Ein französischer Privatsender hat sich kurz nach der Papstwahl mit rassistischer Volksverhetzung und Verharmlosung des Nationalsozialismus hervorgetan – und sich dabei sogar gedacht, besonders lustig zu sein.
(kreuz.net, Paris) Am 20. April – einen Tag nach der Wahl des neuen Papstes – leistete sich ein französischer
Privatkanal einen peinlichen Ausrutscher. In der Sendung „Les Guignols de l’Info“ – „Die Hanswurste der
Information“ verunglimpfte der Sender „Canal Plus“ deutsche Männer, Frauen und Kinder und beschimpfte
den Papst in Anspielung auf den nationalsozialistischen Diktator Adolf Hitler († 1945) als „Adolf II“.
Die rassistische Sendung, die sich hinter dem dünnen Mantel einer verunglückten Satire versteckte,
legte einem Schauspieler, der den Papst nachäffte, die Worte „Im Namen des Vater, des Sohnes und des
Dritten Reiches“ in den Mund.
Die Sendung konzentriert sich auf die Zeit, als der minderjährige Joseph
Ratzinger formell in den Listen der im nationalsozialistischen Deutschland üblichen Hitler-Jugend eingeschrieben
war.
Der rassistische Privatkanal wurde von der zuständigen Schiedsstelle verwarnt. Bei Rückfall droht
ihm eine Geldstrafe. Die Fernseh-Hanswurste hätten gegen die Regel verstoßen, welche Respekt vor den
politischen, kulturellen und religiösen Gefühlen der Bevölkerung einfordert.
Auch die französischen
Bischöfe protestierten gegen den Angriff gegen das Oberhaupt der Katholischen Kirche. Der Sender habe
die Werte, für die Papst Benedikt XVI. einstehe, durch eine Travestie verdreht. Außerdem habe er „alle
Deutschen in einen Topf geschmissen.“
Selbst der Dachverband der Franzosen jüdischen Glaubens empörte
sich über die Verleumdungen. Der Papst habe die Episode aus seiner Jugend, in der er zur Mitgliedschaft
bei der Hitlerjugend gezwungen worden war, niemals verschwiegen.
Möglicherweise wären die Kritiker
des Heiligen Vaters ebenso bei der Hitlerjugend gewesen, wenn sie in der damaligen Zeit in Deutschland
gelebt hätten.
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6 Lesermeinungen
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@dilettantus Ich habe mal einen Gottesdienst in der Bonner Synagoge besucht, da wurde sogar für den Bundeskanzler
gebetet. Das war auch der einzige Teil in Deutsch, vielleicht wurde auf Hebräisch auch für den Papst
gebetet, das halte ich jedenfalls für möglich. Diese französische Satire scheint ja ziemlich verunglückt
zu sein. Schwamm drüber, alle Franzosen, die ich so kenne (und das sind einige), sind wirklich nette
Leute und haben auch wahrhaftig nichts gegen Deutsche.
lieber dilettantus in interrete GerdEric? Nicht nur ich wußte das nicht; Auch mein Siddur weiß das nicht!
Hast Du konkretere Informationen? Gruß Wieso? stehen denn die Gebete, die mancher hier für mich betet,
im Gebetbuch? reicht nicht schon das kleine Gebte: HERR, gib denen, doppelt so viel von dem, was sie mir
wünschen. )
@GerdEric Wußte ich nicht, find ich aber auch gut. Ist auch ein sehr großer Erfolg, wenn man sich überlegt
wie das Verhältnis früher war. Wobei die Verbesserung des Verhältnisses zwischen der katholischen Kirche
und den Juden ein Verdienst von Johannes Paul II ist.
Eines freut mich total… „Selbst der Dachverband der Franzosen jüdischen Glaubens empörte sich über
die Verleumdungen. Der Papst habe die Episode aus seiner Jugend, in der er zur Mitgliedschaft bei der
Hitlerjugend gezwungen worden war, niemals verschwiegen.“ Noch vor ein paar Jahren war so was undenkbar.
Ein jüdischer Verband verteidigt einen Deutschen, einen katholischen Papst noch dazu. Wahnsinn… Das
freut mich total.