11:09:37 | Freitag, 23. Juli 2010
Mehr als zwanzig Gruppen in Deutschland bitten um eine Alte Messe und bekommen von den altliberalen Amtsbischöfen nicht einmal eine Antwort. Doch das Motu Proprio bahnt sich seinen Weg.
(kreuz.net) Die Orte, wo regelmäßig im Alten Ritus zelebriert wird, sind seit dem Motu Proprio ‘Summorum
Pontificum’ um 480 Prozent gestiegen.
Das gab die Vorsitzende der deutschen Laienvereinigung ‘Pro Missa
Tridentina’, Monika Rheinschmitt, bekannt.
Im Juni 2007 gab es im deutschen Sprachraum insgesamt 35 Orte,
wo die Alten Messe regelmäßig gelesen wurde.
Drei Jahre danach, Anfang Juli 2010, waren es 203 Meßorte.
Meßorte nach Ländern aufgeteiltIn
Deutschland gibt es 138 Meßorte, an denen regelmäßig im Alten
Ritus gefeiert wird.
Nur an 49 Orten gibt es eine regelmäßige Sonntagsmesse. In 24 von ihnen werden
auch die Feiertage bedient.
An 26 Orten gibt es ein bis drei Sonntagsmessen pro Monat.
An 63 Orten feiert
der Priester nur werktags die Alte Messe.
In
Österreich gibt es nur 28 Meßorte.
An elf wird regelmäßig
am Sonntag die Alte Messe gefeiert, an sieben auch feiertags.
An vier Meßorten finden ein bis zwei Sonntagsmessen
im Monat statt, an dreizehn nur Werktagsmessen.
In der konfessionell gesehen viel kleineren
Schweiz gibt
es 39 Meßorte.
An 21 Meßorten feiern Priester jeden Sonntag die Messe, an 13 auch feiertags.
An vier
Meßorten finden ein bis zwei Sonntagsmessen pro Monat statt.
An vierzehn Meßorten feiern die Priester
nur werktags die Messe im Alten Ritus.
Immer noch: Bischöfe gegen Alte MesseAn mehreren Meßorten
mußte der Alte Ritus wieder eingestellt werden. Beispielsweise ist in Altötting der Zelebrant verstorben.
Im letzten Jahr haben sich die verschwindenden und neuen Meßorte fast die Waage gehalten.
Dennoch kann
laut Frau Rheinschmitt keinesfalls von einer „Bedarfssättigung“ gesprochen werden.
Denn: „Uns sind mehr
als zwanzig Gruppen traditioneller Gläubiger bekannt, die sich um eine regelmäßige Feier der Sakramente
nach den Büchern von 1962 bemühen und dies auch durch Anträge an ihre Pfarrer bzw. Bischöfe kundgetan
haben – aber bis jetzt entweder keine oder eine ablehnende Antwort erhielten.“
Die Alte Messe besitze
auch in sich einen Wert – betont Frau Rheinschmitt: „In ihr wird besonders deutlich wie überaus groß,
schön, erhaben und manchmal auch fremd die göttliche Majestät ist“.
Die Kirche habe in vielen Jahrhunderten
liturgische Formen entwickelt und bewahrt, die den Gläubigen helfen, den dreifaltigen Gott zu verehren.
Frau Rheinschmitt hat auch eine
Graphik erstellt, die zeigt, wie die Alten Messen über die deutschen
Diözesen verteilt sind.
Wenig Verständnis, viel HaßFrau Rheinschmitt stellt fest, daß die Berührungsängste
gegenüber den Altgläubigen in manchen Pfarreien abgenommen haben.
Sie freuten sich über den reichen
Schatz der eigenen kirchlichen Tradition.
An anderen Orten würden die Altgläubigen immer noch „schikaniert,
ignoriert, ihre Anliegen bekämpft oder in ungünstigster Weise beantwortet“.
Frau Rheinschmitt nennt
Beispiele:
Die Altgläubigen in Freiburg wünschten sich jeden Sonntag eine Alte Messe. Doch sie darf
nur zweiwöchentlich stattfinden.
Kurzfristig erklärte Prälat Alwin Renker – der Rektor der Kirche,
wo die Alte Messe in Freiburg zelebriert wird – am 4. Juli, daß er, seine Haushälterin und der Mesner
auf Urlaub fahren und darum die Alte Messe am 18. Juli nicht stattfinden könne.
Doch Prälat Renker
ist nicht der Zelebrant der Alten Messe.
Die kommenden Termine für die Alten Messen in Freiburg sind
noch nicht bekannt.
Als zweites Beispiel nennt Frau Rheinschmitt den Skandal von Weiden im Bistum Regensburg.
Dort warten die Altgläubigen trotz Zusage aus Rom und eines Versprechens von Bischof Gerhard Ludwig
Müller von Regensburg seit über einem halben Jahr vergebens auf eine zweite Sonntagsmesse im Monat.
Viele größere Städte noch ohne Alte MesseFrau Rheinschmitt bemerkt abschließend, daß es im deutschen
Sprachraum immer noch in vielen größeren Städten keine Kirche mit einer regelmäßigen Sonntagsmesse
im Alten Ritus gibt.
Als Beispiele nennt Frau Rheinschmitt die Städte Freiburg, Heidelberg, Konstanz,
Ulm, Tübingen, Reutlingen, Würzburg, Freising, Passau, Limburg, Wiesbaden, Speyer, Essen, Dortmund,
Kassel, Hildesheim, Leipzig und Dresden.
Ein Problem sei, daß es in den Ordinariaten „meist nicht gern
gesehen ist, wenn jüngere Priester Interesse für die außerordentliche Form des römischen Ritus zeigen
oder gar darin zelebrieren“.
Das Fazit: „Es bleibt also noch viel zu tun für die nächsten Jahre.“
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.