Orden
Jetzt hängt er – der Habit
Der angebetete altliberale Teekrug geht zum Brunnen, bis er bricht. Und dem lieben Gott ist angeblich sowieso alles recht.
Der Franziskanerdiakon Benno-Maria Kehl hat seinen Abschied vom Franziskanerorden gemalt
Der Franziskanerdiakon Benno-Maria Kehl hat seinen Abschied vom Franziskanerorden gemalt
(kreuz.net) „Ich bin etwas früher zurück von Kanada und möchte Euch informieren, da sich einiges in meinem Leben verändert hat.“

So beginnt die März-Eintragung auf der Webseite des Schweizer Franziskaners, Diakon Benno-Maria Kehl.

Auf der Homepage findet sich auch ein gerütteltes Maß an Selbstdarstellung.

Der Ordensbruder ist für seine Straßenarbeit in Zürich bekannt und erhielt dafür von dem altliberalen Kirchenapparat viel Anerkennung.

In seinem Webseiten-Eintrag dreht und wendet er sich: „Seit der letzten Fastenzeit (2009) ist ein intensiver Prozeß in mir aufgebrochen, den ich selber lange nicht ganz verstanden habe.“

Es folgen noch einige hochtrabende Sätze.

Dann die banale Wirklichkeit: „So bat ich unsere Ordensoberen, mich aus dem Franziskaner Orden zu entlassen, da ich durch das Neue, das in mir angebrochen ist, keinen Platz mehr habe in den strikten Ordensregeln.“

Mit anderen Worten: Der Bruder will ins bürgerliche Leben zurückkehren und heiraten.

Immerhin gibt er zu, daß sein Schritt ein Bruch der Ordensgelübde darstellt: „Mir fiel der Schritt nicht leicht und es flossen auch genug Tränen.“

Er würde die letzen zwanzig Jahre wieder im Franziskanerorden verbringen und bleibe dem „franziskanischen Geist“ immer in „Liebe, Dankbarkeit und Zuneigung“ verbunden.

Gleichzeitig redet sich Kehl ein, daß er mit Gott, Franziskus und sich selber ins Reine gekommen sei – und schiebt selbstgerecht nach:

„Hätte die Kirche für Kleriker oder der Orden für die Brüder einen Raum, wo auch eine Beziehung, die von einer ganzheitlichen Liebe geprägt ist, einen guten Platz fände, gäbe es sicher einen anderen Weg.“

Er habe schon lange versucht, die „Liebe zu einer Frau“ aus seinem Leben zu verbannen:

„Nun hab ich mich entschieden, mich auf diese Beziehung zu Seraina einzulassen.“

Der abgefallene Franziskaner will aber weiterhin im „Weinberg des Herrn“ arbeiten:

„Ich werde auch weiterhin für die Gassenarbeit, Stiftung »Zueflucht«, und die Afrikavereine Wasserrecht und Tautropfen meinen vollen Einsatz geben.“

Dabei vertraut er, daß Gott ihm den „Denar“ zum Leben weiterhin zukommen lasse:

„Ich hab mit diesem Entscheid auch Menschen enttäuscht, aber das muß ich ihnen zumuten.“

Unter dem Text findet sich ein Bild mit einer an einer Türe hängenden Kutte. Dazu schreibt Kehl:

„Das Bild malte ich am Aschermittwoch, als ich die Kutte das letzte Mal getragen hab. Kirchenrechtlich kann man sagen ich hab meine Ordensberufung an den Nagel gehängt.“
      
19 Lesermeinungen
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#20   Helvetius   22:54:25 | Donnerstag, 6. Mai 2010
Zürcher Gassenarbeit, franziskanisch
Der Zürcher Gassenarbeiter Frater Benno Kehl hat sich also
unterdessen anders entschieden, für die Seraina, für die er
das Gelübde brach und den Habit an den Nagel hing – nicht
so sang- und klanglos, wie das früher zu geschehen pflegte, sondern mit reichlich Medienpräsenz. Wetten, dass einmal kein Hahn danach krähen wird, wenn auch dieser neue Abschnitt in seinem Leben einmal ein Ende finden wird und ihm dann kein noch so auflagenschwaches Blättli mehr gratulieren wird für seinen so mutigen Schritt! Schade…
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#19   monens   10:56:37 | Dienstag, 4. Mai 2010
„Tausch“ der ewigen Liebe gegen die vergängliche bleibt fruchtlos
Ein Ordensbruder, der seine Berufung wegen einer vergänglichen „Liebe“ an den Nagel hängt, kann keine segensreichen Früchte mehr bringen. Wer sich von Weinstock trennt bleibt fruchtlos.
www.razyboard.com/…07688-5876721-0.html
Alle Schönrederei hilft nichts. Wer dem Feuer der Leiden
www.razyboard.com/…07899-5890597-0.html
nicht standhält, kann der Wahrheit nicht treu bleiben.
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#18   FranzvPaul   22:49:02 | Montag, 3. Mai 2010
doch, der Vater.
ErnstSchneider: @Goldengel
Niemand hat Christus darum gebeten sich ans Kreuz nageln zu lassen.
Für wen auch immer.
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#17   fides et ratio   22:47:58 | Montag, 3. Mai 2010
Bereits mein Großvater, Lehrer und Bauernsohn aus dem Westfälischen (Jahrg. 1890) pflegte in seiner
drastischen Art in solchen und ähnlichen Fällen treffend anzumerken: Wenn der Schwanz steht, ist der Verstand im Einmer! Das hätte dieser entlaufene Franziskaner besser konstatiert, als mit unwürdigem Geschwafel den Bruch seiner Gelübde zu idealisieren.
Aber warum sollen nur Millionen Eheleute ihre Gelübde brechen dürfen. Das gehört ja heutzutage bereits zum guten Ton.
Es bleibt nur zu hoffen, dass die Auswahlkriterien für Priester und Ordenleute endlich wieder verschärft werden, auch auf die Gefahr hin, dass die Häfte der Kirchen zugemacht werden muß. dIE kath. Kirche muß allem Anschein nach erst ganz tief in den Dreck hinab, bevor Reinigung und Wiederaufbau beginnen können.
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#15   Cuba   18:04:30 | Montag, 3. Mai 2010
seine entscheidung
wo ist das problem, dass einige das lästern nicht lassen können?
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#14   Romulus   17:04:46 | Montag, 3. Mai 2010
Er ist ein netter Mensch
Schade. Aber laßt ihn in Ruhe! Wenn ich das so lese, dann ist er eine ehrliche Haut. Außerdem ist er nicht schwul. Mittlerweile im V2-Apparat selten zu finden.
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#13   Goldengel   16:37:25 | Montag, 3. Mai 2010
und schon traben sie ein die Anhänger des Glücks-Kardinals
Die ersten Sünder preisen ihn bereits und setzen ihm die Krone auf für seinen „Dienst“ !
Er meint also „egal mit wem, Hauptsache glücklich und stabil soll die Beziehung sein“
Na – dann – kann ja auch ein Schwein sein oder?
Das Schwein wird gegen eine stabile Beziehung wohl nix haben, kann sich auch nicht wehren.
Aber macht nix – Hauptsache EINER ist dabei glücklich.
Gibt man der Sünde mal „den Kardinalssegen“ wird sie bald auch in kirchlichen Kreisen salonfähig sein.
Und Christus?
Da gab es doch mal jemanden, der meinte: sucht nicht das Glück dieser Erde, sucht das Himmelreich.
Aber wurscht – wer war Jesus schon?
Hat der sich nicht für uns kreuzigen lassen?
Damit die Menschheit sich der Sünde bewusst wird und sich dieser entzieht?
Ja, vielleicht – das weiß man heute nicht mehr so genau!
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#12   fundamental-christian   16:35:01 | Montag, 3. Mai 2010
Dieser Mann
ist eindeutig vom alleinseligmachenden Glauben abgefallen, wenn er ihn den je hatte…
:'(
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#11   sacerdos helveticus   16:32:33 | Montag, 3. Mai 2010
Esoterik!
Wie ein Artikel in der Zeitung „20 Minuten“ vor einigen Tagen belegt, fabuliert Br. Benno jetzt auch noch von esoterischen Theorien: Er spricht von „Lichtnahrung“ und bewundert den Maya-Kalender!
www.20min.ch/…erich/story/17600847
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#10   SwingingBoy †   16:30:57 | Montag, 3. Mai 2010
Kardinal Schönborn
gefällt mir; er ist ein guter Diener Gottes.
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#9   JunkerJörg   16:20:36 | Montag, 3. Mai 2010
Bis zum brechen…
Ich dachte immer: Der heutige Katholik geht zur tridentinischen Messe bis er bricht…
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#8   Goldengel   16:09:23 | Montag, 3. Mai 2010
Kardinal Schönborn will, dass sich die Welt im Glück wälzt – egal um welchen Preis!
Nun denn liebe Leute – laut des Wiener Kardinals könnt ihr jetzt eure Hosen runterziehen, euch jeden schnappen, den ihr gerade erwischt und euch eine neue Lebensform – welche auch immer !!!!!! – zulegen.
Der Satan tanzt vor Freude !
Jetzt hat er endlich „SEIN REICH“ einem Kardinal schmackhaft gemacht!
Juchuuuuuu heissassa…die Huren tanzen in Babylon um das Goldene Kalb der Hurerei!
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#7   Brian von Nazaret   16:03:12 | Montag, 3. Mai 2010
Ehegelübde / Ordensgelübde / andere Gelübde
Das Problem ist doch, dass es keine satten Strafen für gebrochene Gelübde gibt, so wie früher bei den Freimaurern:
…als daß meine Gurgel durchschnitten, meine Zunge bei der Wurzel ausgerissen und im Sande des Meeres zur Zeit der Ebbe eines Kabeltaues Länge vom Ufer versenkt werde, wo Ebbe und Fluth zweimal in 24 Stunden wechselt…
…als daß mein Herz aus meiner nackten linken Brust gerissen und eine Speise der Raubvögel werde…
…als daß mein Körper in zwei Theile getheilt, der eine nach Süden, der andere nach Norden gebracht werde, meine Knochen zu Asche verbrannt und die Asche durch alle vier winde zerstreut, und eines so nichtswürdigen Elenden als ich bin unter keiner Gattung von Menschen gedacht werde…
;-) ;-) ;-)
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#6   RRR   15:58:03 | Montag, 3. Mai 2010
@ Mathilde
Mal wieder null Ahnung.
Von den Ordensgelübden kann DIE KIRCHE entbinden, vom Ehegelübde kann sie NICHT entbinden (sondern nur eine Ehe im Nachhinein für ungültig erklären).
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#5   Wohlehrwürden †   15:49:25 | Montag, 3. Mai 2010
Der heilige Gotthard
Der heilige Gotthard wurde laut Wikipedia vom heiligen Kaiser Heinrich II. zum Bischof von Hildesheim berufen.
de.wikipedia.org/…ehard_von_Hildesheim
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#4   Mathilde   15:41:06 | Montag, 3. Mai 2010
Zum Mönchsorden gehört das Zölibat,
sonst käme ja nie eine Gemeinschaft zustande, wenn jeder noch andere „ganzheitliche“ Beziehungen hätte. Diese Verheiratung ist schlichtweg der Bruch des Ordensgelübdes, das den Rang eines Ehegelübdes hat. Wie die meisten Frauen (und Männer) heute keine Achtung mehr vor dem Ehegelübde haben, so haben sie auch keine Achtung mehr vor dem Ordengelübde, denn es gibt keine Normen und kein Tabu mehr.
Gerade die arbeitsmäßigen“Freigänger“ eines Ordens sind sehr gefährdet, der Prior sollte zukünftig eine solche Tätigkeit maximal zwei Jahre zulassen, dann sollte der Proband zurück in das reguläre Ordensleben und durch einen anderen ersetzt werden. Grundsätzlich sollten Brüder in solch schwierigen Gebieten nur zu zweit arbeiten, weil die persönliche und geistige Kontamination durch das Umfeld sehr hoch ist. Gute Vorsätze schmelzen dahin wie der Schnee in der Sonne. Natürlich ist die Arbeit im Weinberg des Herrn und die damit bereits verbundene Berufung höher einzuschätzen als eine neu anzustrebende Ehe. Der Orden sollte das nicht dadurch belohnen, dass die abgefallenen Brüder an der selben Stelle mit demselben Gehalt wieder eingesetzt werden, damit sie nun wieder auf Kosten des Ordens ihre Familie ernähren können. Nicht selten haben die Beteiligten durch den Orden diesen Posten samt Ausbildung und Fortbildung erlangt incl. der entsprechenden Möglickeiten.
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#3   Wohlehrwürden †   14:58:37 | Montag, 3. Mai 2010
A propos Gotthard
Im heutigen Martyriologium ist ein Bischof Gotthard aus Hildesheim (Sachsen).
Das schweiz. Gebirge und die schweiz. Rockband haben also einen heiligen Schutzpatron.
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#2   antivaticanum   14:48:55 | Montag, 3. Mai 2010
Was reimt sich auf „Kutte“?
Das gibt es nur die Antwort: Gotthard – Nutte!
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#1   Wohlehrwürden †   14:43:59 | Montag, 3. Mai 2010
Schade
Aber hacken wir nicht auf ihm herum.
Dann ist die Chance grösser, dass er wieder umkehr.
Das weltliche Leben ist nämlich auch nicht immer lustig.
Ganz gleich wo: Man muss immer eine Antwort auf das Leiden finden.
Und nur die christliche Antwort ist kohärent.
Das schlimmste für einen Menschen ist, wenn er aufgrund seiner schwäche mit Lügen leben muss.
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