Ernennungen
Werden die Karten neu gemischt?
Eines ist schon jetzt klar: Wenn der Papst einen italienischen Diplomaten zum Präfekten des Bischofskongregation macht, wird dort alles bleiben, wie es war.
George Kardinal Pell von Sydney
George Kardinal Pell von Sydney
© Catholic Westminster, CC
(kreuz.net) Papst Benedikt XVI. soll die Entscheidung, Kardinal George Pell von Sydney zum Präfekten der Bischofskongregation zu machen, schon länger getroffen haben.

Das erklärte Andrea Tornielli, der Vatikanist der Mailänder Tageszeitung ‘Il Giornale’, am 10. Juni auf seinem Weblog.

Kardinal Pell habe eingewilligt, aber „mehr als einen Einwand“ gegen eine Ernennung gelten gemacht – so sein Alter und sein Bedauern, Australien verlassen zu müssen.

Zugleich hat der Heilige Stuhl dem Kardinal bereits eine Wohnung in der Via Rusticucci – einer rechten Seitenstraße der berühmte Via della Conciliazione – angeboten.

Er absolvierte auch ein Treffen mit dem Papst und ein langes Gespräch mit dem bisherigen altliberalen Präfekten der Bischofskongregation, Giovanni Battista Kardinal Re.

Doch nach jüngsten Medienberichten ist alles wieder in Frage gestellt.

Tornielli bezeichnet Kardinal Pell als gradlinig und unabhängig von Seilschaften.

Er glaubt, daß das letzte Wort noch nicht gesprochen sei: „Viele hoffen, daß der Papst ihn überzeuge, das Amt anzunehmen und die Nominierung vor dem 20. Juni ankündigen wird.“

Mißbrauchs-Hysterie auch hier?

Heute erklärte der italienische Vatikanist Marco Tosatti in der Turiner Tageszeitung ‘La Stampa’, daß sich auch der vatikanische Staatssekretär, Tarcisio Kardinal Bertone, sehr für eine Nominierung von Kardinal Pell eingesetzt habe.

Mit einem Nichtitaliener als Präfekt der Bischofskongregation verspreche sich Kardinal Bertone einen größeren Einfluß bei der Ernennung italienischer Bischöfe.

Tosatti glaubt, daß bereits vor Jahren widerlegte Mißbrauchs- Vorwürfe gegen Kardinal Pell dessen Ernennung inopportun machen würden.

Die Unterstellungen waren während seiner Zeit als Erzbischof von Melbourne erhoben worden.

Der damalige Erzbischof dementierte die Anschuldigungen vehement, trat sofort in den Ausstand und beauftragte eine unabhängige Kommission mit der Prüfung der Vorwürfe.

Diese wurden schließlich als „völlig haltlos“ zurückgewiesen.

Doch Tosatti weist darauf hin, daß die Untersuchung nur kirchenintern durchgeführt wurde.

Der Beschuldiger könnte darum – angesichts der von den Bischöfen angeheizten Mißbrauchshysterie und der kirchlichen Karriere von Kardinal Pell – die Angelegenheit vor weltliche Gerichte bringen.

Was ist, wenn Kardinal Pell ausfällt?

Gegenwärtig hört man in Rom verschiedene Namen, die als mögliche Präfekten der Bischofskongregation in Frage kommen:

• Der aus der Erzdiözese Krakau stammende Präsident des Päpstlichen Laienrates, Stanislaw Kardinal Rylko (64).

• Der dem Denken des Schweizer Theologen, Hw. Hans-Urs von Balthasar († 1988), nahestehende neokonservative Erzbischof von Québec, Marc Kardinal Ouellet (66).

• Der langgediente vatikanische Diplomat und Apostolische Nuntius in Italien, Mons. Giuseppe Bertello (67). Er wurde schon in der Vergangenheit als möglicher Kandidat für das Amt genannt.

• Erzbischof Paolo Sardi (75), der Pro-Patron des Malteserordens, dessen Nominierung Tornielli aufgrund seines fortgeschrittenen Alters für unwahrscheinlich hält.

• Der aus Genua stammende Erzbischof Mauro Piacenza (65), der Sekretär der Kleruskongregation.

• Diesen Namen fügt Tornielli auch den für seine katholische Linie bekannten Erzbischof von Genua und Präsidenten der italienischen Bischofskonferenz, Angelo Kardinal Bagnasco (67), an.
      
12 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#12   vitrivius2010   23:55:11 | Sonntag, 13. Juni 2010
Ja das stimmt Klausi
HIHIHIHI HAHAHHA :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D
Redaktion benachrichtigen
#11   klausvonjaus   20:58:06 | Sonntag, 13. Juni 2010
DIE FEINDE DER KIRCHE MÜSSEN AUF DEN
… SCHEITERHAUFEN … SCHEITERHAUFEN … SCHEITERHAUFEN…
Redaktion benachrichtigen
#10   Sycamore   18:50:40 | Sonntag, 13. Juni 2010
@ bassman: Solides vom Land
Sie scheinen sich über Sahnehäubchen und Misthaufen gut auszukennen, wie das junge Mädchen vom Land, das Sie nunmal zu sein scheinen.
Tiefere Einsichten soll die Weltkirche von Ihnen nicht erwarten, insbesondere was ihr Personaltableau betrifft.
Redaktion benachrichtigen
#9   marienkind   09:18:52 | Sonntag, 13. Juni 2010
Kurpfälzer
…Seinem Vorgänger wäre das nicht passiert.
Aber nur deshalb, weil er mit den Wölfen geheult hat. Das ist der einzige Grund, warum sie ihn in Ruhe gelassen haben.
Redaktion benachrichtigen
#8   Kurpfälzer   09:00:05 | Sonntag, 13. Juni 2010
Mißbrauchsvorwürfe
Der „Mißbrauch“ ist eine derart durchschaubare Masche innere und äußerer Kirchengegner. Warum ist Benedikt XVI so schlecht gerüstet gewesen. Seinem Vorgänger wäre das nicht passiert.
Redaktion benachrichtigen
#7   r.ruhrgebietler   06:23:35 | Sonntag, 13. Juni 2010
neu gemischt?
na klar! Satan nutzt es für seine zwecke; noch mehr liberalismus, entgottung, entehrung, entweihung, unzucht!
Redaktion benachrichtigen
#6   bassman   22:22:01 | Samstag, 12. Juni 2010
Er nu wieder…
Superhirn! Schön, dass du auch noch da bist. Ein kleiner Klugschiss hier und da ist immer das Sahnehäubchen auf dem Misthaufen!! :(3
Redaktion benachrichtigen
#5   Sycamore   22:18:06 | Samstag, 12. Juni 2010
@bassman
Weisheit ist allgemein mit Alter verbunden.
Sie müssen sehr jung sein.
Redaktion benachrichtigen
#4   Rheiny   20:22:55 | Samstag, 12. Juni 2010
Aha, auch noch alte Menschen beleidigen …
Welche Kompetenz und Einfluss ein 37-jähriger Gesundheitsminister in dieser Bunderregierung hat, wird uns dieser Tage wieder einmal sinnfällig vor Augen gestellt. Ich bin durchaus dankbar für Lebens- und Amtserfahrung wenn es um die zentralen Bereiche der Kurie geht.
Redaktion benachrichtigen
#3   aufrechterkatholik   20:22:48 | Samstag, 12. Juni 2010
AnnaAndreasetc…
Aufrechten Gruß! Es ist sehr sinnvoll, dass Sie auch die Männer danach fragen, ob sie noch im Zustand der Unschuld sind… Ich meine, es ist doch das wichtigste, dass wir rein sind, sozusagen unsere Ehr und Zierde… Es ist einfach bewundernswert, wie sie anderen so diskret die Gelegenheit verschaffen, zu dem zu stehen, was sie adelt: Virgo prius ac posterius, also sozusagen so richtig! Jawoll!
Redaktion benachrichtigen
#2   AnnaAndreasTeresaSebastian   20:15:01 | Samstag, 12. Juni 2010
bassman
Guten Abend, sind Sie etwa noch ein Jüngling?
Redaktion benachrichtigen
#1   bassman   20:03:48 | Samstag, 12. Juni 2010
Toll!! Die Kirche der alten Männer
64, 66, 67, 75, 65, 67! Da kann es ja nur aufwärts gehen mit der katholischen Kirche! :'(
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
ErnennungenDie beiden Trojanischen Pferde ErnennungenHat er abgelehnt? RücktrittErzbischof wegen Unzucht zurückgetreten ErnennungenDrei auf einen Streich ErnennungenVertuschung hält an: Bistum Augsburg stemmt sich gegen Aufklärung ErnennungenDie Anti-Ratzinger- Partei bringt sich in Stellung ErnennungenJetzt wird der Gänswein- Freund zum Problem gemacht Mons. MixaÜber die Verleumder-Erzbischöfe Zollitsch und Marx stürzt der Himmel zusammen Bistum AugsburgOpferschutz? Das Opfer ist Fluchtbischof Walter Mixa Bischof MixaNicht einmal einen Namen! FluchtbischofBistum Augsburg: Der Papst wurde verarscht ErnennungenRücktritt angenommen Mons. Mixas „Opfer“Man frage den Betroffenen am besten gleich selber FluchtbischofLandet der Augsburger Bischof morgen auf der Abfallhalde? FluchtbischofBistum Augsburg: Intrigen gegen einen Topmann
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net