Kommentar
Krokodilstränen
Das Land Oberösterreich gedenkt des Konzentrationslagers Mauthausen bei Linz. Wenn Geschehnisse mit tiefem Leid und schwerer Schuld verbunden sind, sei Erinnerung unverzichtbar, betonte der Landeshauptmann im Hinblick auf diesen Anlaß. Ein Kommentar.
(kreuz.net, Linz) Dieses Wochenende steht in Oberösterreich im Zeichen des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Anlaß ist der 60. Jahrestag der Befreiung der Gefangenen aus dem KZ Mauthausen und seinen Nebenlagern.

Heute fand darum in der Kapelle auf dem Gelände des ehemaligen KZ Mauthausen um 9.30 Uhr ein ökumenischer Wortgottesdienst mit Kardinal Christoph Schönborn, dem griechisch-orthodoxen Metropoliten Michael Staikos und dem evangelisch-lutherischen Bischof Herwig Sturm statt.

Um elf Uhr sprachen der katholische Kardinal Christoph Schönborn und der sozialistische Bundespräsident Heinz Fischer.

Im KZ Mauthausen wurden mehr als 120.000 Menschen von den Nationalsozialisten umgebracht. Am 5. Mai 1945 setzte ein Panzerspähtrupp der US-Armee den Verbrechen ein Ende.

Man gedachte auch der ehemaligen Nebenlager. Auf Schloß Hartheim hielten der sozialistische Bundespräsident Fischer und der christdemokratische Landeshauptmann Josef Pühringer am Samstag um zehn Uhr Reden.

Die 1898 errichtete Betreuungsanstalt für Behinderte hatten die Nationalsozialisten 1939 in eine „Euthanasieanstalt“ für die Ermordung behinderter sowie psychisch kranker Menschen umgewandelt.

„Euthanasieanstalt“?

Das klingt eigentlich ganz modern. Werden „Euthanasieanstalten“ heute auch noch betrauert? Oder muß man die Nationalsozialisten für diese Errungenschaft nicht eher loben?

Heute ist doch nur noch die faschistoide katholische Kirche gegen „Euthanasieanstalten“.

War das jetzt eine abgeschmackte Aussage?

Unsere „Euthanasieanstalten“ sind doch etwas ganz Anderes. Dort euthanasiert man nur, wer euthanasiert werden will. Keine hilflosen Behinderten und psychisch Kranken. Ein Dienst am Bürger sozusagen.

Die Behinderten und psychisch Kranken würden wir – der Himmel möge es verhüten – nie im Leben euthanasieren.

Warum nicht? Weil wir sie schon vorher loswerden. Schließlich gibt es Schwangerschaftstests, Gen-Untersuchungen und hocheffiziente Methoden der Kinderabtreibung.

Und wenn ein potentieller Euthanasie-Kandidat durch dieses engmaschige Gitter schlüpft?

Dann lassen wir den kleinen Mongoloiden in der Geburtsstation liegen. Bis er mausetot ist.

Ewig schade, daß die Nationalsozialisten noch keine wirksamen Schwangerschaftsuntersuchungen und Gen-Tests kannten.

Deshalb waren sie gezwungen, ihren Ruf unter anderem damit zu ruinieren, indem sie zu so schrecklichen und verabscheuungswürdigen Einrichtungen wie „Euthansieanstalten“ Zuflucht nehmen mußten.

Einfach furchtbar.
      
2 Lesermeinungen
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#2   Glaubenheisstnichtwissen   14:16:51 | Montag, 9. Mai 2005
und DAS ist alles, was ihnen zu mauthausen einfällt ???
so eine einseitige polemik hätte ich mir nicht erwartet. fötaldiagnostik und die diskussion um sterbehilfe so reisserisch mit der staatsideologie systematisch geplanter ermordung und aushungerung von als minderwertig betrachteter menschen gleichzusetzen, und deshalb diese gedenkveranstaltung, die in der klarheit ihrer worte eine erleichterung brachte für alle, die sich vor einem Abgleiten in ein“wir sind alle opfer“blabla gefürchtet hatten, unter dem motto „krokodilstränen“ zu betrachten, nur weil man hier einen aufhänger für die eigenen ansichten gefunden hat,ist beschämend …
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#1   Niclaas   17:48:34 | Sonntag, 8. Mai 2005
Wenn man einen Menschen beseitigen will …
… dann macht man einfach eine Idee aus ihm.
Gott mußte einfach Mensch werden.
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