12:14:14 | Donnerstag, 5. August 2010
Die Pastoraltheologie ist im Rahmen der akademisch unterbelichteten altliberalen Theologie intellektuell am unteren Ende angesiedelt. Das hat der Fuldaer Fachvertreter erneut bewiesen.

Prälat Richard Hartmann auf der Webseite der Theologischen Fakultät Fulda
(kreuz.net) Im vergangenen Juni hüstelte der altliberale Fuldaer Pastoraltheologe,
Prälat Richard Hartmann,
wieder einmal gegen die Kirche.
Prälat Hartmann ist Vorsitzender der Konferenz der deutschsprachigen
katholischen Pastoraltheologen.
Der auf seiner Webseite publizierte Text trägt den barocken Titel: „Rolle
rückwärts oder Aufbruch nach vorn – nachpfingstliche Beobachtungen. Kommentar zur Lage der Kirche in
Deutschland.“
Sehr ähnliche ArgumentationsstrukturenErwartungsgemäß beginnt der Prälat mit der
medial inszenierten Mißbrauchs-Hysterie.
Diese werde jetzt von den Bischöfen „zur Chance umgedeutet“.
Als Gründe für Mißbräuche würde – wahrheitsgemäß – vereinzelte Täter und der „Werteverlust der
Aufklärer der 68er“ ausgemacht, ärgert sich der Prälat.
Der Gedanke, daß die Bischöfe endlich ihre
Verantwortung erkennen und „das Steuer in die Hand nehmen sollen“, macht den Pastoraltheologen sauer.
Denn die Bischöfe versuchten „mit Anschärfen bestimmter Tabus und Verbote, die Herde rein zu halten“ –
dämonisiert er und folgert aus seiner Konstruktion:
„Je höher die Tabus desto größer die Gefährdung
der Verdunklung und die Kultur der Unehrlichkeit.“
Was der Prälat nicht sieht: Mit sehr ähnlichen Argumentationsstrukturen
haben auch die umnachteten 68er jahrzehntelang für eine Legalisierung der Kinderschänderei geworben.
Predigen mit dem Rücken zum Volk?Dann haut Hw. Hartmann den Bischof von Limburg, Mons. Bischof Franz-Peter
Tebartz van Elst, in die Pfanne, der bei der diesjährigen Fuldaer Bonifatiuswallfahrt gepredigt hat.
In seinem Kanzelwort hatte er – für eine Predigt nicht überraschend – die Gläubigen ermutigt, in der
Kirche auch das Gute zu sehen.
Für den deutschen Masochismus von Prälat Hartmann war das die falsche
Botschaft:
„Hirten, die sich vor ihre Herde auf ein Podium stellen und diese bepredigen, habe ich – außer
in der Kirche – nicht gesehen“ – stänkert er.
Interessanterweise unterrichtet Prälat Hartmann die Predigtlehre,
wo den Studenten beigebracht wird, was er bei Mons. Tebartz van Elst kritisiert.
Aber vielleicht hält
der Prälat hier ein pastoraltheologisches Plädoyer für die Predigt mit dem Rücken zum Volk.
Nicht
gegenüber der HerdeIm weiteren scheint er in diese Richtung zu gehen. Er sieht drei Plätze, die einen
„Aufbruch nach vorne eröffnen“.
Der erste: „Ich sehe die Hirten an der Spitze der Herde (sicher im Ausblick
auf Christus zu), wo sie nicht nur ausgetretene sondern neue Wege ausmachen und der Herde vorangehen auf
gute Weide.“
Diese Vision des Prälaten erfüllt sich – ob er es gemerkt hat? – auf vorbildliche Weise
bei der Zelebration der Alten Messe.
„Also nicht gegenüber der Herde, sondern an der Spitze“ – bestätigt
Hw. Hartmann diesen Eindruck.
Dann sehnt sich der Pastoraltheologe nach Hirten, die „hinter der Herde“
hergehen, um die Langsamen oder Verträumten mitzunehmen.
Warum nicht?
Schließlich wünscht Prälat
Hartmann sich Hirten „mitten in der Herde“, mal sich einem, mal dem anderen zuwendend, mit guter Nähe
zu ihnen und sich ihrer Meinung und ihrer Ahnung aussetzend, in ganz engem Kontakt mit ihnen.
Das klingt
auch nicht schlecht. Prälat Hartmann muß aber sehr darauf achten, daß er andere nicht empfiehlt, was
er selber nicht praktiziert.
Nach diesem netten poetischen Einstand kommen dann erwartungsgemäß die
alten altliberalen Litaneien, deren eifrige Rezitation bereits die Protestanten und Anglikaner in den
Abgrund geführt hat.
Bei der Priestererziehung spielt der Prälat „Strenge“ gegen „Reife“ aus.
Er fordert
natürlich die Abschaffung des Zölibats, die Erfindung weiblicher Priester, die Abschaffung der kirchlichen
Sexualmoral und eine altliberale Liturgie, die es schon lange gibt.
Abschließend klopft er sich auf
die Schulter: Seine altliberalen Sprüche seien „wichtiger und zukunftsweisender als Durchhalteparolen
und der Rückzug in die Festungen früherer Jahrhunderte“ – glaubt er.
Doch aufgepaßt, lieber Prof.
Dr. Hartmann. Zur Kategorie „frühere Jahrhunderte“ gehören auch die Evangelien.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#28
LM. 21:28:45 | Donnerstag, 5. August 2010