16:03:37 | Montag, 14. Juni 2010
Das Ziel der aufgebauschten Mißbrauchs-Vorwürfe war eine Gleichschaltung der Katholischen Kirche, wie sie – leider auch von modernistischen Bischöfen – aus ganzem Herzen gewünscht wird. Von Franz A. Eibenschütz.
(kreuz.net) Die monolithische Wucht der jüngsten Medienkampagne gegen die Kirche hat aufhorchen lassen.
Bei den deutschen Mainstream- Medien zeigte sich eine kompakte und verdächtige Einigkeit.
Der aufgebauschte
Mißbrauchsskandal macht die Katholische Kirche „endgültig unglaubwürdig“. Das war die Botschaft der
Kampagne.
Wahllose AngriffeDie nach Ausweis ihrer Mitgliedschaft in der Humanistischen Union kirchenfeindliche
deutsche Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger griff die Kirche in unverhältnismäßiger
Schärfe an und unterstellte ihr einen „mangelnden Aufklärungswillen“.
Unter anderem seien eine finanzielle
Wiedergutmachung und längere Verjährungsfristen vonnöten.
Die ‘tageszeitung’ sah mit frecher Ironie
„Fehler des Unfehlbaren“ und meinte damit eine dem damaligen Erzbischof Joseph Ratzinger von München
Freising unterstellte Beschäftigung eines homosexuellen Mißbrauchers.
Die Wochenzeitung ‘Zeit’ trauerte
über die gegenüber einer angeblichen Vertuschungspolitik der Kirche bestehende „Machtlosigkeit der Opfer“ –
angesichts ihrer Auflage verlogen. Und so weiter.
Deutschland hat Probleme mit dem SexWelch’ glückliche
Gesellschaft, die keine anderen Probleme hat.
Wochenlang gruben sich Journalisten in sechzig Jahre Kirchengeschichte –
die Fälle davor hatte Reichspropagandaminister
Joseph Goebbels († 1945) bereits akribisch und mit wenigen
Resultaten aufgearbeitet.
Die Funde wurden aufgebauscht, skandalisiert und auf den Titelseiten der Zeitungen
ausgebreitet.
Daß wir in Deutschland nur noch mit der Sexualität Probleme haben, muß aus der Sicht
des Iraks, Südafrikas und Haitis – um nur einige zu nennen – befremdlich erscheinen.
Es muß klar gesagt
werden, daß sexuelle Straftaten erwartungsgemäß auch in katholischen Institutionen stattfanden. Sie
wurden im Rahmen des damaligen gesellschaftlichen Standards behandelt.
Es ist in der Tat nach dem Ende
der gedankenlosen Verharmlosungen durch die sexuelle Revolution, in der unter anderem die Pädophilie
enttabuisiert wurde, richtig, die im Sexualtrieb auch enthaltene kriminelle Energie scharf zu bekämpfen.
Aber warum tut man das nur in den wenigen und meist harmlosen Fällen, welche Vertreter der Katholischen
Kirche betreffen?
Der sexuelle Mißbrauch alles andere als ein katholisches ProblemMan kann nicht übersehen,
daß der sexuelle Kindermißbrauch insgesamt etwa 6 bis 25 Prozent der Mädchen und 2 bis 8 Prozent der
Jungen betrifft.
Quelle für diese Angaben ist der Artikel „Formen der Mißhandlung von Kindern – Definitionen,
Häufigkeiten, Erklärungsansätze“ von Annette Engfer.
Er wurde in dem von U. Egle, S. Hoffmann und
P. Joraschky im Jahr 2005 herausgegebenen Buch „Sexueller Mißbrauch, Mißhandlung, Vernachlässigung“
im Stuttgarter Schattauer Verlag publiziert.
Diese Zahlen machen die Dimension des Problems deutlich.
Sexueller Mißbrauch wird in sehr vielen Bereichen der Gesellschaft ausgeübt – von Männern, Frauen
und Jugendlichen, mithin eigentlich potentiell von allen dazu neigenden Menschen.
Nichts spricht dafür,
daß es sich hier um ein Problem der Katholischen Kirche handelt. Im Gegenteil. Studien haben längst
nachgewiesen, daß der sexuelle Mißbrauch in der Kirche besonders selten vorkommt.
Die Kirche ist die
Hauptanklägerin des sexuellen MißbrauchsDie Kirche hat sich selbst übrigens – soviel zur Glaubwürdigkeit –
nie als eine Versammlung von Heiligen gesehen.
Sie ist eine Kirche der Sünder und für die Sünder auf
dem Weg zum Reich Gottes.
Es war und ist die Katholische Kirche, welche die Unkeuschheit überhaupt erst
als Sünde definiert hat. Dabei kritisierte und kritisiert sie Gesellschaften, die den sexuellen Mißbrauch
von Kindern, die Vielweiberei, Prostitution und Promiskuität in ihren Alltag als normal und legal integriert
hatten und haben.
Warum also die Fixierung der Medien auf die Katholische Kirche?
Ist es das Anstößige,
daß auch in ihren Reihen Sünder respektive Straftäter sind? Wohl kaum. Die Antwort ist einfach.
Die
Empörung gilt nicht dem MißbrauchIn einem Blog bei ‘Spiegel Online’ schreibt ein Teilnehmer, was nach
den aufgebauschten Mißbräuchen jetzt notwendig sei:
1. Lückenlose Aufklärung, 2. Tätige Reue, 3.
Buße in Form einer finanziellen Entschädigung, 4. Abschaffung des Zölibates, 5. Reformierung der Sexuallehre,
6. Zulassung der Empfängnisverhütung, 7. Zulassung von Frauen zum Priesteramt.
Dieser Katalog ist für
die seit Jahrzehnten stereotyp an der Kirche abgearbeiteten Forderungen repräsentativ.
Aufklärung,
Reue und Buße in Ehren.
Aber was haben der Zölibat, die Sexuallehre, die Empfängnisverhütung und
die Zulassung von Frauen zum Priesteramt mit der Verhinderung von sexuellem Kindesmißbrauch zu tun?
Soll eine Abschaffung der kirchlichen Sexuallehre bewirken, was sie in der Gesellschaft nicht vermochte?
Sollen jetzt verheiratete Pädophile und pädophile Frauen wie in der Zivilgesellschaft auch in der Katholischen
Kirche Kindesmißbrauch treiben können?
Gleichschaltung der KircheSoll die Kirche also lediglich „normalisiert“
werden? Nein, nicht normalisiert – gleichgeschaltet soll sie werden.
Die Katholische Kirche ist die letzte
Institution im Westen, die sich dem Zeitgeist verweigert. Kein Feminismus, keine Gleichschaltung der Geschlechter,
keine Quotenfrauen.
Für die Zeitgeist- und Mainstream- Presse ist wieder einmal die Gelegenheit gekommen,
den Widerstand der Kirche gegen diese gesellschaftsweit durchgesetzte Ideologie zu schwächen.
Das wirklich
Schlimme ist, daß es überhaupt nicht um die mißbrauchten Kinder geht.
Es geht darum, die letzte Bastion
zu schleifen, die aus wohlerwogenen theologischen Gründen sich weigert, um das nicht mehr ganz so goldene
Kalb des Zeitgeists zu tanzen.
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