Wotrow/Ostro ist ein 300-Seelen-Dorf
im ostsächsischen Landkreis Bautzen. Es zählt zur Oberlausitz und befindet sich im Kernsiedlungsgebiet
der Sorben.
Die Gemeinde gehört seit 1994 zu Pančicy-Kukow/Panschwitz-Kuckau. Die Mehrheit der Einwohner
spricht Sorbisch als Muttersprache.
Die Unterschriften wurden von der Sekretärin von Bischof Joachim
Reinelt von Dresden in Empfang genommen.
Sie richten sich gegen die Versetzung des aus dem polnischen
Kaschubien stammenden Pfarrers, Hw. Tomaš Dawidowski.
Im Juni wurde bekannt, daß der perfekt Sorbisch
sprechende Geistliche zum 1. September ins deutschsprachige Vogtland versetzt werden soll.
Damit hat
die Reduzierung der Zahl sorbisch sprechender Priester in der Lausitz einen neuen Höhepunkt erreicht.
Hw. Dawidowski kennt nach Angaben der Webseite die „sorbische Seele“, spricht Sorbisch „und ist eine
wichtige Stütze der zur Zeit existenziell bedrohten sorbischen Sprach- und Glaubenskultur geworden“.
Von den Einwohnern von Wotrow/Ostro haben fast alle – nämlich 233 unterschrieben.
134 Unterschriften
stammen aus Polen und 25 aus Tschechien.
Unter den Unterzeichnern befindet sich auch Professor Goro Christoph
Kimura von der Abteilung für Deutsche Studien der Sophia-Universität Tokio.
Eine Petition an den Bischof
hat dieser – nach Angaben der Webseite – „leider nicht selber beantwortet“.
Email-Adressen der Empfänger
31 Lesermeinungen
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#32 Alois Bischof 12:41:27 | Dienstag, 24. August 2010
Deutschfeindlich? Brandenburgis, gerade die ursprünglichen Einheimischen der Kaschubei und der Lausitz
sind gar nicht deutschfeindlich, anders als die polnische Bevölkerung in der ehemals preußischen Provinz
Posen. Deutschfeindlich sind in der Kaschubei nur die polnischen Siedler die nach 1919 in Gdingen und
nach 1945 im übrigen Gebiet an der Stelle der vertriebenen deutschen Minderheit angesiedelt wurden. Die
kulturelle Autonomie und die kirchliche Unabhängigkeit der Sorben sind ihr Recht. Natürlich würde die
klassische römische Liturgie mit der lateinischen Sprache viele Konflikte beheben. Die Sorben sind ein
großes Volk. Der Katholizismus der Sorben ist, wie auch der Katholizismus der Polen, keineswegs nur im
Nationalismus (den es erst seit 170 Jahren gibt) begründet. Die evangelischen Sorben der Niederlausitz
wurden jedoch schnell assimiliert bis Ende des 19. Jahrhunderts. Brandenburgis, bitte nicht vermischen
und übertreiben. @Pius XII: Der größte Irrweg der deutschen Nation seit 150 Jahren ist nicht so sehr
der Nationalismus – und den gab es in dieser Zeit überall, sondern die Aufgabe der eigenen Religion,
der Materialismus, die Säkularisierung, die auch vom Supranationalismus vorangetrieben wird. Wollen Sie
auch die EU und „Post-Nationalismus“ (d.h. Globalismus ohne Subsidiarität!) als „Lösung“ anpreisen?
Das, Brandenburgis, ist doch wieder mal eine „Argumentation“, die Ihrer würdig ist! Und da wundern Sie
sich noch, dass Sie allerorten gemieden werden. „Alle doof außer Papi“ ist auch eine Lebenseinstellung,
aber ob sie trägt?
Slawophilie ist kein Schimpfwort – außer für Brandenburgis. Wissen Sie, Brandenburgis, ich werde auch
als frankophil, anglophil und amerikafreundlich bezeichnet. Insofern bin ich sicher auch slawophil. Obendrein –
oder gerade deswegen? – bin ich ein deutscher Patriot, der meint, dass wir auf unser Land, wie es nunmal
ist, durchaus stolz sein können. Abgesehen davon verweise ich gern darauf, dass die Kulturepoche, die
wir nunmehr die „klassische“ nennen – Goethe, Schiller, Hölderlin – eine sehr kosmopolitische gewesen
ist. Und ich sehe mit Freude, dass sich das heutige Deutschland nach dem 150jährigen nationalistischen
Irrweg wieder in diese Richtung entwickelt. Neue Bürgerlichkeit, Berliner Republik – das sind die richtigen
Stichwörter.
_______________________________________________ Zitat: »Versetzung des aus dem polnischen Kaschubien
stammenden Pfarrers«. Meint ihr Hinterpommern und Pomerellen?
Universalität Katholisch heißt in der Tat universal. Davon ist die lateinische Kultsprache, wie gesagt,
ein handgreiflicher Beweis. Wo sich Nationalismen (welcher Art auch immer, ob slawische oder Bismarck’sche
ist egal) einmischen, geht es gewöhnlich schief, vor allem in Gebieten, wo sich Mehrheits- und Minderheitenvölkerschaften
und Volksgruppen berühren. Auch davon war bzw. ist gerade Polen, mit seinen z.T. nationalkatholischen,
messianistischen Tendenzen, ein (ungutes) Beispiel (man denkt ungern an Kard. Hlond zurück). Aber auch
Frankreich wäre da zu nennen. Damit soll nicht gesagt sein, daß der Klerus vor Ort nicht die Volkssprache
beherrschen soll. Die katholische Liturgie ist zwar in Latein, gepredigt wird aber in der Volkssprache
(obwohl ich schon einmal eine lateinische Predigt gehört habe! in … Finnland!), und auch im Beichtstuhl
und im Katechismusunterricht muß der Priester nicht nur Volkssprachen sondern oft auch Mundarten aktiv
beherrschen. Auch hier gilt es, nach dem Beispiel des Apostels „Allen Alles“ zu werden.
„Die Sorben“ Graminaus, kommen Sie: „Die Sorben“ gibt es nicht. Es gibt ein paar Verrückte, die ihren
Lebensunterhalt damit verdienen, dass sie steuerbezahlte Berufssorben sind. Der Rest sind ganz vernünftige,
grundsolide und gerade Menschen, die intuitiv wissen, was recht ist und was falsch. Die praktizieren einen
erfrischend konservativen Katholizismus und betreiben immerhin ein gut gehendes Zisterzienserinnenkloster.
die sorben eben die sorben sind und bleiben sorkische nationalisten. es ist noch gar nicht lange her,
da träumen sie von einem eigenen sorbischen bistum. und jetzt will kein sorbe mehr priester werden. tja,
selber schuld.
Naja, Petrus da ist sogar was dran. Das ist ja bemerkenswert, dass der Katholizismus trotz der ihm innewohnenden
Universalität – Lateinische Kultsprache! – dennoch es stets vermocht hat, kulturelle Vielfalt aufrechtzuerhalten
und zu schützen. Wie man an den Polen sehen kann.
@ Pius XII Tja, hätten sie sich wohl besser dem alleinseligmachenden, stets triumphierenden wahren Glauben
angeschlossen als zur elenden Ketzerey abzufallen, dann wären die Niedersorben gewiss nicht untergegangen…
Die Slawen deutschfeindlich? Nur in Brandenburgis kruder Phantasie. Brandenburgis schreibt stets viel
Mist, aber dennoch zur Klarstellung: Weder die Russen, noch die Ukrainer, oder gar die Kroaten sind deutschfeindlich.
Bei den Slowaken wäre mir das auch neu. Weissrussen natürlich auch nicht. Die Polen schwanken, die jüngeren
sind deutschfreundlich. Die Tschechen haben eine deutschfeindliche Geschichte, aber das ist ein Sonderfall.
Es gibt übrigens protestantische Sorben im protestantischen Brandenburg, die Niedersorben. Nur dass die
sich fast völlig kulturell assimiliert haben. Die katholischen Sorben hingegen haben ihr Brauchtum einigermaßen
erhalten können.
jedem seinen heiligen stimmt es eigentlich, dass die sorben als einziges slawisches volk noch keinen eigenen
heiligen haben? jetzt soll wohl der arme priester zum martyrer gemacht werden, weil er in das böse deutschsprachige
gebiet soll.
#13 Roma locuta 17:40:05 | Montag, 23. August 2010
Brandenburgis … „die Slawen“ sind natürlich NICHT deutschfeindlich; aber die zwangsgermanisierten Völker
der Kolonisationsgebiete (im wesentlichen heutige Ostzone) hatten’s halt nicht immer leicht … selbstbewusste
slawische Nationen wie die Russen hegen keine grundlegende Ablehnung des Deutschen, im Gegenteil… Im
übrigen kann man anderen Volksgruppen eine gewisse Skepsis gegenüber einer (Sprach-)Nation, die Weltverbrecher
oder zumindest historisch gescheiterte „Problemfälle“ wie Luther, Marx, Bismarck und Hitler hervorbrachte,
nicht wirklich übelnehmen…
@Brandenburgis Ich selber bin Slawe und in gewisser Weise wirklich deutschfeindlich. Aber leider unterscheiden
sich gerade die jüngeren Slawen nicht sehr von den Deutschen und den Nordamerikanern. Sie wollen alle
Drogen, Hedonismus, Sex, Pop, Agnostizismus, Linksliberalismus, Homosexualität, Feminismus – kurz: „westliche
Werte“. Von der slawischen Deutschfeindlichkeit und der slawischen Abneigung gegenüber den verdorbenen,
westlichen Werten, bleibt leider immer weniger übrig.
immer diese sorben auch eine deutsche gemeinde braucht einen priester und die sorben haben kein monopol
auf sprachbegabte priester. der priester der nach reichenbach gehen soll spricht auch deutsch. und dort
gibt es mehr gemeindemitglieder als in ostro. und schreibtischtäter sind die sorben selbst. ihre eigenen
priester vergraulen sie und geben dann dem bischof die schuld. aber so sind sie halt. ein kleines zänkisches
völkchen. wenn sie sich nicht untereinander streiten und bekämpfen, dann hlat mal gegen den rest der
welt. hat irgendwie was von asterix und obelix.
Was ist das Problem? Die Sorben brauchen doch bloß die Kirchensteuergemeinde verlassen und dem Pfarrer
selbst anstellen vom gesparten Geld. Einfach mal tun und schauen, wie die Dialogkirche reagiert. Tut das
einfach, der Papst hat sich doch was gedacht, als er das hier www.vatican.va/…tus-formalis_ge.html unterschrieb.
Deutlicher kann er das doch nicht sagen: Mann o Mann
ach so Das macht natürlich Sinn. Jetzt versteh Ich das auch viel besser durch die ganzen VIELEN ARGUMENTE.
Das sind so viele, dieser Argumentationskette muss man ja folgen. Echt Stichhaltig. Kacke am Stock ist
auch ne Blume
Wie bitte was??? Wären die Deutschen Katholisch, dann würden die Sorben automatisch Protestantisch????
Warumm sollte das so sein bzw ist das so Ihrer Meinung nach??? Macht ja irgendwie wenig Sinn wenn man
in Deutschland lebt.
Die Sorben bekennen sich ähnlich wie die Polen lediglich aus antideutschen Gründen zur Kirche. Wären
die Deutschen katholisch, würden sie sofort Protestanten (--> Hus etc.)
@graminaus Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun??? Deswegen muss man doch nicht einen der wenigen
sorbisch sprechenden Priester in eine deutschsprachige Gegend versetzen.Wenn man auch einen anderen deutschsprachigen
Priester dorthin versetzen könnte. Macht irgendwie wenig oder besser gesagt keinen Sinn. Hat wahrscheinlich
wieder vorher bei den Schreibtischtätern keiner nachgedacht. Ist ja nicht umsonst eine schützenswerte
Minderheit mit besonderer Kultur und Sprache.
immer diese sorben tja, wenn die sorben eigene priester wollen, dann sollten sie mal wieder welche zum
studium schicken. wann ist der letzte sorben priester geweiht worden? wieviele befinden sich zur zeit
in der ausbildung? erste antwort: im jahr 2000 zweite antwort: keiner