11:09:08 | Dienstag, 3. Mai 2005
Zellen von Kleinstkindern werden seit langem in Tiergehirne gespritzt. Die Kirche und die katholischen Parteien beschränken sich auf tatenlose Alibi-Stellungnahmen. Darum hoffen Lebensschützer, die „Grüne Partei“ als Bundesgenossen zu gewinnen…
(kreuz.net) Menschenversuche deutscher Biotechniker haben dem aus der Mythologie stammenden Wort „Chimären“
wieder zu Aktualität verholfen. Eine Chimäre ist ein Mischwesen aus Mensch und Tier. Chimären werden
schon seit Jahren hinter gut verschlossenen Labortüren produziert, indem Zellen aus Kinderleichen Tieren
eingepflanzt werden.
Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, daß Biotechniker des „Max-Planck-Instituts
für biophysikalische Chemie“ Zellen von getöteten Kleinstkindern in das Gehirn von Affen spritzen. Ein
Teil der Kinderzellen habe sich im Affenhirn zu Nervenzellen entwickelt. Die Primaten überlebten die
sehr tierquälenden Experimente nicht.
Der Vorsitzende des deutschen ‘Nationalen Ethikrates’, Spiros
Simitis, bezeichnete das Vorgehen der Techniker als „absolut inakzeptabel“ und verlangte von ihnen eine
Stellungnahme zu den Versuchen, damit der bioethische Diskurs nicht wieder überrannt werde.
Ende Juni
wird sich der deutsche Ethikrat offiziell mit dem Thema „Chimären“ befassen. Es ist Eile geboten, denn
eigentlich kommt man zu spät.
Versuche mit Zellen ermordeter Kleinstkinder sind für Stammzellenforscher
keine Seltenheit. Die Labors werden sich allerdings noch nach einem präsentablen Ausdruck für die Chimären
umsehen müssen.
Gegenwärtig werden solche Experimente, denen häufig Zellen von abgetriebenen Kindern
zugrundeliegen, als „Forschung an embryonalen Stammzellen“ ausgegeben.
In den USA erklärte die ‘Nationale
Akademie der Wissenschaften’, welche die US-Regierung berät, erst vor einer Woche, daß sie Tierexperimente
mit Zellen getöteter Kinder befürwortet. Das Gremium schlug auch vor, solche Menschenversuche mit Steuergeldern
zu bezahlen. Das wäre für die USA ein Novum.
Die ‘Nationale Akademie’ kann sich nur mit jenen Experimenten
nicht anfreunden, bei denen Zellen aus Kinderleichen in die Geschlechtsorgane oder das Gehirn von Tieren
gespritzt werden.
Im ersten Fall besteht theoretisch die Gefahr, daß sich Tier und Mensch miteinander
fortpflanzen können. Im anderen Fall befürchtet die Kommission die Möglichkeit eines Tieres, das plötzlich
Intelligenz entwickelt.
Gemacht wird es trotzdem. Letzten Freitag berichtete das Nachrichtenportal ‘Yahoo’,
daß einem Schaffötus in den USA vor knapp zwei Monaten menschliche Kinderzellen ins Hirn eingespritzt
wurden. Das Tier gehört zu einer rund 50 Tiere umfassenden Herde, in der viele Schafe menschliche Lebern,
Herzen oder andere Organe besitzen.
Was für die Amerikaner ein Problem ist, treibt der deutsche Biotechniker
Oliver Brüstle seit Jahren. Brüstle veröffentlichte im Jahr 1998 – er war damals in den USA tätig –
Ergebnisse derartiger Experimente. Unter anderem spritze er Zellen von abgetriebenen Kindern, die mindestens
zwei Monate alt waren, in die Gehirne von Ratten-Embryonen.
Dank solcher Experimente stieg Brüstle zum
Direktor des neu gegründeten „Instituts für Rekonstruktive Neurobiologie“ an der Universität Bonn auf.
Ähnliche Menschenversuche plant auch der kalifornische Biotechniker Irving Weissman. Er will Mäuse
gentechnisch so manipulieren, daß die Hirnzellen noch vor der Geburt der Mäuse absterben. Als Ersatz
sollen den Tieren menschliche Hirnzellen eingespritzt werden. Ziel ist die
Produktion einer Maus, deren
Gehirn ganz aus menschlichen Nervenzellen besteht.
Südkoreanische Biotechniker führten bis 2003 ähnliche
Manipulationen an Nagetieren durch. Die Menschen- und Tierversuche mußten aufgrund der Proteste von Lebensrechtlern
abgebrochen werden.
Ein Biotechniker von der Universitätsklinik Großhadern in München beklagte sich
kürzlich vor der Presse über die deutsche Gesetzeslage. Er würde gerne kindliche Herzmuskelzellen in
Mäuse einspritzen. In den USA gibt es nach Aussagen des Technikers lediglich für staatlich geförderte
Forschung ethische und rechtliche Normen: „In privaten Laboren ist das meiste erlaubt. Vieles, wovon wir
im strikt reglementierten Deutschland nur träumen können, wird drüben längst gemacht.“
Die Reglementierungen
in der Kinderzellenforschung seien in den USA ein Wahlgag: „Das Ganze ist nur ein Alibi für den US-Präsidenten,
der seinen konservativen Wählern dann sagen kann: ,Schaut her, ich tu was dagegen’.“
Lebensschützer
hoffen jetzt auf die „Grüne Partei“. Es stimme zwar, daß die „Grünen“ für den Schutz des Menschen
kein Musikgehör hätten. Man hoffe aber, die Umweltschützer, die gegenwärtig sogar in der Bundesregierung
sitzen, für die Vivisektion und das grausame Leiden der Versuchstiere zu sensibilisieren.
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