Der Erzbischof von San Francisco soll für das Amt des Präfekten der Glaubenskongregation angefragt worden sein. Er habe angenommen. Die Begeisterung in katholischen Kreisen hält sich in Grenzen.
(kreuz.net, Vatikan) Erzbischof William J. Levada (68) von San Francisco scheint der neue Präfekt der
Glaubenskongregation zu sein. Das berichtet gestern das US-Magazin ‘Time’. Das Medium beruft sich auf
hochrangige Quellen im Vatikan.
„Er steht schon fest“ – zitiert das ‘Time’ Magazin einen Mitarbeiter
der vatikanischen Kurie. Bei der Wahl von Erzbischof Levada handle es sich um eine direkte Entscheidung
des Papstes: „Levada wurde bereits angefragt und hat angenommen. Sollte er es nicht werden, bedeutet dies,
daß jemand beim Papst war und ihn überzeugt hat, seine Entscheidung zu revidieren.“
Der Name von Erzbischof
Levada kursierte seit Tagen als möglicher Präfekt der Glaubenskongregation.
Papst Benedikt XVI. und
Erzbischof Levada sollen persönlich befreundet sein: „Es ist einer, von dem der Papst glaubt, daß er
mit ihm sehr eng zusammenarbeiten kann. Die beiden pflegten gemeinsam abendessen zu gehen.“
Erzbischof
Levada war einer der ersten Diözesanbischöfe, die vom neuen Papst in Audienz empfangen wurden. Papst
Benedikt XVI. traf den Erzbischof vor rund einer Woche.
Als Priester arbeitete Erzbischof Levada von
1976 bis 1982 in der Glaubenskongregation. Kardinal Ratzinger wurde dort im Jahr 1981 Präfekt. Der Erzbischof
von San Francisco ist gegenwärtig ein Konsultor – externer Berater – der Glaubenskongregation.
In San
Francisco hat Erzbischof Levada in der Vergangenheit nicht besonders geglänzt. Seine Erzdiözese gilt
als sehr chaotisch und liberal. Der Klerus ist allgemein im Glauben verunsichert und homosexuell unterwandert.
Einen Skandal produzierte Mons. Levada vor einigen Jahren, als er der Forderung der Stadtverwaltung von
San Francisco nachgab. Diese forderte von katholischen Hilfswerken und kirchlichen Organisationen, Familienvergütungen
auch für Homo-Lebenspartner zu bezahlen. Erzbischof Levada willigte ein.
Als besonders unnachgiebig
gilt Mons. Levada dagegen in Sachen Alte Messe. In seiner Erzdiözese gibt es keine reguläre Indultmesse.
Dagegen werden Messen auf Spanisch, Vietnamesisch, Koreanisch, Kroatisch, Slowenisch, Arabisch, Russisch
und in mehreren chinesischen Dialekten gelesen.
Eine Gläubige aus San Francisco sammelte 85 Unterschriften
zugunsten einer Indultmesse in San Francisco. Man versprach ihr eine Antwort. Ein Jahr später ist sie
immer noch nicht eingetroffen.
Die Priesterbruderschaft St. Petrus, die in der Erzdiözese San Francisco
tätig werden wollte, wies der Erzbischof dankend ab.
Vor seiner Ernennung zum Koadjutor von San Francisco
war Mons. Levada bis 1995 Oberhirte des Erzbistums Portland. Portland befindet sich im Bundesstaat Oregon
im Nordwesten der USA.
Das Erzbistum Portland wurde bekannt, als es als erste US-Diözese wegen Schadenersatzforderungen
im Gefolge klerikaler Unzucht Konkurs anmeldete.
Es ist möglich, daß die Ernennung von Mons. Levada
in Rom mit einer konservativen Nominierung in San Francisco kompensiert wird. Die Römische Kurie arbeitet
häufig nach dieser dialektischen Zick-Zack-Methode.
Als Nachfolger von Erzbischof Levada würde sich
der kalifornische Jesuitenpater Joseph Fessio anbieten.
Pater Fessio ist ein ehemaliger Regensburger
Schüler von Professor Ratzinger und Direktor des großen neokonservativen Verlages ‘Ignatius Press’.
Der Jesuitenpater ist ein vehementer Verteidiger der Zelebration zum Tabernakel und einer sogenannten
‘Reform der liturgischen Reform’.
Als Erzbischof von San Francisco würde sich Pater Fessio später als
Nachfolger des sehr liberalen Kardinalerzbischofs von Los Angeles anbieten.
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14 Lesermeinungen
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Wir dürfen den ganzen Glauben fordern seien wir doch dankbar für das Wenige, was wir immerhin bis jetzt
bekommen haben! Zugebungen retten den Glauben nicht. Auch eine hl. Messe nach tridentinischem Ritus nicht.
Wir müssen den ganzen Glauben fordern, nichts weniger.
Zu Marcel: Instaurare omnia in Christo Es fällt Ihnen sehr leicht, über andere und deren Leistungen
harte Urteile auszusprechen. Wenn es Ihr Wunsch wäre, diese Irrenden (z. B. Kardinal Kasper) zu bekehren,
würden Sie nicht so unbarmherzig auf sie eindreschen. Daß es manchmal mal auch ungeschminkter Kritikworte
bedarf, um nicht relativistisch um den heißen Brei zu reden, ist klar. Aber „des großen deutschen Häretikers,
Mgr. Kasper“ ist doch etwas zuviel des Guten. In Kaspers ehemaliger Diözese kann z.B. die Priesterbruderschaft
St. Petrus die Heilige Messe im überlieferten Ritus feiern, was ihr in der Erzdiözese Freiburg noch
heute verwehrt wird. Und die Genehmigung dazu hat Kasper erteilt. Er hätte es ja 1988 auch verhindern
können, wie andere, sich intolerant gebende Bistümer. Auch wenn wir uns zurecht mehr wünschen und uns
dafür einsetzten müssen, seien wir doch dankbar für das Wenige, was wir immerhin bis jetzt bekommen
haben! Das kleine Pflänzlein wächst langsam, aber es wächst.
#11 Athanasius 21:06:35 | Donnerstag, 12. Mai 2005
Warten wir ab Ich hörte von einem unabhängig operierenden traditionalistischen Priester litauischer
Abstammung, dass einige Traditionalisten darüber sprachen eine Universalerlaubnis (Generales Indult)
für die hl. Messe aller Zeiten sei vielleicht bereits schnell drin (einige sprachen davon, dass seit
Samstag daran gearbeitet wird). Wir müssen hoffen. Bitte geben Sie dem Hl. Vater 100 Tage oder gar ein
Jahr um Sein Pontifikat zu überprüfen.
@ Marcel Wobei man auch die Tätigkeit des Hl. Vaters als seinerzeitiger Erzbischof von München bis 1981
durchaus kritisch sehen muß. Der Regens, den er dort hinterlassen hat, als er nach Rom ging, war absolut
skandalös und geradezu eine Negativauswahl. Auch wenn S. Em. Ratzinger als Erzbischof von München kein
so intoleranter Quälgeist wie sein Vorgänger Cardinal Döpfner war, kann man ihm für seine Tätigkeit
dort kein Qualitätszeugnis ausstellen. Schon damals schwamm er im unauffälligen mainstream der Konzilsgedächntniskirche.
An alle, die vermeinen, ruhig zu bleiben oder darauf hinweisen, wie möglicher Weise klug nicht wieder
die neue Personalbestellungsidee des Hl. Vaters in Person von Erzbischof Levada sei: Alle Freimaurerkasperln
(mit und ohne Schurz) der Kurie wurden vom neuen Papst unverändert übernommen, darunter intolerante
Giganten des Modernismus wie die Cardinäle Ré und Kasper. Sie „lachen“ genauso falsch wie vorher „aus
dem Kastel“ (Fernseher). Wenn jetzt ein weiterer theologischer Blindgänger oder Halbkonservativer, der
als Bischof nichts geleistet hat (kein Zeugnis für Christus und seine Kirche gegeben hat, nicht die Mißbilligung
des organisierten Zeitgeistes auf sich genommen hat), zum Leiter der Glaubenskongregation bestellt wird,
dann ist mir das – gelinde ausgedrückt – zu wenig. Zur Abwechslung möchte ich einmal Taten sehen, dass
etwas weitergeht und nicht Hinsichtl und Rücksichtl und das ganze Mediengesocks der Freimaurer die Vorgangsweise
der Kurie bestimmen.
Abwarten… Ich habe mehr als einmal gelesen, dass Kardinal Ratzinger nicht nur einmal das „liberale“
(in dem Sinne) Element in der Glaubenskongregation war. Ein im Wortsinne liberaler Präfekt dürfte es
gegen seinen Apparat vermutlich sehr schwer haben. Ich habe da volles Vertrauen in die Kongregation.
Instaurare omnia in Christo Man kann ruhig bleiben, weil man in Christus ruht, und trotzdem die Augen
vor den Tatsachen offenhalten. Wenn Sie, Herr Seminarist, ein Beispiel sehen möchten, was ein schlechter
Bischof/Kardinal von Rom aus alles „anstellen“ kann, studieren Sie doch einfach z.B. das „Wirken“ des
großen deutschen Häretikers, Mgr. Kasper, als er nach Rom berufen wurde. In nächster Nähe unter Papst
und Kardinal Ratzinger hat er seine (alten) Irrungen weiter ausgebreitet und in die Tat umgesetzt. Vielleicht
diplomatisch geschickter als früher in seiner deutschen Diözese (die heute ein traditionsfeindliches
Trümmerfeld ist). Die leidgeprüften und von Rom unzählige Male verratenen unierten Katholiken (nicht
nur in) in Osteuropa können Ihnen ein langes (Trauer-) Lied davon singen. Trotzdem: »Allen aber im Glauben
und in der Liebe Getreuen möchte {ich} zurufen: Laßt euch die Freude und das Glück des guten Gewissens
nicht stören durch den Abfall vieler und die Verwirrung in {der} einen und heiligen Kirche! Die Allmacht
des Vaters wacht über eurem Leben; die Liebe des Sohnes wohnt in euren Herzen und Stuben; die Kraft des
Heiligen Geistes macht euch stark wider die Anstürme der Hölle und wider die Sünde des Unglaubens und
des Abfalls.« In diesem Sinne: Instaurare omnia in Christo. Beten, opfern und sühnen wir weiter auf
unserem Gebetskreuzzug für den neuen Papst. Ein anderen haben wir nicht.
IM Vatikan wird auch verhandelt. Wie gesagt: dieser Bischof ist moderat-liberal in Glaubensfragen, und
hat auch so gehandelt in seinem Bistum, bleibt aber moralisch korrekt. Wir müssen in der Tat abwarten:
in dieser Position unter Papst Benedikt XVI. wird er wohl kaum grosse Änderungen anbringen können. Mit
seiner Einberufung in die KfGL ist noch nicht alles verloren für unseren neuen hl. Vater, ontos! Und
denken wir auch daran, dass diese Strategie, wenn der Mann Modernist ist in Lehre, Früchte abwerfen kann.
Er wird in dieser Position dicht bei Ratzinger nicht viel ändern können. Kardinal Rampolla war – angeblich –
bereits Freimaurer und wurde in 1903 zum Papste gewählt, aber weggeVETOt vom Österreichischen Kaiser.
Dieser Kardinal wird wohl nicht der einzigste gewesen sein. Das war bereits 1903. Der Hl. Stuhl ist bereits
lange von innen infiltriert, aber es geht halt darum eine richtige Strategie zur Neutralisierung solcher
Elemente zu folgen. Das vertraue ich Ratzinger zu der 1983 auch sich vehement gegen Mitgliedschaft Katholischer
Männer in der Loge ausgesprochen hat als Appendix zum CIC 83!
Ruhig bleiben! Was sollte ein liberaler Bischof als Nachfolger auf dem Stuhl Ratzingers schon großartig
anstellen können? Unter diesem Papst wird er wohl kaum die Frauenordination zulassen, noch den Zölibat
abschaffen. Der Papst hat während der Zeit als oberster Glaubenshüter seine Schäfchen ins Trockene
gebracht. Ich halte es für einen geschickten Schachzug, als Zugeständnis an die Liberalen Kreise, Bischöfe
á la Levada in der Kurie „zu entsorgen“ und die Bistümer mit anständigen Bischöfen zu besetzen.
Ist an dem Bericht mehr dran? Möglicherweise ja, denn die katholische Nachrichtenagentur der kath. Kirche
Österreichs schreibt in ihrer Kurzmeldung (die Langmeldung steht nur für Abonnenten zur Verfügung)
folgendes: Erzbischof Levada neuer Präfekt der Glaubenskongregation? Italienische Zeitungen bezeichnen
Ernennung als unmittelbar bevorstehend – Erster Hinweis kam von Kardinal Bertone (10.05.2005 12:19) Cardinal
Bertone war nämlich selbst Sekretär in der Glaubenskongregation unter Cardinal Ratzinger. Man wird die
offizielle kirchl. Verlautbarung abzuwarten haben. Im übrigen teile ich die Bedenken, die von anderen
Postern vorgebracht wurden. Dass man S. Ex. Erzbischof Levada zugute halten soll, dass er gegen Abtreibung
ist und bei einem Lebensschutzmarsch mitgemacht hat, kann wohl nur ein Witz sein. Ersteres ist Grundvoraussetzung,
um überhaupt Katholik zu sein (also nicht bloß exkommuniziertes Scheinmitglied), zweiteres haben auch
sehr berüchtigte Modernisten wie der seinerzeitige Erzbischof von Wien, Cardinal König +, gemacht (während
er hintenrum mit Sozis und Freimaurern verhandelt hat, wie die „Sache“ – Straffreistellung der Abtreibung –
über die „Bühne“ gebracht werden könnte, ohne den Dialog zwischen Kirche und Sozialdemokratie zu gefährden) –
soviel noch zu „Kommentator“.
#4 Kommentator 09:00:43 | Donnerstag, 12. Mai 2005
Artikel einseitig Im Artikel wurde nicht erwähnt, daß Erzbischof Levada sehr für eine Verfassungsänderung
ist, die Ehe als Zusammenkunft von Mann und Frau definiert, und an einem Marsch für das Leben teilgenommen
hat und auch sonst sehr gegen Abtreibung ist, wie z.B. der Link www.priestsforlife.org/…olicsanfrancisco.htm
zeigt. Kreuz.net informiert nicht immer ausgewogen!
Sollte sich diese Meldung bewahrheiten… … dann wären alle Hoffnungen in den neuen Papst dahin. Ein
derart radikaler Gegner der Hl. Messe aller Zeiten mit liberaistisch-theologischen Hintergrund wird die
Kirche noch weiter auf den Irrweg führen und von ihrer traditionellen Lehre entfernen. Sollte Benedikt
XVI sich diesen Kandidaten ausgesucht haben, kann er nur vor haben, das Zerstörungswerk seines Vorgängers
mit aller Kraft fortzusetzen. Ich bin zutiefst entsetzt und hoffe, daß diese Meldung nicht zutrifft.
Ja. Dieser Bischof ist moderat liberal. Aber liberal trotzdem. Zumindest in der US-Praxis gewesen. Wie
er es machen wird weiss ich nicht. Vielleicht hilft die Atmosphäre in Rom ihm ein bisschen zumindest
die Arbeit seines Vorgängers in Sachen wie Dominus Iesus nicht zu Grunde zu richten auf Kosten der Orthodoxie.
Es wäre eine gute Strategie als seinen Nachfolger Fessio SJ anzudeuten. Fessio würde in Amerika und
somit im Westkirchlichen Bereich einen Anfang machen können mit Reform der Reform (ich bin kein Anhänger
von dieser Ratzinger-These) und dazu gleich auch mehr Möglichkeiten an Traditionalisten übergeben für
Traditionelle Meßfeiern.
Präfekt Wie wäre es umgekehrt? Fessio, Doktorand Ratzingers in Regensburg, kommt als Präfekt nach Rom
und Levada wird ausgesessen. Für den Liberalismus ist die biologische Lösung wohl das Beste.