10:25:52 | Freitag, 10. September 2010
Wer in der Öffentlichkeit ein neues Amt mit einer polemischen Generalabrechnung beginnt, handelt unklug und unprofessionell, illoyal und selbstgerecht.

(kreuz.net) „Wer in der Öffentlichkeit in Worten, die weder auf eine differenzierte Denkarbeit noch auf
eine gute Kinderstube schließen lassen, seine eigene »Firma« schmäht, darf sich nicht wundern, wenn
diese ihm den Rücktritt nahelegt.“
So kommentierte der Journalist Alexander Kissler am 24. August auf
der Webseite ‘The European’ den überfälligen
Abgang von Pfarrer Michael Broch von seinem Amt als Geistlicher
Direktor des katholischen ‘Instituts zur Förderung des publizistischen Nachwuchses’ in München.
Kissler
erwähnt die Fakten: „Dieser Priester gibt – kaum hat er das neue Amt übernommen – ein
Interview, in
dem er recht rüde über die Katholische Kirche herzieht.“
Er nannte die Institution, die das von ihm
mitgeleitete Institut trägt, abschätzig „System Kirche“, in dem eine „Bunkermentalität“ herrsche und
die von einem Mann geleitet werde, dem Papst, der besagtes System „an die Wand fährt“.
Hw. Broch hat
sich – so Kissler – verhalten wie ein neuer Abteilungsleiter in einem Ministerium, „der öffentlich das
»System Politik« geißelt, das Ministerium für rückständig erklärt und den Minister der Inkompetenz
zeiht.“
Der Journalist weist auch darauf hin, daß Hw. Broch entweder gelogen oder eine erschütternde
Unprofessionalität an den Tag gelegt hat:
„Seine Behauptung nämlich, die skandalisierten Passagen nicht
gegengelesen zu haben, wurde von der interviewenden Zeitung sehr bestimmt zurückgewiesen.“
Kisslers
Urteil: „Insofern müßte der Tag des Rücktritts als ein guter Tag in die Annalen des ‘Institut zur Förderung
publizistischen Nachwuchses’ eingehen.“
Denn: „Ein offenbar vielseitig überforderter Mann resignierte,
damit die Journalistenschule das Vertrauen der sie tragenden Bischöfe zurückgewinnen und die Zweifel
an der eigenen Professionalität zerstreuen kann.“
„Was aber geschieht?“- fragt der Journalist dann:
„Die Meinungsfreiheit sei in Gefahr, schreien katholische und nicht katholische Journalisten auf, die
Kirche habe sich als dialogunfähig erwiesen, der Kadavergehorsam einer Kaderschmiede sei gewünscht.“
Kissler gesteht ein, daß jeder gegen wen auch immer verbal aufbegehren darf.
Aber: „Wer in der Öffentlichkeit
ein neues Amt mit einer polemischen Generalabrechnung beginnt, handelt unklug und unprofessionell, illoyal
und selbstgerecht.“
Mit seinem Interview habe Hw. Broch gezeigt, daß er nicht am Dialog interessiert
ist:
„So redet jemand, der sich im Besitz der gültigen Meinung wähnt, breit und mutmindernd abgesichert
vom katholischen juste milieu.“
Mit seinen Worten habe Hw. Broch signalisiert, daß sein Institut kirchenpolitisch
gekapert werden und sich zu einer weiteren Filiale der Papstkritikerindustrie entwickeln soll.
Für Kissler
zeigen die „teils plumpen Solidaritätsbekundungen aus den Reihen von Politik, Journalismus, Verbandskatholizismus“,
daß es in Deutschland keinen Konsens darüber gibt, was jenseits der Kirchensteuerpflicht das ausgezeichnet
Katholische definiert.
Sein Fazit: „Es geht um die Frage, ob die innere Auszehrung der Konfessionen gestoppt
werden kann, indem man hauptamtlich und in aller Öffentlichkeit das bequeme Geschäft der Gesellschaftskritiker,
Kapitalismuskritiker, Kirchenkritiker betreibt – oder eher dadurch, daß eine schrumpfende Gemeinschaft
der Gesellschaft munter erklärt, was es mit der Sache Christi auf sich hat.“
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#7
Das Kind 13:59:27 | Samstag, 11. September 2010
#2
matt3 10:37:23 | Freitag, 10. September 2010
#1
Konrad 10:31:36 | Freitag, 10. September 2010