15:08:38 | Samstag, 17. April 2010
Benedikt XVI.
Der Priester als konstitutioneller Monarch: Die Frage stellt sich, welcher Typ von Mensch bereit ist, dafür den Zölibat und anderer Verpflichtungen auf sich zu nehmen.
(kreuz.net) „Das Tragische am Begriff der ‘Kooperativen Pastoral’ ist, daß er sich auf der Basis der
Gutgläubigkeit vieler wie ein Wolf im Schafspelz in den kirchlichen Alltag unserer Diözesen eingeschlichen
hat.“
Das erklärte Pfarrer Guido Rodheudt von Herzogenrath in einem Interview mit der altgläubigen
deutschen Zeitschrift ‘Kirchliche Umschau’.
Hw. Rodheudt gehört zum Leitungsteam des ‘Netzwerks katholischer
Priester’ – der wichtigsten katholische Oppositionsgruppe gegen die altliberale deutsche Bischofskonferenz.
Das wäre noch kein Anlaß zu BesorgnisDer Begriff „Kooperativen Pastoral“ wurde ursprünglich unter
dem Vorwand des Pragmatischen zur Bewältigung des Problems des Priestermangels eingeführt – erklärt
der Geistliche:
„Dort, wo sich mehrere Pfarreien einen Pfarrer teilen müssen, ergeben sich automatisch
Fragen nach der Zusammenarbeit dieser Pfarreien auf verschiedenen Ebenen.“
Darin sieht Hw. Rodheudt noch
keinen Anlaß zur Besorgnis: „Im Gegenteil, es ist ein Gebot der Stunde, sich Gedanken über den Fortbestand
der Seelsorge angesichts des katastrophalen Priestermangels zu machen.“
Pionier einer freiwilligen Fusion
Der Geistliche hat in seinen ehemaligen drei Pfarreien lange vor der Zeit der Zwangsfusionen im Bistum
Aachen eine Fusion auf freiwilliger Basis veranlaßt:
„Allerdings wurde in der Folge nichts abgeschafft,
sondern – im Gegenteil – es kam zu einer Bereicherung des katholischen Lebens, weil nun die Zusammenarbeit
mit dem Pfarrer als Leiter der Pfarrei besser und effizienter funktionierte.“
Hw. Rodheudt sorgte besonders
dafür, „daß die Wesensmitte der Pfarrei – das Allerheiligste – nicht verdunkelt wurde.“
Seine Fusionsbemühungen
waren erfolgreich, weil sie zu einer überschaubaren Einheit von etwa 5500 Katholiken führten:
„Dort
kann ich als Pfarrer hauptverantwortlich alle wesentlichen Bereiche des kirchlichen Lebens regeln und
muß nicht eine »Seelsorgekolchose« von über 10.000 Katholiken leiten, die es nicht mehr möglich macht,
den Überblick zu behalten.“
Der Geistliche konnte sich auch auf kompetente ehren- und hauptamtliche
Laienmitarbeiter stützen.
Dagegen mußte er sich nicht mit Pastoralreferenten herumschlagen, die sich
„in aller Regel nicht als Zuarbeiter, sondern als selbständige »Seelsorger« – oftmals in Konkurrenz
zum Pfarrer – verstehen.“
Das Ergebnis sind dann – so Hw. Rodheudt – Pastoralteams, in denen die Priester
die Minderheit bilden und sich gegen die Laien nicht durchsetzen können: „Daß ein Priester die Letztverantwortung
trägt, steht in aller Regel auf dem Papier.“
Priester als sakramentaler LückenbüßerDas Resultat:
„In den meisten Fällen ist der Pfarrer in der Kooperativen Pastoral nicht mehr als ein konstitutioneller
Monarch, auch wenn er es selber nicht merkt.“
Damit werde der Priester als geistlicher Leiter von einem
therapeutischen „Seelsorger“ abgelöst, „der zur Not auch ein Laie sein kann“.
Die Notwendigkeit der
Sakramente und des Priestertum würden in diesem Kontext verblassen: „Der Priester wird am Ende nur noch
in eine Reihe mit anderen Charismen gestellt.“
Hw. Rodheudt warnt, daß dieses Modell des Priestertums
einen jungen Mann vor die Frage stellt, ob er dafür den Zölibat und andere Verpflichtungen auf sich
nehmen wolle:
„Denn niemand kann ihm garantieren, daß er am Ende sein Priestertum in den neuen Strukturen
überhaupt leben kann und bloß noch eine Art sakramentaler Lückenbüßer inmitten einer von Laien dominierten
Pastorallandschaft ist.“
Der Geistliche weist darauf hin, daß junge Männer aus Diözesen mit einer
Aufweichung der sakramentalen Strukturen nicht mehr in ihren Heimatdiözesen Priester werden, sondern
sich unter die Obhut von Bischöfen begeben, die für eine katholische Stringenz in der Amtsführung bekannt
sind.
Die altliberale Saat ist aufgegangenDie in Deutschland praktizierte „Kooperative Pastoral“ ist
für Hw. Rodheudt in ihrem Ansatz priesterfeindlich, weil sie die Sakramentalität der Kirche zugunsten
eines reformatorischen Gemeindeverständnisses aufgibt.
Hw. Rodheudt sieht in dieser Entwicklung als
Frucht der jahrzehntelangen progressistischen Unterwanderung an den deutschen Universitäten.
Der Geistliche
erinnert an die Aussage des Papstes bei der Vollversammlung der Kleruskongregation im März 2009.
Benedikt
XVI. warnte die Bischöfe damals vor Reaktionen auf den Priestermangel, die einen noch größeren Mangel
zur Folge haben würden.
„Das, was der Heilige Vater damals gesagt hat, ist leider durch die Praxis in
Deutschland weitestgehend überholt“ – konstatiert Hw. Rodheudt.
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apex 18:01:43 | Samstag, 17. April 2010
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apex 17:16:39 | Samstag, 17. April 2010