. April 2010
Gedankenspielereien mit religiösem tatsch
Alles Tragische ist aber aufgehoben in Gott, weil ER nicht tragisch sein kann.
Für Gott ist nichts unmöglich, weil Er alles aus dem Nichts erschaffen hat.
:-D
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#9   Lisibald Poier †   17:52:51 | Sonntag, 18. April 2010
@Simpliciu & @Einfalt
Alles Tragische ist aber aufgehoben in Gott, weil ER nicht tragisch sein kann.
Für Gott ist nichts unmöglich, weil Er alles aus dem Nichts erschaffen hat.
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#8   Simplicius   17:50:10 | Sonntag, 18. April 2010
@Einfalt
Ja, alles deutet auf eine tragische Existenz. Aber das Tragische ist nur im Irdischen. Die Alten kannten nur diese Irdische und die Neueren meinen, ihre aufgeklärte Problementsorgungskompetenz könne ohne die Erfahrung des Tragischen auskommen, und erzeugen damit nur Trostlosigkeit. Alles Tragische ist aber aufgehoben in Gott, weil ER nicht tragisch sein kann.
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#7   Einfalt   17:38:33 | Sonntag, 18. April 2010
Es scheint,
dass es sich um eine einigermaßen tragische Figur handelte.
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#6   Simplicius   14:26:25 | Sonntag, 18. April 2010
Requiescat in pace
Die Umstände vom Leben und Sterben dieses Mannes werden sich nicht mehr aufklären lassen. Gott kennt sein Leben. Möge er seine Gnade und Barmherzigkeit erfahren haben. Wir aber sollen ihn in Frieden ruhen lassen.
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#5   Romulus   14:11:32 | Sonntag, 18. April 2010
Schuß in den Ofen war das, liebe Redaktion!
Als ob in der Gegenwart nicht alles schon schlimm genug wäre. Da stöbert kreuz.net diesen alten Käse auf und präsentiert ihn. Was soll das denn? Weil heute schönes Wetter ist und deswegen eh keiner groß auf kreuz.net surft? Weil der Papstbesuch in Malta zu langweilig ist? Weil man das Andenken an diese längst verstorbenen Personen zerstören will?
Ein Schuß in den Ofen war das!
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#4   badhofer †   14:00:18 | Sonntag, 18. April 2010
Seine Todesursachen sind bis heute im Dunkeln ???
Da haben aber die 30.000 Menschen, welche die internationale Staatengemeinschaft morgen wieder verhungern lässt, großes Glück, denn ihre Todesursache liegt nicht im Dunkeln.
Die 30.000, die man dann übermorgen verhungern lässt, haben noch mehr Glück, denn sie haben noch 2 Tage Zeit sich zu freuen, dass ihre Todesursache nicht im Dunkeln liegt.
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#3   Dormitor †   13:53:54 | Sonntag, 18. April 2010
Ein weiterer kirchenfeindlicher Artikel
von kretz.net!
>:)
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#2   Einfalt   13:07:22 | Sonntag, 18. April 2010
@adlimina
Was tun Sie dem Verstorbenen an?
Was wird ihm denn angetan?
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#1   adlimina   12:38:46 | Sonntag, 18. April 2010
Was wird hier noch alles geschehen?
Was soll mit diesem Artikel
in der gegenwärtigen Kirchenstunde erreicht werden?
Was tun Sie dem Verstorbenen an?
Wer übernimmt für das alles Verantwortung?
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