13:43:12 | Dienstag, 12. Oktober 2010
Als die Bischöfe noch Hirten ihrer Herde und nicht Marionetten der Medien waren: Vor genau hundert Jahren wandten sich die Erzbischöfe und Bischöfe Bayerns an die Gläubigen ihrer Diözesen.

(kreuz.net) Es ist Uns zu einer ernsten und heiligen Pflicht geworden, Euch vor Erscheinungen der Neuzeit
zu warnen, die eine schwere und unmittelbare Gefahr für Euer Glaubens- und Sittenleben sind.
Wir meinen
hier die Ausschreibungen einer Presse, welche offen die Lehren unserer heiligen katholischen Kirche bekämpft
und die guten Sitten verletzt.
Solche Presseerzeugnisse zu lesen ist eine Sünde gegen den Glauben und
gegen die Gebote des Herrn.
Darum ist es eine heilige Gewissenspflicht für Uns, Euch davor zu warnen,
und eine heilige Gewissenspflicht für Euch, auf diese warnende Stimme Euerer Oberhirten zu hören.
Warnung
vor dem furchtbaren WeheIhr alle wißt, daß der katholische Glaube, dieses höchste Gut und edelste
Kleinod der Seele, wofür die größten Männer der Kirche Blut und Leben eingesetzt haben, durch eigene
Schuld verloren gehen kann.
Eine solche Schuld mit ihrer ganzen schweren Verantwortung vor Gott und Euerem
Gewissen liegt vor, wenn Ihr Tagesblättern und Zeitschriften den Eingang in Euer Haus und in Euere Familien
gestattet, welche das Bestreben haben, Euch um Eueren Glauben, um die Achtung und Liebe zur Kirche und
deren Dienern zu bringen, Blätter, welche Erzählungen und Bilder enthalten, die ein wahrer Hohn auf
die christliche Sitte sind.
Ihr werdet Eueren eigenen Kindern zum Ärgernis und zu Verführern, wenn
Ihr ruhig zuseht, wie solche Blätter und Zeitschriften mit Ihrer bald abstoßend rohen, bald bestechend
feinen Sprache Tag für Tag das Heiligtum Euerer Familien entweihen.
Wir bitten und beschwören Euch:
Laßt es nicht darauf ankommen, daß das furchtbare Wehe, welches der Herr und Heiland über den Ärgernisgeber
ausgesprochen hat, auf Euer Haupt komme!
Hört darum auf die Stimme Euerer Oberhirten, denen die Sorge
für Euer aller Seelenheil dieses ernste Mahnwort zur Pflicht macht!
Verwehrt den Eingang in Euer Haus
allen Blätter, allen Zeitschriften, Kalendern, Büchern, Broschüren u.s.f., die es darauf abgesehen
haben, Glauben und Sitte, Achtung vor kirchlicher und staatlicher Autorität zu untergraben!
Erinnert
Euch der Mahnung der Herrn: „Wer Euch hört, der hört Mich, wer Euch verachtet, der verachtet Mich.“
Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi sei mit Euch allen. Amen.
Freising, den 12. Oktober 1910
Franziskus,
Erzbischof von München und Freising
Antonius, Bischof von Regensburg
Maximilian, Bischof von Augsburg
Sigismund Felix, Bischof von Passau
Friedrich Philip, Erzbischof von Bamberg
Ferdinand, Bischof von Würzburg
Leo, O.S.B., Bischof von Eichstätt
Joseph Dahl, Kapitularvikar von Speyer
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