Orden
Von der Wirklichkeit eingeholt?
Fünf Teilnehmer einer sogenannten Reality-Show wurden kürzlich in ein südenglisches Benediktinerkloster gesperrt. Was als Spaß begann, soll – wie es scheint – mit einer fünffachen Bekehrung geendet haben.
(kreuz.net, West Sussex) Fünf Männer – unter ihnen Atheisten und ein ehemaliger Milizionär – sollen kürzlich in ihrem Leben eine radikale Wende erlebt haben. Dies berichtete die britische Tageszeitung „Telegraph“.

Die fünf hatten sich für eine Reality-Show des britischen Fernsehsenders ‘BBC 2’ gemeldet. Ort der Dreharbeiten war das ziemlich verweltlichte Benediktinerkloster Worth Abbey in West Sussex im Süden von England. An das Kloster ist ein Gymnasium angeschlossen.

Keiner der fünf Freiwilligen war katholisch.

Das Ergebnis der Produktion wird noch diesen Monat ausgestrahlt werden. Die fünf Männer wurden für die Dreharbeiten 40 Tage und 40 Nächte in die mehr oder weniger heiligen Hallen der Worth Abbey eingeschlossen und gefilmt. Die Fünf wollten prüfen, ob das 1500 Jahre alte monastische Leben noch irgendeinen Bezug zur Gegenwart habe.

Die Serie wird in drei Teilen ausgestrahlt und läuft unter dem Titel „Das Kloster“.

Die fünf Freiwilligen mußten sich dem Tagesablauf der Klostergemeinschaft unterwerfen: Gebet in der sehr modernen Klosterkirche, Studium, Mahl- und Arbeitszeiten. Jeder der fünf bekam einen geistlichen Vater beigestellt.

Alles war wie im Kloster. Mit einem Unterschied: Bei allen Tätigkeiten von morgens früh bis abends spät wurden die Fünf von Kameras begleitet. Diese waren selbst bei den täglichen geistlichen Gesprächen in nächster Nähe.

Zunächst fiel es den Kandidaten schwer, dem in Worth Abbey nicht besonders anspruchsvollen benediktinischen Leben zu folgen. Zwei der Möchtegern-Novizen seien sogar auf der Suche nach Zigaretten und anderen Freuden dieser Welt erwischt worden.

Doch am Ende der vierzig Tage gaben alle fünf an, einen bleibenden Eindruck gewonnen zu haben. Der Abt der Kommunität, P. Christopher Jamison, meinte, daß das Kloster mit den Ergebnissen zufrieden sei. Er habe gehofft, daß die fünf verborgene Tiefen in ihrem Leben entdecken und Gott begegnen würden.

Hier ein Kurzportrait der fünf Bekehrten:

Tony Burke (29) war ein bekennender Atheist. Burke gab an, im Kloster „religiöse Erfahrungen“ gemacht zu haben. Als Folge davon will er seinen Beruf wechseln. Bisher drehte er anstößige Werbespots für einen Kanal, der obszöne Telefongespräche vermittelt.

Gary McCormick (36) ist ein protestantischer Nordire, der früher Mitglied der paramilitärischen protestantischen Kampftruppe ‘Ulster Defence Association’ war. Die Gruppe versteht sich als Gegenstück zur IRA und finanziert sich unter anderem mit Drogenhandel. McCormick verbrachte einen beträchtlichen Teil seines Lebens im Gefängnis. Nun will er ein neues Leben beginnen.

Peter Gruffydd ist ein pensionierter Lehrer. Er erklärte, daß er den Glauben an Gott, den er in seiner Jugend verlor, wieder entdeckt habe.

Anthony Wright (32) ist in einer Londoner Verlagskette beschäftigt. Er wolle sich nun den Wunden seiner Kindheit stellen.

Nick Buxton (37) überlegt ab sofort, ob er anglikanischer Priester werden will.

Es ist schwer abzuschätzen, ob die öffentlich gebeichteten Bekehrungserlebnisse echt sind oder ob sie nur ein weiterer Werbegag sind, um die Einschaltquoten für die Serie zu erhöhen.
      
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