19:02:45 | Samstag, 16. Oktober 2010
Die einzige Haltung der Treue gegenüber der Kirche und der katholischen Lehre besteht in der kategorischen Weigerung der Annahme der Konzilsreformen. Von Erzbischof Marcel Lefebvre († 1991).

Erzbischof Marcel Lefebvre
(kreuz.net) Wir hängen mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele am katholischen Rom, der Hüterin des katholischen
Glaubens und der für die Erhaltung dieses Glaubens notwendigen Traditionen. Wir hängen am Ewigen Rom,
der Lehrerin der Weisheit und Wahrheit.
Dagegen lehnen wir es ab, und haben es immer abgelehnt, dem Rom
der neo-modernistischen und neo-protestantischen Tendenzen zu folgen, die im Zweiten Vatikanischen Konzil
und nach dem Konzil in all den Reformen, die daraus hervorgingen, klar zum Durchbruch kamen.
Alle diese
Reformen wirkten und wirken an
• der Zerstörung der Kirche,
• dem Ruin des Priestertums,
• der
Vernichtung des Heiligen Meßopfers und der Sakramente,
• dem Verschwinden des religiösen Lebens,
• dem
naturalistischen und teilhardistischen Unterricht an den Universitäten, Priesterseminaren und in der
Katechese,
• einer Lehre, die aus dem Liberalismus und Protestantismus hervorging und schon etliche
Male vom feierlichen Lehramt der Kirche verurteilt wurde.
Keine Autorität – auch die höchste in der
Hierarchie nicht – kann uns zwingen, unseren Glauben, so wie er vom Lehramt der Kirche seit neunzehn Jahrhunderten
klar formuliert und verkündet wurde, aufzugeben oder zu schmälern.
Der Heilige Paulus sagt: „Und würden
wir selber oder ein Engel vom Himmel euch ein anderes Evangelium lehren als das, was ich euch gelehrt
habe, so sei er verflucht!“ (Gal 1,8).
Ist es nicht das, was uns der Heilige Vater heute ins Gedächtnis
ruft?
Wenn sich zwischen seinen Worten und Taten ein gewisser Widerspruch ergibt, so wie bei den Amtshandlungen
der vatikanischen Dikasterien, wählen wir das, was immer gelehrt wurde.
Wir stellen uns gegenüber den
zerstörerischen Neuerungen in der Kirche taub.
Diese Reform ist ganz und gar vergiftetMan kann keine
tiefgreifenden Veränderungen auf dem Gebiet der „lex orandi“ vornehmen, ohne die „lex credendi“ zu verändern.
Der neuen Messe entspricht ein neuer Katechismus, ein neues Priestertum, neue Seminarien, neue Universitäten,
eine charismatische, pfingstlerische Kirche – lauter Dinge, die der Rechtgläubigkeit und dem Lehramt
aller Zeiten entgegengesetzt sind.
Da diese Reform vom Liberalismus und Modernismus ausgeht, ist sie
ganz und gar vergiftet.
Sie stammt aus der Häresie und führt zur Häresie – sogar dann, wenn nicht
alle ihre Akte direkt häretisch sind.
Daher ist es jedem wachen und treuen Katholiken unmöglich, diese
Reform anzunehmen und sich ihr in welcher Weise auch immer zu unterwerfen.
Treue bedeutet Widerstand
Die einzige Haltung der Treue gegenüber der Kirche und der katholischen Lehre besteht um unseres Heiles
willen in der kategorischen Weigerung der Annahme dieser Reform.
Deshalb führen wir unser Werk der priesterlichen
Ausbildung ohne jegliche Bitterkeit, ohne Rebellion, ohne Groll, unter dem Stern des Lehramts aller Zeiten
fort.
Wir sind überzeugt, daß wir der heiligen katholischen Kirche, dem Papst und den zukünftigen
Generationen keinen größeren Dienst erweisen können.
Daher halten wir an all dem fest, was von der
Kirche aller Zeiten und vor dem modernistischen Einfluß des Konzils geglaubt und im Glauben praktiziert
wurde:
• in der Sittenlehre,
• im Kult,
• im Katechismusunterricht,
• in der Priesterausbildung,
• in den kirchlichen Institutionen
• und in allem, was in den Büchern kodifiziert wurde.
Indes warten
wir darauf, daß das wahre Licht der Tradition die Finsternis, die den Himmel des Ewigen Rom verdunkelt,
zerstreue.
Indem wir mit der Gnade Gottes und der Hilfe der Jungfrau Maria, des heiligen Josef und des
heiligen Papstes Pius X. so handeln, sind wir überzeugt, der römisch-katholischen Kirche sowie allen
Nachfolgern Petri treu zu bleiben und so „fideles dispensatores mysteriorum Domini Nostri Jesu Christi
in Spiritu Sancto“ zu sein. Amen.
Bei dem Text handelt es sich um das Manifest, das Erzbischof Marcel
Lefebvre († 1991) am 21. November 1974 in Rom veröffentlichte.
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