Ein Mahnmahl für die Feigheit der deutschen Politiker
„Ein beachtliches Monument – ein monumentaler Fehler“ – so kommentiert Martin Hohmann, Abgeordneter im Deutschen Bundestag, die Eröffnung des Holocaust-Mahnmals in Berlin.
(kreuz.net, Berlin) Der Abgeordnete für den Wahlkreis Fulda stimmt mit dem verstorbenen langjährigen
Präsident des „Zentralrates der Juden in Deutschland“ Ignaz Bubis überein. Dieser hatte gesagt: „Wir
brauchen das Denkmal nicht.“
Das „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ in der Nähe des Brandenburger
Tors soll an die Judenverfolgung im 2. Weltkrieg erinnern. Die Gedenkstätte wurde am Dienstag nach 17
Jahren Diskussion und einer 2-jährigen Bauzeit eröffnet. Das Holocaust-Mahnmahl zählt 2711 Betonstelen
zwischen 20 Zentimetern und viereinhalb Metern Höhe. Insgesamt umfaßt das Stelenfeld 19.000 Quadratmeter.
An der Eröffnung nahmen rund 1000 Personen teil.
Bereits bei der Bundestagsabstimmung über das Mahnmal
am 25. Juni 1999 hatte sich Hohmann für die „Neue Wache“ als zentrale Erinnerungsstätte ausgesprochen.
Das sei ein eindrucksvolles Denkmal, wo aller Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft würdevoll gedacht
werden könne.
Dennoch wäre angesichts der Einzigartigkeit des Verbrechens an den europäischen Juden
ein eigenes Denkmal durchaus bedenkenswert gewesen, keinesfalls aber in dieser monströsen Ausgestaltung
mit „Speerscher Dimension“.
Albert Speer († 1981) war der Hauptarchitekt des Dritten Reiches.
Als gewichtigen
Einwand gegen das Holocaust-Mahnmal betrachtet der Abgeordnete Hohmann vor allem dessen mangelnde Akzeptanz
in der Bevölkerung.
Weder die Berliner, noch eine andere repräsentative Gruppe von Wahlbürgern sei
von den Politikern gefragt oder gehört worden.
Umfrageergebnisse würden belegen, daß die jetzige Form
des Denkmals von lediglich 3 % der Bevölkerung befürwortet und von 49 % abgelehnt wird: „Politiker haben
wieder über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden. Das führt zu Frust und Politikverdrossenheit“,
erklärt Hohmann weiter.
Die deutsch-russische Jüdin Sonja Margolina bringe die Sache – so Hohmann –
mit folgender Kritik auf den Punkt: „Das Holocaust-Mahnmal verdankt seine Entstehung der Durchsetzungsfähigkeit
von Lea Rosh und der Feigheit deutscher Politiker.“
Die Berlinerin Lea Rosh (69) – eigentlich Edith Renate
Ursula Rohs oder Rosh – ist Autorin, Journalistin und Initiatorin des Berliner Holocaust-Mahnmals.
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Viel hilft nicht immer viel Gewiß – ein zentraler Ort zum Gedenken an diese Verbrechen hatte bisher gefehlt.
Ob die gewählte Ästhetik eines »Taubenklos« die gewünschte Erinnerung und innere Erziehung fördert
und zur Menschlichkeit anmahnt, ist doch fraglich. Ein glaubwürdiges Problembewußtsein haben die Politiker
mit diesem Projekt nicht gezeigt. Zu krass ist der Widerspruch zwischen dem hier gezeigten Willen (monumental &
in Beton) und der von ihnen zu verantwortenden Rechtslage. Einen nur rückwirkenden Willen zu Lebensschutz
kann es in diesem Fall eben nicht geben.