Finanzen
Er will mit dem Schritt seinen Schadensgegner treffen
Der jüngste Kirchensteuer-Streit in Deutschland hat auch viel mit persönlichen Animositäten und Emotionen zu tun.
Wenn es um die Kirchensteuer geht, wachen die Bischöfe auf
Wenn es um die Kirchensteuer geht, wachen die Bischöfe auf
© free-stock, CC
(kreuz.net) Der Oberpfälzer, Dr. Andreas Janker (48), ist ein gläubiger Katholik.

Aber er ist trotzdem aus der Kirche als „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ ausgetreten und zahlt keine Kirchensteuer mehr.

Das berichtete die ‘Mittelbayerische Zeitung’ am 6. September.

Bischof Gerhard Ludwig Müller von Regensburg hat ihn mit fadenscheinigen und den kirchlichen Bestimmungen widersprechenden Gründen exkommuniziert.

Doch Janker wehrt er sich mit allen juristischen Mitteln dagegen.

Er betont, daß er nur aus der Kirche als „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ ausgetreten sei.

Erzbischof Francesco Coccopalmerio – der Präsident des ‘Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte’ – bestätigte ihm, daß eine Exkommunikation nur ausgesprochen werden könne, wenn eine entsprechende innere Einstellung vorhanden sei.

Janker hat inzwischen bei der römischen Bischofkongregation gegen Gerhard Ludwig Müller von Regensburg Beschwerde eingelegt.

Da die Antwort der Kongregation auf sich warten läßt, will Janker nun die Apostolische Signatur, den vatikanischen Obersten Gerichtshof, einschalten.

Auslöser für Jankers Austritt aus der Kirche als „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ war ein Vorfall in einem Regensburger Krankenhaus.

In dem Spital wurde Jankers demenzkranke Mutter im vergangenen Jahr behandelt.

In deren Folge erhob Janker Ansprüche an die Versicherung des Krankenhauses. Über die Details darf er nach einem juristischen Vergleich nicht öffentlich sprechen.

Als Schadensbearbeiter schaltete sich der Versicherungsmakler ‘Ecclesia’ ein, der viele deutsche Krankenhäuser vertritt.

Er wies – in solchen Fällen nicht ungewöhnlich – alle Forderungen zunächst konsequent zurück.

‘Ecclesia’ schrieb zuerst seine demenzkranke Mutter an, und nicht ihren Sohn als notariell beglaubigten Vorsorgebevollmächtigen. Das weckte Jankers Zorn, obwohl es sich dabei wohl nur um ein administratives Versehen handelte.

Janker begann, über die Firma ‘Ecclesia’ nachzuforschen und stellte fest, daß der katholische Caritasverband, die ‘Evangelische Kirche in Deutschland’ und das Diakonische Werk der ‘Evangelischen Kirche in Deutschland’ dort Gesellschafter sind.

Auf der Homepage verweist das Unternehmen auf seine christlichen Werte, die Janker verletzt glaubte.

Andererseits stellt die Firma klar, daß sie verpflichtet ist, kaufmännisch-unternehmerischen Grundsätzen zu folgen.

Doch Janker war nicht mehr zu bremsen. Die angebliche Mitverantwortung eines katholischen Verbandes an einem angeblich „unchristlichen Versicherungsgebaren“, trieben ihn auf die Palme.

Er fühlte sich über die Art und Weise brüskiert, mit der er – wie er meint – abgefertigt worden sei.

Die Zeitung zitiert ihn: „Ich habe mir gesagt: Jetzt reicht’s. Ich zahle doch nicht Kirchensteuern und finanziere damit meinen Schadensgegner.“

Seit seinem Austritt hat er Geld für wohltätige Zwecke gespendet.

Denn: „Von der echten Kirche, die von vielen mit Nächstenliebe gelebt wird, von engagierten Gemeindepfarrern und Seelsorgern, habe ich mich nicht entfremdet.“

Am letzten Freitag widersprach der ‘Caritasverband für die Diözese Regensburg’ auf der Webseite des Bistums den im Artikel gemachten Vorwürfen: „Mit der im Bericht dargestellten Angelegenheit hat die Caritas nichts zu tun.“

Janker erwecke mit seinen Aussagen jedoch den Eindruck, daß ‘Ecclesia’ aus Kirchensteuermittel finanziert würde: „Diese Behauptung ist falsch.“

Denn: „Zu keiner Zeit floß und fließt auch nur ein Cent an Kirchensteuern oder Spendenmittel in dieses Unternehmen. Sämtliche Spendenmittel der Caritas kommen ohne Umwege direkt Not leidenden Menschen in unserer Region zugute.“
      
21 Lesermeinungen
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#23   klausvonjaus   02:52:16 | Dienstag, 14. September 2010
JELD REGIERT DE WELT
UN MIR IN GELSENKIRCHEN-BUER SIN SOWAT VON ARME SCHWEINE, DAT GLAUBT KEEN MENSCH.
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#21   Rudolfus   09:25:45 | Montag, 13. September 2010
@Tsunami: 60 Rosenkränze sind immer noch eine reife Leistung –
auch wenn man doppelt an einem anderen Ort zugegen wäre, theoretisch möglich, da gleich zwei Rosenkränze als zwei Personen zu beten – ob das der hl. Pater Pio so gehandhabt hat, glaub ich aber nicht.
Möglich wär’s ihm zweifellos gewesen.
Würde ich auch gerne können, um dem gottlosen Treiben entfliehen zu können – aber nicht jeder ist ein Superheiliger, manche sind gar keine Heiligen (wie ich) – aber Ziel bleibt, trotz harter Rückschläge, immer die BEATIFIKATION DURCH CHRISTUS, und die MUß JEDER CHRIST ERREICHEN! JEDER, DER IN DEN HIMMEL WILL! UND DAS WOLLEN WIR! EHESTBALDIG! DENN DIESE ANTICHRISTLICHE WELT WAR SELBST DEM HL. P. PIO ZUVIEL! ER SAGTE: „GLÜCKLICH ALLE, DIE BEREITS TOT SIND!“
Beten wir um einen baldigen Tod in Christi Herz!
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#20   Lisibald Poier †   09:15:46 | Montag, 13. September 2010
@Tsunami
Merkwürdig, daß San Giovanni Rotondo, wo dieser große Heilige wirkte, nicht weit von Sant Angelo entfernt liegt. An diesen Ort sind viele große Heilige gepilgert. Der mystische Gargano bekam einen Vertreter Apuliens und der ganzen Welt. Wenn Du vor der großen Wand mit Briefen an den Heiligen gestanden bist, weißt Du wie sehr es diesem Heiligen möglich wurde, anderen zu helfen. Wie konnte er an so vielen Seiten wirken?
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#19   Tsunami   08:55:05 | Montag, 13. September 2010
@Lisibald Poier
Nachdem einige Herrschaften ja daran glauben, dass Pater Pio die Fähigkeit der Bilocation hatte, ist das mit den 60 Rosenkränzen nichts weltbewegendes: In Mailand hat er gebetet, während dessen er in Rom geshoppt hat. :-D :-D
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#18   Lisibald Poier †   05:47:26 | Montag, 13. September 2010
@matt3
Gott hats ohnehin nicht notwendig.
Jesus will, daß wir Gott bitten. Das Gebet ist die Nährquelle christlichen Lebens und Tuns. Jeder Tag hat sein Gewicht. Jedes fromme Gebet wird erhört. Jedes Gedenken an die Heiligste Dreifaltigkeit und an den Himmel wird einem angerechnet. Jeder Mensch sündigt. Zur Wiedergutmachung gibt es den Ablaß.
Definiert nach Canon 992:
„Ablaß ist der Nachlaß zeitlicher Strafe vor Gott für Sünden, deren Schuld schon getilgt ist; ihn erlangt der entsprechend disponierte Gläubige unter bestimmten festgelegten Voraussetzungen durch die Hilfe der Kirche, die im Dienst an der Erlösung den Schatz der Sühneleistungen Christi und der Heiligen autoritativ verwaltet und zuwendet.“
Gebet bewirkt Gnade und führt zu Ablässen.
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#17   UltraDroog   02:57:27 | Montag, 13. September 2010
„Ecclesia“
Die Verwicklung der RKK in das Versicherungswesen – das aus seinem innersten Wesen heraus schon gottlos ist, denn wer auf Gott vertraut, der braucht keine „Versicherungen“ – ist mit Sicherheit eines der eklatantesten Kennzeichen dafür, wie es um den gesunden Gottesglauben in deutschkatholischen Kreisen steht.
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#16   klausvonjaus   23:57:24 | Sonntag, 12. September 2010
KIRCHENSTEUER, NEIN DANKE
ICH SPENDE MEIN HARTZ IV EINKOMMEN LIEBER DEN PIUSBRÜDERN UND NICHT DEN ALTLIBERALEN.
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#15   matt3   23:35:37 | Sonntag, 12. September 2010
jaja…
du kannst ja ruhig himmelhochjauchzend vor dich hin beten und das tagein tagaus, aber mich machst du nicht zu einem Betbruder. Ich bin sehr zufrieden mit der Art, wie ich meinen Glauben lebe, auch ohne das Bedürfnis mich ständig selbst reden zu hören. Gott hats ohnehin nicht notwendig.
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#14   Lisibald Poier †   23:22:48 | Sonntag, 12. September 2010
@matt3
Friede sei mit Dir! Ich will Dir Frieden schenken, beten ist das halbe Evangelium, denn beten und Wunder sind die Hoffnung und der Zunder des Glaubens. Daher lachen Christen oft, weil sie sich freuen, wenn sie gebetet haben und das miteinander erleben. Das war früher so und ist heute auch so. Warst Du noch niemals wallfahren? Da betet man unentwegt und das Leben ist genau das. Beten und überall, beten. Wenn es möglich ist, beten.
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#13   matt3   23:20:22 | Sonntag, 12. September 2010
@lisi
willst mich provozieren… ich hasse diese Beterei wie der Deifi das Weihwasser. Jesus hat einmal vernünftigerweise gesagt: wenn ihr zu Gott sprecht sollt ihr nicht viele Worte machen und plappern wie die Heiden. Sogar das Vaterunser erspare ich mir, obwohl ich das mit voller Überzeugung befürworte.
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#12   Lisibald Poier †   23:08:20 | Sonntag, 12. September 2010
matt3
Wieviele Rosenkränze betest Du pro Tag? Pater Pio soll über 60 Rosenkränze am Tag gebetet haben.
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#11   matt3   23:00:55 | Sonntag, 12. September 2010
jetzt wo er exkommuniziert ist…
kann er ja immerhin den Beweis antreten, dass sich die ewige Glückseligkeit auch ohne eine Kirchenzugehörigkeit bewerkstelligen lässt. :)3
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#10   Gotthard   22:49:01 | Sonntag, 12. September 2010
Querulant
Dieser ganze angebliche Streit sagt doch sehr viel über den geistigen Zustand und die Gemütsverfassung des Oberpfälzers Dr. Andreas Janker aus.
Inhaltlich hat dieser Herr nichts bemängeln … einfachstrukturierte promovierte Querulanten…
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#9   Paul M.   22:37:26 | Sonntag, 12. September 2010
@Junker Jörg: Frommen-Phobie?
Lieb, fromm, traditionell? Was haben Sie dem denn entgegenzusetzten, Junker Jörg?
Böse, lau, modernistisch? :-P
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#8   Junker Jörg   22:20:10 | Sonntag, 12. September 2010
Wenn die
lieben frommen Traditionalisten in userer Kirche wirklich
einmal Oberwasser bekämen, würde die von mir auch keine
müde Mark mehr sehen.
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#7   Krak des Chevaliers   22:13:20 | Sonntag, 12. September 2010
Exkommunikation null und nichtig
Bischof Gerhard Ludwig Müller von Regensburg hat ihn mit fadenscheinigen und den kirchlichen Bestimmungen widersprechenden Gründen exkommuniziert.[fett][fett]
Dann ist die durch Bischof Müller bzw. eine Mitarbeiter, ausgesprochene Exkommunikation null und nichtig. Auch ich kenne Christen, die entweder katholisch oder evangelisch „ausgetreten“ sind, sich aber mit Überzeugung als Christen und Gläubige bezeichnen. Austreten kann man übrigens nur in Deutschland und Österreich – Schweiz weiß ich jetzt nicht. In einigen Fällen kann ich sogar verstehen, wenn Gläubige sich weigern, Kirchgeld bzw. Kirchensteuern zu bezahlen. Wenn man sich etwa ansieht, was im Bistum Linz so an Liturgieskandalen auf der Aganda steht, oder im EB Wien mit seinen vom Kardinal abgesegneten Westernmessen! Da würde ich auch keinen müden Euro mehr in die Kirchenkasse bezahlen wollen! o.O
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#6   Paul M.   22:09:43 | Sonntag, 12. September 2010
@ bejorommer: Denkste…!
Bei einer Exkommunikation ist man vom Empfang der Sakramente ausgeschlossen, und den Gnaden, die damit in Verbindung stehen.
Es ist falsch, über Übernatürliches so nüchtern hinwegzugehen, wie Sie, bejorommer.
Nur weil Sie noch keine Glaubenserfahrungen gemacht haben…!?
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#4   juemuc   21:31:41 | Sonntag, 12. September 2010
Das ist eine Versicherung…
und kein Lotto-Jackpot. Egal wer Gesellschafter dieser Versicherung ist. Mit dieser „Austrittsaktion“ schadet er am ehesten sich selber.
Und wenn jeder so denken würde wie er, könnte die von ihm so gelobte „Nächstenliebe“ inform von Altenheimen, Krankenhäusern, Behindertenheimen, Kindergärten, Jugendeinrichtungen im In- und Ausland, die zu allem Überfluss auch noch in diesen bereichen das Sozialsystem (Finanziert durch die Kirchensteuer) in Deutschland stemmen (ohne die Kirchen müsste der Staat selbst dafür sorgen), sich selbst an den Nagel hängen.
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#3   bejorommer   20:32:08 | Sonntag, 12. September 2010
Exkommunikation
Für Gott dürfte eine Exkommunikation wohl kaum von Bedeutung sein und auch das persönliche Verhältnis eines Menschen zu ihm auch nicht beeinflussen oder beeinträchtigen.
Josef Berens
(als einfacher, selbst denkender Katholik
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#2   matt3   20:00:02 | Sonntag, 12. September 2010
blöd gelaufen, was?…
jetzt ist er hinausgestoßen in die ewige Finsternis voll Jammern und Zähneklappern, aber er wollte es ja so :-D
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#1   Botschafter   19:54:18 | Sonntag, 12. September 2010
Mein Geld ist mein GOTT
Sie werden sich noch ihre Schädel einschlagen, wegen der Kohle. – Aber wofür kämpfen sie eigentlich? – Es ist doch alles ausgehöhlt, hat keinen inneren Wert mehr, die Firmen, der Staat, die Altersfürsorge und das ungedeckte Geld…Die Seilschaften der Logenbrüder lassen grüssen…! :-D :-O
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