13:50:04 | Sonntag, 15. August 2010
Massive Anklagen: Die allmächtige altliberale Kirchensteuer-Bürokratie fällt dem Bischof von Chur ständig in den Rücken und setzt ihre kirchenpolitischen Ziele durch öffentliche Kampagnen durch.

Bischof Vitus Huonder auf einem Pressefoto des Bistums Chur
(kreuz.net, Chur) Am 13. August sandte Bischof Vitus Huonder von Chur allen Priestern, Diakonen und Mitarbeiterin
des Bistums einen Brief.
Der Text erschien heute auf der Homepage des Bistums.
Anlaß für das Schreiben
ist der bevorstehende dritte Jahrestag der Bischofsweihe von Mons. Huonder.
In dem Brief kritisiert der
Oberhirte die jüngste
Medienkampagne gegen den Churer Kanonikus Martin Grichting.
Kirchenfeindliche
Journalisten hatten berichtet, daß Bischof Huonder Rom gebeten habe, Prälat Grichting zum zweiten Churer
Weihbischof zu ernennen.
Prälat Grichting ist einer der vier Generalvikare – der einzige ohne Zuständigkeitsbereich.
Das Päpstliche Geheimnis ist ein WitzIn dem Schreiben zeigt sich Mons. Huonder „sehr betroffen, daß
in den letzten Jahren praktisch alles, was mit einer Bischofsernennung in unserem Bistum zu tun hatte,
unter Mißachtung der Vertraulichkeit den Medien zugespielt wurde.“
Der Bischof erinnert an seine eigene
Ernennung im Jahr 2007.
Damals wurden die Namen möglicher Kandidaten, über die der Apostolische Nuntius
eine Befragung durchgeführt hat, den Medien zugespielt.
Auch seine Wahl durch das Domkapitel war schon
einen Tag später – noch vor der römischen Bestätigung – im Internet nachzulesen.
Im März 2008 kam
es im Zusammenhang mit der ersuchten
Ernennung von zwei Weihbischöfen erneut zu „gezielten Indiskretionen“ –
kritisiert Bischof Huonder.
Im Frühjahr 2009 hielt der Nuntius wegen der Ernennung eines Weihbischofs
eine
weitere vertrauliche Befragung ab.
Wieder landeten die Namen in kürzester Zeit bei den Medien.
Bischof Huonder erinnert daran, daß diese Vorgänge eigentlich dem Päpstlichen Geheimnis unterlagen:
„Dieses verlangt strikte Vertraulichkeit.“
Für den Bischof ist es „ein großer Schmerz“, daß es „in
unserer Diözese offenbar Personen gibt, denen der Ruf anderer weniger wert ist als die Erreichung eigener
kirchenpolitischer Ziele durch öffentliche Kampagnen.“
Solche Methoden würden im Bistum zu Unfrieden
führen und „die Gläubigen in verschiedene Lager spalten“.
Kompetent und teamfähigBischof Huonder
spricht auch über die aktuelle Ereignisse. Es geht um die Ernennung eines zweiten Weihbischofs in Chur.
Am 6. Juli führte der Bischof ein Vorgespräch mit dem scheidenden Präfekten der Bischofskongregation.
Dabei schlug er Kanonikus Martin Grichting als Weihbischof vor.
In seinem Brief verteidigt Mons. Huonder
seinen Kandidaten gegen die altliberalen Angriffe, die den Namen schon Ende Juni öffentlich machten.
Kanonikus Grichting habe während der vergangenen zwei Jahre seine Kompetenz und Teamfähigkeit als Generalvikar
bewiesen:
„Dies bestätigen mir viele positive Rückmeldungen aus unseren diözesanen Gremien und den
Pfarreien.“
Ohne Kirchensteuer geht die Kirche hopsEin Vorwurf gegen den Geistlichen besteht darin,
daß er die halbstaatlichen Kirchensteuer-Institutionen der Diözese kritisiert.
Bischof Huonder hält
dagegen, daß Kanonikus Grichting enge Kontakte zu diesen Institutionen besitze.
Gleichzeitig lobt Mons.
Huonder die Arbeit mit und in staatskirchlichen Institutionen:
„Dieser Dienst ist wertvoll, da er dazu
beiträgt, die materiellen Voraussetzungen für die Erfüllung der Sendung der Kirche zu schaffen.“
Wer
zahlt, befieltGleichzeit kritisiert der Bischof, daß er von diesen Institutionen immer wieder daran
gehindert wird, die ihm übertragene Hirtenaufgabe wahrzunehmen:
„Wenn staatskirchenrechtliche Organisationen
die Medien instrumentalisieren, wenn sie versuchen, politische Instanzen in Bund und Kantonen für ihre
Zwecke einzuspannen, wenn sie im Falle von bestimmten Personalentscheidungen kaum verhüllte Drohungen
äußern, dann hilft dies keinesfalls, Meinungsverschiedenheiten zu lösen.“
Ein solches Vorgehen laufe
auf eine Druckausübung hinaus.
Bischof Huonder kritisiert, daß die Kirchensteuer-Organisationen einer
vorgebrachten Kritik nicht mit besseren Argumenten entgegentreten würden.
Vielmehr versuche man die
Person, welche Kritik äußert, mit einer Medienkampagne zum Schweigen zu bringen.
Das stehe im Widerspruch
zu den eigenen Grundsätzen dieser Institutionen und mache sie unglaubwürdig:
„Unser staatskirchenrechtliches
System gehört nicht zum überlieferten Glaubensgut.
Darum muß es möglich und erlaubt sein, darüber
so oder anders zu denken und auch zu sprechen.“
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