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Mittwoch, 4. Mai 2005 09:05
Hostie weg – Problem bleibt
Der Ärger war offenbar größer als der Gewinn. Ein Auktionshaus im Internet hat beschlossen, den Verkauf von konsekrierten Hostien zu stoppen. Doch das Problem ist damit noch lange nicht gelöst.
(kreuz.net) Das Internetauktionshaus eBay hat endlich nachgegeben. Angesichts der zahlreichen Proteste der vergangenen Wochen ist die skandalöse Verkaufspolitik der Firma am gestrigen Dienstag geändert worden. Das berichtet der katholische Nachrichtendienstes ‘LifeSiteNews’.

Eine Welle der Empörung erschütterte die Katholische Kirche als eine konsekrierte Hostie am 11. April auf eBay den Besitzer wechselte. Die Hostie war 1998 während einer Papstmesse auf dem Petersplatz einem US-amerikanischen Touristen in die Hand gedrückt worden. Der Nicht-Katholik hatte sie seitdem bei sich zuhause zusammen mit seinen Reisesouveniren aufbewahrt.

Der Hostienverkauf wurde anfänglich von eBay eisern verteidigt. Auch von zahlreichen Protestbriefen entsetzter Katholiken ließ sich die Firma nicht beeindrucken. Dann wurde immer lauter von Boykott gesprochen. Dieses Wunderwort brachte die Firma zu Verstand. Jetzt will das Haus keine Hostien mehr im Angebot tolerieren. Der Prozentgewinn aus dem Verkaufspreis von 1550 Euro war der Firma offensichtlich die Mühe nicht wert.

Ab sofort stehen konsekrierte Hostien – wenigstens bei eBay – auf der Schwarzen Liste von verbotenen Steigerungsobjekten. Die Verantwortlichen des Auktionshauses faßten diesen Entschluß nach Beratungen mit Katholiken und Vertretern anderer Religionen.

In einer Stellungnahme erklärt das Internetauktionshaus, man habe beschlossen, daß konsekrierten Hostien und andere sakrosankte Gegenstände keine angemessene Verkaufsware seien: „Wir haben unsere Geschäftspolitik darum geändert und werden derartige Angebote entfernen, sollten sie in Zukunft auf unserer Seite aufscheinen.“

Die Firma hat in der Vergangenheit bereits Gebetsstöcke amerikanischer Ureinwohner und Erinnerungsstücke, die mit dem 11. September in Verbindung stehen, aus dem Angebot genommen. Der Verkauf dieser Dinge könne das religiöse Gefühl anderer Menschen verletzen. Bis am letzten Montag hatte das Auktionshaus noch die Auffassung vertreten, daß der Verkauf des Allerheiligsten die katholische Religion nicht beeinträchtige.

Aufatmen können Katholiken deswegen noch lange nicht. Für Dinge, welche eBay nicht verkauft, wird es im Internet schnell einen neuen Markt geben. Kleinere Auktionsplattformen werden Hostienverkäufe auch dazu benützen, um ins Gerede zu kommen und auf diese Weise ihren Bekanntheitsgrad zu steigern.

Solange die kirchlichen Verantwortlichen aus ideologischen Gründen und trotz der jüngsten Entwicklungen auf der Handkommunion bestehen, wird sich die Lage nicht entspannen. Das nächste Sakrileg ist vorprogrammiert.
4 Lesermeinungen:
Sonntag, 24. Juli 2005 12:28
Lilith: genau!
Wie konnte es überhaupt dazu kommen?? Wie kann es jemand wagen den Leib des Herrn bei ebay zu versteigern? Eigentlich gibt es da keine Worte für, die meine Empörung ausreichend beschreiben.
Donnerstag, 5. Mai 2005 15:56
Didimus: Proteste nützen!
Dieses Beispiel hat wieder einmal gezeigt, daß Proteste von Christen, die sich nicht jede Zumutung, geschweige denn Blasphemien gefallen lassen wollen, erfolgreich sein können. Das macht Mut. Lassen wir uns nicht alles gefallen!
Mittwoch, 4. Mai 2005 20:53
Paul Mayer: Tradition hat in der röm. Kirche nur die Mundkommunion
alle anderen Formen – die nur kurz bestanden haben und im übrigen auch nicht gut beweisbar sind – sind nicht ohne Grund von der Hl. Kirche vor vielen Jahrhunderten abgeschafft worden; wg. der Sakrilegien, wg. dem Partikelverlust, wg. falschem theol. Hintergrund.

Nur ein falsches historisierendes (V2-) Theologieverständnis hat vieles, was die Hl. Kirche längst als geklärt ad acta gelegt hatte, wieder hervorgeholt, mitsamt den Irrlehren, auf denen diese Bräuche häufig ruhten. Es wird typsich auf zwei „Hochzeiten“ getanzt, geradezu dialektisch: Die eine Tradition hat man mit einer angeblich noch älteren „verschütteten“ ausgehebelt, wo das nicht möglich war, mit der „geschichtsnotwendigen Entwicklung“ und der „Anpassung an die Welt von heute“.

Alles unter dem Aspekt eines „fließenden, sich entwickelnden“ Wahrheitsverständnisses, welches absolute und unabänderliche Wahrheiten ablehnt. Unter diesem Aspekt ist auch der heute praktizierte „Dialog“ zu verstehen. Diesen führen die „Vernünftigen“ (d.h. die traditionellen Katholiken bleiben ausgespart) und gelangen so zu neuen „Wahrheiten“- in jeder Generation neu…
Mittwoch, 4. Mai 2005 17:14
Seminarist: Handkommunion
Solange die kirchlichen Verantwortlichen aus ideologischen Gründen und der jüngsten Entwicklungen auf der Handkommunion bestehen, wird sich die Lage nicht entspannen. Das nächste Sakrileg ist vorprogrammiert.

Bei den in unseren Breiten praktizierten Kommunionempfang handelt es sich überwiegend um die sogennante Fingerkommunion. Dabei wird die heilige Hostie mit den Fingern zum Mund geführt.
Im Gegensatz dazu liegt bei der Handkommunion die Hostie in der Handschale und die ganze (rechte) Hand wird zum Empfang an den Mund geführt.
Die Handkommunion ist verbreitet in Teilen Asiens und in der koptischen Kirche. Bei letzterer wird dem knieenden Kommunikanten zusätzlich ein kleines Deckchen auf die Hand gelegt.
Meinens Wissens erlauben die offiziellen Schreiben nur die Hand-, nicht aber die Fingerkommunion.
Ich bitte die Unterscheidung Hand-/Fingerkommunion bei der Diskussion stets zu berücksichtigen.

Seminarist
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