Ernennungen
Neokonservative ergeben hervorragende altliberale Bischöfe
Mit der Ernennung des neuen Bischofs von Augsburg haben die Altliberalen den dummen Neokonservativen erneut das Fell über die Ohren gezogen.
Bischof Zdarsa auf einem Pressebild des Bistums Augsburg
Bischof Zdarsa auf einem Pressebild des Bistums Augsburg
(kreuz.net) Der neue Bischof von Augsburg, Mons. Konrad Zdarsa, bringt aus Görlitz einen guten Ruf mit, weil er dort nichts getan hat.

Das erklärte Leserin ‘Chiara’ noch vor Bekanntgabe der Ernennung auf dem katholischen Diskussionsforum ‘kreuzgang.org’.

In seiner bisherigen Diözese habe sich Mons. Zdarsa den Ruf eines emotionslosen Funktionärs erworben, der niemanden an sich herankommen ließ.

Nach der Ernennung bezeichnete Leser ‘bwv 232’ den neuen Augsburger Bischof als einen „Mann der Verwaltung, weniger der Seelsorge“.

Er gelte aber als stark und durchsetzungsfähig.

Unnahbarer Seelsorger

Auf Mons. Zdarsas langjährige Tätigkeit als Kaplan und Pfarrer hingewiesen, erklärt ‘bwv232’: „Kann natürlich sein, daß er über große Erfahrung in der Seelsorge verfügt, ich konnte davon nicht allzuviel spüren.“

Und: „In der persönlichen Begegnung habe ich ihn als sehr klug, aber auch distanziert erlebt.“

Mons. Zdarsa sei eine gute Wahl für eine zerrissene Diözese wie Augsburg. In Görlitz war Mons. Zdarsa auch für seine Distanz zu den Priestern bekannt.

Leserin ‘Jacinta’ weist darauf hin, daß Mons. Zdarsa in seinem bisherigen Bistum mit der Alten Messe Tabula rasa gemacht habe:

„Wenn man bei ‘introibo.net’ unter seinem bisherigen Bistum nachschaut, sieht’s sehr, sehr düster aus.“

Leser ‘Galilei’ kontert: „Unter Wikimissa findet man für das Bistum Görlitz drei Standorte mit Alten Messen, für das Bistum Münster – ohne Piusbruderschaft – sieben Standorte.“

‘Galilei’ rechnet die Zahlen hoch und kommt zum Ergebnis, daß es im Bistum Münster einen altgläubigen Standort auf 285.000 Gläubige und im Bistum Görlitz einen Standort auf 10.000 Gläubige gibt.

Wie wird es in Augsburg mit dem Religionsunterricht weitergehen?

Leser ‘ar26’ sagt, daß er Mons. Zdarsa persönlich kennt:

„Er ist quasi in meiner Nachbarschaft geboren und war in Sachsen lange Jahre als Gemeindepfarrer eingesetzt, so in meiner Nachbargemeinde in Chemnitz sowie in der Gemeinde eines sehr guten Freundes von mir, der dort Oberministrant war.“

Anfang der 90er Jahre habe der damalige Hw. Zdarsa von der Kanzel über die Notwendigkeit des katholischen Religionsunterrichtes dozierte – „oder besser gedonnert“.

Diesen Religionsunterricht hat ‘ar26’ als Abiturient selber genossen: Hw. Zdarsa „sorgte dafür, daß seine Kapläne bis zum Abitur in Kooperation mit der Schulverwaltung alle Chemnitzer Schüler unterrichten durften.“

Er unterrichtete auf der Abiturstufe sogar selber: „Positiv in Erinnerung ist mir, daß er differenziert benotete – mich übrigen sehr gut, andere schlecht.“

Keine katholischen Extrawürste

Zur Alten Messe: „Aus seiner Zeit als Generalvikar in Dresden ist mir tatsächlich erinnerlich, daß er mit dem alten Ordo Probleme hatte.

Als in Dresden die Bestrebungen zur Etablierung der Piusbruderschaft begannen, ortete er in meiner Studentenverbindung – zu Unrecht – das Nest, und bot an, einen »Vortrag« hierzu zu halten“ – erklärt ‘ar26’.

Leser ‘ar26’ erwartet, daß Mons. Zdarsa im Bistum Augsburg nicht gegen bereits Etabliertes ankämpfen, „aber auch nicht großartig fördern wird.“

Die Priesterbruderschaft Sankt Petrus, die in der Diözese Augsburg ein Priesterseminar führt, hatte jedenfalls bisher in Mons. Zdarsa keinen Freund.

Er sei vom ostdeutschen Gemeindekatholizismus geprägt, wo es „keine Extrawürste“ gebe.

In Görlitz sei vor allem die Suche nach Zelebranten für die Alte Messe ein Problem gewesen: „Zeitweise hat sogar der Pater vom Institut des Guten Hirten aus Breslau ausgeholfen“.

Gegner des Blumenschmucks?

Leser ‘TomS’ zitiert aus der Tageszeitung ‘Donaukurier’, die Mons. Zdarsa verdächtigerweise als einen „gottesfürchtigen und konservativen Theologen“ bezeichnet:

„So unnahbar und ernst [Mons.] Zdarsa als Bischof wirkt, so freundlich und offen agiert er, wenn er nicht den Bischofsstab in der Hand hält.“

Seine Predigten seien „ganz eng ans Evangelium gebunden“.

Und: „Die Konzentration auf das Geistlich-Geistige, auf das, was den Glauben ausmacht, führte auch dazu, daß er den Blumenschmuck in der Görlitzer Sankt Jakobus-Kathedrale, der Bischofskirche der Stadt, reduzieren ließ oder keine Konzerte über den engen Rahmen von Kirchenmusik hinaus mehr in dieser Kirche wünschte.“

Bayrischen Wurzeln

User ‘Taddeo’ zitiert aus der Tageszeitung ‘Passauer Neuen Presse’: „Der Bruder des neuen Bischofs von Augsburg lebt seit 1969 in Regensburg und war dort 22 Jahre lang Mesner der Stadtpfarrei Sankt Anton“.

User ‘Peti’ äußert sich zu den „bayrischen Wurzeln“ von Mons. Zdarsa:

„Seine Mutter Liesel war die ältere Schwester des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Alfons Goppel († 1991).“

Goppel war ein politischer Opportunist. Während des Krieges war er Mitglied der NSDAP. Von 1962 bis 1978 amtete er als bayrischer CSU-Ministerpräsident.

„Ja, er ist ein Cousin“ – bestätigte der CSU-Landtagsabgeordnete und frühere Wissenschaftsminister Thomas Goppel vor dem ‘Münchner Merkur’.

Hinter der Ernennung von Mons. Zdarsa nach Augsburg stehen offenbar der Mainzer und der Berliner Kardinal.
      
18 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#18   Der Vollgas †   04:54:26 | Sonntag, 18. Juli 2010
Der richtige Mix macht’s
Genau! Schlafengehen, wenn die Morgenröte erwacht. Daran denken, wenn es dämmert. Gute nACHT!
Redaktion benachrichtigen
#17   Erwachet.   03:35:45 | Sonntag, 18. Juli 2010
die ewiggestrigen können aber auch hervorragende ewiggültige ergeben
Der richtige Mix macht’s!
Erwachet.
Redaktion benachrichtigen
#16   Melek Tavus †   08:53:52 | Freitag, 16. Juli 2010
Dreck
Wenn keine Fakten gefunden werden, um einen unliebsamen Bischof in den Dreck zu ziehen, werden eben anonyme Beitraege aus dem Internet fuer authentisch erklaert.
Nicht zu fassen.
Redaktion benachrichtigen
#15   Nicole Koth †   22:26:31 | Donnerstag, 15. Juli 2010
bwc232
Entschuldigen Sie bitte, wer ist Supermann und wer soll sich bitte schämen? Die Redaktion? Nein, Sie Protestant. Wenn einer Supermann ist, dann ist wohl die Redaktion. Und auch da gebe ich Ihnen recht, diese katholische Forum erlebt gerade seinen zweiten Frühling.
Hört Ihr nicht die Vögel? Frohlocke und sei fröhlich!
Redaktion benachrichtigen
#14   Zweifler †   22:26:13 | Donnerstag, 15. Juli 2010
@Mary HakenCruz
dem ‘Zentralrat der Juden’ einen „Maulkorb“ verpaßt, wenn ihr Vorsitzendergläubigen Christenund kirchlichen Repräsentanten
Na HakenCruz, das würde dich sicher freuen, nachdem du die genannten ja alle schon auf deiner KZ-Liste hast.
Dummerweise interessiert es niemanden wirklich was ne Nazi-Trulla auf einer anonymen Hetzseite so vor sich hin blubbert.
Redaktion benachrichtigen
#13   bwv232   22:22:19 | Donnerstag, 15. Juli 2010
Witzig …
… sich in k.net Beitrag selber zitiert zu finden. In dem Thread habe ich übrigens auch noch was über’s k.net geschrieben, interessanterweise wurde das in dem Beitrag nicht zitiert, warum wohl?
Im übrigen halte ich S.E. Zdarsa für einen fähigen Bischof, er ist halt nicht der Supermann, wie er am Anfang teilweise beschrieben wurde. Und das war auch der Tehor meiner Beiträge im kreuzgang.org. Was die hiesige Redaktion draus gemacht ist ein sinnentstellendes zitieren, die meine Intention genau umgekehrt darstellt. Pfui und schämst euch … :-(
Redaktion benachrichtigen
#12   Mary Cruz   19:42:54 | Donnerstag, 15. Juli 2010
Stark und durchsetzungsfähig…
Er gelte aber als stark und durchsetzungsfähig.
Es fragt sich nur, gegen wen er stark und durchsetzungsfähig ist?
Darf man hoffen, dass er den Abtreibungsverein-Gründer Alois Glück aus dem ‘Zentralrat deutscher Katholiken’ entfernt?
Darf man hoffen, dass er wie Bischof Walter Mixa den 9 Millionen – Babycaust verurteilt und dem ‘Zentralrat der Juden’ einen „Maulkorb“ verpaßt, wenn ihr Vorsitzender gläubigen Christen und kirchlichen Repräsentanten Vorschriften erteilen will, was sie sagen und tun dürfen?
Darf man hoffen, dass er Bischof Walter Mixa als Dank, dass er seinen Platz einnehmen darf, sich bedauernd über die Verleumdungskampagne gegen ihn äußert und ihn im Namen aller beteiligten Bischöfe und Kleriker um Entschuldigung bittet?
Redaktion benachrichtigen
#11   monens   18:02:19 | Donnerstag, 15. Juli 2010
Beten um wahre Hirten
Die Kirche benötigt wieder Hirten mit einem ungeteilten zölibatären Herzen für die Wahrheit Jesus Christus.
www.razyboard.com/…07887-5896399-0.html
Hirten, die vor keiner noch so perifd versteckten noch vor offener Drohung der Welt einknicken !
www.razyboard.com/…07887-5920175-0.html
Ein brennendes Herz für die Wahrheit Jesus Christus weiss um die Gefahr der Fangnetze der Welt
www.razyboard.com/…07667-5880151-0.html
Redaktion benachrichtigen
#10   Simon Boccanegra   13:52:43 | Donnerstag, 15. Juli 2010
Dumme Neokonservative
Die Neokonservativen in der deutschen Kirche hatten noch nie viel Hirn im Kopf. Wenn es stimmt, daß der Bischof von Mainz hinter der Ernennung steht, dann haben sich die Neokonservativen in der Tat dümmlich über den Löffel balbieren lassen.
Redaktion benachrichtigen
#9   hieronymus333   13:18:52 | Donnerstag, 15. Juli 2010
Erneut das Fell über die Ohren gezogen
Das hat ja sehr lange gedauert, bis man das erkannt hat.
Redaktion benachrichtigen
#8   sriz   11:59:29 | Donnerstag, 15. Juli 2010
Das Schreibbüro
bastelt sich aus anonymen Leser-Meinungen (vermutlich selbst erfunden) das Bild von Zdarsa zusammen, das es haben will. Ist natürlich sehr aussagekräftig. :-S
Redaktion benachrichtigen
#7   Constantin   11:51:58 | Donnerstag, 15. Juli 2010
Altliberal, neokonservativ…
Glaubensverdreher sind sie letztlich alle.
Redaktion benachrichtigen
#6   jesuskommtbald70   11:44:56 | Donnerstag, 15. Juli 2010
Redaktion benachrichtigen
#5   Himmelblauer Abt   11:21:58 | Donnerstag, 15. Juli 2010
B. Zdarsas Wahlspruch wird versöhnen helfen
Der Wahlspruch von Bischof Zdarsa „Ipse est enim pax nostra“ – Denn Er ist unser Friede, und seine unaufgeregte Art, werden beitragen Versöhnung im Bistum Augsburg zu bewirken. Eine familiäre Bindung an einen hohen CSU-Mann kann dabei ja nur helfen.
Die Augsburger werden sich allerdings erst ein wenig an den leichten Dialekt des neuen Bischofs gewöhnen müssen. :-)
Redaktion benachrichtigen
#4   Domenico Tuttisanti   11:11:03 | Donnerstag, 15. Juli 2010
Nepotismus?
.
„Ja, er ist ein Cousin“ – bestätigte der CSU-Landtagsabgeordnete und frühere Wissenschaftsminister Thomas Goppel
Zum Hintergrund von Bischofsernennungen in Bayern belehrt uns die Augsburger Allgemeine:
Bis zur Neubesetzung des Bischofsstuhls vergeht in der Regel ein knappes Jahr. Vor der Ernennung muss sich der Heilige Stuhl bei der bayerischen Staatsregierung vergewissern, ob gegen den Kandidaten politische Bedenken bestehen.
Redaktion benachrichtigen
#3   wolfgang e.   11:04:07 | Donnerstag, 15. Juli 2010
Komisch…
Der Artikeltext liefert eigentlich keinen Hinweis auf die Richtigkeit der Überschrift…
Passiert wohl auf kreuz.net häufig: Wenn die Tendenz des eingereichten Artikels nicht passt, muss wenigstens in der Überschrift geätzt werden.
Redaktion benachrichtigen
#2   fundamental-christian   11:01:10 | Donnerstag, 15. Juli 2010
Ja, D.T., und das ist
doch schonmal was… :-D ^-^
Redaktion benachrichtigen
#1   Domenico Tuttisanti   10:59:01 | Donnerstag, 15. Juli 2010
Bischof Zdarsa habe
den Ruf eines emotionslosen Funktionärs erworben, der niemanden an sich herankommen ließ.
Dann sind wenigstens Missbrauchs- und Misshandlungsvorwürfe ausgeschlossen! :-) :)3
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
Mons. MixaBischof Walter Mixa wird nach Eichstätt abgeschoben Mons. ZdarsaZölibat bedeutet „um des Himmelreiches willen“ ErnennungenDie geheuchelte altliberale „breite Enttäuschung“ dient nur der Erpressung ErnennungenDie Ernennung ist offiziell ErnennungenEin Günstling des altliberalen Apparates: Weibliche Diakone will er auch ErnennungenNeuer Bischof von Augsburg ErnennungenDie Karrieristen-Ernennung ist fix ErnennungenMehr vom gleichen in Eisenstadt Bischof Walter MixaDer Papst segnet den altliberalen Sieg über Mons. Mixa und die Wahrheit ab ErnennungenDie Augsburger Putschisten haben ihre Kandidaten vorgestellt ErnennungenMehrere wichtige Personalentscheidungen ErnennungenKeine gute Wahl ErnennungenVersöhnungsbrief von Bischof Mixa ErnennungenAngebliche Quellen und nebulöse Geheimakten ErnennungenAugsburg: Die Wunschkandidaten der Medienbosse
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net