10:21:57 | Freitag, 15. Oktober 2010
Der Zig-Zag-Kardinal wie er leibt und lebt: „Gerade im Hinblick auf die Weltkirche könne man im Hinblick auf die Leitung von Gemeinden durch Laien und »Laiinnen« viel lernen.“

(kreuz.net) Gestern begann in Wien die dritte altliberale Diözesanversammlung. Sie nennt sich
„Apostelgeschichte
2010“.
Christoph Kardinal Schönborn hielt eine Eröffnungsansprache. Darin erklärte er, daß man in
den nächsten drei Tagen die kommenden Schritte besprechen wolle.
Die „enormen Zahl an Kirchenaustritten“
in diesem Jahr habe gezeigt, „daß die Veränderung schneller geht als wir gedacht haben.“
Jetzt sei
der Moment, „daß wir Veränderungen aktiv angehen und sie nicht nur erleiden müssen.“
Für diese Veränderungen
sei eine Strukturreform unumgänglich.
Es werde aber keinen „Rasterplan“, sondern vielmehr einen „Masterplan“
geben – erklärte der Kardinal kryptisch.
Die „Jüngerschulung“ sei der wichtigste Punkt des Masterplans.
Mission mit Anti-MissionarenAls Beispiele für „Jüngerschulung“ nannte er ausschließlich altliberale
Gruppierungen, die pastoral steril und erklärte Gegner der katholischen Mission sind – „die Aktivistenrunden
der ‘Katholischen Jugend’ und der ‘Katholischen Aktion’, die ‘Mondo migliore’-Kurse von Pater Riccardo
Lombardi in Rocca di Papa, die ‘Cursillo’-Bewegung“.
Am Rand erwähnter er schnell „aber auch die »Movimenti«,
die neuen geistlichen Bewegungen, die Bewegung der Basisgemeinden oder einfach ein lebendiges Pfarrgemeindeleben“.
Trotz der antimissionarischen Ausrichtung der Hauptakteure bezeichnete der Kardinal die „Freude an der
Mission“ dialektisch als Mitte des Masterplans.
Er zählte fünf Elemente dieses Planes auf, die jede
missionarische Tätigkeit im Keim ersticken:
• das Ja zu unserer Zeit, zur Welt, zu unserer Situation
und die Bereitschaft sich wirklich auf einen säkulare Welt einzulassen.
• die Wahrnehmung der Vielfalt
der Religionen
• die Wahrnehmung der Vielfalt der christlichen Konfessionen.
• die fremdsprachigen
Gemeinden
• das Zusammenwirken der Pfarren mit „allen Varianten des Miteinanders“
„Ich glaube hier
erwartet uns intensive Arbeit, manche Schmerzen, aber auch neue Chancen“, erklärte er zum letzten Punkt,
um den es – unbeschadet der blumigen Einleitung – letztlich geht.
Kardinal Schönborn beim Striptease
Schließlich ließ der altliberale Kardinal alle katholischen Hüllen fallen:
„Vielleicht war ich in
den letzten Jahren etwas zu ängstlich in der Zulassen und der Förderung des Miteinanders in unseren
Gemeinden“ – setzte er an.
Dann beschönigte der Kardinal den in den Gemeinden wütenden altliberalen
Kirchenkampf:
„Ich glaube wir haben positive Erfahrungen gesammelt, die uns ermutigen den Weg gemeinsamer
Gemeindeleitung weiter zu gehen“ – unbeschadet der trostlosen Situation in der altliberalen Seelsorge.
Gerade im Hinblick auf die Weltkirche könne man im Hinblick auf die Leitung von Gemeinden durch Laien
und „Laiinnen“ angeblich „viel lernen“.
Neuwirth gibt GasErwartungsgemäß erhielt der Kardinal Lob
von übelsten Kirchenhassern.
„Ein Kardinal gibt Gas“ – bejubelte der antikatholische Journalist Dietmar
Neuwirth in der kirchenfeindlichen Wiener Tageszeitung ‘Die Presse’ die pastoralen Ladenhüter des Kardinals.
Dieser leite einen „Kurswechsel in der Katholischen Kirche ein“ – jonglierte der Journalist mit Superlativen.
Dann schwafelt er etwas von „Reformdruck“ und fügt drohend hinzu:
„Ein Ignorieren bedeutet für die
katholische Kirche nichts anders als das völlige Herausfallen aus Welt und Zeit.“
Dem wolle „zumindest
der Kardinal zu Wien, Christoph Schönborn, nicht zusehen“.
Denn schließlich ist Neuwirth jene Instanz,
die darüber zu entscheiden vermag, wer zur Welt und Zeit gehört und wer nicht.
Daß die von ihm hochgelobten
„Reformen“ die reformatorischen Gemeinschaften bereits über die Klippe gefahren haben, fällt angesichts
seines journalistischen Jubeltaumels unter den Tisch.
Unter dem Eindruck der altliberalen Medienbosse
Im sechzehnten Jahr seines Episkopats habe sich der Kardinal zu einer Weichenstellung durchgerungen,
„deren gesamte Tragweite erst in vielen Jahren erkennbar sein wird“ – deliriert Neuwirth.
Unter dem Eindruck
von Priestermangel und dem „mehr oder weniger ungebrochenen Engagement so vieler nicht Geweihter an der
Basis“ habe der Wiener Erzbischof angeblich mit einem Tabu gebrochen: „Laien sollen künftig Gemeinden
leiten dürfen.“
Damit habe er den „gordischen Knoten“ zerschlagen, den das Kirchenrecht geknüpft habe.
Schönborn habe die „Zeichen der Zeit“ erkannt – pontifiziert der Journalist:
„Er will, so gut das noch
geht, Reformen selbst gestalten. Rom sollte hinsehen. Und dem Beispiel folgen.“
Der Artikel ist ein Supergau:
Etwas Schlimmeres als ein Neuwirth-Jubelbericht in der ‘Presse’ hätte dem Wiener Kardinal nicht passieren
können.
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