14:29:42 | Samstag, 7. August 2010
Die alten Orden wurden von Heiligen gegründet. Die Konzils- Gemeinschaften sind zu häufig im Gefolge selbstverliebter Spinner und Guru-Figuren entstanden. Johannes Paul II. ließ sie einfach machen.

Webseite der Gemeinschaft ‘Miles Jesu’
(kreuz.net) Die kirchliche Familie ‘Miles Jesu’ ist eine neokonservative Gemeinschaft konsekrierter Laien
und Priester nach der Art des Opus Dei.
Sie wurde im Januar 1964 von dem aus Spanien stammenden Claretiner-Pater
Alfonso Maria Durán in der Stadt Phoenix im US-Bundesstaat Arizona gegründet.
Pater Durán war als
Prediger der Spanischen Cursillo-Bewegung in die Vereinigten Staaten gekommen. Aus dieser Aktivität ging
auch ‘Miles Jesu’ hervor. Später arbeitete der Gründer auch als US-Armeekaplan.
Heute befindet sich
das Generalhaus der ‘Miles Jesu’ in Rom. Die Gemeinschaft besitzt Niederlassungen für konsekrierte Mitglieder
in den USA (seit 1964), Indien (1984), Spanien (1985), Nigeria (1987), Italien (1988), Tschechien (1990),
Ukraine (1990), Polen (1991) und in der Slowakei (2004).
Der Gründer wird abgesetztIm Frühjahr 2007
wurde der Gründer der Gemeinschaft vom damaligen kirchlichen Vorgesetzten, dem römischen Kardinalvikar
Camillo Ruini, abgesetzt.
Das gab Pater Barry Fischer, der gegenwärtige Kommissar der Gemeinschaft,
erst jetzt, am 28. Juli, auf der Webseite der Gemeinschaft offiziell bekannt.
Pater Fischer ist ein Missionar
vom Kostbaren Blut. Er war früher Generaloberer seiner Gemeinschaft und wirkte 26 Jahre in Lateinamerika
als Missionar.
Grund für die Entfernung des bisherigen Oberen waren nach Pater Fischers Angaben „ernsthafte
geistige und körperliche Gesundheitsprobleme“.
Nach Angaben der Webseite von ‘Miles Jesu’ leidet er
auch an einer „neurologischen Degeneration“.
Der Geistliche war schon immer für seine cholerische, erratische
und äußerst autoritäre Persönlichkeit bekannt. Er nannte sich Generaldirektor, duldete keinen Widerspruch
und organisierte ‘Miles Jesu’ in der Form einer ihm hörigen Sekte.
Die Absetzung von Pater Durán wurde
durch den Austritt von mindestens achtzehn Mitgliedern aus der Gemeinschaft im Mai 2007 veranlaßt. Unter
ihnen befanden sich ehemalige Mitglieder des Leitungsgremiums, Priester der Gemeinschaft und langjährige
Mitglieder.
Sie warfen ‘Miles Jesu’ zahlreiche Vergehen vor: Manipulation möglicher Eintrittskandidaten,
finanzielle Unehrlichkeit, Vertrauensbrüche bei der geistlichen Leitung, fehlende Versicherungsleistungen
bei einzelnen Mitgliedern, die Lehre, wonach das Seelenheil von einem Eintritt in ‘Miles Jesu’ abhängt,
die Ernennung einer ungenügend ausgebildeten Leiterin des weiblichen Zweiges sowie nicht näher spezifizierte
sexuelle Mißbräuche.
Radikaler UmbauMit der Ablösung von Pater Durán baten dreizehn Mitglieder
von ‘Miles Jesu’ um eine Apostolische Visitation. Diese wurde von dem damaligen römischen Kardinalvikar
Camillo Ruini angeordnet.
Sie brachte eine gewisse Anzahl von Unregelmässigkeiten und zweifelhaften
Praktiken in der Gemeinschaft zum Vorschein. So kam es vor, daß sich neue Mitglieder bereits nach drei
Monaten verpflichteten, dauerhaft bei ‘Miles Jesu’ zu bleiben.
Im Jahr 2009 ernannte der neue römische
Kardinalvikar Agostino Vallini Pater Fischer zum vorübergehenden Oberen der Gemeinschaft.
Er hat die
Aufgabe, die kirchlich nie definitiv approbierten Konstitutionen von ‘Miles Jesu’ völlig umzuschreiben.
Dabei soll die Organisation, Spiritualität und Ausbildung von Grund auf erneuert werden.
Loyalität
um jeden PreisIn den letzten siebzehn Monaten arbeitete Pater Fischer eng mit gegenwärtigen und ehemaligen
Mitgliedern von ‘Miles Jesu’ zusammen:
„In dieser Zeit wurde es klar und unleugbar, daß der Gründer,
Pater Alfonso Durán, unberechenbare Verhaltensweisen an den Tag legte, die völlig jenseits seiner Kompetenzen
waren.“
Diese Machtmißbräuche hätten in einigen Mitgliedern der Gemeinschaft Wunden geschlagen:
„Eine
falsche Auffassung von Loyalität und Gehorsam, die den Mitgliedern eingeflößt wurde, erleichterte das
Verhalten des Gründers, das völlig unakzeptabel war und mit der kirchlichen Disziplin nicht übereinstimmte.“
Wer die Verrücktheiten des Gründers in Frage stellte, wurde häufig einfach intern geächtet.
Die
Reaktion der Gemeinschaft auf die Maßnahmen des Vatikan ist erwartungsgemäß enthusiastisch. In einer
Stellungnahme sprach sie von „dieser Zeit der Erneuerung“.
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