Vor einen halben Jahrhundert vertrieben die Kommunisten den päpstlichen Nuntius aus China. Jetzt möchte der Vatikan seine Beziehungen zu den Diktatoren in Peking verbessern. Um jeden Preis?
(kreuz.net, Vatikan) Die Normalisierung der diplomatischen Beziehungen zwischen Peking und dem Vatikan
sei ein langer und hügeliger Weg, erklärte Jean-Louis Kardinal Tauran (62) auf einer Konferenz am Samstag
in Rom. Zwischen dem Vatikanstaat und der kommunistischen Volksrepublik gibt es seit über 50 Jahren keine
diplomatischen Kontakte mehr.
Der französische Kardinal Tauran ist der ehemalige vatikanische Außenminister.
Er ist gegenwärtig zuständig für die Apostolische Bibliothek.
Würde der Vatikan die Möglichkeit
erhalten, Frieden herzustellen, sei er schon morgen dazu bereit, sagte der frühere Diplomat.
Der Preis
für die Annäherung des Heiligen Stuhls an die kommunistische Volksrepublik wäre der Abbruch der diplomatischen
Beziehung zu Taiwan. Diese Bedingung stellt China jedem Land, das mit den Diktatoren in Peking ins Geschäft
kommen will.
Der erste Augenzwinker Richtung China stammte von Papst Benedikt XVI. selber. Am vergangenen
Donnerstag dankte der Heilige Vater den Ländern, die beim Tod von Johannes Paul II. ihr Beileid erwiesen,
obwohl sie keine diplomatischen Beziehungen mit dem Heiligen Stuhl unterhalten.
„Ich möchte meine Dankbarkeit
zum Ausdruck bringen und die zivilen Autoritäten dieser Länder besonders begrüßen. Ich hoffe, daß
sie schon bald Vertretungen beim Heiligen Stuhl eröffnen werden“, erklärte der Papst.
Die Stellungnahme
von Kardinal Tauran ist somit kein Zufall, sondern wohl Teil einer gezielten diplomatischen Strategie
des Vatikan.
In China gibt es zwischen 15 und 20 Millionen Katholiken. Die Mehrheit lebt den Glauben
im Untergrund. Die chinesischen Katholiken sind häufigen Schikanen und Verhaftungen ausgesetzt.
Nach
dem Tod von Johannes Paul II. hat sich die Lage für die chinesischen Katholiken eher noch verschlechtert.
Dennoch hofft der Vatikan auf eine Lösung der gegenwärtigen Probleme.
Als Papst Johannes Paul II.
starb, hielt sich eine Päpstliche Delegation in Peking auf. Der Diözesanbischof von Hong Kong, Mons.
Joseph Zen, meinte kurz danach, die Beziehungen zwischen China und dem Vatikan könnten schon bald besser
werden.
„Wenn der Heilige Stuhl keine diplomatischen Beziehungen mit China aufnimmt, werden die dortigen
Katholiken keine wirkliche Freiheit besitzen“, meinte Bischof Zen.
Nach dem Tod von Papst Johannes Paul
II. sind die Verhandlungen von Seiten Chinas abgebrochen worden. Der Grund war eine Einladung an den taiwanischen
Präsidenten, Tschen Schui-bian, von Seiten des Vatikan zum Begräbnis des verstorbenen Heiligen Vaters.
Um die Autorität der Kirche zu untergraben, haben die chinesischen Kommunisten schon Ende der 50er Jahre
eine sogenannte „Patriotische Vereinigung“ – eine kommunistisch gesteuerte ‘katholische’ Staatskirche –
auf die Beine gestellt.
Die Bischöfe der Vereinigung werden von der kommunistischen Partei ernannt.
Sie dürfen den Papst als spirituelles, nicht aber als kirchliches Oberhaupt anerkennen. Auch in bestimmten
Bereichen der katholischen Lehre sind diese Bischöfe eingeschränkt.
Dennoch soll der Vatikan 90% der
Staatsbischöfe insgeheim anerkennen.
Joseph Kung, der Präsident der Kardinal-Kung-Stiftung in den USA,
erklärte, daß der Vatikan in der Frage der Ernennung von Bischöfen keine Kompromisse eingehen dürfe.
Die Volksrepublik China könne ihren guten Willen zeigen, indem sie inhaftierte Priester freilasse.
Die Kardinal-Kung-Stiftung ist nach dem Bischof von Schanghai, Ignatius Kardinal Kung Pin-Mei († 2000),
benannt.
Kardinal Kung verbracht dreißig Jahres seines Lebens im Kerker der chinesischen Kommunisten.
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6 Lesermeinungen
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@Tradiland Stimme zu! So sollte eine Heiligsprechung ablaufen. Wahrscheinlich bete ich deshalb vor allem
zu Maria und den „alten“ Heiligen. Die sind mir so vertraut, wie meine Schwestern und Brüder. Gelobt
sei Jesus Christus!
Franco ist ein schlechtes Beispiel Denn auf der anderen Seite stand die republikanische Volksfrontregierung,
die hinter der Front massive „Säuberungen“ und schwere Christenverfolgungen durchführte. Ich weiß jetzt
nicht die genauen Zahlen, diesen Verfolgungen fielen auf jeden Fall mehrere Bischöfe und einige hundert
Priester und Ordensleute (wenn nicht tausende) zum Opfer. Dass in einem solchen Falle die Kirche nicht
auf Seiten der Kirchenverfolger stehen kann, ist ja hoffentlich klar. Sicher wird mit Selig- und Heiligsprechungen
schon insoferne „Politik“ gemacht, als die betreffenden dem Gottesvolk als verehrungswürdig vorgestellt
werden. Dennoch sollte alles korrekt ablaufen und sollen nicht durch massive Eingriffe wie die Nichteinsetzung
eines Promotor fidei („Advocatus diaboli“) wie bei Escrivar, Verkürzung der Fristen (Mutter Teresa, Papst
Johannes Paul II.), Nichtsichtung der schriftlichen Hinterlassenschaften (Papst Johannes XXIII.), Nichtanhörung
von wichtigen Zeugen (Escrivar, aber auch andere) die Verfahren der nackten Willkür preisgegeben werden.
Politik durch Selig-/Heiligsprechungen Dass mit der Erhebung zur Ehre der Altäre Politik gemacht wird
ist eine Binsenweisheit; und wird immer dann geklagt, wenn es den falschen selig-/heiligzusprechenden
trifft, nämlich den der anderen. Man denke nur an die katholische Kirche in Spanien, die sich mit den
Faschisten des Despoten Franco ins Bett gelegt hat. Prompt erhielt sie die schnellste Heiligsprechung,
die es je gegben hat. Sozusagen einen Expressheiligen. Der vom Volk geliebte und verehrte Märtyrer Oscar
Romero, aus Nicaragua wird dagegen bis heute missachtet. Dabei wird gerade der von den Menschen wie ein
Heiliger verehrt. Damit müssen wir alle leben. Meine Hoffnung ist, dass Ratzinger damit ganz aufhört,
wenn er den letzten Papst versorgtt hat. Der war ja noch garnicht kalt, da war die Seligsprechung schon
im Gange. Gelobt sei Jesus Christus!
Zu „Doktor Subtilis“ beim letzten Beitrag „dem Glaubenshüter aufs Maul geschaut“ an Paul Mayer: ad 1.
Ein Häresievorwurf kann nur dann eine sündhafte Beleidigung sein, wenn nicht nur objektiv etwas falsches
getan wird, sondern sich die subjektive Absicht auch auf die falsche Handlung/Unterlassung richtet. Vorwürfe,
die bona fide ausgesprochen werden, erfüllen diesen Tatbestand daher nicht. ad 2. Daß das Christentum
im Islam seinen Widerhall findet kann ist wie ein Echo zu verstehen, nicht wie ein Gegensatz. Gemeinsamkeiten
in der Gotteslehre und Doktrin mit dem Islam, die in Wirklichkeit überbewertet werden, können auch aus
der allen Menschen gemeinsamen Uroffenbarung entstammen, nicht notwendig aus dem Christentum direkt. Ad
3). Erzbischof Levada spricht nicht bloß vom „universalen missionarischen Anspruch der beiden Religionen“,
sondern zieht daraus den Schluß, dass die Angehörigen beider Religionen dadurch tiefer in die Geheimnisse
ihres Glaubens eindringen können. Das ist schlicht unsinnig. (4) Zum Vorwurf der „Schrebergärtnerei“
in Bezug auf das vorgetragene „Schlagwortwissen über Hegel, Thomas etc“ ist darauf hinzuweisen, dass
1500 Zeichen bei einem kreuz.net keine philosophischen Abhandlungen zulassen. Der Vergleich der „monotheistischen
Hochreligion“ des Islam mit Esoterik und Satanismus fällt so aus, dass der Islam wesentlich mehr christliche
Opfer fordert die beiden ersteren, außer man rechnet dem Satanismus den Modernismus und die Freimaurerei
(den Masonismus) hinzu.
Mainzelmännchen Solche schlimmen Entwicklungen haben auch ihre guten Seiten; wie Sie (Herr Mayer) schon
in Ihrer vorzüglichen Ausführung zur vom Satan gestifteten Religion Islam erwähnten (zur märtyrerartigen
Stärkung der Christen). Im Falle der furchtbaren Ostpolitik Roms darf dann die FSSPX jene von Rom gedemütigten
unierten Katholiken „aufsammeln“, wie Athanasius es einmal sinngemäß erwähnte. Es wird nicht zum Schaden
der FSSPX und der katholischen Kirche sein. Überhaupt ist die FSSPX eine Art von Mainzelmännchen-Truppe
(im positiven Sinn) innerhalb der Kirche, die die ärgsten Nöte abstellen muß bzw. darf und dort das
Feld bestellt, wo Rom bereits alle katholischen Stellungen ohne Not aufgab. Vor allem aber ist die FSSPX
die letzte Bastion der überlieferten katholischen Lehre in der Kirche. Ohne die Bruderschaft wäre so
mancher an der nachkonziliaren Modernismus-Kirche irre geworden. (Dank einer Fügung Gottes, die nur auf
den ersten Blick abschreckend wirkt, kann die FSSPX-Bastion auch nicht einfach von Rom geschleift werden,
wie es z.B. im Falle der FSSP und anderer geschah.) Übrigens bin ich sehr überrascht, wie viele visionäre
Erlebnisse dem seligen Erzbischof Lefebvre sein späteres Werk (die kanonische Gründung der Priesterbruderschaft)
angezeigt haben. Nicht nur seine Vision in der Katedrahle von Dakar, sondern bereits seine Mutter sagte
ihm ihn (sehr) jungen Jahren voraus, daß er noch eine sehr wichtige Rolle in der Kirche in Rom zu spielen
haben werde. Uam.
Die Rolle des Hl. Vaters und der Kurie im Falle Chinas ist erbärmlich. Sie liegt aber auf der Linie der
von Cardinal Agostino Casaroli + und Papst Paul VI. + begründeten vatikanischen „Ostpolitik“ üblen Angedenkens.
So wurden nicht nur die Untergrundkatholiken, sondern auch die unierten Kirchen (nur hier ist dieser Mehrzahlbegriff
zulässig) und u. a. der Märtyrerbischof Cardinal Mindszenty auf dem Altar der Eitelkeiten geopfert.
Für letzteren Märtyrerbischof wurde übrigens noch kein Seligsprechungsverfahren eingeleitet, wohl weil
er die Lüge, er sei von sich aus zurückgetreten, aufgedeckt hat. Erbärmlich ist diese Politik, die
mit Glaubensverkündigung im Sinne Christi nichts zu tun hat, auch in Hinblick auf die Priesterbruderschaft
St. Pius X., wo immer wieder aufs neue mit „Schisma“ und „Exkommunikation“ argumentiert wird.