Ab heute beschäftigten sich die deutschen Bischöfe mit dem jüngsten Thema, das sie sich von außen haben aufzwingen lassen. Um die echten Probleme kümmert sich kein Schwein.
Doch nicht für die deutschen Bischöfe. Sie haben hier ein neues Feld für die beschäftigungstherapeutische
Rechtfertigung ihrer Existenz gefunden.
Heute versammeln sich die 27 deutschen Diözesanbischöfe im
‘Ständigen Rat der Deutschen Bischofskonferenz’ im einstigen Würzburger Klosters Himmelspforten.
Das
berichtete der altliberale Journalist Gernot Facius in der deutschen Tageszeitung ‘Welt’.
Es geht darum,
die im Jahr 2002 beschlossenen Leitlinien über den Umgang mit sexuellen Verfehlungen von Geistlichen
gegenüber Minderjährigen zu ändern.
Nach Angaben von Facius möchten die Oberhirten, daß der Vorwurf
einer unzureichenden Zusammenarbeit mit staatlichen Ermittlern gar nicht erst aufkommen könne.
In Wirklichkeit
müßte eine andere Frage die Bischöfe umtreiben:
Inwiefern hat ihre Kriechtaktik ungerechtfertigte
Vorwürfe gegen die Kirche ermutigt und die infame Desinformations-Kampagne in diesem Frühjahr überhaupt
erst möglich gemacht?
Doch so viel Mut zur Wahrheit kann man den Bischöfen nicht zutrauen. Statt dessen
beschäftigen sie sich nach Facius mit Formulierungen der Leitlinien wie der folgenden:
„In erwiesenen
Fällen sexuellen Mißbrauchs Minderjähriger wird dem Verdächtigten zur Selbstanzeige geraten und gegebenenfalls
das Gespräch mit der Staatsanwaltschaft gesucht.“
Das Wort „gegebenenfalls“ provoziert angeblich Mißdeutungen.
In Wahrheit ist der Text korrekt formuliert. Denn der sexuelle Mißbrauch ist in Deutschland nur ein
Antragsdelikt. Das deutsche Recht kennt in diesen Fällen keine Anzeigepflicht.
Es ist die Entscheidung
des Betroffenen, Anzeige zu erstatten.
Bei den Diskussionen geht es nach Facius auch um die hochumstrittene
Einrichtung eines Entschädigungsfonds.
Doch Facius zitiert den altliberalen Erzbischof Ludwig Schick
von Bamberg:
„Gemäß unserem Rechtsstaat muß Entschädigung von den Tätern kommen.“
Denn: „Es ist
in unserem Rechtssystem nicht möglich, daß eine Institution haftet.“
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20 Lesermeinungen
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#24 pfloimchen † 18:16:55 | Dienstag, 24. August 2010
lasst euch nicht reinlegen! In Wahrheit ist der Text korrekt formuliert. Denn der sexuelle Mißbrauch
ist in Deutschland nur ein Antragsdelikt. unsinn,missbrauch von kindern ist ein offizialdelikt. strafantrag
brauchts keinen. Das deutsche Recht kennt in diesen Fällen keine Anzeigepflicht. Es ist die Entscheidung
des Betroffenen, Anzeige zu erstatten. nö, das kann auch jeder zeuge anzeigen. dann wird ermittelt, *egal*
obs dem betroffenen passt oder nicht. das ist auch gut so (stockholmsyndrom). das gibts nicht nur bei
geiselnahmen. bei missbrauch immer, gleich und nur zur polizei gehen!!
Glaubwürdigkeit vers. Würde des Glaubens Wenn die Kirche nicht in die „Unglaubwüdigkeit“ versinken
will sollte sie sich endlich auf den Weg machen und den „Weltlichen“ entgegenkommen. Dazu gehört es selbstverständlich
auch geltendes Recht zu respektierten und nicht mit taktischen Mitteln zu versuchen sich aus der Verantwortung
zu ziehen. Denn auch ein Geistlicher der den falschen Weg ging hat eine Chance zur Reue und Umkehr muß
aber eben auch dafür haften!!! Hätte Herr Mixa zugegeben damals Kinder geschlagen zu haben (was ja LEIDER
damals Stand der Dinge war) hätte man sich geräuspert aber ihm sicherlich verziehen. Wenn aber Erzbischo
L. Schick meint eine Institution kann eines seiner Mitglieder decken bzw vor der gerechten Strafe schützen
solte er sich genau überlegen daß genau dieses Rechtssystem sein Leben und seinen Glauben auch finanziert –
noch!
#19 Jefomowitsch 16:00:37 | Montag, 23. August 2010
Schutzmaßnahmen müssen auch angenommen werden Die Aufrechnerei stammt nicht von mir Fragen sie andere.
Ob eine Schutzmaßnahme greift … naja das ist immer eine Frage. Wenn Eltern sich weigern zum Elternabend
zu erscheinen, wenn Informationsabende zur Erkennung solcher Probleme anhand des Verhaltens der Kinder
leer bleiben dann tuts mir Leid. Das Problem ist nicht der Täter sondern die direkten und indirekten
Mittäter. Ein völlig überlasteter Rektor wird auch eher durch einen jungen ersetzt, anstatt das man
seine Arbeit aufteilt. Er kann die Schutzmaßnahmen auch nur schlecht durchsetzen. Im übrigen gibt es
vor einem Missbrauch fast IMMER Getuschel inenrhalb der Lehrerschaft. In 90 % der mir Bekannten Fälle
hätten Eltern durch einfaches hinsehen die Taten zumindets erahnen können und eine schnelle Untersuchung
anstreben können. In 60 % der Fälle hätten sie die Tat verhindern können. Das die Lehrer sich nicht
mehr gegenseitig kontrollieren ist Teil der Sparpolitik. Die Lehrkräfte achten einfach nicht mehr drauf.
Insgesamt jedoch sind Missbräuche an staatlichen Schulen fast immer (mir ist nicht ein anderer Fall bekannt)
von Mitschülern begangen worden. Vergewaligende Lehrer kenne ich nur aus privaten Schulen. DIe Krux an
der Sache ist, dass jegliche Kontrolle jegliche Präventation nun einmal Geld kostet. Geld das nicht freigegeben
wird.
Göppels-Mißbrauch -Popaganda???????????? Wer vergleicht Kindesmißbrauch mit einem Hitlergesellen????
Hat die Kirche nicht als Vorbild zu leben ? Warum hat sie ihre Sextäter geschützt? Warum hat die Kirche
es mit der Wahrheit so schwer? Mithilfe ist für euch kein Thema?? Wenn von außen nicht die Aufklärung
gekommen wäre,hättet ihr alles unter den Teppich gekehrt? In der Kirche ist viel Arbeit um dort aufzuräumen.
Die Strömungen in alle Richtungen werden immer größer! Vermutlich werden weitere Abspaltungen kommen.
#17 kammerjäger 15:43:43 | Montag, 23. August 2010
@ Jefomowitsch Sie schreiben: @ RosiLuxemburg Als jahrelanger freiwilliger Mitarbeiter in einer Schule
garantiere ich ihnen, dass es solche Schutzmaßnahmen gibt. Sportlehrer sind in nebenbei eher in den USA
Hauptäter!!! Wenn nun diese Aussage Ihrerseits stimmt (ich zweifle nicht daran) und gleichzeitig auch
die Feststellung von Rosi (auf die Sie sich ja beziehen), bleibt dann eben nur als einzig logische Schlussfolgerung:
Diese Schutzmaßnahmen greifen nicht! Im Übrigen: Was soll diese sinnlose Aufrechnerei, dass die Missbräuche
der Priester prozentual geringer seien als… Sie sind unendlich mal schlimmer, weil der Priester synonym
zu Botschaft Christi gesetzt wird und die Kirche auch diesen Anspruch erhebt! Und ja! Man muss es heraus
schreien, wenn so etwas durch einen Priester geschieht! Neben allen sonstigen Folgen: hat sich jemand
einmal Gedanken gemacht, was das für den religiösen und spirituellen Hintergrund dieser missbrauchten
Menschen, iher Eltern, Verwandten und Freunde bedeutet? Welche ungeheuere Schuld auch in dieser Hinsicht
gerade ein solcher Priester sich vor Gott aufgeladen hat? Auf jeden Fall gehört die Anweisung gegeben,
dass eine Lossprechung von einer solchen Sünde nur mit einer getätigten Selbstanzeige bei den kirchlichen
und staatlichen Behörden erfolgen kann!
#16 Jefomowitsch 14:39:01 | Montag, 23. August 2010
dubidoooo Es ist die Entscheidung des Betroffenen, Anzeige zu erstatten. Das impliziert, dass die Opfer
kirchlichen Missbrauchs – wo es sich doch um geweihte Geistliche handelt- doch bitte von einer Anzeige
absehen sollten. PFUI!!! @ RosiLuxemburg Als jahrelanger freiwilliger Mitarbeiter in einer Schule garantiere
ich ihnen, dass es solche Schutzmaßnahmen gibt. Sportlehrer sind in nebenbei eher in den USA Hauptäter!!!
Das die Geistlichen sich doch bitte darum kümmern sollten den Dreck in ihrern Reihen zu entsorgen wäre
für mich eine Selbstverständlichkeit. Jedesmal wenn ein Talar ein Kind vergewaltigt beschmutzt das alle
RKK Uniformen. Wie man da zur schweigenden Mittäterschaft auffordern kann ist mir ein Rätsel.
#14 kammerjäger 13:47:59 | Montag, 23. August 2010
Die von Sycamore angedachte Vorgangsweise scheint auch mir aktuell die einzig wirklich praktikable und
sinnvolle Lösung im Umgang mit diesen Problemen zu sein!
Die Bischöfe sind als Verfolgungsbehörde fehl am Platz! Ich stimme Sycamore vollkommen zu. Den Beweis
treten die Bischöfe selber an, die z.T. Juristen als Bischöfliche Beauftragte einsetzen. Da gehören
Seelsorger hin, denen aber meist das rechtliche Knowhow fehlt. Also sei den Opfern dringend empfohlen,
den Weg direkt zur Staatsanwaltschaft zu suchen!!
„Kirche ist nicht Täter sondern Tatort“ Der Nachname der Leiterin der Odenwaldschule ist natürlich Kaufmann,
nicht Hoffmann. @kreuznetter: ich wollte nur ein Wort gegen die selektive Erinnerung einlegen.
@kreuznetter: Bitte, bitte, bitte! Da Sie so detailbesessen sind, warum lassen Sie uns nicht an Ihrem
Wissen über die mannigfaltigen und phantasievollen Formen sexuellen Mißbrauchs und Gewalt in den Familien
teilnehmen? Bitte, bitte, bitte!
Was sind dann die echten Probleme? Nach kreuz.net geht es um den Kampf gegen Homoperverse, gegen Laienpriester,
um die geheiligte Oblate, die im rechten Winkel dem Gläubigen verabreicht wird und um das Gewand der
Priester. Daß es sexuellen Mißbrauch auch in anderen (staatlichen) Einrichtungen und in Familien gibt,
ist unumstritten, allerdings weigert sich die Schriftleitung beharrlich zuzugeben, daß in der Heiligen
Römischen Kirche solche Vorfälle möglich sind, steht sie doch unter Gottes Schutz und ist über jede
Kritik erhaben. Auch zweifelhafte Erziehungsmethoden, wie sie in kirchlichen Einrichtungen oft noch bis
in die 1980er Jahre üblich waren (gesunde Watschn, Scheitelknien, Vollstopfen der Zöglinge mit Essen)
finden keine Erwähnung.
@ER (11:10) Doch, doch, das reicht völlig aus! Der Fürsorgepflicht ist damit genüge getan, daß der
Bischof sowohl mutm. Täter als mutm. Opfer zur Anzeige rät. Der Täter soll im Rahmen des Täter-Opfer
Ausgleichs seinem Opfer Entschädigung leisten. Die Institution Kirche ist nicht Täter sondern Tatort,
um ein geflügeltes Wort von Margareta Hoffmann der Odenwaldschule m.m. aufzugreifen. Wenn Sie freiwillige
Leistungen an Opfer von sexueller Gewalt angedeihen wollen, keiner hindert Sie daran. Dann würden Sie
Ihren großmäuligen Bekundungen auch Taten folgen lassen.
Missbrauch durch Sportlehrer Statistisch betrachtet sind Missbrauchsfälle durch Sportlehrer am häufigsten.
Wann endlich werden an Schulen entsprechende Sicherungsmassnahmen eingeführt ? Wann beginnt endlich eine
Diskussion über dieses Thema ?
das bischöfliche Verhalten in Deutschland die Themen Religionsunterricht, Glaubensunterweisung, kirchliches
Gebetsleben finden kein Interesse.Ebensowenig die Frage, welche Antworten aus dem Glauben der Häresie
der modernen Verirrungen entgegen zu bringen sind. Von Bedeutung ist, was kann dem einzelnen Bsichof bzw.
der DBK zum Lob in der Presse sowie zur Achtung durch die einzelnen atheistischen Parteien in der BRD
dienlich sein. Wird eine Linie gefunden, dann muß festgestellt werden, wer hält zu starr an der Dogmatik
der Kirche fest und schädigt dadurch den modernistsichen Kontakt? Dieser Abweichler müssen bekämpft
werden, durch die modernistische Amtskirche, die Presse und die aufgeheizte modernistische Meinung der
Gesellschaft!
Ein guter Rat and die Bischöfe „In erwiesenen Fällen sexueller Mißbrauchs Minderjähriger wird dem
Verdächtigten zur Selbstanzeige geraten und gegebenenfalls das Gespräch mit der Staatsanwaltschaft gesucht.“
„… und gegebenenfalls das Gespräch mit der Staatsanwaltschaft gesucht“ restlos streichen. Stattdessen
den Satz so ergänzen: „…wird sowohl dem Verdächtigten als auch dem mutmasslichen Opfer zur Anzeige
geraten.“ Das reicht völlig aus! Die Bischöfe sind als Verfolgungsbehörde fehl am Platz! Diese Formulierung
berücksichtig nicht nur die Tatsache, daß es sich nach deutschem Recht um ein Antragsdelikt handelt,
sondern auch das äußerst Unsympathische eines anzeigenden Bischofs und die bewährte Praxis anderer
Bischofskonferenzen (z.B. die italienische). Was die Entschädigung angeht, so hat Erzbischof Schick vollkommen
Recht. Die Entschädigung muß von den Tätern kommen und nicht von der Institution. Stelle man sich vor,
welche Begehrlichkeiten sowohl von Anwälten als auch von mutmasslichen Opfern geweckt werden, sobald
die Kirche sich zu Entschädigungen bereit erklärt. Was in den Vereinigten Staaten geschehen ist und
noch geschicht, soll ein abschreckendes Beispiel sein. Von der Padora-Büchse „Entschädigungen“, um Gottes
willen, die Finger lassen!