Johannes Paul II.
Nicht alle im Vatikan rufen „Santo subito“
Kirchenpolitik über die Medien: Gestern ist ein angeblich „vertraulicher Brief“ in der Öffentlichkeit aufgetaucht, der offiziell nicht für die Journalisten bestimmt war.
© Ausir, CC
(kreuz.net) „Persönlich bin ich der Auffassung, daß der Diener Gottes Johannes Paul II. ehrwürdigen Andenkens ein heiligmäßiges Leben geführt und die theologischen und Kardinaltugenden praktiziert hat, die das Leben eines jeden Christen auszeichnen müssen, auch das Leben eines jedes Dieners des Herrn und in höchstem Maß das Leben eines Papstes.“

Das schrieb der ehemalige vatikanische Staatssekretär Kardinal Angelo Sodano am 17. Juni 2008 in einem „vertraulichen Brief“ an Prälat Slawomir Oder, den Postulator für die Seligsprechung von Johannes Paul II.

Das Schreiben geriet in die Hände des Vatikanisten Andrea Tornielli, der darüber in einem Artikel für die Mailänder Tageszeitung ‘Il Giornale’ vom 4. Mai berichtete.

Wie dieser Brief an die Öffentlichkeit kam, ist unklar.

Engster Mitarbeiter von Johannes Paul II. will nicht aussagen

Kardinal Sodano ist Dekan des Kardinalskollegiums und war unter Johannes Paul II. fünfzehn Jahre lang dessen Staatssekretär.

In seinem Brief fährt er in einem verschrobenen kurialen Stil weiter:

„Der einzige Zweifel, der heute von einigen zum Ausdruck gebracht wird, betrifft die Frage, ob es angemessen ist, diesem Prozeß den Vorrang vor bereits laufenden Prozessen für die Diener Gottes Pius XII. und Paul VI. zu geben.“

Der Kardinal gesteht ein, daß das ein Problem ist, daß über die Verantwortung des Postulators hinausgeht:

„Ich wollte es aber zur Sprache bringen, um diesen Seligsprechungsprozeß in die Wirklichkeit des römischen Papsttums des letzten Jahrhunderts einzuordnen.“

Der Kardinal wurde schon in der diözesanen Phase des Seligsprechungsprozesses und auch noch später eingeladen, ein Zeugnis einzureichen.

Er beantwortet die Anfrage sehr spät – als der Prozeß bereits in der Abschlußphase war – und schickte dem Postulator nicht ein Zeugnis, sondern nur einen einfachen Brief, den er als „Stellungnahme“ zu der Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. verstanden haben will.

Weil er keine Zeugenaussage eingereicht hat, ist der Kardinal bis heute nicht von den Richtern befragt worden, die an dem Seligsprechungsprozeß arbeiten.

Konflikte unter Kardinälen

Tornielli erwähnt, daß sich auch der Präfekt der Kongregation für die Ostkirchen, Leonardo Kardinal Sandri, darauf beschränkt hat, dem Postulator nur einen Unterstützungsbrief und kein Zeugnis zukommen zu lassen.

Kardinal Sandri war von 2000 bis 2005 stellvertretender Staatssekretär und somit engster Mitarbeiter von Johannes Paul II.

In dem Artikel weist Tornielli darauf hin, daß sich die Reaktion der beiden Kardinäle auch aus der „Komplexität der Verhältnisse im Inneren der engsten Umgebung des Papstes“ erklärt.

Er erinnert besonders an die letzten Jahre des Pontifikates, „als aufgrund der immer schwierigeren Gesundheitssituation des Papstes die Rolle seines Sekretärs, Prälat Stanislaw Dziwisz, verständlicherweise stark gewachsen war.“

Das führte zu Konflikten zwischen ihm – dem eifrigen Befürworter des Seligsprechungsprozesses – und der damaligen Leitung des Staatssekretariates.
      
16 Lesermeinungen
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#17   clericus   07:42:55 | Freitag, 7. Mai 2010
@Sinah: „DDr. Hesse, der absolut kompetente Kirchenrechtler“
Wieviele Semester kirchliches Recht haben Sie eigentlich studiert, daß Sie sich ein Urteil über die Kompetenz (oder gar, wie Sie schreiben, „absolute Kompetenz“) des DDr.Hesse erlauben können? Das Thema gehört übrigens gar nicht zuallererst in den Bereich der Kanonistik, sondern der Dogmatik. DDr.Hesse (einige seiner auf CD erschienenen Vorträge sind mir bekannt, die z.T. wörtliche Übereinstimmung mit Ihrem Kommentar dürfte wohl kaum zufällig sein -gewöhnlich nennt man so etwas ein Plagiat) war jedenfalls kompetent genug, daß er dies bestätigt hätte.
Falls Ihnen das Zitat von Diekamp nicht genügt, könnten auch entsprechende von Scheeben, Pohle, Bautz, Heinrich, Ott, Pesch, Simar, Palmieri, Kleutgen, Egger, Van Noort etc. etc. hinzugefügt werden, sämtlich hochangesehene Theologen in der Zeit vor dem großen Zusammenbruch. Ihrer Ansicht nach wohl lauter Inkompetente.
Nicht umsonst hat Pius X. den geistigen Hintergrund des Modernismus mit „Stolz“ benannt. So mancher angeblich „traditionstreue Katholik“ (die Formulierung ist an sich unsinnig, jeder wirkliche Katholik ist traditionstreu) ist im Grunde nur ein antiautoritärer Modernist. Da wird dann z.B. der verstorbene Papst wüst beschimpft: „Gotteslästerer“, „Götzendiener“, „vom Satan inspiriert“ -so hat wortwörtlich Luther, der ärgste Feind der Kirche, Päpste beleidigt! Die Extreme berühren sich eben auch hier. Mit Treue zum unveränderlichen kath.Glauben haben solche peinlichen, widerlichen Pöbeleien nichts zu tun
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#16   Sinah   12:59:26 | Donnerstag, 6. Mai 2010
Heiligsprechung Papst Johann Paul II. – was noch fehlt: Heiligsprechung Luthers
Ärgernisse können in der Konzilskirche grundsätzlich Grundlage für eine Heiligsprechung sein
Der nächste katholische Papst jedoch wird sämtliche Selig- und Heiligsprechungen einzeln überprüfen müssen.
Hat Papst Johannes Paulus II. seine Inspirationen vom Satan bezogen?
Johannes Paul II., der Papst der „Kirche des neuen Advents“, wie er die katholische Kirche zu nennen pflegte, weil er die Kirche ungern katholische Kirche nennen wollte, hat durch das öffentliche Küssen einer Luxusausgabe eines Korans sich öffentlich schuldig gemacht. Wenn ein Papst in der Öffentlichkeit das sog. heilige Buch einer anderen Religion küßt, ist das ein öffentlicher Akt der Apostasie.
Forts. „Leserzeitung“
@clericus: Beziehe die Aussage auf DDr. Hesse, dem absolut kompetenten Kirchenrechtler!
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#15   clericus   23:11:09 | Mittwoch, 5. Mai 2010
@Sinah: Bitte Vorsicht!
„Die Kanonisation der Heiligen ist das letzte und endgültige Urteil der Kirche, daß eine Person zu den Heiligen des Himmels gehört und in der ganzen Kirche als heilig zu verehren ist. Die meisten Theologen halten die feierliche Heiligsprechung mit Recht für unfehlbar.“
(Franz Diekamp, „Katholische Dogmatik“, Münster 1949, 1.Bd., S.71)
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#14   Sinah   22:21:16 | Mittwoch, 5. Mai 2010
Ärgernis!
@ruhrgebietler: Es wäre kein Schaden für die eine, heilige katholische Kirche, aber ein neuer Schandfleck und Beweis des Einsturzes der Konzilskirche.
@Mathilde:
Abwarten nicht notwendig, die Gegenwart läßt keinen Zweifel offen. „nicht verpflichtet…,“!?
Ein Papst ist verpflichtet, das 1. Gebot zu halten. Er
hat durch diese Götzendienerei ein unermessliches Ärgernis hervorgerufen. Eine Gotteslästerung ohnegleichen! In der Konzilskirche ist es aber möglich zu bitten: seliger Gotteslästerer, bitte für uns, seliger Häretiker, leg’ Fürsprache für uns ein.
„Ein Papst ist nicht verpflichtet, Götzendiener und ihre jeweiligen Tempel zu ehren, auch wenn der Dialog sinnvoll sein kann…Warten wir doch erst mal ab, was die Zukunft bringen wird.“
@Wohlerwürden:
Heiligsprechungen fallen nicht unter die Unfehlbarkeit
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#13   diakonus   18:46:21 | Mittwoch, 5. Mai 2010
@ Vogel: zur Heiligsprechung
Anbeten darf man sowieso nur GOTT, die anderen darf man nur bitten, von daher ist es mir fast egal, welche Titel er im Himmel dann hat.
Dem esten Teil ihrer Aussage ist uneingeschränkt zuzustimmen. Leider war das in der Praxis nicht immer in der katholischen Kirche selbstverständlich…
Zum zweiten Teil möchte ich aber gerne etwas bemerken:
Das Selig- und Heiligsprechungsverfahren in der katolischen Kirche ist ein sogenanntes Festsellungsvefahren, d.h. es wird festgestellt, was ist. Es verändert überhaut nichts beim Heiliggesprochenen.
Wer heilig ist, ist heilig, weil er von Gott geheiligt worden ist. – Die Kirche kann bei bestimmten Menschen das prüfen. Unabhängig von pesönlicher Sympathie strahlen manche Menschen etwas von Gottes einzigartigen Heiligkeit aus. Bei manchen von ihnen (=bei den Selig- und Heiliggesprochenen) dürfen wir (=katholische Christinnen und Christen) die Gewissheit haben, dass sie jetzt tatsächlich in Gottes Heiligkeit von Angesicht zu Angesicht sehen.
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#12   wickerl   18:44:16 | Mittwoch, 5. Mai 2010
„santo subito concilio vaticano due“
Papst Benedikt ist befangen, Papst Johannes Paul II. hat ihn zum Leiter der Glaubenskongregation gemacht. Krampfhaft bemühen sich die Altliberalen „ Konzilsheilige“ zu produzieren. Alleine schon dafür, dass Papst Johannes Paul II. eine Buddhafigur in Asissi auf den Taberknakel stellte, sollte man ihn nicht selg- und nicht heilig- sprechen. Dagegen sprechen auch seine weiteren „interreligiösen“ Gebetshandlungen die meines Erachtens gegen das 1. Gebot verstießen.
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#11   Mathilde   13:54:55 | Mittwoch, 5. Mai 2010
Von subito santo halte ich nichts,
selbstverständlich muss der Seligsprechungsprozess in das übliche Procedere eingegliedert werden auch im Vergleich zu Papst Pius XII und Paul VI. Generell halte ich die häufige Seligsprechung von Päpsten für problematisch. Sie haben die Arbeit ihres Amtes getan.
Das Pontifikat von Joh Paul II ist umstritten, ob seine Maßnahmen richtig waren, wird die Zukunft zeigen. Ich glaube nicht. Ein Papst ist nicht verpflichtet, Götzendiener und ihre jeweiligen Tempel zu ehren, auch wenn der Dialog sinnvoll sein kann. Kann ja sein, dass seine Krankheit, die er ja vorbildlich getragen hat, die irdische vorgezogene Buße war für seine Unternehmungen und Handlungen. Warten wir doch erst mal ab, was die Zukunft bringen wird.
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#10   r.ruhrgebietler   13:03:48 | Mittwoch, 5. Mai 2010
nicht nur im Vatican!
es wäre eine schaden für die Heiligen der Kirche Jesu Christi! Es würde insbesondere den Hlg. Pfr. v. Ars beleidigen! Prof Rempremmerding, ich pflichte Ihnen bei! Gute Formulierung!
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#8   Vogel   11:21:54 | Mittwoch, 5. Mai 2010
auch Heilige sind Menschen
um es ehrlich zu sagen, mit persönlich ist es wirklich fast egal, ob jemand heilig gesprochen wird oder nicht.
Wenn ich einen Menschen während seines Lebens auf der Erde gemocht habe, mag ich ihn auch noch, wenn er nicht mehr da ist.
Wenn mir ein Mensch unsympathisch war, nutzt auch eine Heiligsprechung nicht, daß ich ihn dann auf einmal toll finde.
Anbeten darf man sowieso nur GOTT, die anderen darf man nur bitten, von daher ist es mir fast egal, welche Titel er im Himmel dann hat.
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#7   Wohlehrwürden †   11:13:04 | Mittwoch, 5. Mai 2010
Seligsprechung ist nichts
Die Kirche hat schon andere Deppen seliggesprochen.
Die Seligsprechung bedeutet nichts. (Sie hat nur rechtlich Bedeutung.)
Nur die Heiligsprechung ist unfehlbar.
JP2 wird NIE heiliggesprochen werden.
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#6   Vogel   11:06:04 | Mittwoch, 5. Mai 2010
Johannes Paul II und Papst Pius
ich gehe davon aus, daß beide Päpste irgendwann selig gesprochen werden, ich gehe davon aus, sie fühlen sich schon selig.
Bei Papst Johannes Paul II bin ich mir persönlich sehr sicher.
Bezüglich Papst Pius ist mir diese Woche bei dem Film „Der neunte Tag“ erst bewußt geworden, in welcher Situation er war. Stimmt es, daß er einmal einen Hirtenbrief geschrieben hat, woraufhin aus Protest extra viele Juden getötet worden sind?
Vielleicht hat er sich mit seiner Meinung bewußt zurückgehalten, um nicht das Leben von vielen Menschen zu gefährden. Vielleicht hat er doch auch vielen das Leben gerettet.
Kennt jemand den Film „Der neunte Tag“ – er soll auf Tatsachen beruhen. Da ist ein katholischer Pater nach 9 Tagen freiwillig wieder in das Arbeitslager gegangen, um nicht das Leben der anderen Priester zu gefährden.
Er hätte auch die Möglichkeit der Flucht gehabt, dann wäre es ihm gutgegangen.
Es geht doch immer darum, das Leben von anderen Menschen zu schützen bzw. zu retten. Dies geht meiner Meinung nach vom Schutz des Ungeborenen, über Vermeidung von Kriegen, Hungersnöten, dem Schutz der Natur, bis hin zur Pflege von Sterbenden.
Moses hat einen Menschen erschlagen, hat dafür gebüßt und hat sogar von Gott die 10 Gebote erhalten.
Dies ist auch nicht so selbstverständlich. In der heutigen Zeit hätte Moses wahrscheinlich kaum eine Chance.
Petrus hat JESUS 3x verraten und Gott hat ihn trotzdem erwählt. Eigentlich ist doch jeder Mensch, der sich bewußt zu JESUS bekennt, etwas heiliges.
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#5   FranzvPaul   10:32:39 | Mittwoch, 5. Mai 2010
du kecke Schnauze brauchst offensichtlich mal eine Abreibung, was?
Wohlehrwürden: JP2 nach Ummajjaden-Moschee
:-D
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#4   Wohlehrwürden †   10:11:31 | Mittwoch, 5. Mai 2010
JP2 nach Ummajjaden-Moschee
Wir senden die Leiche von JP2 gerne an die Ummajjaden-Moschee in Damaskus. Da liegt er bei den Kalifen unter seinesgleichen begraben.
… und wir sind ihn endlich los.
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#3   Brandenburgis   09:51:44 | Mittwoch, 5. Mai 2010
Wohlerwürden
bitte enstchudldigen Sie sich erst einmal für die BAhauptung, ich sei nicht „deutsch“ … ^-^
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#2   Wohlehrwürden †   09:49:24 | Mittwoch, 5. Mai 2010
Schnell, schnell
JP2 muss sehr schnell heiliggesprochen werden, bevor jemand merkt, dass er es nicht war.
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#1   hieronymus333   09:40:06 | Mittwoch, 5. Mai 2010
Nicht alle im Vatikan rufen,
nur die dümmsten Kälber wählen ihren Schlächter selber. Wenn ich genauso blöd wäre, würde ich in die Diözese Augsburg ziehen.
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