Das Bistum St. George im kanadischen Bundesstaat Neufundland steht vor dem Bankrott und sieht sich gezwungen, alle seine Besitztümer zu verkaufen. Grund für die Misere sind die Schandtaten eines Priester.
(kreuz.net, St. George) Der Priester Kevin Bennett wurde im Jahr 1990 hunderter Fälle von Unzucht mit
Jungen beschuldigt. 39 der damaligen Opfer fordern Schadenersatz in der Höhe von umgerechnet 40 Millionen
Euro.
Der Bischof des Bistums St. George, Mons. Douglas Crosby (55), gab deshalb am Montag bekannt, daß
der gesamte Kirchenbesitz verkauft werden müsse: „Alles, alle Kirchen, alle Pfarrhäuser, alle Außenstationen“
sollen in bares Geld verwandelt werden.
Vom Verkauf der kirchlichen Immobilien erhofft sich das Bistum
einen Ertrag von umgerechnet 8,2 Millionen Euro.
Ein Großteil der Opfer sei mit diesem Schadenersatz
zufrieden, teilte deren Rechtsvertreter Greg Stack mit. Die rund 32.000 Gläubigen des Bistums Neufundland
hingegen sind mit dem Verkauf nicht einverstanden, erklärte Bischof Crosby.
Ob der Ärger seiner Schäfchen
religiös oder finanziell motiviert ist, gab der Hirte nicht bekannt. Tatsache ist jedoch, daß die Diözese
St. George die Firma „Ernst & Young“ angeheuert hat, um ihre Finanzen wieder in Ordnung zu bringen.
Die
Treuhandgesellschaft wiederum bittet die Gläubigen um ihr Geld. Dadurch soll sichergestellt werden, daß
wenigstens einige Herzstücke des Bistums zurückersteigert werden können. Bischof Crosby hofft, daß
rund ein Drittel des Besitzes wieder erworben werden kann.
Von 1961 bis 1989 soll Bennett die jungen
Opfer mit Likör, Geld und Drohungen bestochen haben, über seine pädophilen Schandtaten zu schweigen.
Von den zwanzig Jahren Haft, zu denen er verurteilt wurde, hat der Kinderschänder im Priestergewand vier
Jahre abgesessen.
Inzwischen befindet er sich auf freiem Fuß und verbringt seinen Lebensabend auf einem
Familienbesitz.
Der Prozeß gegen den Geistlichen dauerte insgesamt 16 Jahre und ging bis zum Obersten
Kanadischen Gerichtshof.
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3 Lesermeinungen
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trotzdem stellt sich die Frage, warum die gesamte Körperschaft und nicht Einzelne (der Verbrecher, diejenigen
Personen, die zugeschaut haben) zahlen muss. Ich kenne den Fall nicht, aber 40 Millionen Euro sind auch
ein bisschen viel, auch wenn eine Entschädigung gerechtfertigt ist. Was noch dazugehören würde, wäre
ein ehrliches und aufrichtiges „Mea culpa“, ein Versprechen, sich mehr um die Auslese bei der Ausbildung
und nachher um die Heiligung der hauptamtlich beschäftigten Mitarbeiter zu kümmern (betrifft nicht nur
Priester, wie der Fall in Linz kürzlich zeigte). MFG, Frau Mayer
Wieso zahlen? Die Frage stellt sich natürlich. Aber die meisten Diözosen haben sich auch schuldig gemacht.
Sei es dadurch das sie es oft jahrelang vertuscht haben und dem schmutzigen Treiben keinen Einhalt boten,
sei es das sie Aufklärung verhindert haben. So wie viele Diözosen gehandelt haben war das nicht unbedingt
vorbildlich. Die Vorgesetzten können oftmals froh sein wenn man nur ein paar Millionen zahlen muß und
nicht ins Gefängnis wandert. Denn auch wenn ich von einer Strafttat weiß und nichts handle mache ich
mich mitschuldig. Und in diesem Fall ist es besonders schlimm.
Wieso muß die Diözese zahlen? Frage eines Nicht-Juristen: Wieso muß die Diözese für den Schadensersatz
aufkommen? Es handelt sich doch um die Verbrechen eines Mannes, der offensichtlich im Vollbesitz seiner
geistigen Kräfte war und wußte was er tat. Wieso wird nicht dieser Schwerstverbrecher für seine Schandtaten
herangezogen?