Deutschland
Krawattenpfarrer Michael Broch ist kein Opfer
Wer in der Öffentlichkeit ein neues Amt mit einer polemischen Generalabrechnung beginnt, handelt unklug und unprofessionell, illoyal und selbstgerecht.
(kreuz.net) „Wer in der Öffentlichkeit in Worten, die weder auf eine differenzierte Denkarbeit noch auf eine gute Kinderstube schließen lassen, seine eigene »Firma« schmäht, darf sich nicht wundern, wenn diese ihm den Rücktritt nahelegt.“

So kommentierte der Journalist Alexander Kissler am 24. August auf der Webseite ‘The European’ den überfälligen Abgang von Pfarrer Michael Broch von seinem Amt als Geistlicher Direktor des katholischen ‘Instituts zur Förderung des publizistischen Nachwuchses’ in München.

Kissler erwähnt die Fakten: „Dieser Priester gibt – kaum hat er das neue Amt übernommen – ein Interview, in dem er recht rüde über die Katholische Kirche herzieht.“

Er nannte die Institution, die das von ihm mitgeleitete Institut trägt, abschätzig „System Kirche“, in dem eine „Bunkermentalität“ herrsche und die von einem Mann geleitet werde, dem Papst, der besagtes System „an die Wand fährt“.

Hw. Broch hat sich – so Kissler – verhalten wie ein neuer Abteilungsleiter in einem Ministerium, „der öffentlich das »System Politik« geißelt, das Ministerium für rückständig erklärt und den Minister der Inkompetenz zeiht.“

Der Journalist weist auch darauf hin, daß Hw. Broch entweder gelogen oder eine erschütternde Unprofessionalität an den Tag gelegt hat:

„Seine Behauptung nämlich, die skandalisierten Passagen nicht gegengelesen zu haben, wurde von der interviewenden Zeitung sehr bestimmt zurückgewiesen.“

Kisslers Urteil: „Insofern müßte der Tag des Rücktritts als ein guter Tag in die Annalen des ‘Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses’ eingehen.“

Denn: „Ein offenbar vielseitig überforderter Mann resignierte, damit die Journalistenschule das Vertrauen der sie tragenden Bischöfe zurückgewinnen und die Zweifel an der eigenen Professionalität zerstreuen kann.“

„Was aber geschieht?“- fragt der Journalist dann: „Die Meinungsfreiheit sei in Gefahr, schreien katholische und nicht katholische Journalisten auf, die Kirche habe sich als dialogunfähig erwiesen, der Kadavergehorsam einer Kaderschmiede sei gewünscht.“

Kissler gesteht ein, daß jeder gegen wen auch immer verbal aufbegehren darf.

Aber: „Wer in der Öffentlichkeit ein neues Amt mit einer polemischen Generalabrechnung beginnt, handelt unklug und unprofessionell, illoyal und selbstgerecht.“

Mit seinem Interview habe Hw. Broch gezeigt, daß er nicht am Dialog interessiert ist:

„So redet jemand, der sich im Besitz der gültigen Meinung wähnt, breit und mutmindernd abgesichert vom katholischen juste milieu.“

Mit seinen Worten habe Hw. Broch signalisiert, daß sein Institut kirchenpolitisch gekapert werden und sich zu einer weiteren Filiale der Papstkritikerindustrie entwickeln soll.

Für Kissler zeigen die „teils plumpen Solidaritätsbekundungen aus den Reihen von Politik, Journalismus, Verbandskatholizismus“, daß es in Deutschland keinen Konsens darüber gibt, was jenseits der Kirchensteuerpflicht das ausgezeichnet Katholische definiert.

Sein Fazit: „Es geht um die Frage, ob die innere Auszehrung der Konfessionen gestoppt werden kann, indem man hauptamtlich und in aller Öffentlichkeit das bequeme Geschäft der Gesellschaftskritiker, Kapitalismuskritiker, Kirchenkritiker betreibt – oder eher dadurch, daß eine schrumpfende Gemeinschaft der Gesellschaft munter erklärt, was es mit der Sache Christi auf sich hat.“
      
8 Lesermeinungen
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#8   klausvonjaus   07:47:43 | Sonntag, 12. September 2010
KRAWATTEN-PFARRER SIND MERKWÜRDIG
EIN PRIESTER OHNE RÖMISCHEN KRAGEN IST WIE EIN SOLDAT OHNE UNIFORM.
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#7   Das Kind   13:59:27 | Samstag, 11. September 2010
Schwerer Schlag für den eitlen Wort-zum-Sonntag-Sprecher
Sein Schicksal interessiert hier keine Sau.
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#6   Mighty Counsellor †   12:36:03 | Freitag, 10. September 2010
„unklug und unprofessionell, illoyal und selbstgerecht“
Beinahe wie crux.ret.
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#5   Lisibald Poier †   11:11:09 | Freitag, 10. September 2010
Journalistenschule
Sakrosankt, wie die Inquisition. Wer, ja, wer könnte bei uns in die Schule gehen? Ach ja, die Götter.
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#4   FIDEI DEFENSOR FIDELIS   11:03:31 | Freitag, 10. September 2010
Bedrohung der christlichen Kultur,
Hilflosigkeit und die Abwendung vom traditionellen Bekenntnis.
Auch ist die Austrittswelle aus den christlichen Kirchen von den Kirchen hausgemacht : wissenschaftliche Abhandlungen zum Alten Testament mit massiver Anzweiflung des Wahrheitsgehaltes sowie bloße Wirtschaftlichkeitsrechnungen in den Synoden an statt Glaubensvermittlung tragen zur Orientierungslosigkeit und der Hinwendung zu pseudoreligiösen Bewegungen bei. So ist es kein Wunder das Jugendliche in Deutschland ihr Seelenheil in Sekten suchten: „Das ist ein Symptom der aktuellen Geisteshaltung.«
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#3   Doppelbock61 †   10:58:21 | Freitag, 10. September 2010
Driiiiiiiiiiiiiitter!!!!
:-D :-D :-D
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#2   matt3   10:37:23 | Freitag, 10. September 2010
Nestbeschmutzer…
solche Leute mag ich auch nicht… ich weiss nicht, was sich die einbilden. Sie beissen ständig in die Hand die sie füttert, das ist einfach nur eine Frechheit und zeugt von einer infantilen Selbstgerechtigkeit… hinaus mit ihm!
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#1   Konrad   10:31:36 | Freitag, 10. September 2010
Nun, kreuznattern
ihr seid
aber
recht
spät
dran.
der
käs
ist
längst
gegessen!
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