Auf die Wahl des neuen Papstes hat der „Bund der Deutschen Katholischen Jugend“ im Bistum Mainz eher mit den alten Argumenten reagiert.
(kreuz.net) Immerhin. Man freue sich, daß „ein Deutscher“ Papst geworden sei, erklärte der Priester
Markus Konrad kurz nach der Wahl des neuen Papstes. Konrad amtet als diözesaner Jugendseelsorger im Bistum
Mainz. Er äußerte sich auf der Homepage des „Bundes der Deutschen Katholischen Jugend“ im Bistum Mainz.
Mit dem neuen Papst sei in der Kirche eine „Zeit des Bewahrens“ angebrochen, vermutet der Priester.
Er versteht diese Formulierung in einem antithetischen Sinn und beeilt sich darum hinzuzufügen: Der „Mut
zu Neuem“ habe gefehlt.
„Innerkirchliche Reformen“ erwartet der Jugendseelsorger „weniger“. Ob er darunter
eine Erneuerung der Kirche an Haupt und Glieder oder eine weitere Lockerung der Disziplin versteht, bleibt
unklar.
Die Äußerungen des Jugendseelsorgers stehen im Zusammenhang mit der „Aktion Wunschpapst“. Die
Aktion wurde schon Mitte April für die Jugendlichen des Mainzer Bistums gestartet.
Der diözesane Nachwuchs
soll dabei dem Papst seine Wünsche mitteilen und ihm sagen, wie es mit der Kirche weitergehen soll.
Schwung wolle man mit der Initiative in die Diskussion um die Zukunft der Kirche bringen.
Das ist nur
teilweise gelungen.
Aus den wenigen Beiträgen ist zu schließen, daß die Mainzer diözesane Jugend
entweder schwunglos oder über die Papstwahl wunschlos glücklich ist.
Die Beiträge kreisen oft um das
sechste Gebot. So bekennt ein Michael, daß er mit den „Positionen Karol Wojtylas und der Amtskirche“
oftmals seine Schwierigkeiten gehabt habe – vor allem bei der Sünde des Fleisches.
Ob das aber an den
„Positionen“ des verstorbenen Papstes oder doch eher an den Trieben der allzeit bereiten Natur liegt?
Dennoch ist Michael vom Himmelreich nicht so weit entfernt: „Wahrscheinlich hätte die Kirche auch gar
nicht so lange überlebt, wenn sie ihre konservativen Positionen nicht gewahrt, sondern ihr Fähnchen
immer nach dem Wind gedreht hätte“ – meint er einsichtig.
Tobias findet die Aktion „Wunschpapst“ grundsätzlich
„ziemlich daneben“: „warum fragt eigentlich keiner mehr, was für einen Papst Gott will?“ – auch ein Standpunkt.
Kathrin möchte, daß der neue Papst wie Johannes Paul II. sei. Er dürfe sich nicht dazu bringen lassen,
jahrhundertealte Traditionen aufzugeben: „All dies bestärkt mich in meinem Wunsch danach, Joseph Ratzinger
als nächsten Papst zu haben.“
Felix würde einen nicht allzu konservativen Mann vorziehen.
Spitfire
will einen Papst, der für Veränderungen offen ist. Leider gebe es eine unübersehbare Tendenz zu einem
weiteren konservativen Papst, sei es der Afrikaner Arinze oder der Oberbayer Ratzinger.
Martin Gönnheimer,
Diözesanvorsitzender des „Bundes der Katholischen Deutschen Jugend“ wünscht sich, daß sich der neue
Papst wie sein Vorgänger in die Politik einmischt. Auch sollten innerkirchliche Fragen „neu und ergebnisoffen“
diskutiert werden.
Welche Fragen?
Die üblichen: Gleichberechtigung der Frau, Zugangsvoraussetzungen
für kirchliche Ämter, Sexualmoral und Empfängnisverhütung.
Man darf sich wünschen, daß diese Fragen
noch lange „ungelöst“ bleiben.
Denn worüber würden wir in der Kirche noch sprechen, wenn die Probleme
mit dem Sex nicht wären?
Email-Adressen der Empfänger
1 Lesermeinung
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
„Denn worüber würden wir in der Kirche noch sprechen…“ wie wahr, werte Redaktion, wie wahr! Ich nehme
aber stark an, dass die Themen mit einem Bezug zu Sexualität in kreuz.net eben nicht nur auf diesen einen
Bezug zu reduzieren sind – und so wirds wohl auch anderswo sein.