Das 7.00-Uhr-Morgenjournal von ‘Ö1’ sendete am 26. April 2005 einen „Bericht“ von Fabio Polly, der sich daran aufhielt, daß einige US-Bundesstaaten Gesetze kennen oder diskutieren, die es Apothekern erlauben, entsprechend ihrem Gewissen den Verkauf einzelner Präparate zu verweigern.
(kreuz.net, Wien) In der Sendung von Fabio Polly ging es konkret um die sogenannte „Pille danach“. Es
handelt sich dabei um ein chemisches Mittel, mit dem Mütter ihr frisch empfangenes Kind töten können.
Fabio Polly ist seit 2004 ORF-Korrespondent in Washington.
‘Ö1’ ließ eine Dame zu Wort kommen, die
für ein – wie sie es nannte – „Recht auf Abtreibung“ eintrat und sich gleichzeitig gegen die Glaubensfreiheit
aussprach. Die Kinderabtreibung muß nach Ansicht der Dame ohne jede Rücksicht auf menschliche Glaubensüberzeugungen
durchgesetzt werden.
In einem Brief an die ORF-Generaldirektorin Monika Lindner hat die österreichische
Lebensorganisation „Pro Vita“ in einer Aussendung von gestern gegen diese billige Abtreibungspropaganda
protestiert.
Die Sendung von Ö1 habe mit einer ernstzunehmenden Berichterstattung wenig gemeinsam. Sie
könne nicht einmal als Kommentar bezeichnet werden. Vielmehr habe sich Ö1 eine unverantwortliche Hetzpropaganda
gegen das Leben geleistet.
Der Brief an die ORF-Generaldirektorin ist vom niederösterreichischen Rechtsanwalt
und Vorsitzenden der Lebensschutz-Organisation „Pro Vita Österreich“, Dr. Alfons Adam, unterzeichnet.
Es steht heute – so Dr. Adam – in medizinischen Fachkreisen eindeutig fest, daß mit der Verschmelzung
der menschlichen Samen- und Eizelle genetisch alles grundgelegt ist, was den neuen Menschen ausmacht.
Dr. Adam kritiserte auch den Schluß der Sendung. Der Ö1-Korrespondent habe seine Propagandaeinschaltung
mit dem abgeschmackten Hinweis beendet, daß Apotheker in Zukunft vielleicht auch die Abgabe von Medikamenten
gegen Krebs verweigern würden, wenn sie der Meinung wären, daß die Krankheit „gottgewollt“ sei.
Diesen
Seitenhieb bezeichnete Dr. Adam als unqualifizierte Verulkung der internationalen Lebensschutzbewegung.
Fabio Polly versuche auf diese Weise von der medizinischen Sachebene abzulenken.
Dagegen wäre es die
Aufgabe einer ernstzunehmenden Berichterstattung, sich der Frage zu stellen, wann der Mensch als Mensch
zu existieren beginnt, welche Erkenntnisse über den Vorgang der Abtreibung und deren Folgen bei den Frauen
vorliegen und welche Folgen die Tötung von Millionen von Kindern für unser Sozial- und Wirtschaftssystem
hat – so Dr. Adam.
Leider bekunde der ORF Mühe, seinem gesetzlichen Auftrag einer pluralistischen und
fairen Information nachzukommen.
Der Rechtsanwalt erinnert daran, daß der erste Artikel des ORF-Gesetzes
bestimmt, daß der Österreichische Rundfunk in der Erfüllung seines Auftrages die Sicherung der Objektivität,
die Unparteilichkeit der Berichterstattung und die Berücksichtigung der Meinungsvielfalt zu gewährleisten
hat.
Diese Vorgaben seien bereits im Bundesverfassungsgesetz über die Sicherung der Unabhängigkeit
des Rundfunks enthalten.
Die Wirklichkeit sei leider eine andere: „Wieder einmal muß ich Sie darauf
hinweisen – so der Vorsitzende von ‘Pro Vita Österreich’ zur Generaldirektorin des ORF –, daß sich der
ORF über diese verfassungs- und einfachgesetzlichen Bestimmungen bedenkenlos hinwegsetzt“.
Es bleibt
die christliche Hoffnung, daß die schönen Worte, mit denen das Gesetz den Auftrag des ORF umschreibt,
beim ORF irgendwann auch in die Praxis umgesetzt werden.
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