Requiem
Der Tod der Virginia Teehan
Im Januar diesen Jahres starb Frau Virginia Teehan. In ihrem letzen Willen wünschte sie sich, im Tridentinischen Lateinischen Ritus begraben zu werden. Doch das war leichter gesagt als getan.
(kreuz.net) Als Virginia Teehan starb, fand ihre Tochter zwei Priester, die bereit gewesen wären, für Frau Teehan ein Tridentinisches Requiem in ihrer Pfarrkirche in Milton zu zelebrieren. Milton ist eine Stadt im Bundesstaat Massachusetts im Nordosten der USA. Doch die Erzdiözese Boston, zu der die Pfarrei gehört, verweigerte die Erlaubnis eisern, obwohl solche Requiems in der Dreifaltigkeitskirche von Boston erlaubt sind.

Von dieser Möglichkeit wußte die Familie aber nichts. Darauf aufmerksam gemacht, schafften es die Hinterbliebenen im letzten Augenblick, für ihre verstorbene Mutter ein Requiem in Boston zu organisieren. Die Erzdiözese hatte mit keinem Wort darauf hingewiesen.

Die Erlaubnis für ein Requiem in der Heimatpfarrei wurde dagegen ohne Grundangabe und kommentarlos verweigert. In diesem Zusammenhang schrieb die Tochter der Verstorbenen an den Hochwürdigsten Erzbischof von Boston, Mons. Sean Patrick O’Malley.

Eminenz,

Unsere Familie bat Sie kürzlich um die Erlaubnis, beim Begräbnis unserer geliebten Mutter ein Tridentinisches Lateinisches Requiem zelebrieren zu dürfen. Es war für uns nicht schwierig, einen Priester zu finden, der bereit gewesen wäre, die Messe zu lesen. Doch die Erzdiözese verweigerte unsere Bitte.

Unsere Mutter, Virginia Teehan, starb am Sonntag, den 9. Januar um 12.00 Uhr mittags, während ihre Familie gerade dabei war, den Rosenkranz zu beenden. Sie war eine fromme Katholikin, welche die Tridentinische Lateinische Messe liebte und die sich mit ihrem Handmeßbuch unter dem Arm zur Indultmesse aufmachte, wann immer sie konnte.

Als sie vor einem Jahre erkrankte, besuchte sie regelmäßig die Messe in ihrer örtlichen Pfarrei. Sie bat den Pfarrer, wenigstens einmal die Tridentinische Lateinische Messe zu zelebrieren. Der Priester war einverstanden. Aber die Erzdiözese sagte nein.

Ihr ganzes Leben hat unsere Mutter für den Heiligen Vater, die Bischöfe und die Priester gebetet. Als sie verschiedene Male während des Jahres im Frauenspital lag, bat sie einen Priester um die Heilige Kommunion. Man sandte einen Laien vorbei. Aber Mama erbat sich weiterhin einen Priester. Nach vielen, vielen Bitten kam der Priester – aber ohne die Heilige Kommunion. Er erklärte ihr, daß er nicht versprechen könne, ihr die Heilige Kommunion zu bringen. Sollte sie die Kommunion von einem Laien nicht annehmen wollen, so sei das ihr Problem. Mama sah diesen Priester nie wieder. Oh, bevor er das Zimmer verließ, bat er meinen Vater und mich, unsere Hände auf Mama zu legen. Dann gab er ihr einen Segen.

Am 9. Januar um etwa 4.00 Uhr morgens mußte meine Mutter an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden. Es wurde uns mitgeteilt, daß sie vielleicht nie mehr sprechen würde. Mama erbat sich einen Priester. Acht Stunden später starb sie. Der Priester kam nicht. Leider war das kein Einzelfall. Als sie krank war, versuchten wir überall in Boston, Priester telefonisch zu kontaktieren, um sie zu bitten, unserer Mutter die heilige Kommunion zu bringen. Die meisten Priester waren zu beschäftigt.

Für uns ist es traurig, daß die Hirten der Kirche, welcher unsere Mutter ihr Leben weihte und für welche sie so viel gebetet hat, ihr im Tod ein Tridentinisches Requiem und auf dem Sterbebett einen Priester und die heilige Kommunion vorenthielten. Die letzten beiden Dinge wollten wir Ihnen einfach mitteilen.

Bitte sagen Sie uns aber, warum sie die Bitte um ein Tridentinisches Requiem für das Begräbnis unserer Mutter abgelehnt haben. Was haben Sie wohl gegen diese Messe? Wir fanden einen Priester – sogar mehr als einen – der bereit gewesen wäre, das Requiem zu zelebrieren. Meine Mutter liebte diese Messe, aber die Erzdiözese sagte: „Nein“. Warum?

Unsere Mutter fand Teile der „neuen“ Messe beleidigend, wegen der dort vorkommenden Ehrfurchtslosigkeiten und wegen vieler Dinge, die dort gemeinhin getan und gesagt werden. Sie sind vielleicht mit ihrer Ansichten nicht einverstanden. Doch der Papst hat gesagt, daß sie uns die Tridentinische Lateinische Messe hätten erlauben können.

Warum haben sie unsere Bitte abgelehnt und eine schwierige Zeit für uns noch schwieriger gemacht? Wir verstehen nicht. Und die Leute um uns herum auch nicht?

Es gibt heute in der US-amerikanischen Kirche schwere Probleme im Zusammenhang mit der Schändung von Kindern und Jugendlichen durch katholische Geistliche, sofern sie das nicht bemerkt haben. Wir bitte Sie mit Nachdruck, etwas dagegen zu tun. Wir haben unsere alte Mutter nicht mehr, um uns an ihrem katholischen Vorbild zu orientieren. Wir sind jetzt ganz auf Sie angewiesen. Das Heil unserer Seelen und der Seelen vieler hängt von Ihnen ab.

Beiliegend finden sie einige Gedichte, die unsere Mutter geschrieben hat und die wir vorher nie richtig schätzten. Jetzt helfen sie uns, diese schwere Zeit zu überbrücken. Wir möchten sie Ihnen zeigen und hoffen, daß sie Ihnen auch gefallen.
      
1 Lesermeinung
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#1   Peccator   08:50:49 | Montag, 2. Mai 2005
Die Notwendigkeit
für das Bestehen der Priesterbruderschaft Pius X wird angesichts derartiger Erniedrigungen einfacher, frommer Gläubiger durch die modernistischen Kirchenfürsten mehr als deutlich.
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