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Donnerstag, 5. Mai 2005 10:43
kreuzmeldungen
Mit einem Schmunzeln + Gerücht + Die Katzen des Papstes + Priesterliches Nähebedürfnis + Freimaurer raus + Erstkommunionkind
Mit einem Schmunzeln

Vatikan. Anläßlich seiner zweiten Generalaudienz kommentierte Papst Benedikt XVI. am gestrigen Mittwoch Psalm 121. Vor Zehntausenden von Pilgern verlas der Papst einen Kommentar, den noch Johannes Paul II. vorbereitet hatte. Nach der auf Italienisch gehaltenen Katechese folgten Zusammenfassungen auf Französisch, Englisch, Deutsch, Spanisch und Polnisch. Danach begrüßte der Papst die Gläubigen in verschiedenen weiteren mittel- und osteuropäischen Sprachen. Nach dem Gruß an die litauischen Pilger scherzte er, obwohl er den Text sehr flüssig und fehlerfrei gelesen hatte: „Das war Litauisch. Oder es sollte es zumindest gewesen sein.“ Auf Ungarisch sagte er: „Jetzt kommt Ungarisch – soweit ich es kann“. Auch diesen Text las der Papst schnell und ohne Versprecher.

Gerücht

Unbestätigten Angaben zufolge hat sich Papst Benedikt XVI. für die ersten Tage seiner Amtszeit das Brustkreuz des Hl. Papstes Pius X. bringen lassen. Dies berichtete die Priesterbruderschaft St. Pius X. Benedikt XVI. habe das Kreuz gegen den Willen seines Zeremonienmeisters, Erzbischof Piero Marini, verlangt.

Die Katzen des Papstes

Vatikan. An jedem Arbeitstag überquerte der damalige Kardinal Ratzinger um 9.00 Uhr morgens den Petersplatz, um die Glaubenskongregation zu erreichen. In der Hand hielt er eine schwarze Ledermappe. Gelegentlich hatte er auch einen Behälter mit Essensresten für die römischen Strassenkatzen dabei. Eines Morgens stoppte ihn ein Schweizer Gardist am Eingangstor zum Vatikan: „Aber Eminenz, was tun Sie da? Organisieren Sie die Katzeninvasion in den Vatikan?“ Der damalige zweite Mann in der Glaubenskongregation, Erzbischof Tarcisio Bertone, soll sogar beobachtet haben, wie sich der angehende Papst mit den Katzen auf Bayrisch unterhielt. Daß der Papst selber Katzen besitzt, wurde von seiner Haushälterin Frau Ingrid Stampa dementiert: „Die einzigen Katzen, die der Papst besitzt, sind aus Porzellan gemacht.“

Priesterliches Nähebedürfnis

Deutschland. Der Altarraum der St. Joseph-Kirche in Lünen wird komplett umgestaltet. Lünen liegt 20 Kilometer nördlich von Dortmund im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Die zehn Stufen zum Altar sollen zertrümmert, die vorderen Bänke beseitigt und der Holzboden erneuert werden. „Der Priester ist 13 Meter näher bei den Leuten als früher. Das ist der größte Gewinn“, meinte der zuständige Pfarrer, Joachim Krämer. Aus dem alten Altar wird ein kleinerer neuer gebaut. „Wenn die Leute nicht in die Kirche kommen, dann kommt eben der Altar zu den Leuten“ – so der Pfarrer. Der Kostenpunkt für den Umbau beträgt rund 200.000 Euro.

Freimaurer raus

Philippinen. Der Bischof der philippinischen Stadt Mati, Mons. Patricio Hacbang Alo, hat klargestellt, daß Katholiken zwischen der Freimaurerei und der Kirche wählen müssen. Beides gehe nicht. Einen entsprechenden Hirtenbrief ließ der Bischof von allen Kanzeln seiner Diözese verlesen. Mati befindet sich am südöstlichen Zipfel der Philippinen: „Wir möchten unseren freimaurerischen Brüdern und Schwestern mitteilen, daß es ihnen nicht länger gestattet ist, eine Kirche zu betreten“, erklärte der Bischof in seinem Hirtenbrief. Die Mitgliedschaft in der Freimaurerei widerspricht den Lehren der Katholischen Kirche. Ein früheres Regierungsmitglied und führender Logenbruder der Region erklärte, daß er über das Verbot „sehr schockiert“ und „enttäuscht“ sei. Er warf dem katholischen Würdenträger ein engstirniges und unchristliches Verhalten vor.

Erstkommunionkind

Er ist gescheit wie ein Dutzend Professoren und fromm wie ein Erstkommunionkind. Er kennt nicht nur intellektuell die gesamte kirchliche Tradition, die Kirchenväter und alle Auseinandersetzungen von der Scholastik bis zur Gegenwart. Die Dimension der Schönheit spielt bei ihm eine ganz große Rolle. Gott ist nicht nur der Wahre und der Gute, er ist auch der Schöne. Ich habe Kardinal Ratzinger immer den „Mozart der Theologie“ genannt. Er ist ein Freund der Künste, der sich gerne ein schönes Bild anschaut, gute Musik hört und selbst perfekt Klavier spielt.

(Joachim Kardinal Meisner in einem Interview mit dem Rheinischen Merkur über Benedikt XVI.)
3 Lesermeinungen:
Freitag, 6. Mai 2005 19:07
hvonsury: Zeremonienmeister
Hoffen wir, dass der neue Papst gelegentlich auch seinen Hochwürdigen Zeremonienmeister auswechseln wird. Und zwar bevor ihn dieser – wie seinen Vorgänger bei der weltweit beachteten Eröffnungszeremonie des Hl.Jahres- in ein farbenprächtiges Papageiengewand steckt.
HV von Sury, CH-Solothurn
Freitag, 6. Mai 2005 06:31
franco.felice: Priesterliches Nähebedürfnis
13 Meter reichen? – Es könnte stimmen. Lünen ist sehr klein.
Donnerstag, 5. Mai 2005 16:03
Didimus: Zeremonienmeister
Die Meldung über das Brustkreuz ist ja hochinteressant. Könnten Sie bitte am Ball bleiben, ob sich das Gerücht bewahrheitet oder nicht?
Übrigens ist Erzbischof Marini nicht Kardinal. Ich denke der kreativ-experimentierfreudige Zeremonienmeister wird an Papst Benedikt XVI. wenig Freude haben. Das Beste wäre allerdings, der Heilige Vater suchte sich einen Neuen für diesen wichtigen Posten.
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