18:17:40 | Samstag, 1. Mai 2010
Von vorgestern: Eine katholische Pfarrei stellt im Jahr 2010 in ihre Betonkirche aus den 60er Jahren eine Art Couchtisch aus den 70er Jahren auf.

Der Mahltisch in der Kirche in Dübendorf im Kanton Zürich (Bild) sieht ähnlich aus wie die vom selben Architekten geplante Konstruktion für die Kirche in Pfäffikon.
(kreuz.net, Pfäffikon) Gegenwärtig renoviert die Pfarrei Pfäffikon im Kanton Zürich den Chorraum ihrer
halbrunden Betonkirche.
Darüber berichtete die Regionalzeitung ‘Zürcher Oberländer’ am 17. April.
Die Gemeinde Pfäffikon gehört zum Bistum Chur. Sie liegt rund zwanzig Kilometer östlich von Zürich.
Die spartanische Betonkirche der Gemeinde wurde Anfang der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts mit der
damals üblichen Geschmacklosigkeit erbaut und 1965 eingeweiht.
Im Dezember 2009 stimmte eine Versammlung
der Pfarrgemeinde über die Renovierung des Kirchenraums ab.
Das Bauprojekt wird, wie in der Schweiz
üblich, in Eigenregie der Pfarrgemeinde und weitgehend unabhängig vom Bischof durchgeführt.
Für Unruhe
sorgte der Vorschlag, den bestehenden, zehn Tonnen schweren Altar durch einen mobilen Mahltisch zu ersetzen.
Diesen hätte man bei Bedarf praktischerweise zugunsten einer Theater- oder Musikproduktion auf die Seite
schieben können.
Das vorgestellte Mahltisch-Model sollte etwa 160 Kilo wiegen, bestand aus mehreren
bemalten Holzstücken mit einer Steinumrandung und erinnerte an anspruchslose Kinderkunst.
Der Vorschlag
gefiel einigen Anwesenden nicht, obwohl es damals hieß, daß der Bischof damit einverstanden sei.
Darum
reiste eine Delegation zu einem Gespräch nach Chur. Offensichtlich erreichte man dort einen Kompromiß.
Die Gesprächsergebnisse wurden von Generalvikar Martin Grichting in einem Schreiben vom 1. Februar zusammengefaßt.
Man nehme „gerne zur Kenntnis“, daß kein „mobiler“, sondern ein feststehender Altar geplant sei, freute
sich der machtlose Prälat.
Für erfreulich hält der Generalvikar zudem, daß das bestehende Kreuz samt
Korpus im Chor der Kirche verbleibt.
Der Bischof „rege“ im weiteren „an“, daß die Reliquien wenn möglich
in der Altarplatte belassen würden.
Falls nicht, „bittet“ er, die Reliquien in einer wirklich sicheren
Weise in die Plexiglasstützen des neuen Altars einzulassen.
Mons. Huonder möchte einer möglichen Profanisierung
der Reliquien unter allen Umständen zuvorkommen.
Der Architekt Walter Moser erklärte dem ‘Zürcher
Oberländer’, welche Form er sich für den Kompromiß- Mahltisch ausgeheckt hat.
Für die Produktion
des Möbels will er den bestehenden zehn Tonnen schweren Mahltisch verwenden.
Aus der bisherigen Altarplatte
soll eine 25 Millimeter dicke und etwa 340 Kilogramm schwere Auflagefläche für den künftigen Mahltisch
herausgefräst werden: „So wird Kontinuität gewahrt“ – philosophierte Moser.
Sie wird anschließend
auf eine Reihe durchsichtiger Stelzen aus Plexiglas gestellt.
In der katholischen Kirche von Dübendorf,
ebenfalls im Kanton Zürich, steht ein ähnlicher, ebenfalls von Moser entworfener Koloß auf Plexiglas-Füßen.
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#15
Kraut 23:39:07 | Sonntag, 2. Mai 2010
#13
Biene Maja 02:17:24 | Sonntag, 2. Mai 2010
#11
Leo Miles 23:19:51 | Samstag, 1. Mai 2010
#10
Gotthard 21:22:52 | Samstag, 1. Mai 2010
#9
Botschafter 20:50:51 | Samstag, 1. Mai 2010
#4
antivaticanum 18:39:49 | Samstag, 1. Mai 2010
#3
sct 18:30:10 | Samstag, 1. Mai 2010
#1
Goldengel 18:22:02 | Samstag, 1. Mai 2010