11:34:52 | Samstag, 17. April 2010
Das meiste in der Legion Christi ist nicht schlecht – sondern hervorragend. Ein angepaßter vatikanischer Kurien- Bürokrat als Kommissar der Gemeinschaft wird das Schlechte ausrotten, ohne das Gute zu bewahren.

Der Gründer der Legion Christi, Pater Marcial Maciel Degollado († 2008)
© DominikHoffmann, CC(kreuz.net) Es scheint, daß der Vatikan einen Kommissar ernennen wird, der die Gemeinschaft der Legionäre
Christi und die daran angeschlossene Laiengemeinschaft Regnum Christi in nächster Zukunft anführen und
verschiedene Reformen einleiten wird.
Das berichtete die Mailänder Tageszeitung ‘Corriere della Sera’
und zahlreiche weitere Medien.
Der Kommissar – vermutlich im Range eines Bischofs – würde die volle
Leitungsgewalt über die Legionäre und die Laienbewegung Regnum Christi bekommen.
Die beiden Gemeinschaften
umfassen fast 800 Priester, 1300 Seminaristen und mindestens 70.000 Laienmitglieder.
Nach Angaben des
US-Vatikanisten John Allen ist ein möglicher Kandidat der emeritierte portugiesische Kurienkardinal José
Saraiva Martins.
Er leitete bis zum Jahr 2008 die Heiligsprechungskongregation.
Eine vatikanische Visitation
in allen Einrichtungen der betroffenen Gemeinschaften ging im letzten Monat zu Ende.
Die Visitatoren
haben ihre Berichte beim Papst abgegeben. Eine umfassende Zusammenschau soll diesen Monat angefertig werden.
Ein Bericht in der altliberalen US-Wochenzeitung ‘National Catholic Reporter’ behauptete letzte Woche,
daß der in zahllose Skandale verwickelte Gründer der Legion Christi, Pater Marcial Maciel Degollado
(† 2008), sich im Vatikan verschiedentlich durch großzügige Spenden Vorteile verschaffte.
Die größte
Unterstützung erhielt die Legion Christi während des Pontifikats von Papst Johannes Paul II. († 2005)
vom damaligen Staatssekretär Angelo Kardinal Sodano, vom damaligen päpstlichen Privatsekretär und heutigen
Erzbischof von Krakau, Stanislaw Kardinal Dziwisz, und vom emeritierten Kurienkardinal Eduardo Somalo,
der damals Präfekt der Ordenskongregation war.
Nach Angaben des ‘National Catholic Reporter’ sollen
alle drei in den Genuß größerer Spenden gekommen sein.
Als die Kardinäle in der Ordenskongregation
Einwände gegen die zu genehmigenden Ordenskonstitutionen der Legionäre Christi vorbrachten, wandte sich
Pater Maciel offenbar über den damaligen Privatsekretär direkt an Papst Johannes Paul II.
Schon zwei
Wochen später wurden die Konstitutionen bestätigt.
Dagegen soll Kardinal Joseph Ratzinger einen angebotenen
Umschlag mit Geld zurückgewiesen haben, nachdem er vor Legionären einen Vortrag gehalten hatte.
Pater
Maciel war ein hochbegabter und geschäftstüchtiger Organisator und Manipulator.
Nach Presseberichten
sollen die Legionäre Güter im Wert von 25 Milliarden Euro besitzen.
Das Jahresbudget der Gemeinschaft
beläuft sich auf 455 Millionen Euro.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#11
Rudolfus 15:25:33 | Freitag, 19. November 2010
#10
Einfalt 23:40:36 | Sonntag, 18. April 2010
#9
Schwuler † 23:39:29 | Sonntag, 18. April 2010
#8
Einfalt 23:33:52 | Sonntag, 18. April 2010
#7
iDJM † 23:32:41 | Sonntag, 18. April 2010
#6
Schwuler † 23:31:35 | Sonntag, 18. April 2010
#5
r.ruhrgebietler 16:01:27 | Sonntag, 18. April 2010
#4
Haruspex 19:47:12 | Samstag, 17. April 2010
#3
wickerl 14:57:06 | Samstag, 17. April 2010
#2
antivaticanum 11:48:23 | Samstag, 17. April 2010
#1
Wohlehrwürden † 11:39:05 | Samstag, 17. April 2010