Benedikt XVI. weihte am heutigen Pfingstsonntag 21 Priester der Diözese Rom. In seiner Predigt rief er auf, Barrieren niederzureißen: „Wir verschließen ständig unsere Türen, um weder von anderen noch von Gott gestört zu werden.“
(kreuz.net, Vatikan) Im Rahmen der Pfingstmesse weihte Papst Benedikt XVI. 21 Diakone zu Priestern. Von
den Weihekandidaten stammen nur sechs aus dem Priesterseminar der Diözese Rom.
Lediglich elf der Neupriester
sind Italiener.
Die Freiheit werde durch die Gebote nicht eingeschränkt, sondern ermöglicht, erklärte
der Papst in seiner Predigt: Die Freiheit, die Israel durch seine Flucht aus Ägypten gewonnen habe, erhalte
durch die Gebote am Sinai erst ihre rechte Form.
Wind und Feuer des Heiligen Geistes müßten die Grenzen
sprengen, welche die Menschen aufbauen: „Von Babylon und von der Einschließung in uns selbst müssen
wir zum Pfingstfest übergehen, das heißt zur Öffnung der Türen.“
„Wir verschließen ständig unsere
Türen, wir wollen sicher sein und weder von anderen noch von Gott gestört werden“, sagte der Papst mit
Hinweis auf die Jünger, die sich am ersten Pfingsttag im Abendmahlssaal eingeschlossen hatten.
„Christen
müssen die persönlichen Abgrenzungen überwinden und sich dem Friedensgruß öffnen.“ Dies bedeute auch
einen Appell, sich dem Nächsten zuzuwenden.
Die Kirche müsse die Barrieren zwischen Rassen und Klassen
immer wieder niederreißen. In ihr gebe es nur freie Brüder und Schwestern in Christus.
An die Weihekandidaten
gewandt unterstrich der Heilige Vater: „Wenn der Herr Euch den Frieden wünscht, dann schenkt er nicht
nur irgendetwas, sondern sich selbst.“
Nach der Messe zeigte sich der Papst am Fenster des Apostolischen
Palastes und sprach zu den rund 50.000 Gläubigen auf dem Petersplatz. Benedikt XVI. begann mit einer
Entschuldigung: „Ich bitte vor allem um Entschuldigung für meine große Verspätung. Ich hatte die Gnade,
21 Priester zu weihen. Eine solche Ernte dauert seine Zeit: Danke für euer Verständnis!“
Das Zusammenfallen
von Pfingsten und Priesterweihe deute auf die Verbindung zwischen dem Geist und der Institution.
Ohne
den Heiligen Geist würde sich die Kirche auf eine rein menschliche Einrichtung reduzieren, die von ihren
eigenen Strukturen erdrückt würde. Der Geist bediene sich jedoch der menschlichen Vermittlung um zu
wirken.
Der Papst richtete sich am Schluß in deutscher Sprache an eine aus Deutschland angereiste Gruppe
der Gemeinschaft von St. Egidio.
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