10:37:39 | Donnerstag, 15. Juli 2010
Mit der Ernennung des neuen Bischofs von Augsburg haben die Altliberalen den dummen Neokonservativen erneut das Fell über die Ohren gezogen.

Bischof Zdarsa auf einem Pressebild des Bistums Augsburg
(kreuz.net) Der neue Bischof von Augsburg, Mons. Konrad Zdarsa, bringt aus Görlitz einen guten Ruf mit,
weil er dort nichts getan hat.
Das erklärte Leserin ‘Chiara’ noch vor Bekanntgabe der Ernennung auf
dem katholischen Diskussionsforum ‘kreuzgang.org’.
In seiner bisherigen Diözese habe sich Mons. Zdarsa
den Ruf eines emotionslosen Funktionärs erworben, der niemanden an sich herankommen ließ.
Nach der
Ernennung bezeichnete Leser ‘bwv 232’ den neuen Augsburger Bischof als einen „Mann der Verwaltung, weniger
der Seelsorge“.
Er gelte aber als stark und durchsetzungsfähig.
Unnahbarer SeelsorgerAuf Mons. Zdarsas
langjährige Tätigkeit als Kaplan und Pfarrer hingewiesen, erklärt ‘bwv232’: „Kann natürlich sein,
daß er über große Erfahrung in der Seelsorge verfügt, ich konnte davon nicht allzuviel spüren.“
Und: „In der persönlichen Begegnung habe ich ihn als sehr klug, aber auch distanziert erlebt.“
Mons.
Zdarsa sei eine gute Wahl für eine zerrissene Diözese wie Augsburg. In Görlitz war Mons. Zdarsa auch
für seine Distanz zu den Priestern bekannt.
Leserin ‘Jacinta’ weist darauf hin, daß Mons. Zdarsa in
seinem bisherigen Bistum mit der Alten Messe Tabula rasa gemacht habe:
„Wenn man bei ‘introibo.net’ unter
seinem bisherigen Bistum nachschaut, sieht’s sehr, sehr düster aus.“
Leser ‘Galilei’ kontert: „Unter
Wikimissa findet man für das Bistum Görlitz drei Standorte mit Alten Messen, für das Bistum Münster –
ohne Piusbruderschaft – sieben Standorte.“
‘Galilei’ rechnet die Zahlen hoch und kommt zum Ergebnis,
daß es im Bistum Münster einen altgläubigen Standort auf 285.000 Gläubige und im Bistum Görlitz einen
Standort auf 10.000 Gläubige gibt.
Wie wird es in Augsburg mit dem Religionsunterricht weitergehen?
Leser ‘ar26’ sagt, daß er Mons. Zdarsa persönlich kennt:
„Er ist quasi in meiner Nachbarschaft geboren
und war in Sachsen lange Jahre als Gemeindepfarrer eingesetzt, so in meiner Nachbargemeinde in Chemnitz
sowie in der Gemeinde eines sehr guten Freundes von mir, der dort Oberministrant war.“
Anfang der 90er
Jahre habe der damalige Hw. Zdarsa von der Kanzel über die
Notwendigkeit des katholischen Religionsunterrichtes
dozierte – „oder besser gedonnert“.
Diesen Religionsunterricht hat ‘ar26’ als Abiturient selber genossen:
Hw. Zdarsa „sorgte dafür, daß seine Kapläne bis zum Abitur in Kooperation mit der Schulverwaltung alle
Chemnitzer Schüler unterrichten durften.“
Er unterrichtete auf der Abiturstufe sogar selber: „Positiv
in Erinnerung ist mir, daß er differenziert benotete – mich übrigen sehr gut, andere schlecht.“
Keine
katholischen ExtrawürsteZur Alten Messe: „Aus seiner Zeit als Generalvikar in Dresden ist mir tatsächlich
erinnerlich, daß er mit dem alten Ordo Probleme hatte.
Als in Dresden die Bestrebungen zur Etablierung
der Piusbruderschaft begannen, ortete er in meiner Studentenverbindung – zu Unrecht – das Nest, und bot
an, einen »Vortrag« hierzu zu halten“ – erklärt ‘ar26’.
Leser ‘ar26’ erwartet, daß Mons. Zdarsa im
Bistum Augsburg nicht gegen bereits Etabliertes ankämpfen, „aber auch nicht großartig fördern wird.“
Die Priesterbruderschaft Sankt Petrus, die in der Diözese Augsburg ein Priesterseminar führt, hatte
jedenfalls bisher in Mons. Zdarsa keinen Freund.
Er sei vom ostdeutschen Gemeindekatholizismus geprägt,
wo es „keine Extrawürste“ gebe.
In Görlitz sei vor allem die Suche nach Zelebranten für die Alte Messe
ein Problem gewesen: „Zeitweise hat sogar der Pater vom Institut des Guten Hirten aus Breslau ausgeholfen“.
Gegner des Blumenschmucks?Leser ‘TomS’ zitiert aus der Tageszeitung ‘Donaukurier’, die Mons. Zdarsa
verdächtigerweise als einen „gottesfürchtigen und konservativen Theologen“ bezeichnet:
„So unnahbar
und ernst [Mons.] Zdarsa als Bischof wirkt, so freundlich und offen agiert er, wenn er nicht den Bischofsstab
in der Hand hält.“
Seine Predigten seien „ganz eng ans Evangelium gebunden“.
Und: „Die Konzentration
auf das Geistlich-Geistige, auf das, was den Glauben ausmacht, führte auch dazu, daß er den Blumenschmuck
in der Görlitzer Sankt Jakobus-Kathedrale, der Bischofskirche der Stadt, reduzieren ließ oder keine
Konzerte über den engen Rahmen von Kirchenmusik hinaus mehr in dieser Kirche wünschte.“
Bayrischen
WurzelnUser ‘Taddeo’ zitiert aus der Tageszeitung ‘Passauer Neuen Presse’: „Der Bruder des neuen Bischofs
von Augsburg lebt seit 1969 in Regensburg und war dort 22 Jahre lang Mesner der Stadtpfarrei Sankt Anton“.
User ‘Peti’ äußert sich zu den „bayrischen Wurzeln“ von Mons. Zdarsa:
„Seine Mutter Liesel war die
ältere Schwester des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Alfons Goppel († 1991).“
Goppel war
ein politischer Opportunist. Während des Krieges war er Mitglied der NSDAP. Von 1962 bis 1978 amtete
er als bayrischer CSU-Ministerpräsident.
„Ja, er ist ein Cousin“ – bestätigte der CSU-Landtagsabgeordnete
und frühere Wissenschaftsminister Thomas Goppel vor dem ‘Münchner Merkur’.
Hinter der Ernennung von
Mons. Zdarsa nach Augsburg stehen offenbar der Mainzer und der Berliner Kardinal.
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