20:30:44 | Donnerstag, 20. Mai 2010
Ein sehr bekannter Berliner Kriminalpsychiater hat die Ergebnisse des sogenannten Augsburger Sonderermittlers in Frage gestellt.

Die brutale Verfolgung der Kirche in Deutschland nimmt mehr und mehr zu
© Flickr-Benützer ‘un singe
qui parle’, CC(kreuz.net) Der bekannte Berliner Kriminalpsychiater
Hans-Ludwig Kröber (59) hat „große Defizite“ bei
der Aufarbeitung sexueller Mißbrauchsfälle festgestellt.
Darüber berichtete der täglich erscheinende
Berliner ‘Tagesspiegel’ heute unter dem Titel „Weinen ist kein Beweis“.
Kröber ist Direktor des Instituts
für Forensische Psychiatrie der Freien Universität Berlin.
Er sprach am Montagabend in einem Hörsaal
des Reinickendorfer Vivantes-Klinikums zum Thema „Sexueller Mißbrauch in katholischen Einrichtungen und
anderswo; in der Nachkriegszeit und später“.
In dem Klinikum werden Sexualstraftäter behandelt, mit
denen sich Kröber wissenschaftlich befaßt.
Spätestens seit den lügnerischen Anschuldigungen gegen
Bischof Walter Mixa von Augsburg ist klar:
Bei der deutschen Mißbrauchsdebatte geht es kaum um die Aufdeckung
sexueller Mißbräuche. Vielmehr werden vereinzelte Mißbräuche instrumentalisiert, um der Kirche zu
schaden.
Kröber kritisiert diese mediale Sensationsmache scharf: „Mancher Chefredakteur warte wohl darauf,
auch noch »den Kopf des Papstes servieren« zu können.“
Im Jahr 2008 gingen bei der deutschen Polizei
insgesamt 16.000 Anzeigen wegen verschiedenen Formen des Kindesmißbrauchs ein.
Beim sexuellen Mißbrauch
von Kindern liegt – so eine gestern vom deutschen Innenministerium veröffentlichten Statistik für das
Jahr 2009 – mit 11.319 Fällen der niedrigste Wert seit 1993 vor.
Das Innenministerium geht aber von
einer hohen Dunkelziffer aus.
Kröber kritisierte die gegenwärtige „Sakralisierung der Opfer“.
Daß
Mißbrauchsopfer als „Überlebende“ dargestellt werden, oder von dem Berliner Ziviljesuiten,
Pater Klaus
Mertes, zu Ostern im ‘Tagesspiegel’ als „Auferstandene“ bezeichnet würden, hält Kröber für falsch.
Er stellte die Frage, warum jeden Monat „Tausende Minderjährige“ – vor allem aus der Unterschicht –
Mißbrauch anzeigen, während Schüler von Eliteinternaten Jahrzehnte zu diesem Schritt brauchen.
Die
Antwort: In der Unterschicht würden tendenziell mehr Fälle bemerkt, da hier die staatliche Aufsicht
am stärksten sei.
Bei der Verleumdung des ehemaligen Bischofs von Augsburg, Mons. Walter Mixa, prangert
Kröber an, daß die Journalisten den zu Unrecht beschuldigten „schlicht vorverurteilt“ haben.
Unter
Verdacht stehen bei Kröber auch ungeschulte
„sogenannte Sonderermittler“, wenn sie Aussagen über Tatbestände
beurteilen, die lange zurückliegen.
„Daß einer weint, wenn er aussagt, ist noch kein Beweis“, erinnert
Kröber an den Boden der Realität.
Es sei die Aufgabe von Forensikern, Lüge, Schuldfähigkeit oder
Glaubwürdigkeit zu ermitteln und Straftaten aufzudecken.
Leser ‘Cantate’ kommentiert Kröbers Aussagen:
„Nicht nur Ihnen ist aufgefallen, daß das Hauptanliegen der Medien in der Mißbrauchsdebatte offensichtlich
eine Rufschädigung der Katholischen Kirche, des Papstes und besonders von Herrn Bischof em. Mixa war.“
Wenn von kirchlicher Seite auf dieses Dilemma hingewiesen worden sei, hätten die Medien mit dem Totschlagargument
gekontert: „Die Kirche redet sich heraus, will von ihren Schandtaten ablenken, will weiter vertuschen.“
Doch ‘Cantate’ betont: „Bei jeder Gerichtsverhandlung hat der Angeklagte das Recht auf Selbstverteidigung.“
In der „Causa Medien gegen Kirche“ sei dem „Angeklagten“ dieses Recht nicht zugestanden worden.
‘Cantates’
Fazit: „Ich habe die große Hoffnung, daß man Ihnen, Herr Kröber, wenigstens zuhört, da Sie kein katholischer
Geistlicher sind.“
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