Der Schweizer Tages-Anzeiger wünscht sich einen zweiten „Fall Haas“
Die Dompfarrei im Bistum Chur bekommt einen neuen Pfarrer. Der kirchliche Berichterstatter des Zürcher ‘Tages-Anzeigers’ reißt sich ein Bein aus, um daraus einen „zweiten Fall Haas“ zu konstruieren. Ein Kommentar.
(kreuz.net, Zürich) Der ‘Tages-Anzeiger’ ist eine politisch linkslastige Lokalzeitung im Raum Zürich.
Das Blatt ist auch für seine einseitige und unsachliche kirchliche Berichterstattung bekannt. Für diese
ist seit Jahren der Journalist Michael Meier verantwortlich.
Meier gilt nicht als besonders seriöser
Vertreter seines Faches. Vor zwei Jahren bezeichnete der Bischof von Basel, Mons. Kurt Koch, einen von
Michael Meier verfaßten Artikel als „reißerisch“ und „bewußt irreführend“.
Ähnliches gilt für die
neueste Meier’sche Produktion. Dieses Mal geht es um den Nachfolger des Dompfarrers in der Stadt Chur.
Chur liegt in der Südostschweiz und ist zugleich Bischofssitz.
Bisher war Giusep Quinter (70) der erste
Priester in der Dompfarrei. Pfarrer Quinter galt als Intimfeind seines früheren Vorgesetzten Bischof
Wolfgang Haas. Als Dompfarrer verbot er Mons. Haas die Zelebration der Pontifikalämter in der Bischofskirche.
Quinter war auch führend in einer illegalen Synode engagiert, die gegen den früheren Bischof von Chur
durchgeführt wurde.
Die Churer Dompfarrei hat während der langen Amtszeit des gegenwärtigen Pfarrers
laufend an Bedeutung abgenommen. Seit Jahren erschwert auch die Totalrenovation der Churer Kathedrale
die Pfarreiarbeit.
Pfarrer Quinter wird die Dompfarrei im August verlassen.
Dann soll ihm ein gemäßigterer
Priester nachfolgen. Für das Amt des Dompfarrers ist Harald Eichhorn (45) vorgesehen. Der gebürtige
Deutsche aus Baden pastoriert seit 15 Jahren in der Innerschweiz. Er bewarb sich für die freigewordene
Stelle und wurde am 19. April gewählt.
„Manche fürchten, es könnte zu einem zweiten ‘Fall Haas’ kommen“ –
provoziert Meier in seinem Artikel und meint mit „manche“ vor allem sich selber.
„Hinter vorgehaltener
Hand“ würden Geistliche über die Wahl von Eichhorn stänkern, behauptet Meier weiter in seinem Artikel.
Wer es liest, wundert sich. Die vorgehaltene Hand ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten nicht die
Art gewesen, wie die lautstarken Churer Priester ihr Mißfallen üblicherweise zum Ausdruck bringen.
Als Zeugen für seine Behauptung zitiert Meier einen Pfarresignaten, der früher in der Innerschweiz der
Nachbarpfarrer von Eichhorn war. Aus den zitierten Worten des Resignaten ist offensichtlich, daß der
alte Herr mit Pfarrer Eichhorn noch eine Rechnung offen hat. Es geht um eine eher läppische Geschichte
mit einer Taufe.
Priester können empfindlich, rachsüchtig und nachtragend sein.
Der befragte Pfarresignat
weist auch auf die Tatsache hin, daß Pfarrer Eichhorn an der Hochschule der Zisterzienser von Heiligenkreuz
bei Wien eine „durch und durch konservative theologische Ausbildung“ genossen habe.
Pfarrer Eichhorn
ist gegenwärtig auch der Präsident des „Churer Priesterkreises“ zu dem ein Großteil der jungen Priester
der Diözese Chur gehört.
Daß dieser Verein nicht kirchenpolitisch sondern spirituell ausgerichtet
ist, gibt Meier sogar zu. Aber die Gruppe verrate einen „elitären Geist“.
Meier erklärt nicht, ob das
gut oder schlecht ist.
Der Priesterkreis fördere auch „die Verehrung der allerseligsten Jungfrau und
Gottesmutter Maria“. Die Zugehörigkeit zum Kreis setze den „gelebten Gehorsam gegenüber Papst und Bischof“
voraus.
Was soll man dazu sagen?
Meier läßt nicht locker: Die „Basis des Bistums Chur“ und „die Dompfarrei“
seien über die Berufung von Pfarrer Eichhorn nach Chur noch nicht informiert worden.
Wie kann das stimmen,
da Pfarrer Eichhorn hochoffiziell vom Kirchenvorstand der Dompfarrei gewählt wurde? Es ist davon auszugehen,
daß der Kirchenvorstand keine Geheimorganisation ist.
Die definitive Wahl eines neuen Pfarrers durch
die ganze Pfarrgemeinde erfolgt – wie in der Schweiz üblich – erst nach einem Jahr.
Journalist Meier
beendet seinen Artikel mit einem letzten Versuch, seinen Leser vom Skandal zu überzeugen.
Er weist darauf
hin, daß Mons. Amédée Grab, der gegenwärtige Bischof von Chur, das 75. Lebensjahr bereits überschritten
hat. Der Rücktritt des Bischofs wurde im Februar von Papst Johannes Paul II. abgelehnt.
Dennoch ist
ein Wechsel an der Spitze des Bistums absehbar. Dann wird das Churer Domkapitel nach altem Brauch aus
einer Dreierliste einen neuen Diözesanbischof wählen.
„Nicht auszuschließen“ – so Meiers letztes Gerücht –
„daß auf der Liste auch der Name Harald Eichhorn figurieren wird.“
Witz komm raus. Du bist umzingelt.
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5 Lesermeinungen
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Typisch! @HJ-Grether, das ist wieder einmal typisch für unsere Medien. Sobald jemand für die Kirche
Partei ergreift, wird er mit einer fadenscheinigen Ausrede abgewiesen. Ist mir auch schon passiert. Dafür
sind in Chur wieder die „Bündnerinnen und Bünder für eine glaubwürdige (was heisst hier glaubwürdig?)
Kirche in Aktion und kämpfen mit sehr fiesen Machenschaften gegen den neuen Dompfarrer.
Tages Anzeiger und „Fall Haas“ Aufgrund dieses Artikels habe ich einen Leserbrief an den TA zugestellt.
Ich beschwerte mich über den lausigen Journalismus von Michael Meier. Zudem bemängelte ich auch die
Mitarbeit dieses Ex-Pfarrers von Studen. Prompt kam nun die Mitteilung, dass aus „Platzgründen“ meine
Eingabe nicht berücksichtigt werden könne. Dieser Platz wird vermutlich für weitere Hetzereien gegen
unsere Kirche und die romtreuen Priester gebraucht.
Der „Tagesanzeiger“ wünscht sich einen zweiten „Fall Haas“ Ich wohne in einer Nachbarpfarrei von Chur
und kenne die Verhältnisse am Dompfarramt gut. Ich freue mich sehr, dass nun ein romtreuer Priester als
Dompfarrer gewählt wurde. Es wird für ihn aber nicht leicht werden, die Pfarrei seines sehr liberalen
Vorgängers zu leiten. Und der Journalist des Tagi, Michael Meier, trägt noch das seinige dazu bei, indem
er schon im Vorfeld für Unruhe und Vorurteile gegenüber dem neuen Dompfarrer sorgt. Ich wünsche dem
neuen Dompfarrer Harald Eichhorn dazu viel Kraft und den Segen des Allmächtigen.
Darf ich daran erinnern dass die Eidgenossenschaft nicht ganz geistlicht tot ist? Die Diözesen meistens
schon, aber man muss sich daran erinnern, dass die Schweiz eine bestimmte Zahl von Prioraten, Schulen,
Kapellen, Kirchen und Kloster der Traditionalisten besitzt und diese immer mehr wachsen. In Wil weihten
die „Piusbruderschaftler“ vor einem Jahr noch eine Schule, Altersheim und Klassische Marmorkirche ein.
In Luzern enstand eine neue Kirche vor einem Jahr. In Oberriet wird eine recht Deutsche Kirche gebaut
für die „häßlichen Schismatiker der Ultra-Konservativen Lefebvristengruppen“. Die Schweiz hat Ecône.
Und ich schweige noch von den schönen Laieninitiativen im Indult-Meßbereich und die Schwester vom Pelagiberg.
So ganz schlecht tut die Schweiz es nicht für solch ein winziges Ländchen. Wenn man nur nicht den Neokonservativen
Weg will, wie ein CH-Webmaster von Kath.net, der sagte: „Traditionalisten sehen wir Katholiken in der
Schweiz nicht als wichtig, da nicht-katholisch!“ Neokonservatismus gibt’s nicht soviel in CH. Nur Modernismus
und Traditionalismus. Die Wahl sollte leicht sein.
Tagesanzeiger Herr Meier ist vor allem als unqualifizierter journalistischer Gegner von Opus Dei bekannt
geworden. Dies war seine Profilierung, mit der er (ebenso wie mit Bischofsbeschimpfungen) in der geistig
toten Eidgenossenschaft Karriere machen konnte.