Am letzten Freitag ernannte Benedikt XVI. den Erzbischof von San Francisco zum neuen Präfekten der Glaubenskongregation. Was denkt Erzbischof Levada über die Kinderabtreibung, das Homo-Konkubinat, die katholische Lehre und den interreligiösen Dialog?
Über katholische Politiker: „Es darf unter Katholiken über Fragen wie die Führung von Kriegen oder
die Anwendung der Todesstrafe eine legitime Meinungsverschiedenheit geben, nicht aber in Sachen Kinderabtreibung
oder Euthanasie. Ein Katholik muß – um in voller Gemeinschaft mit dem Glauben der Kirche zu stehen –
die Kinderabtreibung und die Euthanasie als Übel verwerfen.“ Vortrag vor der US-Bischofskonferenz, Juni
2004
Über das Homo-Konkubinat: „Die Ehe sowie die Zeugung und Erziehung von Kindern bildet die Grundlage
der Familie. Die Familie liegt im Herzen jeder Gesellschaft. Es zeugt von einem irrenden Verständnis
der Ehe, wenn man diese über die Vereinigung von Mann und Frau und über die Zeugung von Kindern und
die Errichtung einer Familie ausdehnen will.“ Pressemitteilung des Erzbischofs zum Homo-Konkubinat in
San Francisco, Februar 2004
Über den assistierten Selbstmord: „Der assistierte Selbstmord steht im Gegensatz
zur katholischen Lehre. Die Kirche bekräftigt, daß das Leben ein Geschenk Gottes ist und als solches
geschützt, unterstützt und geliebt werden muß – auch dann, wenn ein Mensch leidet und Schmerzen empfindet.
Wir sind nicht die Herren unseres Lebens, sondern Diener dieses Geschenkes Gottes.“ Brief an die Priester,
Mai 2005
Über den Islam: „Wenn sich Islam und Christentum beide als universal und missionarisch sehen,
bedeutet das keine Sackgasse, sondern die Chance ins Geheimnis des jeweiligen Glaubens tiefer einzudringen,
um zu sehen, wie ein Glaube im anderen Glauben widerhallt und zu ihm in Beziehung steht. Der Geist der
zeitgenössischen Gesellschaft ist gegenüber der Wahrheit skeptisch, auch gegenüber dem Anspruch, die
Wahrheit zu kennen, speziell jener Wahrheit, die Gott offenbart hat.“ Vortrag auf der Universität von
San Francisco, 2002
Über die katholische Lehre: „Ein Kaffehaus-Zugang zum Glauben hat keine Basis in
der Bibel oder in der kirchlichen Tradition. Es war immer so, daß die Verwerfung einer einzigen Glaubenswahrheit
einen Bruch mit der sichtbaren Gemeinschaft des einen Glaubens der einen Kirche bewirkt.“ Aus einem Artikel
über den Weltkatechismus, 1994
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Ich finde man hätte einen besseren Titel waehlen muessen. Pelagius hat da recht. Man sollte ihn prüfen
aber nicht „aufs Maul schaun“. Unser neuer Grossinquisitor möge eine gute Zukunft haben. Nein mit Grossinquisitor
ist nix negatives gemeint. Das heisst untersuchen, prüfen. Paulus sagte: Prüft alles und behalte das
Gute. Und: behalte die Traditionen welche ich euch überliefert habe.
Lieber Pelagius wenn luther vom Maule sprach, so war das seine harmlose Sprache… luther galt zu Recht
als unflätig, das wurde schon zu seiner Zeit so gesehen.
„Auf’s Maul geschaut“ Luther hat bekanntlich dem Volk auf’s Maul geschaut. In seiner Zeit hatte der Ausdruck
„Maul“ auch weithin keinen despektierlichen Beigeschmack. Aber einem Priester, einem Erzbischof gar, ernannt
zum obersten Glaubenshüter, auf’s Maul zu schauen, das klingt geschmacklos und unehrerbietig. Die Krise
der Kirche ist zu nicht unerheblichen Anteilen eine Krise der Kultur und damit der Sprache. Man kann nicht
für Sakralität und Ehrfurcht im Gotteshaus plädieren und zugleich mit Blick auf kirchliche Würdenträger
den Grobianismus Luthers kopieren. Wie sagt die kreuz.net-Redaktion so passend: „Sie behält sich aber
das Recht vor, unsachliche, unflätige, blödsinnige, beleidigende, rechtswidrige sowie dogmatisch oder
moralisch bedenkliche Beiträge sowie Anmerkungen, die dem Ansehen des Mediums schaden, zu löschen.“
@ Herrn Frank Superlehramt der FSSPX =Protestantenart Sie beklagen sich über die Strategie und Polemik
der FSSPX. Polemik ist in der Tat häufig anwesend. Glaubenssachen muss man ja auch nicht verbergen. Aber
ihre eigene Strategie um die „Piusbruderschaftler“ wieder „in die Kirche“ zu bringen, läßt zu wünschen
übrig. Daß die FSSPX „protestantisch“ wäre ist pertinent falsch: beweisen Sie mir bitte mal, in welchen
Sachen die Piusbruderschaft das Lehramt in eigener Weise auslegt. Man kann sich darüber beklagen, daß
die Piusbruderschaft sich im lehramtlichen Zeitpunkt von 1955 befindet, aber es ist aber ebenso die Wahrheit,
dass nach 1950 keine Unfehlbare Aussagen vom Magisterium mehr gemacht wurden. Und die Aussagen des jetztigen
Magisteriums im Einklang mit den früheren Aussagen wird akzeptiert. Zumindest habe ich noch nie gehört,
daß die FSSPX etwa häretisch ist wegen Zurückweisen von Vatikanum II. Daß so eine Aussage vom Vatikan
fehlt, beweist schon, daß an der Lehre der FSSPX nichts falsch ist. In Ecclesia Dei steht nur, dass die
Piusbruderschaftler einen „falschen Verstä. von Tradition“ haben und „Neue Lehren der lebendigen Tradition
verwerfen“. Nun sagt aber „PAstor Aeternus“ (Unfehlbares Dekret von Vatikanum I.), dass der Papst keine
neuen Lehren einführen darf, sondern nur die alte schützen. Wo Ökumenismus, Religionsfreiheit und Kollegialität
vor 1962 existieren im Lehramt, dürfen Sie beweisen!
V2 war kein ökumenisches Konzil! @ Frank: Wie schon des öfteren ausgeführt: Da die Lehre der Kirche
nicht verbindlich festgestellt werden sollte und auch keine – alle Gläubigen oder eine Gruppe von ihnen –
mittels Dekret (= kirchliches Gesetz, die Bezeichnung ist nicht entscheidend) verpflichten sollte. So
sogar nach der Rechtslage des CIC 1983 bei korrekter Auslegung. Die Quantität der Bischöfe ist nicht
entscheidend, sonst hätte es sogar seit V2 schon mehrere „Konzilien“ gegeben. V2 war eine pastorale Generalsynode.
Das „Reißen von Zitaten aus dem Zusammenhang“ ist in Hinblick auf eine kritische Besprechung postsynodaler
Texte weder möglich noch nötig. Denn üblicherweise finden sich in den postsynodalen V2-Dokumenten falsche
neben richtigen Aussagen unkommentiert nebeneinander, sodaß ein innerer lehrmäßiger Zusammenhang solcher
Dokumente nicht besteht. Es ist daher vielfach gar nicht anders möglich, als die falschen und richtigen
Aussagen gesondert zu besprechen und kommentieren. Im übrigen gibt es kein „aktuelles Lehramt“, sondern
nur das ewige, unabänderliche, welches auf Christus zurückgeht, welcher es eingesetzt hat. Die Priesterbruderschaft
St. Pius X. hat die Aufgabe, das Überleben der traditionellen Lehre, des traditionellen Glaubens, der
Sakramente und Sakramentalien in ihrer traditionellen Form zu sichern. Diese Aufgabe erfüllt sie, ohne
deshalb die Hl. Kirche als Ganzes ersetzen zu können oder zu wollen.
Danke, Herr Mayer! Es dürfte tatsächlich wenige Kirchen geben, die sich bemühen, an ihren Schriftenständen
so viel Gehaltvolles zu bieten, wie es die FSSPX tut. Vielerorts findet man da – über die einschlägige
apologetische Literatur, das Mitteilungsblatt, die KU usw. hinaus – eine Fülle an guter theologischer,
geistlicher und hagiographischer Literatur (z.T. neu gedruckt in FSSPX-nahen Editionen). Hier stimme Herrn
Mayer zu und tue mich schwer, mir den gemeinsamen Rosenkranz usw. zu verdienen. Das mir gestellte Suchspiel
habe ich also nicht gelöst! Dennoch: Die angehängte Silbe „-chen“ meines Beitrages war kein Spott auf
die Priorate der FSSPX, auch nicht auf die Schriftenstände, ebenso wenig auf die dort ausliegende Literatur
insgesamt, allenfalls auf manche Broschüren, die sich in der sattsam bekannten Weise mit der gesamtkirchlichen
Lage auseinandersetzen und sich dabei zum Sprachrohr der bindenden und bannenden Wahrheit machen wollen.
(Was bitteschön ist an der Formulierung übrigens so schlimm, die ja immerhin von einem prominenten,
tragisch verewigten Priester aus dem Umfeld der FSSPX übernommen ist…) Zurück zur Levada-Frage: Mir
scheint der Umgang mit solchen Themen eben doch oft von Besserwisserei, Konsequenzmacherei und einem geringen
„Sentire cum Ecclesia“ geprägt zu sein, zumal dann, wenn man sich nur auf einige aus ihrem Zusammenhang
gelöste Zitate beziehen kann, dann aber rasch mit Hegel u.ä. zur Stelle ist. (Hierzu vgl. Beiträge
z.B. von Doctor subtilis.)
Zur FSSPX @ ontos: Zu Ihrer Beruhigung darf ich Ihnen mitteilen, daß mir die Schriften der FSSPX bestens
bekannt sind. Ich kenne insbesondere die Taktik sehr gut, Zitate der „nachkonziliaren“ Kirche aus dem
Zusammenhang zu reißen und sie dem Superlehramt der FSSPX zu unterstellen, welches dann – o wunder –
Widersprüche feststellt. Ganz nach Protestantenart werden die lehramtlichen Dokumente nach eigenen Maßstäben
ausgelegt. Man ist sein eigenes Lehramt! An diesen bequemen Zustand hat sich die FSSPX mittlerweile gewöhnt,
deswegen wird es auch nicht zu einer Versöhnung mit Rom kommen. @ Stimmen aus dem Tradiland: Der Widerspruch,
der darin liegt, daß die FSSPX einerseits gut katholisch sein will, andererseits aber ein Konzil von
2500 Bischöfen unter Vorsitz des Papstes ablehnt (die Lehre der nachfolgenden Päpste in großen Teilen
ebenso), wird offenbar nicht empfunden.
Treffer zum Suchbildrätsel des Pelagius Zitat aus Pelagius’ Posting: die bindende und bannende katholische
Wahrheit sei in den Broschürchen vom Priorats-Schriftenstand in reinster Form nachzulesen. Damit wird
eindeutig ausgedrückt, dass es einerseits nur „Broschürchen“ bei den Schriftenständen der FSSPX-Priorate
gäbe; weiters dass es nicht so wirklich zutreffend sei, dass in den dort aufliegenden Publikationen die
Wahrheit enthalten sei (nach Modernistenmeinung liegt ja die Wahrheit in der Mitte, wo sie aber praktisch
kaum anzutreffen ist). In die gleiche Richtung geht die Formulierung „in reinster Form“. Und dass die
Wahrheit „bindend und bannend“ sei: Haha. Insgesamt unter Spott auf Wesen und Wert der genannten Priorate
(belegbar anhand der von Pelagius in Frage gestellten Qualität der FSSPX-Anhänger) überhaupt zu subsumieren.
Ich mache dem Pelagius einen Vorschlag: Sollte er im gesamten deutschen Sprachraum einen Schriftenstand
in einer katholischen Kirche oder Kapelle (außerhalb der FSSPX – versteht sich!) finden, deren Schriftenstand
nicht bloß in der Quantität, sondern insbesondere in der Qualität der aufliegenden Publikationen (Literatur,
Zeitschriften etc.) derjenigen des Schriftenstandes eines durchschnittlichen FSSPX-Priorates überlegen
ist, so lade ich ihn ein, dort gemeinsam mit mir einen Rosenkranz zur höheren Ehre Gottes – dessen Gnade
sich solcherart in seiner Hl. Kirche greifbar erweisen würde – zu beten, und anschließend auf ein Bier
und mehr.
Suchspiel Die „Stimme aus dem Tradiland“ spricht in ihrem letzten Beitrag von „Einrichtungen wie den von
Pelagius verspotteten FSSPX-Prioraten“. Bisher drängte sich bei vielen der Lesermeinungen der mephistophelische
Rat auf, zunächst einmal das Collegium logicum zu absolvieren. In diesem Fall scheint ein anderes dringender
zu sein. Vielleicht das der Grammatik? Und überhaupt: Wer findet in dem von der „Stimme“ offensichtlich
gemeinten Satz meines letzten Beitrages einen Spott auf die Gottesdienststätten der Priesterbruderschaft
St. Pius X.?
Lehraussagen der nachkonziliaren Kirche gibt es entgegen Franks Annahme kaum. Zumindest keine Dogmen und
auch das ordentliche Lehramt in seiner die Gläubigen verpflichtenden Form hat nur eine spärliche Ausbeute
zu verzeichnen – hiezu zählen z.b. die Ablehnung des Frauenpriestertums und künstlicher Verhütungsmethoden
auch innerhalb der Ehe. Die davon betroffenen Probleme sind für Traditionalisten sicherlich kein Problem.
Hingegen ist das postsynodale Lehramt überwiegend auf niederer Stufe tätig und das eben keineswegs fehlerfrei.
Diese Fehler des postsynodalen Lehramtes (z.B. bisheriges Glanzstück: Wandlung ohne Wandlungsworte) sind
für niemanden verpflichtend. Daher müssen sich alle Katholiken nicht nur die Traditionalisten vorrangig
an das vorsynodale Lehramt halten, welches feststeht und auch allen bei entsprechendem Interesse zugänglich
ist (in vielen Fällen ist brauchbare Literatur nur mehr antiquarisch oder in Einrichtungen wie den von
Pelagius verspotteten FSSPX-Prioraten zugänglich). Dass die Glaubenskongr. vielfach nicht mehr ihre Pflichten
erfüllt – das insb. auch unter dem Präfekten Cardinal Ratzinger – dafür seien nur die Beispiele „Addai
und Mari“, „Frau aller Völker Amsterdam“, „Medjugorje“, fehlende Verurteilung von Karl Rahner u. a. Konzilstheologen,
fehlende Lehrzuchtverfahren gg. zumindest jeden zweiten heute lehrenden Theologen usw. genannt, wobei
man fairneßhalber hinzufügen muß, dass für die vielen Falsch- und Untätigkeiten der jeweilige Papst
hauptverantwortlich war und ist.
Frank… derartige unqualifizierte und grob primitiv-bösartige Äußerungen sollten Sie sich künftig
vielleicht ersparen. Versuchen Sie doch einmal sich wirklich ernsthaft mit den ARGUMENTEN der FSSPX auseinanderzusetzen,
bevor Sie derartiges Zeug von sich geben. Ich empfehle Ihnen z.B. die Dokumentation über die Auseiandersetzung
zwischen Levebvre und der Kirche. Oder vergleichen Sie doch einfach mal die Dokumente der II. Vat., z.B.
Gaudium et Spes, mit älteren Dokumenten der Päpste, Pius X, Pius XI oder Pius XII oder noch ältere.
Die finden Sie im Denzinger/Hünermann aber auch im Internet unter theol.uibk.ac.at/…eraum/texte/250.html
Armer Erzbischof Levada! Schon jetzt, vor Antritt seines Amtes, wissen alle alles besser als er. Und wozu
überhaupt brauchen wir noch eine Glaubenskongregation, da doch nach Meinung der einen Seite von einer
objektiven, überzeitlich gültigen und somit verbindlichen Wahrheit gar nicht gesprochen werden kann,
während die andere Seite darauf pocht, die bindende und bannende katholische Wahrheit sei in den Broschürchen
vom Priorats-Schriftenstand in reinster Form nachzulesen. In welchen Zeiten leben wir?!
Häresie? Die FSSPX-Anhänger haben es wirklich gut. Sie können dem Papst den Gehorsam verweigern, weil
sie ja alles besser wissen, und Erzbischöfe unter Häresieverdacht stellen, ohne selbst irgendjemandem
Rechenschaft über ihre eigene Rechtgläubigkeit ablegen zu müssen. Denn die „nachkonziliare Kirche“
lehnen sie ja ab (obwohl wir nur diese eine haben). Wie überaus praktisch! Ich frage mich auch, warum
die sog. Traditionalisten immer auf die Protestanten schimpfen; sie selber machen es auf ihre Weise doch
genauso! Nur daß sie nicht die Schrift, sondern die vorkonziliaren Päpste nach eigenem Gutdünken auslegen
und die Lehraussagen der nachkonziliaren Kirche zumeist verwerfen, weil sie nicht mit dem übereinstimmen,
was sie für den katholischen Glauben halten. Paradoxerweise lehnen sie aber den Sedisvakantismus ab,
obwohl sie ihm doch ganz offensichtlich nur aus einem Mangel an Folgerichtigkeit entgehen.
Bellum est omnino interdicendum So lehrt das II. Vatikanum im Anschluss an Kardinal Ottaviani; 1947);
der Christenheit ist die Pflicht auferlegt einen Zustand der Welt zu erarbeiten, dass der Krieg völlig
untersagt werden kann. Trotzdem hat Exz. Levada nicht zum Krieg aufgerufen. Ob Krieg geführt wird oder
die Todesstrafe verhängt wird, muss die weltliche Autorität entscheiden, d.h. bei uns der demokratische
Gesetzgeber (das Grundgesetz verbietet beides) im Rahmen der Verfassung. Allerdings kann die Kirche, einschließlich
der Laien, keinem System die Hand reichen, das das Lebensrecht einzelner Gotteskinder aufs Spiel setzt.
Insoweit hat Exz. Levada völlig überzeugend argumentiert.
@ Paul Mayer (1) Der Häresievorwurf ist derart schwerwiegend, daß man ihn nur bei absoluter Sicherheit
äußern darf – und die sehe ich im vorliegenden Levada-Zitat nun wirklich nicht. Ein falscher Häresievorwurf
ist sündhafte Beleidigung. Also bitte etwas mehr contenance auch bei denen, die gewohnt sind, in der
„Amtskirche“ nichts anderes mehr als Häresien zu finden! (2) Daß das Christentum im Islam seinen Widerhall
findet, gilt nicht bloß in der Gotteslehre, sondern auch in vielen anderen Stücken der Doktrin. Mittlerweile
spricht ja rein historisch sehr viel für die schon im MA von den Christen vertretene These, daß manches
im Islam schlichtweg auf ein mißverstandenes bzw. häretisches Christentum zurückgeht. (3) Was Levada
vom universalen missionarischen Anspruch der beiden Religionen sagt, ist zunächst die Beschreibung eines
Faktums. Damit ist – es sei nochmal gesagt – weder die Richtigkeit des islamischen Anspruchs behauptet
noch die Zulässigkeit der in gewissen islamischen Staaten angewandten Missionsmethoden. (4) Der Vorwurf
der Schrebergärtnerei bezieht sich nicht auf die Sorge um den Glauben, sondern das hier vorgetragene
Schlagwortwissen über Hegel, Thomas etc. Den Vergleich einer monotheistischen Hochreligion wie des Islam
mit Esoterik und Satanismus, lb. Herr Mayer, könnte man aber gleich hinzufügen.
@ Doctor Subtilis Bis dato bin ich – und gehe ich auch weiterhin davon aus – dass das Christentum nicht
nur den einen, sondern den dreifaltigen Gott und insb. die Gottessohnschaft Christi bekennt. Wenn es genügt,
dass nur irgendwelche Versatzstücke des Christentums – in ihr Gegenteil gekehrt – in einer Religion enthalten
sein müssen, um davon sprechen zu dürfen, dass das „Christentum dort – in der fremden Religion – seinen
Widerhall findet“, dann muß man freilich konsequent das Zitat weiterdenken: Richtig ist demnach auch,
dass im Aberglauben, im Satanismus und in der Esoterik das „Christentum seinen Widerhall findet“. Häretisch
ist es, den Islam und das Christentum auf die gleiche Ebene zu stellen. Praktisch zu Ende gedacht an folgendem
Beispiel: Weil der Islam so „missionarisch“ ist, dass Christen in islamischen Ländern schwere Verfolgungen
erleiden, haben einerseits die Christen die Möglichkeit, in das Geheimnis ihres Glaubens tiefer einzudringen –
durch das Martyrium – und andererseits Moslems die Möglichkeit, in das (daemonische) Geheimnis ihres
Glaubens tiefer einzudringen durch die Ausrottung der „Ungläubigen“. So zynisch gedacht, könnte ein
Hauch von Wahrheit in Levadas Zitat enthalten sein. Die Sorge um den Glauben mit Schrebergärten zu vergleichen,
ist im übrigen wenig subtil und elegant, Herr Doctor. Nach Ihrer Auffassung scheint ja zwischen Islam
und Christentum alles in bester Ordnung zu sein…
Häresie? Das Islam-Zitat paßt zwar zum nachkonziliaren Dialoggeschwafel, aber was soll daran formell
häretisch sein? Daß das Christentum im Islam widerhallt, ist ja wohl klar, und daß selbst ein ultrakonservativer
Katholizismus sehr wohlwollend auf den Islam schauen kann, hat kürzlich Reinhard Lauth in seinem Buch
„Abraham und die Kinder seines Bundes mit Gott“ gezeigt (im Internet frei verfügbar: www.christoph-heger.de/…einhard%20Lauth.html).
Selbstverständlich kann man das Eigene in etwas Fremdem bzw. in der Begegnung mit ihm besser kennenlernen ,
auch und gerade wenn man davon überzeugt ist, daß dieses Fremde nicht die Wahrheit ist. Das ist doch
eine Binsenweisheit, und man braucht deswegen nicht gleich den Untergang des (thomistischen !?) Widerspruchsprinzips
zu verkünden, wie es hier unsere aufgeregten SSPX-Schrebergartenphilosophen in ihren Kommentaren tun…
Woher kommen die Zitate? kreuz.net hat sie offenbar aus der bei YAHOO dokumentierten englischen Zusammenfassung
dailynews.yahoo.com/…shop_levada_quotes_1 der Associated Press ins Deutsche übersetzt (es handelt sich
dabei teilweise um redaktionelle Verkürzungen). Im Original findet sich die Ansprache vom 5. März 2002
mit dem Titel „A new Apologetics for the New Millennium“, abgehalten im Rahmen der Saint Ignatius Institute
Lecture Series der University of San Francisco, direkt auf der Webseite der Erzdiözese von San Francisco
unter dem Menüpunkt „Statements www.sfarchdiocese.org/statements/“. Das besagte Zitat ist im Anhang in
etwas ausführlicherer Fassung zu finden, die eine katholische Interpretation nahelegt und keine häretische.
Häretisch direkt nicht, aber ob es ganz im Einklang mit dem Geist von „Mortalium Animos“ (1928) von Pius
XI. ist oder mit „Ecclesia Catholica“ (1948) von Pius XII., bezweifle ich. Es wäre erst Häresie wenn
der Erzbischof-Präfekt sagen würde es sei nicht nötig zu missionieren und die Mohammedaner zu bekehren.
Interpretation im Einklang mit dem Glauben Gemäß der Regel des heiligen Ignatius von Loyola, die Worte
oder Sätze anderer Personen sachlich-wohlwollend zu interpretieren, sehe ich keinen Anlaß, beim Islam-Zitat
von Erzbischof Levada sofort „Häresie!“ zu rufen. Levada geht es um den Dialog zwischen katholischen
Christen und islamischen Gläubigen. Dafür verlangt er erstens eine genaue Kenntnis der eigenen und der
anderen Auffassung („die Chance ins Geheimnis des jeweiligen Glaubens tiefer einzudringen“) und dann den
intellektuell redlichen Versuch, die jeweiligen Inhalte miteinander zu vergleichen („um zu sehen, wie
ein Glaube im anderen Glauben widerhallt und zu ihm in Beziehung steht“). Das Ergebnis einer solchen Prüfung
steht nicht von vornherein in der Richtung fest, die Paul Mayer benennt und befürchtet (nämlich dass
es keinen Unterschied gäbe zwischen Islam und Christentum). Der Folgesatz von Levada läßt vielmehr
darauf schließen, dass die Einzigartigkeit der Offenbarung Gottes in Jesus Christus diesen Dialog immer
nur als missionarischen begreifen läßt. – Sicher, ich bin nicht Levada; aber bis zum Erweis des Gegenteils
hindert mich gemäß dem Widerspruchsprinzip nichts und niemand daran, die Aussagen Levadas übereinstimmend
mit der katholischen Lehre auszulegen!
Hegel, Ratzinger, Levada Selbstverständlich, der Hinweis auf Hegel durfte wieder einmal nicht fehlen.
Wir wissen es ja schon längst, daß eine direkte geistesgeschichtliche Linie von Hegel (und damit letztlich
von Luther) über Heidegger zu Rahner (und somit natürlich auch zu Ratzinger und folglich zu Levada)
führt… Anstatt philosophisch und geistesgeschichtlich zu dilettieren, wäre es sicherlich hilfreicher,
den genauen Punkt auszumachen, in dem die Islam-bezügliche Aussage das Kontradiktionsprinzip mißachtet.
Und dafür wäre es günstig, den Satz des Erzbischofs Levada im Gesamtzusammenhang zu lesen. Oder entstammt
er einer – in diesem Fall offensichtlich nicht sehr gelungenen – Aphorismensammlung?
Das Levada Zitat über den Islam ist einfach häretisch Da gibt es nichts zu deuteln. Ich wiederhole ein
Zitat der obigen Stelle: die Chance ins Geheimnis des jeweiligen Glaubens tiefer einzudringen, um zu sehen,
wie ein Glaube im anderen Glauben widerhallt und zu ihm in Beziehung steht. – dies über Islam und Christentum.
Im Islam „hallt“ nicht der christliche Glaube „wider“, noch weniger „hallt“ der moslemische Glaube im
Christentum wider. Außerdem kann man durch den christlichen Glauben nicht zum Islam gelangen. Wenn jemand
im Islam zum Christentum gelangt (etwa gar durch Koran Studien) ist dies eine außergewöhnliche Gnade,
die trotz des Islam geschieht. @ Konrad: Hegelianisch ist das Grundkonzept der in der Kurzmeldung dargestellten
Äusserung Erzbischof Levadas zum Islam. Sie zielt nämlich (These: Christentum; Antithese: Islam) auf
eine Welteinheitsreligion (Synthese) ab. Diese Welteinheitsreligion gibt es schon in der Freimaurerei.
Monotheistisch, aber deistisch; Ablehnung jeglicher Offenbarung, daher aller göttlichen Gebote, Gebete,
Sakramente, Hl. Kirche etc. Antithomistisch deswegen, weil das thomistische Widerspruchsprinzip negiert
wird. Entweder ist eine Religion von Gott oder vom Teufel. Beides zusammen geht nicht.
@ontos Das hat nichts mit Hegel, sondern mit solider Exegese etwas zu tun. „Ontos“ möge die Fachleute
Joachim Gnilka, Horst Bürkle oder Klaus Berger zum Islam konsultieren – aber wahrscheinlich ist er in
seiner Ansicht so festgefahren und unbelehrbar, dass es außer der eignenen Rechthaberei keine andere
theologisch-wissenschaftliche Autorität für ihn geben kann.
Verteufelung des Islam? … der Islam muß nicht verteufelt werden, er ist des Teufels. Wenn, wie es im
Zitat heißt, zwei Religionen einen universalistischen Ansatz vertreten, dann bedeutet das, daß nur einer
Recht haben kann, wahr ist. Meint der Schreiber vor mir, beiden wären wahr? Das soll man mal erklären,
wie zwei diametral gegensätzliche Religionen beide wahr sein können. Ach so, natürlich, mit der Hegelschen
Dialektik geht alles. Der Islam ist eine teuflische Religion, gegründet zur Zerstörung des wahren Glaubens.
Und daran gibt es nichts zu deuten, denn das ist Lehre der Kirche seit dem es den Islam gibt.
Kleingeistig? woher „Paul Mayer“ einen Antithomismus des neuen Präfekten herausliest ist mir schleierhaft.
Das Zitat über den Islam könnte sogar direkt einem der Werke des hl. Thomas entnommen sein. Ein Ratzinger-Nachfolger
darf heute kein beschränkter Kleingeist sein. Kleingeistig ist die in konservativ-traditionalistischen
Kreisen manchmal anzutreffende Verteufelung des Islams.
Sowohl für Papst Benedikt XVI. als auch Erzbischof Levada ist folgendes theologische Grundproblem festzustellen:
Bei beiden besteht eine Ablehnung der Scholastik des Hl. Thomas v. Aquin, wie sie wiederum typisch für
jene Halbkonservativen ist, die V2 als „Superdogma“ hochhalten und das Widerspruchsprinzip der Scholastik
ablehnen. Deswegen versuchen sie laufend, Unvereinbares zu vereinen, z.B. die Aufklärung mit dem Katholischen
Glauben oder – wie oben – den Islam mit dem Christentum. Als Hegelianismus (These – Antithese – Synthese)
mag es hinreichend sein, für eine wirklich christliche Auslegung ist es aber unbrauchbar!
Dankbar… … müssen wir alle Paul Mayer sein, der es wieder einmal souverän versteht, aus einigen
wenigen Zitaten eine so deutliche Einschätzung jener Person vorzunehmen, die nun Ratzingers Ratzinger
sein wird.
Erzbischof Levada ist ein geeichter Ökumenist, das zeigt seine Äusserung über den Islam deutlich. Christen
aus moslemischen Ländern, die in einer Verfolgungsituation leben bzw. dieser entgangen sind, sind über
derartige Äusserungen immer entsetzt! Die anderen Äusserungen sind soweit in Ordnung. Aber soll man
einen Bischof dafür loben, dass er gegen das Homo-Konkubinat und den unterstützten Selbstmord ist? Das
sind doch Selbstverständlichkeiten!