18:35:43 | Samstag, 12. Juni 2010
Eines ist schon jetzt klar: Wenn der Papst einen italienischen Diplomaten zum Präfekten des Bischofskongregation macht, wird dort alles bleiben, wie es war.
(kreuz.net) Papst Benedikt XVI. soll die Entscheidung, Kardinal George Pell von Sydney zum Präfekten
der Bischofskongregation zu machen, schon länger getroffen haben.
Das erklärte Andrea Tornielli, der
Vatikanist der Mailänder Tageszeitung ‘Il Giornale’, am 10. Juni auf seinem Weblog.
Kardinal Pell habe
eingewilligt, aber „mehr als einen Einwand“ gegen eine Ernennung gelten gemacht – so sein Alter und sein
Bedauern, Australien verlassen zu müssen.
Zugleich hat der Heilige Stuhl dem Kardinal bereits eine Wohnung
in der Via Rusticucci – einer rechten Seitenstraße der berühmte Via della Conciliazione – angeboten.
Er absolvierte auch ein Treffen mit dem Papst und ein langes Gespräch mit dem bisherigen altliberalen
Präfekten der Bischofskongregation, Giovanni Battista Kardinal Re.
Doch nach jüngsten Medienberichten
ist alles wieder
in Frage gestellt.
Tornielli bezeichnet Kardinal Pell als gradlinig und unabhängig
von Seilschaften.
Er glaubt, daß das letzte Wort noch nicht gesprochen sei: „Viele hoffen, daß der
Papst ihn überzeuge, das Amt anzunehmen und die Nominierung vor dem 20. Juni ankündigen wird.“
Mißbrauchs-Hysterie
auch hier?Heute erklärte der italienische Vatikanist Marco Tosatti in der Turiner Tageszeitung ‘La
Stampa’, daß sich auch der vatikanische Staatssekretär, Tarcisio Kardinal Bertone, sehr für eine Nominierung
von Kardinal Pell eingesetzt habe.
Mit einem Nichtitaliener als Präfekt der Bischofskongregation verspreche
sich Kardinal Bertone einen größeren Einfluß bei der Ernennung italienischer Bischöfe.
Tosatti glaubt,
daß bereits vor Jahren widerlegte Mißbrauchs- Vorwürfe gegen Kardinal Pell dessen Ernennung inopportun
machen würden.
Die Unterstellungen waren während seiner Zeit als Erzbischof von Melbourne erhoben worden.
Der damalige Erzbischof dementierte die Anschuldigungen vehement, trat sofort in den Ausstand und beauftragte
eine unabhängige Kommission mit der Prüfung der Vorwürfe.
Diese wurden schließlich als „völlig haltlos“
zurückgewiesen.
Doch Tosatti weist darauf hin, daß die Untersuchung nur kirchenintern durchgeführt
wurde.
Der Beschuldiger könnte darum – angesichts der von den Bischöfen angeheizten Mißbrauchshysterie
und der kirchlichen Karriere von Kardinal Pell – die Angelegenheit vor weltliche Gerichte bringen.
Was
ist, wenn Kardinal Pell ausfällt?Gegenwärtig hört man in Rom verschiedene Namen, die als mögliche
Präfekten der Bischofskongregation in Frage kommen:
• Der aus der Erzdiözese Krakau stammende Präsident
des Päpstlichen Laienrates, Stanislaw Kardinal Rylko (64).
• Der dem Denken des Schweizer Theologen,
Hw. Hans-Urs von Balthasar († 1988), nahestehende neokonservative Erzbischof von Québec, Marc Kardinal
Ouellet (66).
• Der langgediente vatikanische Diplomat und Apostolische Nuntius in Italien, Mons. Giuseppe
Bertello (67). Er wurde schon in der Vergangenheit als möglicher Kandidat für das Amt genannt.
• Erzbischof
Paolo Sardi (75), der Pro-Patron des Malteserordens, dessen Nominierung Tornielli aufgrund seines fortgeschrittenen
Alters für unwahrscheinlich hält.
• Der aus Genua stammende
Erzbischof Mauro Piacenza (65), der Sekretär
der Kleruskongregation.
• Diesen Namen fügt Tornielli auch den für seine katholische Linie bekannten
Erzbischof von Genua und Präsidenten der italienischen Bischofskonferenz, Angelo Kardinal Bagnasco (67),
an.
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#10
Sycamore 18:50:40 | Sonntag, 13. Juni 2010
#6
bassman 22:22:01 | Samstag, 12. Juni 2010
#5
Sycamore 22:18:06 | Samstag, 12. Juni 2010
#4
Rheiny 20:22:55 | Samstag, 12. Juni 2010
#1
bassman 20:03:48 | Samstag, 12. Juni 2010