11:00:19 | Dienstag, 18. Mai 2010
Dieser Erzbischof wird nicht flüchten, wenn der Wolf in die Herde einbricht. Denn er ist selber der Wolf.

Bischof Rouet auf der Webseite der Erzdiözese Poitiers
(kreuz.net) Krawatten-Erzbischof Albert Rouet (74) von Poitiers ist ein hartgesottener Altliberaler.
Darum wurde er am 4. April von der antikirchlichen französischen Tageszeitung ‘Le Monde’ als „eine der
freiesten Gestalten im französischen Episkopat“ in den Himmel gelobt.
Poitier ist eine 91.000-Seelen-Stadt
im westlichen Zentralfrankreich.
Der Erzbischof erklärte vor ‘Le Monde’, daß es in der französischen
Kirche keinen „systematischen“ Kindesmißbrauch gebe, weil die Kirche in dem Land „keine Macht“ mehr habe.
Den Papst bezeichnet er als „mehr Theoretiker denn Historiker“: „Er ist der Professor geblieben, der
glaubt, daß ein Problem, wenn es gut umschrieben ist, zur Hälfte schon gelöst ist.“
Doch im Leben
sei das anders: „Die Kirche hat Schwierigkeiten, in der chaotischen Welt von heute ihren Platz zu finden –
das ist der Kern des Problems“ – glaubt der Altliberale.
Nur altliberale Aussagen muß man wörtlich
nehmenDer Erzbischof beklagt in der Kirche ein gewisses „Einfrieren des Wortes“.
Er meint damit: „Die
kleinste Infragestellung in der Exegese oder Moraltheologie wird als gotteslästerlich betrachtet.“
Gleichzeitig
herrsche in der Kirche ein ungesundes Klima der Verdächtigung: „Die Institution ist mit einem römischen
Zentralismus konfrontiert, der auf einem Netz von Denunziationen beruht.“
Gewisse Kreise würden ihre
Zeit damit verbringen, die Haltungen dieses oder jenes Bischofs anzuklagen: „Diese Haltungen verschärfen
sich durch das Internet.“
Von der altliberalen Gesinnungspolizei, die den katholischen Glauben innerkirchlich
immer noch brutal diskriminiert, sagt er kein Wort.
Nur die Altliberalen sind offen und tolerieren jede
MeinungMons. Rouet sieht eine parallele negative Entwicklung in Kirche und Gesellschaft.
Die Gesellschaft
wolle mehr Sicherheit, mehr Gesetze, die Kirche dagegen mehr Identität, mehr Dekrete und mehr Regeln:
„Man schützt sich, man schließt sich ein, das ist das Zeichen einer in sich geschlossenen Welt, das
ist eine Katastrophe!“
Der Erzbischof ist auf den in seinem Land erwachenden Katholizismus stinksauer:
„Nach der Veröffentlichung von Pressekarikaturen über kirchliche Mißbrauchsfälle, habe ich [katholische]
Reaktionen erlebt, die den Reaktionen der islamischen Integristen über die Mohammed-Karikaturen ebenbürtig
sind.“
Überzeugungs-Christentum ohne ÜberzeugungenImmerhin nimmt Mons. Rouet zur Kenntnis, „daß
wir am Ende einer Epoche“ sind:
„Wir sind von einem Gewohnheits-Christentum zu einem Überzeugungs-Christentum
gegangen“ – triumphiert er: „Wir sind dabei, uns zu verändern.“
Mons. Rouet gibt das Beispiel seiner
Diözese: „Vor siebzig Jahren gab es dort 800 Priester. Heute gibt es 200.“
Aber: „In dem Bistum gibt
es auch 45 Diakone und 10.000 Personen, die zu 320 Ortsgemeinschaften gehören, die wir in den letzten
fünfzehn Jahren gegründet haben.“
Der Erzbischof ist von sich begeistert: „Das ist besser. Man muß
mit einer Pastoral im Sinne der Französischen Staatsbahnen aufhören und statt dessen Bahnlinien schließen
und neue eröffnen.“
„Wenn man sich an die Leute anpaßt, an ihre Art zu leben, ihren Lebensrhythmus,
dann nimmt die Teilnahme zu, eingeschlossen beim Katechismus-Unterricht. Die Kirche ist zur Anpassung
fähig.“
Alte Klassenkampf- SchemataDer Erzbischof stellt fest, daß die französische Kirche nicht
mehr in der Lage ist, 36.000 Pfarreien aufrecht zu erhalten:
„Man kann das als eine Misere betrachten,
der man um jeden Preis entkommen muß. Dann wird man entsprechend den Priester wieder sakralisieren“ –
klebt der Prälat an seinen altliberalen Denk-Schemata.
Als Alternative schlägt er vor, „etwas anderes
zu erfinden“.
Mons. Rouet denkt in Schablonen und dialektischen Gegensätzen: „Muß sich die Kirche auf
ihre Kleriker oder auf ihre Getauften stützen?“ – fragt er.
Dann verkündet er die Binsenwahrheit, daß
die Kirche sich „auf die Laien“ stützen und nicht länger auf der Basis eines „mittelalterlichen Rahmens“
funktionieren solll: „Das ist eine Herausforderung“.
„Ich könnte sie nicht bezahlen“An diesem Punkt
wird Mons. Rouet gefragt, ob er auch an verheiratete Priester denke:
„Nein und ja“ – antwortet er.
Er
könne sich durchaus vorstellen, morgen zehn verheiratete Männer – die er bereits kenne – zu Priestern
zu weihen. Aber: „Ich könnte sie nicht bezahlen.“
Sie müßten darum arbeiten und wären nur am Wochenende
für die Sakramente verfügbar.
Doch das wäre nach Ansicht des Erzbischofs eine Katastrophe. Denn: „Dadurch
würde man zu einem kultischen Bild des Priester zurückkehren“ beschwört er: „Das wäre eine falsche
Modernität“.
Darum schlägt er vor, die Art der Ausübung des Priestertums zu ändern.
Erst dann wäre
die Weihe verheirateter Männer für ihn sinnvoll: „Der Priester soll nicht mehr der Chef seiner Pfarrei
sein“.
Er müsse die Getauften unterstützen, damit sie erwachsen werden im Glauben, er müsse sie formen
und verhindern, daß sie um sich selber kreisen – klopft der Erzbischof leere altliberale Sprüche.
Dann
würde der Priester die Eucharistie als „Geste der Brüderlichkeit präsidieren“.
Privatisierter Glaube
Das katholische Glaubensbekenntnis nimmt der Erzbischof nicht so ernst: „Es geht nicht mehr darum, eine
offizielle Lehre zu wiederholen, sondern den Christen zu erlauben, ihre eigene Zugehörigkeit frei auszusagen.“
Dabei läßt Mons. Rouet erwartungsgemäß offen, auf welchem Fundament die Einheit der Kirche – die
er nicht mehr als Glaubensgemeinschaft sieht – aufruhen soll.
Auf die Frage, was seine größte Sorge
um die Kirche sei, antwortet er: „Die Kirche ist in Gefahr, eine »Subkultur« zu werden.“
Dann lobt
er seine Generation, welche die Kirche in den Abgrund geführt hat und sich mit dem gescheiterten Projekt
der Inkulturation und des „Sprunges in die Gesellschaft“ identifiziert hat:
„Heute besteht die Gefahr,
daß die Christen sich untereinander verhärten, einfach weil sie den Eindruck haben, einer verständnislosen
Welt gegenüberzustehen“ – kritisiert er die Erneuerung der Kirche.
Doch man könne die Menschen nicht
erleuchten, indem alle möglichen gesellschaftlichen Mängel anklage.
Offensichtlich hat der altliberale
Erzbischof immer noch nicht genug von der Konzilskirche, die ihrem weltlichen Bräutigam wie eine ungewünschte,
lästige Braut nachrennt und sich dabei vor Engeln und Menschen lächerlich macht.
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