18:23:36 | Sonntag, 11. Juli 2010
Martin Luther hatte es dem deutschen Adel, dem er Honig um das Maul strich, zu verdanken, daß er seine Ketzereien am Reichstag zu Worms nicht widerrief.

Martin Luther als Augustinermönch. Bild von Lukas Cranach dem Älteren.
(kreuz.net) Wir wollen eine monumentale Lüge über den deutschen Reformatoren Martin Luther († 1546)
festnageln und dessen von dem evangelischen Pastor May gepriesenen angeblichen Heldenmut beleuchten.
Papst Leo X. († 1521) sagt in seiner Bannbulle gegen den abgefallenen Augustinermönch: „Wir wollen die
höchste Nachsicht üben, um unseren Sohn Luther zur Einkehr in sich selbst zu bewegen.“
Luther dagegen
schrieb: „Der Würfel ist gefallen, ich will mich in Ewigkeit nicht mehr versöhnen.“
Oder: „Das Wort
Gottes ist ein Schwert, ist ein Krieg, ist Zerstörung, ist Ärgernis, ist Verderben, ist Gift, […]
wenn wir Diebe mit dem Strang, Mörder mit dem Schwerte, Ketzer mit dem Feuer bestrafen, warum greifen
wir nicht vielmehr mit allen Waffen diese Kardinäle, diese Päpste und das ganze römische Geschwärme
an und waschen unsere Hände in ihrem Blute?“
Ohne Ritter war er feigeWoher diese an den Koran mahnende
Sprache? Vielleicht aus Überzeugungstreue? Nein, vielmehr aus der Zuversicht auf hinlänglichen Schutz
gegen Papst und Kaiser.
Denn wo ihm diese Zuversicht mangelt, zeigt er sich unentschieden und feige.
So schrieb er demütige Briefe an den Papst. Er lief vor Kardinal Kajetan Graf von Thiene († 1547) bei
Nacht und Nebel davon.
Zu dem Reichstag zu Worms (1521) getraute er sich nur versehen mit dem kaiserlichen
Geleitbriefe.
Luther verkroch sich vor den Folgen der Reichsacht in die Wartburg und verließ diese erst,
als der Kaiser mit den Franzosen und dessen Bruder mit den Türken zu tun hatte und in Deutschland alles
drunter und drüber ging.
Hier fand Luther die erste und größte Stütze an seinem Landesherrn Friedrich
III. von Sachsen († 1525) und den mit ihm verbündeten Fürsten, dann am „Bundschuh“, das heißt an den
Verschwörern, die den Bauernaufstand vorbereiteten und schließlich an den Raubrittern.
Appetit auf
den KirchenbesitzDiese drei Parteien benützten Luther, um die Kirchengüter an sich zu reissen. Dafür
versprachen sie dem Reformatoren Schutz und Beistand. Daher stammte seine Kühnheit und der gepriesene
Heldenmut.
Luther gesteht selber:
„Ich verachte die Wut der Römer wie ihre Kunst. Silvester von Schaumburg
und Franz von Sickingen [einer der gefürchtetsten Raubritter, der sich später bekehrte und katholisch
starb] haben mich von der Menschenfurcht befreit.
Franz von Sickingen verheißt mir durch Hutten [Führer
der aufrührerischen Reichsritterschaft, wüster Spötter der Religion, starb entstellt an Syphilis] seinen
Schutz gegen alle meine Feinde.
Dasselbe tut Schaumburg mit fränkischen Adeligen. Nun fürchte ich nichts
mehr. Ich greife den Papst auf das heftigste an gleichsam als den Antichrist.“Wie dieser raubritterliche
Schutz beschaffen war, erwies sich am Reichstage zu Worms, wohin Luther vom Kaiser vorgeladen war.
Großes
Maul und hundert RitterDie Revolutionspartei unter Reichsritter Franz von Sickingen († 1523) und Reichsritter
Ulrich von Hutten († 1523) richtete Briefe und Flugschriften voll der gemeinsten Schmähungen und der
fürchterlichsten Drohungen gegen den Kaiser an die versammelten Legaten und Kirchenfürsten.
An den
Legaten Alexander schrieb Hutten, „er werde alle Wagnisse unternehmen, daß er ohne Leben als Leiche hinausgeschleppt
werde“.
In Worms war man täglich in Angst vor einem Überfall.
Da kam Luther am 16. April 1521 in der
Stadt an, begleitet von etwa hundert Rittern, so daß er es leicht hatte zu prahlen:
„Ich will nach Worms
hinein und dem Behemot [gemeint war Alexander] sein Maul zu zertreten, wenn auch so viele Teufel darin
wären, als Ziegel auf Dächern.“
„Der macht mich nicht zum Ketzer“Am 18. April 1521 erschien Luther
vor der Reichsversammlung – zur allgemeinen Enttäuschung war von seinem trotzigen Mute nichts zu bemerken,
er tat recht verlegen und konnte kaum vernehmlich antworten.
Gefragt, ob er die vorliegenden Schriften
als die seinen anerkenne und dieselben widerrufen wolle, bejahte er die erste Frage, bezüglich der zweiten
bat er um Bedenkzeit.
Seine Anhänger murrten über diese Unentschiedenheit und Feigheit.
Kurfürst
Friedrich fühlte sich tief beschämt. Der Eindruck war für Luther ein ungünstiger.
Der Kaiser rief
„Der macht mich nicht zum Ketzer“, gewährte aber einen Tag Bedenkzeit.
Jetzt bearbeiteten ihn seine
Anhänger und versicherten ihn ihres Schutzes. 400 Ritter standen bereit und der Bundschuh plakatierte:
„Schlicht schreib ich, großen Schaden mein ich, mit 8000 Mann Kriegern will ich.“
Es wurde ihm auch
gedroht.
Sonst hätte ihn der Adel erstochenDer abgefallene Priester und Bauernführer Thomas Münzer
(† 1525) warf später Luther vor:
„Er habe es dem deutschen Adel, dem er das Maul mit Honig bestrichen,
zu verdanken, daß er zu Worms festgestanden.
Denn der Adel wähnte nicht anders, als du würdest mit
deinen Predigen Geschenke geben – Klöster und Stifte!
So du zu Worms hättest gewankt, wärst vom Adel
eher erstochen worden als losgegeben, weiß doch jeder.“Tags darauf erklärte Luther, daß er nicht
widerrufen werde noch wolle.
Eine unbeglaubigte AnekdoteDie Worte aber, die am Reformatoren-Monument
zu Worms unter der Statue Luthers zu lesen sind „Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir,
Amen“ hat Luther auf dem Reichstage nicht gesprochen.
Sie sind eine spätere und tendenziöse Zutat zu
Luthers Reichstagsrede.
Bald nach dem Verhöre wurde eine offizielle, drei kleine Quartblätter umfassende
Schrift veröffentlicht: „Martini Lutheri oratio coram Caesare Carolo, Electoribus Principibus, et Statibus
Imperii in conventu Imperiali Vormatiae.“
In dieser Schrift befinden sich besagte Worte nicht.
Wenn
der evangelische Pastor May dieselben trotzdem vor seinen Zuhörern als Luthers Worte anführt, so ist
dies ein Beweis, daß ihm Lutherfabeln als historische Tatsachen gelten.
Über neuere Versuche, Luthers
Ausspruch zu retten, sagt der Protestant Mauerbrecher: „Nur aus rührender Anhänglichkeit an liebgewonnene
Traditionen erklärt sich der Eifer, derartige, unbeglaubigte Anekdoten festzuhalten!“
Am 25. April erfuhr
Kaiser Karl V. († 1558), daß sich Luther anstößig aufführe. Am folgenden Tag mußte der unfromme „Gottesmann“
Worms verlassen.
Aus dem Buch „Luther, wie er lebte, leibte und starb, nach unwiderleglichen Berichten
dargestellt. Streitschrift gegen die Los von Rom-Pastoren“. Achte, unveränderte Auflage. Graz und Wien
1925. Verlagsbuchhandlung ‘Styria’. Erhältlich hier
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