Seit letztem August gibt es Geheimgespräche zwischen den chinesischen Kommunisten und dem Vatikan. Vertreter des Vatikan haben sich den Roten Drachen sogar aus nächster Nähe angeschaut. 2001 entschuldigte sich Johannes Paul II. für „Fehler der katholischen Kirche in China“.
(kreuz.net, Vatikan) Der Heilige Stuhl hat in den vergangenen Monaten mit China Geheimverhandlungen geführt.
Das berichtete Andrea Riccardi in der jüngsten Ausgabe der italienischen Zeitschrift ‘Limes’. Riccardi
ist der Gründer der „Gemeinschaft von Sant’Egidio“.
Die Gemeinschaft ist eine Laienbewegung, die sich
nach dem Zweiten Vatikanum in Rom bildete. Studenten sammelten sich zum Abendgebet in der kleinen Kirche
von Sant’Egidio im römischen Stadtteil Trastevere.
Inzwischen besteht die Gemeinschaft aus 50.000 Mitgliedern.
Sie sind in über 70 Ländern karitativ tätig. Sant’Egidio tritt immer wieder mit spektakulären politischen
Initiativen vor die Weltöffentlichkeit.
Johannes Paul II. beauftragte die Gemeinschaft, Kontakte mit
den blutrünstigen Diktatoren im Reich der Mitte aufzunehmen. Eine Delegation von Sant’Egidio ist sogar
nach China gereist.
Riccardi berichtet, daß Johannes Paul II. im vergangenen August eine chinesische
Delegation empfangen habe. Der verstorbene Papst habe den Wunsch geäußert, nach China zu reisen.
Der
Dialog mit chinesischen Stellen, an denen Riccardi persönlich teilnahm, sei in den vergangenen sieben
bis acht Monaten „besonders intensiv“ gewesen.
Riccardi nennt einige ermutigende Zeichen. So hatte China
dem sterbenden Papst ein Grußschreiben zukommen lassen. Das war die erste diplomatische Note aus China
seit der kommunistischen Machtergreifung. Das Schreiben war vielleicht ein erstes Ergebnis der vertraulichen
Gespräche.
Ein weiterer positiver Hinweis besteht- nach Riccardi – darin, daß die Frau des chinesischen
Diktators Hu Jintao eine katholische Kirche in Macau besucht hat. Diktator Hu ist – wie bei den Kommunisten
üblich – auch Generalsekretär der Kommunistischen Partei.
Macao ist eine ehemalige portugiesische Kolonie.
Sie liegt unweit von Hongkong. Im Jahr 1999 wurde sie unter einem ähnlichen Status wie Hongkong in die
Volksrepublik China integriert.
Ein Problem im Verhältnis zwischen dem Vatikan und der Volksrepublik
sind die diplomatischen Beziehungen mit Taiwan. Taiwan ist eine Insel im Pazifik östlich vor der Küste
des chinesischen Festlandes.
Nach dem Sieg der Kommunisten im chinesischen Bürgerkrieg zog sich die
legitime Regierung 1949 nach Taiwan zurück. Der päpstliche Nuntius folgte ihr. Riccardi bezeichnet die
Beziehungen zwischen dem Vatikan und Taiwan als „Erbe, das möglichst bald überwunden werden muß“.
Eine weiteres Problem besteht darin, daß die chinesischen Kommunisten die freie Religionsausübung –
insbesondere die Ernennung von Bischöfen – nicht erlauben will.
1957 organisierten die Kommunisten sogar
eine Art Staatskirche. Sie besteht aus regimehörigen Katholiken und nennt sich „Patriotische Vereinigung“.
Ihre Priester und Bischöfe werden vom kommunistischen Religionsamt ernannt und unterhalten keine offiziellen
Kontakte zum Vatikan. Die echten Katholiken, für welche die „Patriotische Vereinigung“ ein Greuel ist,
leben unter schwersten Verfolgungen im Untergrund.
Zahlreiche katholische Priester und Bischöfe befinden
sich in chinesischen Arbeitslagern. Die Kommunisten bezeichnen diese Märtyrer als „vom Ausland gesteuerte
feindliche Subjekte“.
Der chinesische Regimeklerus wurde 1957 von Papst Pius XII. exkommuniziert.
Vor
sechs Jahren stimmte der Vatikan erstmals einer patriotischen Bischofsweihe zu. 2001 entschuldigte sich
Johannes Paul II. für „Fehler der katholischen Kirche in China“ und attestierte der Volksrepublik angebliche
Erfolge auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet.
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2 Lesermeinungen
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Schande! Vor sechs Jahren stimmte der Vatikan erstmals einer patriotischen Bischofsweihe zu. Dies ist
ein direkter Angriff auf Papst Pius XII. und seine Politik. Zudem ist es ein grosser Schlag für die Untergrundkatholiken
gewesen. Einer Bischofsweihe die am Ende nur die Gleichschaltung treuer Katholiken in den Kommunismus
beabsichtigt wird zugestimmt, aber der Weihe vierer Bischöfe für etwa Msgr. Lefebvre sel. Gedächtnisses,
wird mit der Exkommunikation bestraft. Lächerlich. Ich wusste dies noch nicht. Danke an Kreuz.Net, weil
man mich nochmal in meinen Traditionalistischen Treurömischen Gedanken verstärkt hat, das heisst also:
sehr kritisch dem modernen Rom gegenüber. 2001 entschuldigte sich Johannes Paul II. für „Fehler der
katholischen Kirche in China“ und attestierte der Volksrepublik angebliche Erfolge auf wirtschaftlichem
und sozialem Gebiet. Entschuldigung? Wissen wir Westeuropäische faule Komfortskatholiken wohl welch ein
Schlag dies ist für die treue Untergrundkirche in China, wo jährlich immer wieder Razzias stattfinden
und Priester eingesperrt werden die den Abtreibungen und Kontrazeptionsmentalität nicht fördern wollen.
„legitime regierung?“ Ich muß nur eine bermerkung machen. Die Regierung der Nationalisten, die in 1949
nach Taiwan geflohen ist, war nicht mehr legitim als die sie folgende Kommunistische Regierung. Beide
sind durch Krieg an die Macht gekommen, und beide sind, bzw. waren (Die Nationalisten sind nun in Taiwan
abgewähl worden), sehr blutrünstigen Diktaturen!! Die Demokratie ist in Taiwan auch nur seit wenigen
Jahren existent. Es wäre nett wenn man versucht die Polemik wegzulassen. Sie hilft die Wahrheit nicht.