„Wir können keine liturgischen Verfehlungen tolerieren“
Der bekannte Erzbischof von Colombo in Sri Lanka hat gezeigt, wie die Neuevangelisierung einer Diözese aussieht. Das geht natürlich nicht ohne die Alte Messe.
Erzbischof Malcolm Ranjith von Colombo
(kreuz.net, Colombo) Erzbischof Malcolm Ranjith von Colombo in Sri Lanka hat vom August 2010 bis August
2011 ein „Jahr der Eucharistie“ ausgerufen. Das teilte er den Gläubigen am 16. Juli in einem Rundschreiben
mit.
In dem Brief mahnt Mons. Ranjith seine Priester, keine persönlichen Meinungen in die Messe hineinzutragen.
Damit stelle man sich auf eine Stufe mit Gott und vergötze gleichzeitig sich selber.
Im „Jahr der Eucharistie“
möchte der Erzbischof alle „falschen Praktiken“ in der Messe „eliminieren“.
Schluß mit architektonischen
Clownaden
Der Erzbischof lenkt die Aufmerksamkeit auf die Renovierung und den Bau neuer Kirchen.
Dafür
verlangt er allerdings die Genehmigung einer erzdiözesanen Unterkommission für Sakrale Kunst und Architektur.
Diese ist mit Vertrauensleuten des Erzbischofs besetzt.
Die Umsetzung wird überprüft
Für das bevorstehende
„Jahr der Eucharistie“ wünscht Mons. Ranjith auch eine Überprüfung der liturgischen Gewänder, Altartücher,
und liturgischen Gefäße.
Er appelliert an alle Pfarrer, Ordensoberen und Direktoren katholischer Schulen,
liturgische Fortbildungen zu organisieren.
Besonders an Priesterseminaren, Wallfahrtsorten und Ordenshäusern
könne man ab sofort keine liturgischen Verfehlungen mehr tolerieren – erklärt Mons. Ranjith in seinem
Schreiben.
Die Bischofsvikare und Dechanten der Erzdiözese werden angewiesen, die Umsetzung der liturgischen
Richtlinien in allen Pfarreien zu überwachen.
Die Ordensleute auf dem Gebiet der Erzdiözese sind von
den liturgischen Normen nicht ausgenommen.
Verpflichtende monatliche Choralämter
Der Erzbischof will
im „Jahr der Eucharistie“ den Gebrauch lateinischer Gesänge fördern.
Alle Chöre in allen 15 Dekanaten
der Erzdiözese sollen die fundamentalen lateinischen Gesänge in besonderen Unterrichtseinheiten erlernen.
Danach müssen die Pfarreien wenigstens am ersten Sonntag im Monat das Kyrie, das Gloria, das Sanctus
und das Agnus Dei auf Lateinisch singen.
Latein sei nach wie vor die hauptsächliche Liturgiesprache
der Kirche – erinnert der Erzbischof an den toten Buchstaben:
„Ich appelliere an alle Priester, Ordensleute
und Laien, zu kooperieren.“
Mehr Alte Messen
Schließlich erinnert der Erzbischof daran, daß die Messe
auch im Alten Ritus zelebrieren werden kann.
Mons. Ranjith will „in naher Zukunft“ mit gutem Beispiel
vorangehen und in der Kathedrale vom Colombo ein Pontifikalamt im Alten Ritus zelebrieren.
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58 Lesermeinungen
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Bemerkungen zur Messe, von Jean Hani, aus: Die Göttliche Liturgie: Der Tod und die Auferstehung sind,
im Hinblick auf uns, Urbilder, welche in der liturgischen Handlung wiedererzeugt werden; und indem wir
an dieser Handlung teilnehmen, vereinigen wir uns mit den Urbildern. Die Messe ist keine Beschwörung
dieser Urbilder, welche zum Ziel hätten, uns die Folgen des Opfers Christi bewusst zu machen; sie ist
vielmehr eine wirkmächtige Wiederholung des Geschehens, das uns unmittelbar wieder in dieses hineinversetzt;
sie macht uns zu Zeitgenossen Christi, Seines Handelns und Seiner Person. Und dadurch gelangen wir zu
jener „Erkenntnis“, von der das Evangelium spricht, welche Begegnung mit dem Göttlichen ist. Ohne die
Göttliche Liturgie wäre die Erlösung Vergangenheit; durch die Liturgie treten wir in das ursprüngliche
Mysterium ein. Der Priester wiederholt genau, was Christus tat und sagte, und mit dieser Gebärde und
diesem Wort geschieht das gleiche wie am Anfang im urbildlichen Geschehen. Das mystische Drama ist außerdem
sogar noch ein Vorwegnehmen des jenseitigen Lebens. „Herr, das Opfer, das wir Deinem Namen weihen läutere
uns und führe uns von Tag zu Tag mehr zur Betätigung eines himmlischen Lebens“ (Stillgebet am 2. Sonntag
nach Pfingsten, lat. Ritus).
@Latrina Wie kann man auf eine Latrina neidisch sein? Schon alles erledigt? Gibt es tatsächlich nichts
mehr? Ausgezeichnet, Prinzessin! Jetzt putzen und gehen! Also dann!
@Latrina Ihr Wunsch ist mir Befehl, Prinzessin! Ich gebe den Rat zurück an die Senderin: einfach nicht
Posten, und sich in die Latrina zurückziehen, um den geistigen Durchfall zu entsorgen. lol
@jogo30 (11:45): ich hätte beinah vergessen … „Also bitte erst informieren dann posten.“ Ich gebe den
Rat zurück an den Sender und füge hinzu: erst lesen, dann posten!
@jogo29 Ich habe nie von „Staatskirche“ gesprochen, sondern (22:19) vom „staatskirchlichen System“ in
Deutschland. Kein Kommerntar Ihrerseits zum Kernthema meines Leserbeitrags?
@ Sycamore In Deutschland gibt es keine Staatskirche, eine solche wir explizit durch Art. 140 GG verboten.
Außerdem gibt es Art 3 GG, die die Religonsfreiheit garantiert, was bei einer wirklichen Staatskirche
nicht der Fall wäre. Also bitte erst informieren dann posten.
Es ist vielfach aufgezeigt worden, dass sich in der Architektur und Ausstattung der antiken Tempel eine
Art „ritualistisches Weltbild“ realisiert. Der Kultus begleitet nicht die jahreszeitlichen Rhythmen der
Natur, sondern umgekehrt: aufgrund der immer neu rite et recte begangenen Observanzen bleibt der Rhythmus
der Natur intakt. Genau wie ethische Verfehlungen können auch kultisch-liturgische Verfehlungen die Welt
aus dem Gleichgewicht bringen und großes Verderben bewirken.
Der Kirche ist der Kampfgeist abhanden gekommen! Lord Weidenfeld hat in einem Artikel vom Sonntag, 25.
Juli, beklagt, daß die katholische Kirche ihren traditionellen Kampfgeist verloren habe. Man könnte
denken, es wäre ein typisch deutsches Phänomen, aus den bekannten Gründen. Lord Weidenfeld erwähnt
spezifisch, aber nicht ausschließlich, den Vatikan. Ein Blick auf unsere Bischöfe reicht völlig aus,
um seine Eindrücke zu bestätigen. In einem staatskirchlichen Sytem wie das deutsche ist das vielleicht
nachvollziehbar: wer beißt wohl die Hand, die ihn füttert? Siehe die Kritik an der Kritik Kardinals
Meißner, wo „echte Demokraten“ unter den Lesern schlagen vor, dem kritischen Kardinal staatliche Subventionen
zu streichen, weil er es gewagt hatte, „den Staat“ zu kritisieren. Echte Nationalsozialisten! Ein Rundblick
reicht aus, um zu der Schlußfolgerung zu kommen, die leitenden kirchlichen Kräfte seien „mouche“ geworden:
keine Klarsicht, keinen Mut, keinen Kampfgeist – terrorisiert davon, wie die Medien auf das, was sie sagen
und tun, reagieren werden, da sie sich des fehlenden Beistands ihrer „Brüder im Bischofsamt“ sicher sein
können. Der Erzbischof von Colombo zeigt eine Klarsicht und Entscheidungsfreude, die als Beispiel für
sämtliche „Brüder im Bischofsamt“ bis auf die Spitze im Vatikan dienen soll.
Der Mann ist ein Genie! Gäbe es nur mehr solche Bischöfe, die Kirche würde gesunden! Aber genau deshalb
verfolgt und mobbt man sie. Es sind die Zerstörer der Kirche, die gegen solche Männer arbeiten. Mal
sehen ob man Mut zeigt, und Erzbischof Ranjith die Kardinalswürde verleiht, dann hätte der Ansatz der
liturgischen und theologischen und ekklesiologischen Erneuerung unter Papst Benedikts vielleicht eine
Zukunftschance… :&) :)3
@Walther von Stolzing (19:15) / Palmström „Lesen Sie bitte Sacrosanctum Concilium“ – Sie werden entsetzt
sein.“ Wunderschon! Also doch zurück zum Konzil und ein Ende der liturgischen Verwüstungen, die in 40
Jahren postkonziliaren Tollhaus verursacht worden sind. Palmström, Sie reden wie ein Kretin von den „Gottesdienstformen
des weißen Mannes“ und durch die Einführung von ein bißchen liberatorischen Bathos fühlen Sie sich
wahrscheinlich sehr klug. Woher stammen denn die „neuen“ Gottesdienstformen, die Sie so anzupreisen scheinen?
Aus der von dem „weißen Mann“ angeblich kulturell geschundenen Dritten Welt, oder aber aus Holland, der
Schweiz, Deutschland und Frankreich vornehmlich? Und inwiefern waren die „alten“ Gottesdienstformen nicht
für die breite Welt geeignet? Die breite Welt hat über Jahrhunderte nach diesen Formen gebetet und angebetet.
Bis Sie kamen und ihnen erklärt, es sei alles kulturelle Unterdrückung des „weißen Mannes“. Ersparen
Sie uns weitere Idiotien!
Walther von Stolzing Zwischen der Liturgiekonstitution Sacrosanctum concilium und dem Novus Ordo besteht
ein enger Zusammenhang. Ich darf Ihnen dazu den Artikel „Kautschukartiges Konzil“ empfehlen, den Sie hier
in den Sucher eingeben können.
@Palmström Das Zweite Vatikanum hat *keine* Liturgie für die Weltkirche ermöglicht. Lesen Sie bitte
Sacrosactum Consilium – Sie werden entsetzt sein. Die Liturgiekonstitution wurde übrigens weitgehend
im Missale von 1965 umgesetzt. Der Novus Ordo hat nichts mit dem Konzil zu tun – die Konzilsväter wollten
keine ‘neue Messordnung’.
Totgesagt Kairos schrieb: Latein ist eine tote Sprache und wir können nicht in ihr ausdrücken, was wir
empfinden. Latein ist aber nur bedingt eine tote Sprache; Interessierte können im Internet, etwa in Google,
„Latinitas viva“ eingeben, oder „Living Latin“ bzw. „Lebendiges Latein“ und werden staunen, was da alles
herauskommt. Gerade lateinische Internetforen sind sehr rege. Wie gut einer ausdrücken kann, was er empfindet,
hängt also davon ab, wie gut er Latein gelernt hat. Aber lassen wir das. Frühschoppen und Gottesdienst
sind zweierlei. Persönliches Gebet und Liturgie auch. In der Liturgie, dem öffentlichen Kult, spricht
die Kirche als solche, nicht zu den Menschen, sondern zu Gott, es spricht nicht dieses oder jenes Individuum,
das „ausdrückt, was es empfindet“. Und die Kirche drückt sich im Westen in Latein aus. @chico flojo
„Kyrie/Christe, eleison“ würde ich „Domine/Christe, miserere“ übersetzen; ein Objekt ist nicht ausgedrückt,
das wäre klassisch im Genitiv (etwa mei oder nostri); „misericorde“ ist keine Verbform. Was Colombo angeht,
würde ich der an sich überfälligen Initiative Herrn Ranjiths wünschen, daß in der Diözese noch einige
wirksam geweihte Priester verbleiben, sonst wäre alles „ach ein Schauspiel nur“. Ob das beabsichtigt
ist? Hoffen wir es nicht!
Deutliche Worte… …von Erzbischof Malcolm Ranjith über die sog. „Hand- und Stehkommunion“ in einem
Vorwort zum Buch „Dominus Jesus“ des Weihbischofs von Karaganda in Kasachstan, Mons. Athanasius Schneider :
„die weder in der Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanums noch von den Konzilsvätern gewünscht wurde“
„Die Verantwortlichen zwingen die Gläubigen, die heiligste Eucharistie stehend zu empfangen. Sie haben
sogar die Kniebänke entfernen lassen, sodaß die Gläubigen auch während der Wandlung sitzen oder stehen
müssen.“ „daß sie nach dem Konzil in einigen Teilen der Kirche mißbräuchlich und in Eile eingeführt“
(…) „in der ganzen Kirche zur Regel wurde.“ (…) „befördert eine graduelle und wachsende Schwächung
der Ehrfurcht den eucharistischen Gaben gegenüber“ „Man sieht heute häufig Kommunikanten, die auf ihre
Plätze zurückkehren, als ob nichts Außerordentliches geschehen wäre. Am meisten abgelenkt sind die
Kinder und Jugendlichen“ ( Es gebe Leute ), „welche die Eucharistie davontragen, um sie als Souvenir zu
behalten“, „sie verkaufen“ oder „in satanischen Riten entweihen.“ „Sogar in den großen Konzelebrationen,
auch in Rom, wurden verschiedentlich auf den Boden geworfene konsekrierte Hostien gefunden.“ –- Gelobt
und gepriesen sei ohne End, Jesus Christus im allerheiligsten Altarsakrament Besondere Empfehlung dominus-iesus.de/…loria-Polo-Ortiz.htm
Ehrenmann et al. Ehrenmann (10:50), wollen wir uns in einem Jahr, so Gott will, auf diesem Forum wieder
treffen und schauen, welche Erfolge oder Mißerfolge die Initiative von Erzbischof Ranjith in der Erzdiözese
von Colombo aufzuweisen hat? Nicht sofort, a la deutsch, auf eine Initiative durch eine Auflistung von
allem, was nicht geht, reagieren! Wo bleibt der jugendliche Optimismus des „Yes, we can!“? Latein als
tote Sprache? Gewiß! Das ist eben einer der Vorzüge dieser Sprache, die sich nicht, wie die modernen
Sprachen, im Wandel befindet, um dogmatische Inhalte zu formulieren. Hinzu kommt die außerordentliche
Klarheit dieser Sprache in ihrer Begrifflichkeit und, was die katholische Theologie angeht, die Erarbeitung
eben in dieser Sprache der theologischen Begriffe über die Jahrtausende. Ein weiterer Aspekt, der leider
im Bewußtsein der Gläubigen und ihrer Kleriker verlorengegangen zu sein scheint, ist die Universalität
der Kirche, die auch in der Universalität der lateinischen Sprache, vom Kap zum Nordpol, ihren Ausdruck
findet. Jeder Gläubige, der der heiligen Messe in Colombo, in Köln, in London, in Elsinki und sonstwo
beiwohnt, kann sich dort, dank dieser übriggebliebenen sprachlichen Elemente, ein bißchen weniger fremd
fühlen. Die Initiative des Erzbischof könnte schließlich, mutatis mutandis, ein Beispiel für die Erneuerung
des katholischen Lebens in unseren Diözesen sein. Sie fängt mit der Erneuerung der liturgischen Dispizlin
an – kein schlechter Anfang!
zu Palmström: Das zweite Vatikanum hat G*tt sei Dank Ach Gott es gibt Menschen, die davon ausgehen, andere
Menschen würden ihre Gaben und Begabungen nicht fördern uns seien auf dem niedersten Bildungsstand,
wie viele Europäer, die ihre eigene Kultur ablehnen. Afrikaner lieben ihre Kultur. Dies ist der Grund,
warum diese Menschen für alles die Kultur bereichernde offen sind. Mir sind afrikanische Gemeinden bekanntm,
die in jeder Heiligen Messe, gem. Movus Ordo, alle Aklamationen und Grundgebete, wie Confiteor, Kyrie,
Gloria, Credo, nach der Opferung das Suscipiat, Agnus Dei und Pater noster in der lateinischen Sprache
beten. Auch von Kindern, mit Freude und Hingabe. Mein Freund ist dort als Priester tätig. Die Gemeinde
anzuregen, dies auch in der Muttersprache zu beten, lehnen die Gemeindemitglieder ab.Sie wollen mitbeten
können, wenn sie den Heiligen Vater im TV bei der Heiligen Messe erleben. Mein Freund regte an, daß
der Gemeindechor in der Muttersprache in Selbsherstellung eine Musik-CD mit Weihnachtsliedern herstellt,
um bei seinen Freunden in der Heimat um Spemden zu bitten. Der Chorleiter und die Mitglieder stimmten
dem zu, nachdem mein Freund einverstanden war, daß auch lateinische Gesänge dabei sind. In unseren Gemeinden
kann ein Jugendlicher das Vater unser … , weder in der deutschen Sprache noch in der lateinischen Kirchensprache.Die
Afrikanmer wissen, daß ihre Sprache schön ist, sie sind aber auch begeistert, daß sie in der Kirche
eine gemeinsame Sprache mit der Weltkirche sprechen.
#39 chico flojo 14:47:23 | Mittwoch, 28. Juli 2010
@Freinsberg Misericorde nos, Domine. Misericorde nos, Christe. @Kairos Es geht nicht um Sozialisation,
sondern um eine Länder-und Kontinenteübergreifende Liturgiesprache. Und so tot, wie sie suggerieren
wollen, ist Latein nicht. Diese Sprache lebt nämlich in anderen Sprachen weiter. Wissen Sie eigentlich,
woher das Wort „Mauer“ z.B. kommt? Und wohlgemerkt – es geht jetzt erst mal ausschließlich um die Liturgie,
um die Feier des Hl.Messopfers, um eine Sprache, die im Zweifelsfalle jeder singen und verstehen kann.
Und Übersetzungen in die gängigen Sprachen gibt es genug. Es gibt also überhaupt kein Hinderniss, welches
dagegen sprechen würde. Außer, daß es für Sie und andere wohl zu katholisch ist.
#38 Mann aus Uz 14:36:28 | Mittwoch, 28. Juli 2010
@kairos_03 Latein ist eine tote Sprache und wir können nicht in ihr ausdrücken, was wir empfinden. Das
trifft auf mich bestimmt zu, es gibt sicher Leute, die besser Latein auch als gesprochene Sprache beherrschen.
Aber gerade in der Messe gibt es ja Teile, die immer gleich bleiben oder zumindest in jedem Kirchenjahr
wieder auftauchen. Diese Texte kann man sich ja dann in Ruhe übersetzen. Ich persönlich schätze das
Latein als Liturgiesprache, weil es die Liturgie aus dem Alltag abhebt. Aber natürlich ist es richtig
und wichtig, dass die Messe in den jeweiligen Volks- und Landessprachen gefeiert wird, weil viele Menschen
Latein gar nicht verstehen und sich so gar nicht angesprochen oder einbezogen fühlen. Ein guter Seelsorger
kann seine Gemeinde behutsam zumindest an einzelne Teile der Messe auf Latein heranführen. Aber wir leben
ja nun in der Situation, dass beides möglich ist. Die Frage ist jetzt nur noch, was man daraus macht.
#36 Mann aus Uz 14:23:19 | Mittwoch, 28. Juli 2010
Das Kyrie ist ein Relikt der älteren Liturgiesprache Griechisch in der römischen Liturgie, in der sonst
weitgehend das Lateinische Liturgiesprache ist. Das haben Sie gut erkannt, Herr Freinsberg. Dafür gibt
es ein Glanzbildchen. (Es gibt auch noch das Trishagion innerhalb der Improperien am Karfreitag).
@ chico flojo dennoch sind wir in eine bestimmte religiöse und kirchliche Tradition hineinsozialisiert
und dazu gehört auch die Sprache, oder sehe ich das falsch. Latein ist nicht unsere Landessprache, denn
in dieser Sprache wird eine jede und ein jeder nur in Worthülsen sprechen können. Latein ist eine tote
Sprache und wir können nicht in ihr ausdrücken, was wir empfinden. Das gehört aber für mich zum Glauben
und zur Feier des Glaubens und auch im Gespräch mit Christinnen und Christen aus aller Welt dazu.
#30 Mann aus Uz 14:15:39 | Mittwoch, 28. Juli 2010
Ich hatte ihren vorletzten Beitrag missverstanden, bzw. falsch gelesen. Ja, das verbindende Element der
Liturgiesprache Latein über Volks- und Sprachgruppen hinweg kann ja gerade in afrikanischen Staaten,
in denen von verschiedenen Volksgruppen verschiedene Muttersprachen gesprochen werden, sogar hilfreich
sein.
#29 chico flojo 14:00:24 | Mittwoch, 28. Juli 2010
@Mann aus Uz Ich rede von der „Lingua Franca“ der katholischen Kirche. Das hat einen immensen Vorteil,
um das mal ganz profan auszudrücken. Ich kann die Liturgie nämlich überall verstehen und auch singen –
was bei Bambaara z.B. oder Wolof etwas schwierig sein dürfte. Und umgekehrt gilt das natürlich auch.
#28 Mann aus Uz 13:52:42 | Mittwoch, 28. Juli 2010
Sicherlich ist Latein nicht unsere Landessprache, aber doch eine Sprache, die die europäische Kultur
sehr stark geprägt hat, die afrikanische nicht so sehr. Trotzdem dürfen Anhänger der alten Messe in
Afrika diese doch feiern. Das sollte doch nach dem Motu Proprio als eine afrikanische Eigenentscheidung
möglich sein. Es gibt ja sicher auch Anhänger ursprünglich fernöstlicher Religionen in Europa, die
gerne Riten in Sanskrit feiern möchten, ich kenne mich da nicht so aus, aber wieso nicht.
#27 chico flojo 13:43:57 | Mittwoch, 28. Juli 2010
@Kairos Das habe ich Ihnen nicht unterstellt, sondern es allgemein gehalten. Und wie wäre es denn, wenn
wir mal nicht von Nationalitäten u.ä. reden, sondern von der Katholischen Kirche – in der Nationalitäten
vielleicht – wenn überhaupt- drittrangig sind? Und da wäre das Latein dann unsere „Landessprache“.
Altartücher wünscht Mons. Ranjith auch eine Überprüfung der liturgischen Gewänder, Altartücher,
und liturgischen Gefäße. Mann, o Mann … der hat Sorgen … welche Scheußlichkeiten vermutet er bei
den Altartüchern?
@ chico flojo Mir „wohlwollenden Rassismus“ zu unterstellen, finde ich schon etwas seltsam. Vielmehr wurde
ich bei meiner früheren beruflichen Tätigkeit im kirchlichen Bereich sehr stark von den Freunden im
außereuropäischen Ausland angefragt, was den kirchl. Kolonialismus anging. Genauso wichtig war es aber
auch für mich, deren eigene Praxis der Feier des Glaubens zu respektieren. Das galt sowohl für die Freunde
im osteuropäischen Raum (einschl. der UdSSR) als auch für die Freunde aus dem außereuropäischen Ausland.
Die Alte Messe ist in sich europäisch geprägt und auch im europäischen Kulturraum gewachsen. Sie würden
sich ja auch keinen Kult vorschreiben lassen, der in der Südsee oder bei den zentralafrikanischen Völkern
entstanden wäre. Dies würde Sie wohl auch etwas befremden.
@ Palmström Palmström: „Das zweite Vatikanum hat G*tt sei Dankdie Liturgie für die Weltkirche ermöglicht.“
Das 2. Vatikanum wollte die Änderungen von 1969/70 in dieser Form nicht, erst recht nicht die Praxis,
die, vor allem in den Gebieten „des weißen Mannes“ entstanden ist und nun von „Nichtweißen“ wie z.B.
Erzbischof Ranjith und Kardinal Francis Arinze (Nigeria) kritisiert und bekämpft werden. „… Festlegung
auf die Gottesdienstformen des weißen Mannes, der genug Unheil auf sich geladen hat, in dem er andere
Kulturen vernichtet hat… Da werden die Afrikaner und Lateinamerikaner froh sein, wieder mit dem alten
Liturgieinstrument konfroniert zu werden… Die Leute mögen das nicht…“ Die Gottesdienstform „des weißen
Mannes“ ist in der Praxis weniger die ordentliche oder die außerordentliche Form, sondern vielmehr die
unordentliche Form, wie sie Ranjith zurecht kritisiert. Niemandem wird die sog. Alte Messe übergestülpt.
Die neue Form und vor allem eigensinnige Abweichungen dazu dagegen schon.
Es war höchste Zeit… …dass ein Erzbischof – Malcolm Ranjith – eine Bresche durch den offenkundigen
liturgischen Wildwuchs schlägt und wieder die heilige Tradition verbindlich einfordert. Denn wir sehen
die Gefährdung der sakralen Identität nicht bloss an der Tatsache der oft erschreckenden „Optik“ ( aussen
wie innen ) nachkonziliärer Kirchenbauten sondern auch an der gleichsam Verödung ihrer sakralen Identität,
nicht zuletzt auch durch eine „theologische Leerräumungs-Reform“ unbeschreiblichen Ausmasses. Mittlerweile
ist es gar so, dass es auf den ersten Blick vielerorts kaum mehr möglich ist, eine geweihte römisch
katholische Kirche von protestantischen Gemeinschaftsräumen zu unterscheiden. Die damit verbreitet werden
sollende „Botschaft“ weist in die Richtung der „menschlichen Gemeinschaft“ als Mittel zur Selbstheilung.
Unverbindliches „gemeinsames Mahl-Halten“ als „Menschen-Dienst“ bestimmt vielerorts die Liturgie und zeitigt
die – unberechtigte – „Hand- und Stehkommunion“ sowie die – ebenso unberechtigte – Einführung von „KommunionhelferInnen“
Hier bleibt denn auch kein Platz mehr für das unabdingbar Zentrale der Liturgie… dem GOTTES-DIENST
durch eine ehrfürchtige heilige Messe mit dem allerheiligsten Altarsakrament als dessen Herz ! Die Rückbesinnung
auf die heilige Tradition der Heiligen Mutter Kirche ist gleichsam das seelenheilsnotwendige „Wieder Schliessen“
der „Fenster der Egomanie“ ! dominus-iesus.de/…is_Frau-Dr-Gloria-Po
#21 chico flojo 12:31:39 | Mittwoch, 28. Juli 2010
@Kairos Also so wie in Europa. Und? Warum soll aber denn eine neue Form von Kolonialismus sein, die Alte
Messe zu zelebrieren? Ich glaube jedoch, daß die Abhängigkeiten von „Entwicklungshilfen“ und wohlmeinenden
Weißen (Ach, der/die Kleine ist aber süüß!!) dem viel eher entsprechen. „Wohlwollenden Rassismus“
nennt man so etwas.
Dann warten Sie nurmal Aurora, wenn sie kein Öl mehr in der Lampe haben, um die Morgenröte anzukündigen…
Dann wird wohl auch keine Katastrophe ausbrechen… „Brich an du schönes Morgenlicht…“
Aurora mit dem Sonnenstern Was soll dieses letzte Statement denn? Dann erklären Sie mir bitte mal, was
passieren wird und woher Sie das zu wissen glauben? Superbia und Ira…so ist das…
@ chico flojo also ich habe genug mit katholischen Christen in Afrika, Südamerika und Asien zu tun gehabt,
ich habe da genau die andere Erfahrung. Ich schließe nicht aus, dass es auch Afrikaner gibt, die der
latein. Sprache zugetan sind.
Das zweite Vatikanum hat G*tt sei Dank die Liturgie für die Weltkirche ermöglicht. Eben nicht durch
Festlegung auf die Gottesdienstformen des weißen Mannes, der genug Unheil auf sich geladen hat, in dem
er andere Kulturen vernichtet hat… Da werden die Afrikaner und Lateinamerikaner froh sein, wieder mit
dem alten Liturgieinstrument konfroniert zu werden… Die Leute mögen das nicht…
#14 chico flojo 12:11:24 | Mittwoch, 28. Juli 2010
@Kairos Nein – es ist kein Kolonialismus. Im Gegenteil – ich kenne z.B. einige Afrikaner, die, als Sie
zum ersten Mal bei einer Alten Messe dabei waren, regelrecht fasziniert waren. Ich war selbst mit dabei
und war erstaunt. Denn welcher Afrikaner – wenn er nicht gerade Priester ist oder Theologie studiert,
ist schon mal in Berührung mit der lateinischen Sprache gekommen. Es sind auch Afrikaner, die diese Sprache
lieben und die Gregorianik. Wie gesagt – ich spreche aus eigenen Erfahrungen.
Neuevangelisierung geht sehr wohl ohne die alte Messe, denn neuer Wein in neue Schläuche steht im zweiten
Testament… nicht alter Wein in neue Schläuche…
@ Domenico Tuttisanti Das ist doch wohl für „Wohlerwürden“ das gleiche, so genau kann er es nicht nehmen.
Ich frage mich nur, ob durch diese ARt und Weise der festlegung auf eine vollständig europäisch geprägte
Liturgie nicht wieder Kolonialismus der besonderen Art gepflegt wird.
Deutschland: Entwicklungsland Die deutschen Bischöfe müssen noch viel von Indien lernen. Wann werden
in Deutschland wieder Bischöfe erstehen, wie sie Indien schon heute hat?
@Ehrenmann vorausgesetzt, daß es keine altliberalen oder neokonservativen Missionare aus dem dekadenten
Europa mehr gibt, die dem Volk jeden Glauben an das übernatürliche austreiben.
Die Zeiten ändern sich Die Wüstenwanderung nach dem ersten Pastoralkonzil, dem XXI. Ökumenischem Konzil
der Kirche und dem zweiten vatikanischem Konzil geht zu Ende. Gott sei Dank. Nach und nach zeigen Bischöfe
die Bereitschaft im kirchlichen Leben den Boden der Wahrheit wieder zu betreten. Der Ungehorsam ging von
Europa in die Welt hinaus. In besonderer Weise, waren die niederländischen, die deutschsprachigen und
die französischen Bischöfe die Initiatoren. Von den Bischöfen aus der fernen Welt kommen nun die Wahrheiten
in der Kirche wieder zum Leben. Die Modernisten bei uns werden nach nach beschähmt und gehen in die Versenkung.
Die Wahrheiten verdrängen und zerstören die Hartnäckigkeit unserer modernistischen und häretischen
Bischöfe. Die modernistischen Altbischöfe (Lehmann, Zollitsch, u.v.a.m. ) werden durch ihre auslaufenden
Amtszeiten aus dem Verkehr gezogen. Die neuen Bischöfe müssen, um in der Weltkirche nicht ganz in Vergessenheit
zu gelangen, den Weg der Wahrheit suchen und in Gemeinschaft mit den treu und gläubigen Bischöfen den
Weg gemeinsam gehen. Beten wir, daß alle Bischöfe, die in der Wahrheit leben, immer stärker ihr Glaubenszeugnis
ablegen.
Lieber Herr Erzbischof! Papier ist ja bekanntlich geduldig. Bei der Durchsetzung dieser abgehobenen, realitätsfremden
Forderungen werden sie wahrscheinlich auf Granit beißen und Schiffbruch erleiden. Hoffentlich!
„Wir können keine liturgischen Verfehlungen tolerieren“ Der Satz ist Falsch. Der vorangegangene Satz
ist richtig. Was heißt das, „Wir können keine liturgischen Verfehlungen tolerieren?“ Wer sind wir? Kirche!
Nun gut, wir als Kirche, als Gemeinschaft in Christus haben ein Haupt, sind ein Leib. Wer ihn verfehlt,
ist außerhalb des Leibes. Außerhalb der Gemeinde; in der „Hölle“ sozusagen, wie man der Bedeutung der
Herkunft des Worte rückschließt.