11:20:46 | Donnerstag, 23. September 2010
(kreuz.net) Im Jahr 2002 erschien eine Neuauflage des reformierten Meßbuches.
Damals bat der Heilige
Stuhl die Bischöfe, „so schnell wie möglich“ eine Übersetzung in die Muttersprache zu erstellen.
Nach
acht Jahren ist das für die deutsche Sprache noch immer nicht geschehen.
Der Kardinal ist recht zufrieden
Zu dem Thema sagte Joachim Kardinal Meisner von Köln gestern als Vorsitzender der Liturgiekommission
bei der Deutschen Bischofskonferenz vor dem Kölner ‘Domradio’:
„Wir haben heute zum zweiten Mal einen
Text – und zwar einen wichtigen Text – den sogenannten ‘Ordo missae’ behandelt.“
Der Kardinal bezeichnet
die Übersetzungsarbeit als „ein sehr, sehr mühsames Unternehmen“. Aber: „Ich bin recht zufrieden.“
Er wünscht sich, daß die Gottesdienstkongregation den Text kritisch durchsieht und prüft, „ob wir den
theologischen Gehalt in das deutsche Sprachgewand gebracht haben.“
Und: „Sie sollen auf unser Fehler
und Falschheiten aufmerksam machen.“
Für Kardinal Meisner hat der Heilige Stuhl „schon eine ganz wichtige
Aufgabe“.
Das zeigt er mit Blick auf die Weltkirche:
„Der Gottesdienst ist die Einheitsklammer unserer
Kirche, das ist also kein Text, bei dem uns die römische Kongregation quälen wollte, sondern es ist
eine ganz große und wichtige Aufgabe, daß die Texte richtig übersetzt werden.“
Das heiße aber nicht –
schränkt der Kardinal sofort ein, „daß wir das lateinische Sprachgewand übernehmen.“
„Wir haben eine
Entscheidung getroffen“Hw. Peter Dückers – der das Gespräch leitet – kommt auf die Frage der falschübersetzten
deutschen Wandlungsworte zu sprechen.
Bereits im November 2006 dekretierte Papst Benedikt XVI. eine Korrektur
dieses Zustandes.
Doch die altliberalen deutschen Bischöfe weigern sich bis heute, dem Papst zu gehorchen.
Auf die Frage, wie er es in der Neuübersetzung des Meßbuches mit der Falschübersetzung halte, gibt
Kardinal Meisner eine verblüffende Antwort:
„Wir haben natürlich eine Entscheidung getroffen“ – erklärt
er, obwohl in dieser Frage kein Entscheidungsspielraum besteht:
„Wie alle Entscheidungen bei den Übersetzungen
ist das noch nicht endgültig“ – schränkt er ein.
Die Texte wurden nach Angaben des Kardinals gestern
von den Bischöfen verabschiedet: „Die Rekognizierung geschieht durch Rom.“
Dann wird der Kardinal rätselhaft:
„Die werden das sehr kritisch lesen, und dann wird man entweder korrigieren oder in Ordnung finden, was
ich nicht glaube.“
Schnell fügt er hinzu: „Aber ich bin in guter Hoffnung.“
Sich auf den Mond schiessen
lassenHw. Dückers erwähnt das in Deutschland stark kritisierte neue Beerdigungs-Rituale und fügt
an: „Wie wollen Sie solch ein Desaster für das neue Meßbuch verhindern?“
Der Kardinal kontert: „Das
Beerdigungsbuch ist besser als es dargestellt wird.“
Es werde auch in vielen deutschsprachigen Diözesen
benutzt: „Die Übersetzung ist nicht das Ärgerliche, sondern der Umfang.“
Der Kardinal kritisiert die
Kritik an dem Rituale: „Das ist ein bißchen eine Ideologie, da muß man aufpassen.“
Er warnt auch davor,
sich vor dem Erscheinen des Neuen Meßbuches, die „Atmosphäre verderben zu lassen“:
„Ich merke das ja
schon an Ihren Fragen: »Wenn der Beerdigungsritus auch schon so fatal war.« Das wäre ganz schlecht.“
Hw. Dückers gibt nicht nach: „Sie hegen also die Hoffnung, daß die Akzeptanz beim Meßbuch größer
ist und die Leute sich vor allen Dingen auch daran halten?“
Moralisierend warnt er vor dem, was schon
lange der normale liturgische Alltag im Novus Ordo ist: „Ein Wildwuchs kann ja keinem nutzen.“
Der Kardinal
reagiert pikiert: „Was heißt denn das? Im Gottesdienst wird die Weltkirche präsent.“
Die Messen seien
so zu feiern, daß immer der Papst und der Bischof dabeisitzen könnten: „Sonst geht’s nicht.“
Daraus
folgert Kardinal Meisner: „Wer Papst und Bischof nicht nennt, der muß sich auf den Mond schießen lassen –
dann kann er nämlich auf der Erde keinen Gottesdienst feiern.“
Er erinnert daran, daß die ganze Erde
in Diözesen eingeteilt ist: „Und da muß er immer den Papst und den Bischof nennen.“
Wirre Informationen
Die deutsche Übersetzung des Ordo Missae wird nach Angaben des Kardinals jetzt nach Rom geschickt.
Wie weit die Übersetzung gediehen ist, bleibt unklar: „Wir sind ja fast mit der gesamten Übersetzung
fertig“ – sagt er einerseits.
Und andererseits: „Jetzt kommen demnächst die ganzen Kirchengebete dran.
Dann kommen die Präfationen.“
Dann wieder: „Wir haben schon noch einige Arbeit, aber die Übersetzung
ist im Grunde genommen abgeschlossen.“
Man werde abwarten müssen, was noch zu verbessern sei: „Oder
ob wir Texte ganz neu formulieren müssen.“
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