Papst Benedikt XVI. hat Erzbischof William Joseph Levada zu seinem Nachfolger in der Glaubenskongregation bestimmt. Mons. Levada gilt als alter Freund des Papstes und war unter anderem an der Erstellung des Weltkatechismus beteiligt.
(kreuz.net, Vatikan) Papst Benedikt XVI. hat den Erzbischof von San Francisco, Mons. Joseph Levada zum
neuen Präfekten der Glaubenskongregation ernannt. Dies berichtete Radio Vatikan. Der US-Amerikaner William
Joseph Levada übernimmt das Amt, das Kardinal Joseph Ratzinger innehatte, bevor er zum Papst gewählt
wurde.
Erzbischof Levada ist 68 Jahre alt und stammt aus Kalifornien. Er begann seine theologischen Studien
im Priesterseminar der Erzdiözese Los Angeles.
1958 wechselte er an das Nordamerikanische Priesterseminar
nach Rom und setzte seine Studien an der Päpstlichen Universität Gregoriana fort. Die von den Jesuiten
geführte Gregoriana ist die mit Abstand größte und bedeutendste der Päpstlichen Universitäten in
Rom.
1961 wurde Levada in der römischen Peterskirche zum Priester geweiht. Danach kehrte er in die Vereinigten
Staaten zurück und war fünf Jahren lang Vikar in einer Pfarrei. Danach wurde er als Professor an das
Priesterseminar von Los Angeles berufen.
Seine Doktorarbeit steht unter dem Titel „Das unfehlbare Lehramt
der Kirche und das natürliche moralische Gesetz“. Sie wurde 1971 publiziert.
1976-1982 war er Mitarbeiter
der vatikanischen Glaubenskongregation.
1983 wurde Mons. Levada Weihbischof der Erzdiözese Los Angeles.
Drei Jahre später ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Erzbischof von Portland in Oregon. Oregon
ist ein Bundesstaat im Westen der USA am Pazifischen Ozean.
Nebenher engagierte er sich in vielen Aufgaben
und Kommissionen der US-Bischofskonferenz. Wichtig war auch seine Mitarbeit – als einziger Amerikaner –
am vatikanischen Welt-Katechismus.
Johannes Paul II. ernannte ihn 1995 zum Erzbischof von San Francisco.
Zwei Jahre später wird er externer Konsultor der Glaubenskongregation.
Vor zwei Jahren übernahm Levada
den Vorsitz der Glaubenskommission der US-Bischofskonferenz. Der neuernannte Präfekt der Gaubenskongregation
gehörte auch verschiedenen Sonderkommissionen der US-Bischofskonferenz an.
Die erste Kommission beschäftigt
sich mit der Frage der Katholiken im politischen Leben der USA. Dabei kam zu einem indirekten Konflikt
mit der Glaubenskongregation. Es ging um die Frage der Verweigerung der heiligen Kommunion an abtreibungsfreundliche
katholische Politiker. Mons. Levada war auch Mitglied der Sonderkommission, die sich um den Schutz von
Kindern vor sexuellem Mißbrauch durch kirchliche Mitarbeiter kümmert.
In San Francisco hat Erzbischof
Levada in der Vergangenheit nicht besonders geglänzt. Seine Erzdiözese gilt als eher chaotisch und liberal.
Der Klerus ist allgemein im Glauben verunsichert und homosexuell unterwandert.
Erzbischof Levada hat
sich bezüglich der alten Messe als sehr hart und unnachgiebig erwiesen. In seiner Erzdiözese gibt es
keine reguläre Indultmesse.
Im Gegensatz zu den meisten Bischöfen der deutschsprachigen Länder nahm
der Erzbischof dagegen an Gebetszügen gegen die Kinderabtreibung teil.
Die US-Bischöfe nehmen in der
Frage der Abtreibung generell eine klarere Position ein als ihre europäischen Mitbrüder.
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6 Lesermeinungen
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Ritualisierungen Den Herren „ontos“ und „Paul Mayer“ sei für Ihre vielsagenden Stellungnahmen gedankt.
Zwar kann man von diesen nicht sagen, sie seien besonders informiert und informativ. Doch gilt ja hier
der Grundsatz: Hauptsache deutlich! Und wer die kräftigsten Worte gebraucht, der darf sich dann auch
am stärksten fühlen. Mit unverhohlener Spannung erwarte ich die Lesermeinungen einiger Parteigänger,
die nicht lange zögern werden, um uns alle wieder mit dem spannenden Schlenker zu einem französischen
Erzbischof und seiner Gründung zu überraschen. (Wäre es nicht an der Zeit, daß diese, nachdem sie
bereits ein Ehetribunal errichtet hat, auch eine eigene, sicher nicht neo-modernistische Glaubenskongregation
zu kreieren?) Und dann wird natürlich auch die Gegenseite zu einem argumentativen Tiefschlag ausholen.
Tatsächlich: Die postkonziliare Kirche hat sich vieler rituellen Kostbarkeiten beraubt, doch hier, unter
den kreuz.net-Diskutanten, entstehen dafür ganz neue Ritualisierungen.
Das: Übrigens: Auch die Erzdiözese München und Freising des Jahres 1981 könnte man als liberal und
chaotisch bezeichnen… stimmt und ist die einzige Hoffnung!
Immer mit der Ruhe Der Heilige Vater hat sich entschieden. Ich bin sicher, er weiß, was er tut und hat
sich gut überlegt, wen er auf diesem wichtigen Posten als seinen Nachfolger haben möchte. Wichtig scheint
mir, daß Benedikt XVI. ihn von der Arbeit am Katechismus und in der Glaubenskongregation her kennt und
gut mit ihm zusammenarbeiten kann. Letzteres kann bedeutender sein, als hundertprozentige inhaltliche
Übereinstimmung, zumal sich der Heilige Vater wichtige Fragen wohl kaum aus der Hand nehmen lassen wird.
Außerdem wird Seine Exzellenz Levada ohnehin auch auf die Mitarbeit der Kongregationsmitglieder angewiesen
sein. Eine Vorverurteilung des neuen Präfekten halte ich für falsch. Auch die Frage der Indultmessen
zur Gretchenfrage zu stilisieren scheint mir zweifelhaft. Weiß jemand etwas über theologische Arbeiten/Äußerungen
von Erzbischof Levada? Übrigens: Auch die Erzdiözese München und Freising des Jahres 1981 könnte man
als liberal und chaotisch bezeichnen…
@ Konrad Ihnen wird die Begeisterung zu Papst Benedikt XVI. schon noch vergehen. Sie werden vom weiteren
Niedergang der Hl. Kirche mitbetroffen sein! Die Ansicht von „ontos“ ist richtig.
Damit ist nun dem Fortschreiten der neo-modernischen Häresien Tür und Tor noch weiter geöffnet. Alle
Hoffnungen der traditionstreuen Katholiken in den neuen Papst sind mit dieser Entscheidung mit einem Schlag
zerstört worden. Die Vernichtung und der Ausverkauf der wahren Lehre der Kirche ist nun besiegelt worden.
Neo-Modernisten erobern jetzt sogar erstmals die Glaubenskongregation was zur Folge haben wird, daß diejenigen,
die den Glauben verteidigen, künftig dafür verurteilt werden. So wird wiederholt deutlich: Das II. Vaticanum
ist die Selbstzerstörung der Kirche. Vielleicht in 100 Jahren wird man dies sehen, denn der Teufel kann
die Kirche nicht vernichten. Die jetzige Kirchenkrise dient vielleicht dazu, den Spreu vom Weizen zu trennen.