15:22:46 | Donnerstag, 2. September 2010
Die Kirche befindet sich in einem Zustand wie zur Zeit der Reformation. Aber heute fehlen die Heiligen, um ein Auslöschen der Kirche aufzuhalten – erklärt ein alter General im Kirchenkampf.

Der Weg aus der Kirchenkrise geht nur mit der Alten Messe
© jdbradley, CC(kreuz.net) „Was immer man für oder gegen das Konzil sagen mag: Mit dem Konzil begann das Ende jeder
Sicherheit in Fragen der Glaubens- und Sittenlehre sowie der kirchlichen Ordnung.“
Das erklärte der
emeritierte Mainzer Kirchenrechtler, Hw. Georg May, im Interview mit der katholischen Monatszeitschrift
‘Kirchliche Umschau’.
Die Bischöfe haben den Glauben preisgegebenWas nach dem Pastoralkonzil kam,
war – so der Kirchenrechtler – „noch viel schlimmer“ als das Konzil selber.
Denn: „Die nachkonziliare
Bewegung ist nicht nur über das Konzil hinausgeschritten, sondern hat sich in gewichtigen Punkten gegen
das Konzil gestellt.“
Dabei hätten sich die von Gott beauftragten Wächter des Glaubens und Wahrer der
Kirchenzucht als unfähig und unwillig erwiesen, die gesunde Lehre zu schützen und die Ordnung in der
Kirche zu erhalten:
„Die Kirche befindet sich in einem Zustand, der an das 16 Jahrhundert denken läßt.“
Nur würden unserer Zeit die bewahrenden Kräfte fehlen, die damals die Vertilgung der Kirche aufhielten –
und die vielen Heiligen, die Gott zum Trost seiner Gläubigen erweckte.
Nie dagewesenes ChaosHw. May
ist überzeugt, daß „das Chaos, in dem wir uns befinden, menschliche Kraft nicht überwinden kann“.
Gott alleine könne es gelingen, einen „neuen Frühling“ heraufzuführen.
Die Behauptung, daß es in
den letzten Jahrzehnten in der Kirche eine Reform gegeben habe, bezeichnet Hw. May als „Irrtum“:
„Was
in dieser Zeit vor sich gegangen ist, das ist die – versuchte – Selbstzerstörung.“
Es habe sich ein
Wort des Gottesleugners Friedrich Nietzsche († 1900) bewahrheitet, wonach man niemals an etwas anderem
zugrunde geht, als an sich selber.
Wege aus der KriseHw. May beantwortet auch die Frage, was in dieser
Situation zu tun ist:
• Die katholische Glaubens- und Sittenlehre müsse wieder klar und eindeutig
überall verkündet werden. Hw. May fügt hinzu: „Die Zerstörung der kirchlichen Lehre geht von den Theologen
aus.“
• Hartnäckig anhaltende Abweichungen vom Glauben dürfen nicht ungestraft bleiben: „Lieber Dutzende
von Professoren und vielleicht ganze Fakultäten verlieren als diese Einfallstore der Häresie weiter
offen halten.“
Die Irrtümer des Protestantismus müßten herausgearbeitet und der Bevölkerung vermittelt
werden:
„Das Schlimmste, was der Kirche in der gegenwärtigen Krise passieren könnte, wäre die Nachgiebigkeit
gegenüber den Forderungen des Progressismus und des Zeitgeistes – was beides oft zusammenfällt.“
Denn:
„Konzessionen steigern die Begehrlichkeit.“
Jede Einzelheit müsse verteidigt werden, „um den Feinden
die Möglichkeit zu geben, immer weiter zu bohren“.
• Der Heilige Stuhl müsse bei Ernennungen die
Bischöfe „noch“ sorgfältiger auswählen: „Es ist offenkundig, daß die Krise der Kirche eine Krise der
Bischöfe ist.“
Als Beispiel erinnert Hw. May daran, daß der Abfall-Theologe, Hw. Hans Küng, zum Ungehorsam
gegen den Papst aufrief und kein einziger deutscher Bischof ihm entgegentrat.
• Die Ausbildung der
Priester müsse zu den Prinzipien zurückkehren, die vor dem Pastoralkonzil galten.
Den jungen Männern
müsse eine gesunde Theologie, gediegene Frömmigkeit, Sittenreinheit, Treue zum Heiligen Stuhl und Begeisterung
für die wahre Kirche vermittelt werden.
Mittel zur KorrekturHw. May äußerte sich abschließend auch
zum Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’.
Er habe persönlich – angesichts der Widerstände von Bischöfen
und Theologen – keine so weitgehende Wiederherstellung der Alten Messe erwartet:
„Was Benedikt XVI. getan
hat, ging über meine Erwartungen hinaus.“
Hw. May selber hat – trotz aller Unterdrückung – zeit seines
Lebens am Alten Ritus festgehalten.
„Aber nicht ich fühle mich bestätigt, sondern die Wirksamkeit des
Heiligen Geistes in der Kirche sehe ich bestätigt.“
Mit der Zulassung der Alten Messe sei ein Mittel
der Korrektur der Neuen Messe in die Hand gegeben.
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